Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 81 (1917)
- Issue
- Heft 13 (30.3.1917)
- Date
- 1917-03-30
- Page
- [Seite] (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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81. Jahrgang Nr. 13 Berlin. 30. März 1917 Beilage zur „Allgemeinen Leitung de^ Judentums. -«nEll Bargeld zu Hause anzusammeln und liegen zu lassen ||i Jßftfftf wegen der Gefahr des Abhanden- »l» ll/IIU/l immens und wegen des Zins Verlustes, itllprf IY>^ tt>c^ *n 2^/sjähriger Kriegsdauer der AtvkU »v v untrügliche Beweis erbracht ist, daß man im Bedarfsfälle gegen Kriegsanleihe immer Geld haben kann, (ifhrihftVh Allgemeinheit, weil unsre lll/llv 11U/ Ainde aus derVerzagtheitSchwachmütiger stets von neuem die Hoffnung schöpfen, uns unterzukriegen. Was folgt daraus? Klug, vorsichtig und nützlich handelt nur, wer sein ganzes Geld in Kriegsanleihe anlegt. _ »»»M WMm»>— korrrhwudruzrn und Machrichtru. Deutschland. e/s Berlin. 27. März. In der diesjährigen ordentlichen Mitgliederversammlung desJüdisch-liberalenJugendvereins zu Berlin gedachte der derzeitige Leiter des Vereins, Herr Robert Hirschfeld, zunächst der seit der letzten Mitgliederversammlung verstorbenen Mitglieder. Auf dem Felde der Ehre sind gefallen die rührigen Vorstandsmitglieder Emil Bernstein und Kurt Z n d i. g, deren Wirken mit besonders warmen Worten gedacht wurde, und die Herren Albert Pincus und Kurt Themal. Außerdem sind die außerordentlichen Mitglieder Herr Louis Sachs und Samtätsrat Dr. Nofenberg gestorben, die stets mit regem Eifer an den Bestrebungen und auch häufig cm den Sitzungen des Vereins teitgenommen haben. -- Zum eigentlichen Bericht übergehend, bedauerte Herr Hirschfeld, daß durch die Kriegsereignisse und die dadurch bedingten wiederholten Wechsel, in der Leitung des Vereins die Akten und Mitgliederliste nur unvollständig sind. „Die Zahl der Mitglieder betrug Mitte 1915 etwa 200, von denen mehr als 40 zu den Fahnen einberufen sind. Von sehr vielen Einberufenen sind uns leider die Adressen nicht bekannt. Wir haben, soweit wiv konnten, unseren Feldgrauen häufig Pakete mit körper» licher und geistiger Nahrung gesandt. Ausgeschieden oder verzogen sind etwa 20 Mitglieder. Der Vorstand setzte sich zusammen aus: Dr. Fritz S t e i n t h a l, 1. Vorsitzender, Diplomingenieur Dr. B laschte, 2. Vorsitzender, Emil Bernstein, 1. Schriftführer, Fräulein Schönberger, 2. Schriftführerin, Fräulein Bndwig, 1. Kassiererin, Kurt Zadig, 2. Kassierer, Dr. W. Breslauer und Dr. I. Wert- Heim, Beisitzer. Von diesen legte Fräulein Bndwig bei ihrer Verheiratung ihr Amt nieder; die übrigen Herren, mit Ausnahme von Dr. Breslauer, wurden zum Heere sinberufen, so daß der Vorstand nur noch aus zwei Personen bestand. Da die Schwierigkeiten in der Geschäftsleitung sehr groß wurden, übernahm im April 1916 Herr Hirschfeld die Leitung des Vereins, ohne in den Vorstand einzutreten. Von größeren Veranstaltungen fand nur eine statt, in der Herr Rabbiner Dr. S e l i g m a n n (Frankfurt) über „Die göttliche Weltordmmg und der Krieg" sprach. Außerdem wurden folgende Vorträge gehalten: Dr. S t e i n t h a l: „Ter jüdische Krieg." Fräulein Schönberger: „Gabriel Ri eher." Herr Hirschseld: „Islam und Judentum." Dr. B l a f ch k e: „Kriegsertebnisse." Jnstizrat Breslauer: „Die jüdischen Parteien während des Burgfriedens." Generalsekretär Dr. Kahn: „Der Krieg und die Ostjuden." Der Versuch des Herrn Hirsch selb, einen Kursus zu halten über das Thema „Geschichtlichkeit der biblischen Erzählungen", scheiterte an der geringen Zahl der Teilnehmer. Die Geselligkeit wurde gepflegt durch Veranstaltung einiger Ausflüge, die aber immer nur schwach besucht waren.. Nach der Uebernahme der Leitung des Vereins durch Herrn Hirschseld fanden folgende Veranstaltungen statt. Vorträge hielten: Herr Hirschseld j über „Die Aufgaben der jüdisch-liberalen Jugendbewegung" und; „Jüdische Erziehungsfragen". Dr. Fleischer: „Die neueste Lite; ratur über die Ostjudcn." Verlagsbnchhändler Fraenkel: „Die! Juden in der jüngstdeutschen Literatur." Bankdirektor G i n s b erg: I „Eigene Erlebnisse in serbischer Kriegsgefangenschaft." Rentier Isidor! L e v y: „Aus alten Krieaszeiten." (Ut de Franzosentied.) Frau j R o s e u t h a l - B u d w i g : „Leopold Zunz und seine Zeit." Herr! Chvhke: „Die Organisation der Jüdischen Gemeinde zu Berlin." Am j 20. Dezember 1916 fand eine Chanukafeier statt, die ungefähr 150 Mit- - glieder und Freunde des Vereins vereinigte. Nach dem Anzünden j der Chanukalichte hielt Herr Hirschseld eine kurze Festrede, j danach erfreuten Herr Oberkautor Wilhelm Friedmann und die j Kvnzertsüngerin Fräulein Paula N i v e l l die Erschienenen durch den j Vortrag einer Anzahl von ernsten und heiteren Liedern, die die Zu-! Hörer zu reichem Beifall begeisterten. Herr Konzertmeister Max! Ros.enthal vom Deutschen Opernhaus entlockte in edler Vortragsweise seiner Geige wundervolle Töne, die alle Anwesenden fesselten. Die musikalischen Vorträge wurden verschönt durch die verständnisvolle Begleitung, des Herrn Organisten Otto Lew h von der Synagoge Lev etzow straße, der auch das Chanukalied und ein von Frau M e h l e r verfaßtes Festlied begleitete. Diese Dame trug auch, ebenso wie Fräulein Schönberger, einige Gedichte jüdischen Inhalts warm empfunden vor. Der Referent machte sodann Mitteilung über den Zusammenschluß von „Jli" von Berlin, Breslau, Hamburg, Posen. Nach einer vorbereitenden Korrespondenz zwischen derb Vorstand und dem Breslauer Verein hatte er'diesen Ende Dezember 1916 besucht, und nach einigen Vorbereitungen traten am 28. Januar 1917 die Delegierten der vier Vereine in Posen zusammen. Wir wollen nicht unerwähnt lassen, daß sowohl der Referent als die anderen Delegierten des Vereins auch bei dieser Gelegenheit mit großer Befriedigung von der edlen Begeisterung berichteten, die aus der Posener Tagung alle Teilnehmer, die. Jungen wie die Alten, ersaßt hatte, und die hoffentlich reiche Früchte tragen wird. Für die Zukunft erwartet der Referent viel von einer rührigen Propaganda, als deren erstes Mittel er die Wiederaufnahme der Diskussionsabettde ankündigte. — Nach diesem Tätigkeitsbericht gab Fräulein Schönberger den Kassenbericht, der den erfreulichen Bestand der Finanzen zeigte. Es wurde daraus die formelle Entlastung des Vorstandes und der Kassiererin ausgesprochen. An der nun folgenden Besprechung beteiligte sich ein großer Teil der Anwesenden. Als Ergebnis kann etwa folgendes festgestellt werden: Eine Neuwahl des Vorstandes soll nicht stattsinden, dagegen eine Zumahl dem Vorstand gestattetwerden. Er machte sofort von diesem 4848534848482353482348232353024823 7384 235348234823534823534823535348235348232323