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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1917-04-06 · Heft 14 (6.4.1917) · p. Seite 164

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
81 (1917)
Issue
Heft 14 (6.4.1917)
Date
1917-04-06
Page
Seite 164 (sequence 8)
Language
German
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Geschichte, Bd. IV., ergänzt hat. In eine jüngere Epoche führen die gediegenen Studien zu dem mittelalterlichen Takkanot und die Ausgabe der Responsen aus dem S. Hajaschar des R. Jacob Tam, dessen weitere Bearbeitung ihm die Fülle des Berufslasten und ein mit den Jahren fortschreitendes Augen» leiden unmöglich machten. Seinen Beruf hat der Jubilar niemals leicht genommen, ein tiefes Verantwortlichkeitsgefühl vor Gott und gegenüber seiner Gemeinde hat ihn allezeit beherrscht, als treuer Diener des Judentums, wo er es nach außen zu vertreten hatte, und seiner Gemeinde in ihren Institutionen hat er sich ein halbes Jahrhundert bewährt. Es war ihm heiliger Ernst um seinen verantwortungsvollen Beruf als Führer und Berater, als Lehrer und Mahner seiner Gemeinde. Er verstand es, als Prediger die Gemeinde durch seine eindrucksvolle Beredsamkeit, durch die Vielseitigkeit der behandelten Probleme, durch die Tiefe der vorgebrachten Gedanken und die Fülle des dargebotenen Wissens zu fesseln, strebte aber vor allem danach, sie geistig und sittlich zw heben, ihr die religiösen Anschauungen des Judentums und seine praktischen Gebote vertraut zu machen und ihr die Wahrheit einzuprägen, daß echte Religion in einer frommen Gesinnung, in einem geheiligten Lebenswandel und in Werken der Nächstenliebe ihren Ausdruck finden müsset. Von demselben Geist war sein Unterricht beseelt, dem eine zahlreiche Jüngerschar, die zum Teil heute selbst an führender und verantwortungsvoller Stelle steht, die freudigste un dankbarste Erinnerung bewahrt. Auch in der Organisation des Unterrichts hat er sich nicht nur inBeuthen, wo er Neuland zur Bearbeitung fand, sondern auch in Breslau, wo im Laufe der Zeit neue Probleme von Bedeutung auftauchen, gut bewährt. Und über jedes Lob erhaben ist die Wirksamkeit des Jubilars als Seelsorger. In wahrhaft väterlicher Gesinnung war er stets um seine Gemeinde bemüht, er lebte mit ihr, er teilte ihre Freuden, er hals ihre Leiden mittragen. Von einer seltenen Weichheit des Herzens und Vornehmheit des Empfindens, war und ist er von einer Hilfsbereitschaft, die keine Schwierigkeiten, keine Hindernisse kennt, ein Muster des Zartsinns und ein Genie des Wohltuns. Zeugen dessen sind die zahlreichen Ehrenämter, die er in allen Arten von Wohlfahrtseinrichtungen, jüdischen und allgemeinen Charakters, inne hat und mit Hingebung ausübt, aber es bedarf nicht der Aufrufung von Zeugen, da die Beweise seiner Güte und seines Edelmutes in viele Herzen geschrieben sind. Selbstlos und ohne Ansprüche Rabbiner Dr. Rosenthal (Breslau) 0 Aus Anlaß des Amtsjubiläums wird als Festgabe der Kinder des Jubilars eine Sammlung seiner Fe st predigten veröffentlicht, die im Laufe des Sommers bei M. Poppelauer in Berlin erscheint. für seine Person, läßt er Nach allen Seiten reichen Segen ausströmen, reine, hingebende Menschenliebe krönt sein Werk als Diener echter Religion. Wer so viel Liebe säte, mußte auch Liebe ernten. Seine Gemeinde hat ihm, ohne Unterschied der Richtung, die väterliche Gesinnung stets mit kindlicher Anhänglichkeit vergolten. Mit Stolz hat sie sich zu ihm bekannt, in Treue ihm angehängen, ihre Liebe und Verehrung hat dem Jubilar die Last des Amtes erleichtert, über schwere Stunden des Schmerzes und der Trauer hinweggeholsen. In dankbarer Verehrung schlagen ihm auch an feinem Ehrentage die Herzen der Gemeindemitglieder, der fernen und der nahen, zu. Sie alle sind von heißen Wünschen für das Wohl ihres Lehrers und Führers erfüllt, sie senden zum Himmel das Gebot empor, daß an ihm des Psalmisten Wort sich erfüllte: „Der Gerechte blüht wie die Palme, wie die Zeder am Libanon gedeihet er, die da gepflanzt sind im Hause des Ewigen, in den Vorhöfen unseres Gottes zur Blüte gelangen. Noch tragen sie Früchte im hohen Alter, markig und kraftvoll erhalten sie sich." Wiener lörief. (Prinz Liechtenstein als Lob. r-edner des Judentums. — Waisenfürsorge. — Erfolglosigkeit des offiziellen ReligionAantriebes. - Talmi-Orthodoxie.) Wien, 22. März 1917. V> icht wenig Aufsehen hat V es in der jüdischen Gesellschafterregt, daßDr.Eduard Prinz Liecht>enstein, Hofrat und Leiter des Kriegshilfsbureaus im Ministeriuln des Innern, vor einigenTage» persönlich bei der General Versammlung des „Vereine zur Rettung verlassener jü bischer Kinder Galiziens und der Bukowina" erschien und nach Anhörung des Rechenschaftsberichtes nicht nur in üblicher Weise als einer der ' Redner der Vereinsleitung seine Anerkennung aussprach, sondern ,' in euren' äll gemeinen Lobhymnus auf die 'jüdische Wohltätigkeit einstimmte und die notwendige Einigkeit zwischen den Nationalitäten und Konfessionen unterstrich. Er gestand steimütig, daß erst, nachdem die Fürsorgeaktion seitens des jüdischen Vereins ein geleitet war, das Kriegshilfsbureau anläßlich der Bewilli gung der öffentlichen Sammlung eine Erweiterung des Hilfswerkes durch parallele Sammlungen für die Kriegswaisen anderer Bekenntnisse angeregt hat. „Ich benutze auch gern den Anlaß," fügte er hinzu, „um der österreichischen Judenschaft überhaupt für den bei derFörderung d'er gefamten Kriegsfrage an den Tag gelegten patriotischen Opfermut den Dank zum Ausdruck zubringen." Es genügt allerdings ein Blick in eine beliebige Nummer der „Neuen Freien Presse", mn festzrrstellen, daß in dm zahlreichen Spendenlisten für bic

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