Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 81 (1917)
- Issue
- Heft 15 (13.4.1917)
- Date
- 1917-04-13
- Page
- Seite 175 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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17zkann, und es sollte auch Vorsorge getroffen werden, daß Ihre, das Jiddisch sprechenden polnischen Glaubensgenossen ohne Härte dem allgemeinen Schulsystem eingefügt werden." Selbstperstündlich ist, daß-anderseits die jüdischen Bürger Polens das Polnische in Wort und Schrift beherrschen müssen. Das liegt in ihrem eigenen Interesse. . ' * Endlich scheint sich die Witterung zum Besseren bekehren zu wollen; zeigte doch das Thermometer in den frühen Nachmittagsstunden -i- 11 Grad Reaumur. Es ist wirklich an der Zeit, daß durch «des Frühlings holden belebenden Blick Hoffnungsglück im Tale grüne". Wir wären stoh und glücklich, wenn wir mit dem Dichter ausrufen könnten: «Ueberall regt sich Bildung und Streben" und wenn wir gleich ihm zufrieden jauchzen dürften: „Hier bin ich Mensch, hier darf ich's sein!" Jüdische jfeldfrrlsorge an Ler Ifon?ofront. ie Foldseelsorge bei der österreichischungarischen Jsonzoarmee ist dank der aufopferungsvollen und zielbewußten Tätigkeit des leitenden Armeerabbiners Dr. Tauber und dem weitgehenden Entgegenkommen der militärischen Zentralstellen,vor allem des Referenten für geistliche Angelegenheiten im Kriegsministerium, Major Corci, in musterhafter Weise organisiert. — Der beste Beweis dafür, daß die auf diesem Gebiete anderwärts zutage tretenden Mängel einzig und allein dein Umstande zuzuschreiben sind, daß es bisher jüdischerseits an einer berufenen Organisation fehlte, die rechtzeitig bei den in Betracht kommenden Behörden vorstellig geworden wäre. Zwecks befriedigender Lösung aller noch in Schwebe befindlichen Fragen wäre vielleicht die Einberufung einer Koni ferenz sämtlicher Feldrabbiner zu empfehlen, ähnlich wie dies j vor einiger Zeit bei der deutschen Armee der Fall war. — Nachdem es dem obengenannten Armeerabbiner gelungen war. die Zahl der ihm zugewiesenen Seelsorger von drei auf acht zu erhöhen, die alle ihre Agenden sehr gewissenhaft versehen (einer dieser Herren, Feldrabbiner Dr. Schweiger, ist unlängst für tapferes und aufopferungsvolles Verhalten vor dem : Feinde zum zweitenmal, und zwar durch Verleihung des j Ritterkreuzes des Franz - Josefs - Ordens mit der Kriegsj dekoration ausgezeichnet worden), konnte denn auch an den i verflossenen Festtagen in ausreichender Weise für die relrj giösen Bedürfnisse der jüdischen Soldaten an dieser Front! gesorgt werden. So hat Feldrabbiner Dr. Hausner bloß in seinem Gefechtsabschnitt acht gottesdienstliche Veranstaltungen eingerichtet und abwechselnd bei sämtlichen fungiert. Die hier reproduzierten Aufnahmen sollen uns mit der Tätigkeit dieses tüchtigen Feldrabbiners vertraut machen. Dr. Bernhard Hausner, in Friedenszeiten Religionsprofessor am II. Obergymnasium mit deutscher Unterrichtssprache in Lemberg, hat seine theologischen Studien am Wiener Rabbinerseminar, die philosophischen an der Wiener Universität zurückgelegt, wurde dann zum Religionslehrer ernannt; später wurde ihm der Rang eines Professors verliehen. Abgesehen von seiner pädagogischen Wirksamkeit betätigt sich Dr. Hausner seit Jahren sehr erfolgreich aus verschiedenen Gebieten jüdisch-sozialen Lebens, was besonders während der schweren Jnvasionszeit zutage trat. Die Organisierung einer großzügigen Hilfsaktion für die so schwer und vielfach heimgesuchte jüdische Bevölkerung in Ostgalizien ist in erster Reihe seiner unermüdlichen Initiative und Mitarbeit zu verdanken. Bald nach Wiederbesetzung der Landeshauptstadt durch unsere Truppen meldete sich Professor Hausner freiwillig zum Feldseelsorgedienst und wurde als neuernannter Feldrabbiner einem bedeutenderen Abschnittskommando zur Dienstleistung zugewiesen. Dr. Hausner widmet sich dieser für ihn neuen Tätigkeit mit dem ihm eigenen Eifer, ja, er ist auch über seinen eigentlichen Wirkungskreis hinaus in wahrhaft väterlicher Weise für das Wohl seiner Glaubensbrüder bedacht. Er berichtet wiederholt, daß ihm seitens der in Betracht kommenden Truppenkommandanten und der eingeteilten Offiziere die liebenswürdigste Förderung in seiner Tätigkeit zuteil geworden ist. Feldrabbiner Dr. Hausner hatte auch mehrmals Gelegenheit, aus dem Munde hoher Offiziere Worte uneingeschränkten Lobes für tapferes Verhalten der jüdischen Soldaten zu vernehmen. Äiddusch während des Gottesdienstes in einem Briegslager an der italienischen Front. Abgehalten unter Leitung des Feldrabbiners Dr. Hausner (x).