Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 81 (1917)
- Issue
- Heft 11 (16.3.1917)
- Date
- 1917-03-16
- Page
- [Seite] (sequence 13)
- Language
- German
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81. ^skrxs nx klr. II Der Gemeindeüote. Berlin, 16. März 1917 Dettsse zur „Allgemeinen Leitung de^ AudentumK". lellhnel dfe seWe Kriegsonlefye. Die Kriegsopfer für alle Völker abzukürzen, hat Kaiserliche Großmut angeregt. Nun die Friedenshand verschmäht ist, sei das deutsche Volk aufgerufen, den verblendeten Feinden mit neuem Kraftbeweis zu offenbaren, daß deutsche Wirtschaftsstärkc, deutscher Opferwille unzerbrechlich sind und bleiben. Deutschlands heldenhafte Söhne und Waffenbrüder halten unerschütterlich die Wacht. An ihrer Tapferkeit wird der frevelhafte Vernichtungswille unserer Feinde zerschellen. Deren Äoffen auf ein Müdewerden daheim aber muß jetzt durch die neue Kriegsanleihe vernichtet werden. Fest und sicher ruhen unsere Kriegsanleihen auf dem ehernen Grunde des deutschen Volksvermögens und Einkommens, auf der deutschen Wirtschafts- und Gestaltungskraft, dem deutschen Fleiß, dem Geist von Äeer, Flotte und Äeimat, nicht zuletzt auf der von unseren Truppen erkämpften Kriegslage. Was das deutsche Volk bisher in kraftbewußter Darbietung der Kriegsgelder vollbrachte, war eine Großtat von weltgeschichtlich strahlender Köhe. And wieder wird einträchtig und wetteifernd Stadt und Land, arm und reich, groß und klein Geld zu Geld und damit Kraft zu Kraft fügen — zum neuen wuchtigen Schlag. Anbeschränkter Einsatz aller Waffen draußen, aller Geldgewalt im Innern. Machtvoll und hoffnungsfroh der Entscheidung entgegen! LorrrlpvnLr«i?m und Machrichten. Deutschland. E. R. Berlin, 11. März. Die heutige Sitzung des RepräsentantenverMmnLung wurde vom Borsitzenden Direktor Tr. M i n de n mit einem von der Versammlung stehend angehörten Nachruf fair Herrn j Louis Barnberger eröffnet. Ter Entschlafene gehörte in den Jahren 1875 bis 1886 der Netz rasen tn-ntenversa m m lrmg, in den Jahren 1894 'bis 1899 dein Gemeindevorstand an und betätigte sich mit bestem Erfolg auf verschiedenen Gebieten der Gelneindeverwältung, in deren Mitte sein Andenken in Ehren fortleben wird. — Sodann gab der Vorsitzende Kenntnis von einem Schreiben^ 'des früheren Vorstehers in Tauroggen, welcher bittet, russische Zivilgefangene fürdeutsche Industrie zu benutzen. — Die folgenden Vorlagen betreffen Zuwendungen. Herr Alex Z i e l i n s k y hat für Wohltätigkeitszwecke 1000 Mark und zur Erhaltung dreier-Gräber 3000 Mark überwiesen, Herr Jacob Gabbe für Wohltätigkeitszwecke 1500 Mark. (Herr Emil Pincus bittet um Auskunft, an welche Kommission, wie in diesem Falle, kleinere Stiftungsbetrüge zur Verteilung von Zinsen an Bedürftige gehen. Von seiten des Vorstandes konnte augenblicklich keine Auskunft erteilt werden.) Zuwendung der Eheleute Aron und Ernestine Adler von 3000 Mark. Verwendung der Zinsen zu einem Drittel für Juden in Galizien, Russisch-Polen und Jerusalem. Zuwendung des Herrn Kurt Hanfs zur Begründung einer Kurt-Hanff-Stiftung 1000 Mark. Verwendung der Zinsen für einen armen Knaben. Frau Emilie S ch m u l geb. Hoffmann überwies 500 Mark zur Grabpslege und Verrichtung des Kaddischgebetes. Zuwendung der Eheleute Joseph und Therese Gimpel 2000 Mark zu Grabpflegezwecken. Zuwendung des Herrn Georg Schwartz 3000 Mark für Wvhltütigkertszwecke, des Herrn Hugo W e i g e r 1200 Mark zur Erhöhung der Fritz-Max-Mehlich-Stistung für jüngere Zöglinge des zweiten Waisenhauses. Die Vorlagen wurden angenommen. — Bei Punkt 10: Vorlage betreffend Ritus der Synagoge Kottbuser Ufer teilt der Gemeindevorstand mit, daß die durch Gemeindebeschluß eingesetzte gemischte Deputation ihre Beratungen beendet habe. Das Ergebnis der Beratungen der gemischten Deputation liegt nunmehr vor, die unter wesentlicher Beibehaltung des Gebetbuches der Shnagoge Kaiserstraße und Rhkestraße ihre in einer Anlage enthaltenen Vorschläge empfiehlt. Der Vorstand ist den Vorschlägen beigetreten, und er bittet die Versammlung, dementsprechend beschließen zu wollen. Mit Rücksicht darauf, daß die Beratungen der Deputation erst gegen Ende Februar abgeschlossen waren und inzwischen keine Sitzung der Versammlung stattfand, hat der Vorstand vorläufig bis Ende März die Gebetordnung der Synagoge Kaiserstraße in der Synagoge Kottbuser Ufer eingeführt und bittet, ihm nachträglich die Ermächtigung zu erteilen, was seitens der Versammlung auch geschieht. — Es folgen nun Neuwahlen in Verwaltungskommissionen. In den Vorstand der Synagoge Nykestraße wird gewählt Herr Direktor Moritz Dorn, in die Rabbbinerwahlkommission werden gewählt die Herren Gewerberat P l o t k e, Dozent Dr. E l b o g e n , Professor Dr. Heinrich R o s i n , Oskar Löwenberg und Oskar Tietz, in den Vorstand der Synagoge Lindenstraße die Herren Heinrich F e i l ch e n s e l d und Charles Löon, in die Armenkommission Herr Pinil Kosterlitz, in die Durchreisendenkommission Herr Heinrich Ster n, in die Bibliothekskommission Herr Siegbert Samuel Karger. — Die Verlängerung sämtlicher Subventionen wird ohne Debatte bewilligt. — Mit warmen Worten tritt Herr Benas Levy für ein Gesuch des Vorstandes ein, den während der Kriegszeit zur Vertretung von eingezogenen Bureanbeamten eingestellten Hilfskräften Diäten bis zur Höhe des Mittels der Gehaltsskala derjenigen Stellung zu zahlen, welche sie vertretungsweise bekleiden. Die Versammlung beschließt demgemäß. Ferner wird bewilligt die Summe von 4449 Mark 41 Pfennig zur Deckung der Kosten der Einzäunung von Friedhossgelände in Weißensee. Der Referent Herr Hugo B l a n k e n b u r g hält es für wünschenswert, daß in Zukunft bei solchen Anträgen wegen nachträglicher Bewilligung dem Ausschüsse die Kostenanschläge zur Prüfung vorgelegt werden. Dem Verband der Deutschen Juden werden zur Herausgabe einer Feldbibel 3000 Mark, dem Prediger L. Katz in K'el zur Pessachbekvstignng jüdischer Marinemannschaften 150 Mark, nachträglich zur Deckung der Kosten der Tranerfeier sür Rabbiner Dr. Eschelbacher 1294 Mark und 750 Mark dem Krankenhaus zu den Kosten für die Ausbildung einer jüdischen Krankenschwester zur Hebamme bewilligt. Zum Schluß dankte der Vorsitzende dem Repräsentanten Herrn Dr. Isidor L e v y für die vortreffliche Ausarbeitung eines Memorandums, betreffend die Einsichtnahme in die Akten des Gemeindevorstandes durch die Mitglieder der Repräsentantenversammlung. Die Angelegenheit selbst wird gelegentlich auf die Tagesordnung der Versammlung gesetzt werden. &&& Berlin, 13. Mürz. .Am 25. v. M. versanunelten sich die Mitglieder der „Hilfskasse für Israelitische Kantoren lind Kultusbeamte, deren Witwen und Waisen in Deutschland" zu einer Generalversammlung im Plenarsaal des Gemeindehauses, Rosenstraße 2. Der Vorsitzende, Herr Stadtverordneter Louis Jonas, wies in seiner Begrüßung darauf hin, daß nunmehr zum zweiten Male in dieser harten Kriegszeit über die Tätigkeit der Hilfskasse Bericht zu erstatten ist. Auch sie hat in den vergangenen leidvollen Zeiten Not gemildert, soweit es nur in ihrer Macht stand. Ein jedes Hilfswerk ist heut ein wesentlicher Faktor im Interesse und Dienste des Vaterlandes geworden. Mit Wehmut gedachte er alsdann des Hinscheidens jener zwei verdienstvollen Männer, deren Vertust für die Kasse als geradezu unersetzlich bezeichnet werden muß: Justizrat Tr. Fedor Stern, der langjährige Ehrenvorsitzende, und Siegfried B r ü n n, das Ehrenmitglied der Hilfskasse, der durch seine humane Gesinnung auch diesem Hilsswerke reges Interesse lieh, werden in der Geschichte der Kasse einen Sonderplatz einnehmen; ihre Wirksamkeit ist eng verknüpft mit der Entwickelung dieses segensreichen Werkes, das fortlaufend Wohltnn übt im Dienste hilfsbedürftiger Bernfsgenossen. Tie Versammlung