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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1917-05-04 · Heft 18 (4.5.1917) · p. Seite 214

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
81 (1917)
Issue
Heft 18 (4.5.1917)
Date
1917-05-04
Page
Seite 214 (sequence 10)
Language
German
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- - 2514 - — Nach der Andacht. von ihm erschienen: nrr6x JV3 ‘'TtP Synagogengesänge für Männerchor, für Freitagabend und Sabbatmorgen, mim :n Feiertagsgesänge. Gesänge für Bier hebräische Gesänge für Kinderstimmen. Drei hebräische Gesänge für Konfirmations- und Vermählungsfeste. Auch diese Gesänge' zeichnen sich durch Kraft, Wärme und harmonische Reize aus*). Berliyn verwandte seine Kräfte nicht allein aus die Tonkunst, sondern auch auf dem Gebiete der Menschenliebe Gr gab ost musikalische Ausführungen zum Besten verschiedener Wohltätigkeitsanstalten, so z. B. für die Niederländisch-Israelitische Armenschule und andere wohltätige Institute. Nach einer 40jährigen ruhmreichen Musiktätigkeit er komponierte 500 Werke — schloß Berliyn am 18: Januar 1870 nach kurzem Krankenlager in Amsterdam seine Augen zum ewigen Schlafe. Ten Leichenzug bildeten zahlreiche Freunde und Verehrer des Verstorbenen. Waisenkinder der verschiedenen Stiftungen beschlossen denselben. Die Dekorationen und die Insignien der Ehrenzeichen, die ihm verliehen worden waren, wurden aus einem Samtkissen vom Präsidenten der Liedertafel getragen. Aus dem Friedhof wurden von Rednern die Verdienste Berliyns gewürdigt. So wurde Aron Wolfs Berliyn zu Grabe getragen, der „der Ruhm der Kunst und die Ehre des Judentums war". Leider sind seine Werke in Vergessenheit geraten. Möge diese kleine Skizze anläßlich der 100. Wiederkehr seines Geburtstages dazu beitragen, seine Kompositionen wieder neu ausleben zu lassen. Line Krllachfrikr an der Meltkront. Von Feldrabbiner Tr. 3 a I o m onsk i. «Hierzu 2 Bilder aus S. 214». 215. Zwei weilerc Bilder sv^c» in nächster 'Jummcr.) ^W^urch besondere Anordnung waren alle Truppenteile ) von einer gemeinsamen Feier des jüdischen Osterfestes in L. C. in Kenntnis gesetzt worden. Die zur Teilnahme gewillten und vom Dienste abkömmlichen Soldaten sollten dem Feldrabbiner gemeldet werden und wurden angewiesen, Eß- Xtcfe Kompositionen sind in der Ioachimsthaler Bnchhandlnng in Amsterdam erschienen. und Triukgeschirr mitzubringen: eine Maßnahme, die durch die Knappheit an Tellern und Bestecken sowie durch die Erfahrung bei früheren Veranstaltungen bedingt war und die Verpflegungsarbeit wesentlich vereinfacht hat. Gedruckte Anschläge am Bahnhof und auf der Kommandantur unterrichteten die eintreffenden Kameraden über Unterkunft, Ort und Zeit der religiösen Veranstaltungen und gemeinschaftlichen Mahle. Die Bereitstellung der für die Andacht und Verpflegung. vieler Hunderte erforderlichen Räume hatte sich die Kommandantur - angelegen sein lassen. Zwei übereinander liegende Fabriksäle und eine angeschlossene große Glashalle mit benachbartem Hofe wurden zur Verfügung gestellt. Zunächst wurde die für dauernde Benutzung gedachte Synagoge im oberen Raum . hergerichtet, der mit seinen alle Wände verdeckenden hohen Holzgestellen einen häßlichen Eindruck machte. Durch Bespannung dieser Flächen mit weißem Stoff entstand schnell ein freundliches Bild. In die Mitte der nach Osten liegenden Wand wurde die Heilige Lade zur Aufnahme von fünf Gesetzesrollen eingefügt, welche der geräumten Synagoge von St. Ou. entstammen und auf Befehl des Armeeoberkommandos meiner Hut anvertraut worden sind. Diesem Mittelpunkte des Gotteshauses besonderes Ansehen zu geben, war nun meine Ausgabe. Ueber der Lade wurde ein Brett mit der hebräischen Inschrift »Heilig dem Ewigen" befestigt. Nach außen wurde sie durch einen mit goldener Borte gezierten Vorhang bekleidet, der durch eine Krone und das Sinnbild dec- Sternzeichens weiteren Schmuck erhielt. Das letztere kehrte auf der Mitte des Bettisches wieder, auf dem auch zwei Leuchter ihren Platz fanden. Nicht ganz einfach war die Anbringung der ewigen Lampe. Wohl hatten wir durch elektrische Anlage in allen Räumen die schönste Lichtquelle erhalten, aber ce wollte sich kein Gegenstand auftreiben lassen, der von der Decke aus tief genug herabzulassen war und eine durchscheinende Birne aufnehmen konnte. Not macht erfinderisch! Der Petrvliumbehälter einer alten Tischlampe aus gepreßtem hellblaue» Glase wurde ausgehöhlt und an Messingketten aufgehängt. Jetzt fehlten nur noch die Bänke, welche, wie auch die oben erwähnte Wandbespannung, die Kommandantur lieferte, und damit war die Herrichtung der Synagoge vollendet. Bei dieser Arbeit begleitete mich ermunternd das Gotteswort von de» letzten Verrichtungen am Stiftszelte: »Am ersten Tage des ersten Monats sollst du das Stiftszelt aufrichten und du sollst die Lade des Zeugnisses hineinsetzen und vor die Lade de» Vorhang hängen. Und du sollst den Tisch bringen und seine Länge zubereiten und den Leuchter bringen und seine Lichter aufsetzen." (Exodus 40, 2—4.) Vor Beginn der Andachten haben dann die Sitzgelegenheiten entfernt werden müssen, da die große Zahl der Teilnehmer nur dicht gedrängt stehend Platz finden konnte. In der dauernden Unruhe des Krieges hat mir seit langer Zell nichts solche Freude gemacht wie die Ausführung diese-: Werkes, und wie bei jedem guten Plane fehlten mir auch nick>l i

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