Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 81 (1917)
- Issue
- Heft 16 (20.4.1917)
- Date
- 1917-04-20
- Page
- Seite 2 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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2 Löwe n ft ein, Offizierstellvertreter Dr. . Sieg-bert Sternberg II, Dr. Jablonski (Breslau), Gefreiter Mich. Jstecki, Sohn des Herrn Hermann Jstecki (Köln), Bataillonsarzt Dr. M. Gallew skr, Referendar Ernst Rosenthal, Unteroffizier Leo Cohn, Sohn des Kaufmanns Herrn Moritz Cohn (Posen), Gefreiter Telephonist Adolf Hesse (Paderborn). — Das Eiserne Kreuz erster Klasse erhielten: Oberleutnant der Reserve und Ordonnanzoffizier Rechtsanwalt Dr. Siegfried Popper in Frankfurt a. M. und Leutnant d. R. im Feldartillerieregiment 111 Hans Schlesinger, Mitinhaber der Firma Hugo Schlesinger u. Co. in Frankfurt a. M. sowie der Firma Eschweger Lederwerke Schmidt u. Co. in Eschwege. 22 Königsberg 1. Pr., 12. April. Das Israelitische Waisenhaus für Stadt und Provinz zu Königsberg versendet soeben seinen 55. Jahresbericht über die Verwaltungsjahre 1915 und 1916. Tie Zöglingszahl der Anstalt hat sich auf dem bisherigen Stande von 30 erhalten — Knaben und Mädchen zur Hälfte. Während der ersten Kriegszeit' hatte das Waisenhaus zeitweise oft preußische Flüchtlinge ausgenommen, und gegenwärtig beherbergt die Anstalt mit behördlicher Erlaubnis auch i ü d i s ch e W a i s e n k i n d e r aus den besetzten Teilen Polens. Wie der Bericht besagt, vollzog sich ihr Einleben in die neuen Verhältnisse ob ne Schwierigkeiten, und läßt sich ihre Entwicklung sehr günstig an. Auch zur Unterbringung von armen i ü d i s ch e n K r i e q s k i n d e r n aus O st - v r e u ß e n in das von Herrn Direktor Peritz privatim unterhaltene Jüdische Kriegskinderheim hat das Waisenhaus beigestenert. Von den ehemaligen Zöglingen der Anstalt stehen gegenwärtig 32 im Kriegsdienst, sechs sind, bereits gefallen, drei wurden wiegen schwerer Verwundung oder Krankheit entlassen: zehn wurden befördert, drei haben das Eiserne Kreuz erhalten. Die Anstalt beteiligte sich an der vom Verein ehemaliger Zöglinge und Erzieher des Waisenhauses unter Leitung des Direktors betriebenen regen Liebensaabentütigkeit an den ehemaligen Zöglingen im Felde und unterhält dauernd Briefwechsel mit diesen. Auch die Freunde der Anstalt steuern zu diesem Liebeswerke bei. Die Schul- und Erziehungsarbeit wie der Wirtschaftsbetrieb des Hauses nahmen troß der bedeutenden Erschwerung durch die Krieasverbältnisse ihren geordneten, günstigen Fortgang. Eine Reihe neuer Stiftungen und zahlreiche Spenden zeugen von dem großen Interesse, dessen sich die Anstalt in ihrem Kreise erfreut. Zu Ehren K r i e g s g e f n l l e n e r, die beim Waisenbause als immerwährende Mitglieder eingekauft werden, hat der Vorstand eine Krieasehrentafel eingerichtet, auf der die Namen und Sterbetage dieser Verstorbenen sowie die der gefallenen ehemaligen Zöglinge zum ewigen Gedächtnis verzeichnet werden. De'' V o r st «-> n d der Anwalt bestebt zurzeit aus den Herren Stadtrat Professor Dr. Lassa r- Eobn. Vorsitzender. Julius Lazar. Alfred Lachmanfki. A. I. Lew in, Konsul Minkowski. Bankdirektor Reichmann. Rabbiner Dr. Vogelstein aus Königsberg. Stadtrat Eichelbaum lJnfterbnral und Mar Brände (TilütV Ebrendamen des Waisenhauses sind Frau Doris C o b n. Frau Justizrat Hol z. Frau Fabrikbesißer Winter und Frau Bankdirektor M a r r. Die Leitung und Oekonomie der Anstalt führen Herr und Frau Direktor Peritz. LZ Köniasbütte O.-S., 15. April. Die Israelitische K i n d e r b e i l st ä t t e in Bad I a st r z e m b ist nach dem Testament des Herrn Rabbiner Dr. Münz auf den Verband oberschlesischer Gemeinden übergeamigen. dessen Dorsikender In st irr at Berger in Königshütte ist. Die Genehmigung der Königlichen Negierung zu Oppeln ist nachg"sncht. Die Anstalt wird im Sinne des Verstorbenen weitergeführt und «am 14. Mai b. I. eröffnet. Durch das Entgegenkommen des Kreisausschuffes zu Rhbuik ist die Verpflegung der Kinder gesichert. Das Jüdische Schwesternheim in Breslau wird der Anstalt für die Pflege und Beaufsichtigung der Kinder zwei im Dienste bewährte Schwestern zur Verfügung stellen. W. Posen, 12. April. Vor Beginn des Krieges meldete sich freiwillig der hierorts wohnhafte bejahrte N a k l e r zum Eintritt in das Heer und wurde in die Handwerkerabterlung eingestellt. Seitdem ist er tätig und versieht seinen Dienst zur vollen Zufriedenheit. Er genießt bei Vorgesetzten und Kameraden große Beachtung ltnb fühlt sich ganz behaglich in der Soldatennniform. In diesen Tagen beging N a t! e r seinen 65. Geburtstag. Anläßlich dieses Tages wurden ihm von allen Seiten viele Aufmerksamkeiten erwiesen. Hauptmann und Oberleutnant der Kompagnie ließen sich mit dem Altkameraden auf einem Bilde photographieren. Ein Transparent mit der Zahl „6 5" und sonstige Embleme schmücken das Bild. Mit einem ansehnlichen Geldgeschenk und anderen Liebesgaben wurde der Gefeierte erfreut. So wurde der Jubeltag von der Umgebung festlich begangen. Dies Ereignis verdient öffentlich gerühmt zu werden, und insbesondere in einer Zeit, wo die Antisemiten mit Späheraugen danach streben, alles Erdenkliche an den Juden zn bemängeln und zu bekritteln. M. Hamburg, 12. April Der Israelitisch-humanitäre Frauen verein hielt seine Hauptversammlung im Logenheim unter Vorsitz von Fräulein Sidonie Werner ab. Nach dem von der Schriftführerin Frau Wolfsberg erstatteten Rechenschaftsbericht erstreckte sich die Haupttätigkeit des Vereins auch im verflossenen Jahre in erster Linie auf die Kriegsarbeit. In der vom Verein eingerichteten Kriegsküche wurden 287 909 Portionen Essen verabfolgt. Auch die vom Verein ins Leben gerufene Kinderstube hat sich, kräftig entwickelt. Auf dem Gebiete der Säuglingsfürsorge hat der Verein durch ärztliche Beaufsichtigung der Säuglinge und Verabfolgung einer Stillprämie Großes geleistet, um so zur Herabminderung der Säuglingssterblichkeit beizutragen. Der Mädchenklub konnte im verflossenen Jahre ebenfalls seinen Aufgaben gerecht werden. In der Sannnel- und Ausgabestelle für Kleider und Fußzeug ist Nachfrage, insbesondere nach letzterem, leider größer als das Angebot; der Verein ist auch nicht annähernd in der Lage, allen Gesuchen zn entsprechen. Die Nühstube konnte im verflossenen Jahre 5460 Mark an Arbeitslöhnen im Hause und 9753 Mark an Heimarbeiterinnen, im ganzen 15 213 Mark bezahlen. Die Zahl der beschäftigten Heimarbeiterinnen betrug zeitweise 80 bis 90. Das Segeberger Erholungsheim, das 1A Jahr dem Roten Kreuz für Verwundete zur Verfügung gestellt war, ist am 1. April 1916 wieder in den Besitz des Vereins übergegangen und hat im verflossenen Sommer durch einen je vierwöchigen Aufenthalt von 353 Personen feinem eigentlichen Zwecke wieder dienstbar gemacht werden können. Dom von Herrn Paul Laskor erftatteieit Kassenbericht ist zu entnehrnen, daß der Verein 1916 an Mitgliederbeiträgen 5348 Mark und an einmaligen Spenden 3020 Mark vereinnahmte, während der Ertrag aus den Sparbüchsen 5961 Mark ergab. Unter den Ausgaben figurieren an erster Stelle für Unterstützungen 6970 Mark und an Stipendien 1160 Mark. Der mit einen: kleinen Verlust abschließende Kassenbericht wurde genehmigt. In ihrem Schlußwort forderte die Vorsitzende noch zur Zeichnung der 6. Kriegsanleihe auf. 22 Elberfeld, 15. April. Am vergangenen Samstag, den 14. April, beging Herr Albert Wehl, Vorsitzender der hiesigen Synagogengemeinde, seinen 70. Geburtstag. Dem Ernste der Zeit entsprechend hatte man von einer besonderen Feier dieses Tages abgesehen, doch ließen es sich die Körperschaften, die Beamten und die Vereine der Gemeinde nicht nehmen, dem verdienstvollen Manne ihre Glückwünsche ms Haus zu bringen. Für den Vorstand der Synagogengemeinde erschien Herr D. G u m p e r tz und überreichte dem Gefeierten nach sinnvoller Ansprache eine wertvolle Bronzestatue, die, einen Schmied bei der Arbeit darstellend, die Bedeutung des Herrn Wehl für die gedeihliche Entwicklung der Gemeinde symbolisch kennzeichnet. Für die Repräsentanz sprach als deren Vorsitzender Herr H erm amt Strauß, von den Beamten sprachen Herr Rabbiner Dr. Norden. Herr Oberkantor Hermann Zivi und Herr Wilhelm Levy. Tiefgerührt dankte Herr Weyl einem jeden in der ihm eigenen schlichten Weise. Im Namen des Jüdischen Frauenbundes gratulierte an der Spitze einer Abordnung Frau Klara S a - m u e l und im. Namen der Friedhofsverwaltung Herr B. Weingarten. Alle aber, die zur Gratulation gekommen waren, und es waren deren noch sehr viele, vereinigten sich in den: Wunsche, daß ein gütiges Schicksal Herrn Wehl noch recht lange gesund erhalten möge zum Glück für seine Familie wie zum Segen für die Gemeinde. 22 Köln, 12. April. Die Religionsschule der Shn agogengemeinde Köln hat die. Feier ihres 25jährigen Bestehens am Sonntag, den 8. d. M. (2. Passahtag), durch einen Festgotiesdienst in der Synagoge an der Glockengasse würdig begangen. Die Schüler und Schülerinnen der Schule mit ihren