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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1917-04-13 · Heft 15 (13.4.1917) · p. Seite 180

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
81 (1917)
Issue
Heft 15 (13.4.1917)
Date
1917-04-13
Page
Seite 180 (sequence 12)
Language
German
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M inhag!?! — Es geschieht im Interesse der Armen! Damit diese nicht in ihrer I o n t e f st i m m n n g gemindert werden! Sie foüen am Pefsach etwas essen, was den anderen als „ossur", als verboten gilt? Das ist nicht brüderlich! Drnm wird's den Neichen auch erlaubt. Diese Bruderschaft hat sich gottlob erhalten. Alle Kreise tragen für die Pessachfreuden des weniger Bemittelten bei. Unter Simchat JonLef wird u. a. verstanden: ssomachti und ssimachtr. Sich freuen und andere erfreuen, das ist der tiefere Sinn der Festesopfer (Schelomim) nach Semag. Heute ist nicht nur Teuerung, unter der die Besitzlosen leiden, sondern allgemeine Lebensmittelknappheit, da der Arme und der Reiche gleicherweise leiden! Und nun als Hauptsache noch folgendes: Remo, Moses Jsserles, hat im Schulchan Arnch § 452 dem „Minhag lechumra" notiert! Die Nichtbeachtung in diesem Jahre oder eine begründete dauernde.Aufhebung, freilich in gesetzlicher Weise, verstößt nicht gegen die Autorität des Nerno. Seine Methode und seine Grundsätze, die er selbst proklamiert und angewandt hat, besagen, daß in gewissen Ausnahmefällen der ursprüngliche Din des Jos. Karo in Kraft tritt. Es ist die verfassungsrechtliche Form zu beobachten. — Die Veröffentlichung zum Minhag erfolgte unter Verhältnissen, die normal waren, mit der also unausgesprochenen Tendenz, daß bei unnormalen Verhältnissen sie der genaueren Feststellung bedarf, daß unter gewissen Formalitäten die Verpflichtung fortfällt! * Wir erhalten folgende Zuschriften: „Die erste niederländische Negierungs-Aushilfsaktion für Kriegsgefangene in Haag (Holland) übermittelt Briese, Geld und Postpakete, besorgt eventuell von hier direkt aller Art Lebensmittel, 5-Kilogramm-Postpakete zu billigsten Tagespreisen an sämtliche kriegsgefangeue Soldaten gegen Einsendung des gewünschten Paketbetrages franko. Bei Geld und Briefen müssen zwei abgestempelte internationale Coupons, bei Paketen drei beigelegt' werden. Die Hilfsaktion übermittelt auch Geld und Briefe für Zivilpersonen von und nach allen, auch überseeischen, Ländern gegen Beilage von zwei oder, wenn rekommandiert, drei internationalen Coupons." O Bitte höflichst um Nachweisung jüdischer Landwirte, da ich mich von der Schule aus im landwirtschaftlichen Hilfsdienst betätigen soll und der rituellen Kost wegen solche vorziehe. Obersekundaner Siegbert H i r f ch f e l d, Dirschau, Poststraße 2. * Kauft „Kreuz-Pfenrrig"-Markerrl Je länger der Krieg dauert, um so größer sind die Anforderungen, die an das Rote Kreuz gestellt werden. Das Rote Kreuz, dessen segensreiches Wirken ja allgemein bekannt ist, kann Zeugnis ablegen von der Opferfreudigkeit, mit der alle Schichten der Bevölkerung ihr Scherflein zu dem großen Grundstock beizutragen bemüht sind, aus dem Schmerzen gelindert und Wunden geheilt werden. Aber noch gibt es viele, die gern geben möchten mto nur den richtigen Weg nicht kennen, den sie dabei einschlagen sollen. Allen denen sei zur Betätigung ihres Wunsches die „Kreuz- Pfennig" - Sa m m l u n g dringend empfohlen. Diese Sammlung ist kein selbständiges Unternehmen, sondern bildet eine Abteilung des Zentralkomitees der Deutschen Vereine vom Roten Kreuz und gibt Marken zu 1, 2, 5 und 10 Pfennig heraus, die auf Briefbogen oder Umschläge geklebt werden können, und deren Ertrag lediglich den Zwecken des Roten Kreuzes zufließt. Die Marken werden einzeln, in Bogen zu je 100 Stück und in Heftchen zu je 20 Stück abgegeben; daneben werden mit eingeprägter Kreuz-Marke versehene Feldpostkarten mit Feldadresse und solche mit Heimatadresse für je 2 Pfennig und Feldpostkarten mit Antwortkarte für 4 Pfennig herallsgegeben und neuerdings auch amtliche Postkarten mit eingedruckter 7 ^-Pfennig-Briefmarke und 2)4-Pfennig-Kreuz- ^Narke, die zu 10 Pfennig verkauft werden. Da die Marken und Karten auch in kleinsten Mengen bezogen werden können, ist es auch demjenigen, der sich nur mit einem geringen Betrag beteiligen will oder kann, möglich, das Seinige im Interesse der großen Sache beizutragen und in ernster Zeit, in der es so unendlich viel Gutes zu wirken gilt, nicht zurückzustehen. Großes kann geleistet werden, wenn jeder auch nur ein Schecflein t>eiträgt. Viele Millionen Marken sind durch die „Kreuz-Pfennigs- Sammlung bereits verkauft worden. Die Marken und Karten können direkt beim Zentralkomitee der Deutschen Vereine vom Roten Kreuz, Abteilung XIV, in Berlin W 35, Am Karlsbad 23 (Postscheckamt Berlin Nr. 20 997, Telephon Amt Nollendorf dlx. 2468 und 2469), oder auch bei den örtlichen, durch Aushang eines Plakates kenntlich gemachten Verkaufsstellen bezogen werden. * Jugendspende für Kriegerwaisen. Der Verein Jugendspende für Kriegerwaisen e. V., Essen, hat gleich zu Beginn des Krieges eine Wohlfahrtssammlung, zum Besten der Kriegerwaisen ins Leben gerufen. Dem Verein Jugendspende für Kriegerwaisen e. V. ist bis heute ein reicher Erfolg beschrieben gewesen. Dank der unermüdlichen Werbetätigkeit der Lehrer und Lehrerinnen an den höheren und Volksschulen wurde durch den Vertrieb von Feldherrngedenkblättern über 1000 000 Mark für unsere Kriegerwaisen zusammengebracht. Das gesamte Vermögen des Vereins ist der Nationalstistnng für die Hinterbliebenen der im Kriege Gefallenen als selbständige Stiftung überwiesen. Die Aufgabe dieser Stiftung soll sein, aus der Zahl der bedürftigen und würdigen Kinder, welche die Nationalstistnng zu unterstützen beabsichtigt, befähigten eine möglichst gute grundlegende Erziehung und Schulbildung sowie nach Maßgabe ihrer besonderen Begabung, eine gute Berufsausbildung zu vermitteln, so daß sie später imstande sind, der Allgemeinheit des deutschen Volkes an ihrem Platze erfolgreiche Dienste zu leisten. Die Jugendspende will so mithelfen, die Lücken auszufüllen, welche der gegenwärtige Krieg gerissen hat und, indem sie die Waisenkinder aus allen Schichten des deutschen Volkes zu nehmen gedenkt, alle verfügbaren Kräfte zu entfesseln. Sie glaubt die so geschilderte Ausgabe aus der Kriegswaisenpflege um so eher herausgreifen zu dürfen, als die Nationalstistnng bereits satzungsgemäß die Unterstützung der Kriegerwaisen im allgemeinen übernimmt. Ein Ausschuß, in dem neben zwei Mitgliedern des Präsidiums der Nationalstiftung auch die großen Verbünde der Oberlehrer, Lehrer imb Lehrerinnen durch je ein Mitglied vertreten sind, hat die Verwaltung durch die Verteilung der zur Verfügung stehenden Mittel in die Hand genommen. In heiliger Vaterlandsliebe, in freudigem Opsermute soll'die gesamte deutsche Jugend aller Schulgattungen eine Gabe sammeln, durch die sie ihren durch den Krieg vaterlos gewordenen Mitschülern zu Hilfe kommen, durch deren Erträgnisse sie die Erziehung und Ausbildung der Kriegerwaisen erleichtern soll. Deutschlands Jugend kann so auch an ihrem Teile dazu beitragen, den Zoll der Dankbarkeit denen abzutragen, die Blut und Leben auch für sie einsetzten, die Taten vollbrachten, deren Früchte gerade sie einst in besonderem Maße genießen wird. Ein Hochgefühl der Freude muß die Herzen der deutschen Knaben und Mädchen durchzittern bei dem Gedanken, mithelfen zu dürfen an der Heilung der Wunden, die der Krieg geschlagen, das Leid zu lindern, das Tausende deutscher Kinder betroffen. Ter Verein Jugendspende für Kriegerwaisen versendet neuerdings an Schulen vollständig kostenlos künstlerische Kriegswahrzeichen zum Benageln. Die Entwürfe dieser herrlichen Schilde sind von den Herren Professoren Körner, Essen und Ederer und Huber, Düsseldorf, hergestellt. Es handelt sich uni 20 verschiedene Entwürfe, von denen besonders die Schilde für gefallene Lehrer größten Beifall finden. Die Schilde haben eine Größe von 73:73 Zentimetern.. Sie sind aus dreifach gesperrtem Weidenholze hergestellt, farbig ausgeführt und geuau vorgelocht, so daß die Schilde auch wirklich dem Entwurf entsprechend ohne Schwierigkeiten von der Schule benagelt werden können. Der Verein liefert ebenfalls die erforderlichen Nägel, Hammer usw. vollständig kostenlos. Die schwarzen Nägel werden zu 2, die silbernen zu 3, die goldenen zu 5 und die großen Randnägel zu 10 Pfennig verkauft. Trotz der augenblicklichen wirtschaftlichen Lage, die es manchem: erschwert, Opfer für Wohlfahrtszwecke zu bringen, finden sich doch Eltern und Kinder gern, bereit, diese geringen Beträge zum Besten der armen Kriegerwaisen zu opfern. Die Schule aber erwirbt einen herrlichen Wandschmuck und ein lebendiges Erinnerungszeichen an die große Zeit und die bekundete Mildtätigkeit. Der Verein versendet allen, die die Benagelung beabsichtigen, unentgeltlich einen Katalog und farbige Abbildungen unserer Kriegswahrzeichen. Schulen und Schulbehörden werden höflichst gebeten, Bestellungen möglichst umgehend an die Geschäftsstelle des Vereins Jugenspende für Kriegerwaisen, Essen, Kurtstraße 9, zu richten. Hoffentlich tragen diese Zeilen dazu bei, recht viele zu freudiger Mitarbeit anzuspornen.

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