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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1917-03-02 · Heft 9 (2.3.1917) · p. Seite 4

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
81 (1917)
Issue
Heft 9 (2.3.1917)
Date
1917-03-02
Page
Seite 4 (sequence 16)
Language
German
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4 erfolgt an .die Aerzte Dr. Martin Ben tscher, Dr. Leopold Bernhard, Dr. Richard Jutrosinski, Dr. Erich Lewek, Dr. Georg Leiser, Dr. Max Loewenberg, Dr. Max Löwe n t h a l, Dr. James L o e w h, Dr. Markus Mosheim, Dr. Max Wormann, Dr. Louis Zander, Dr. Rich. Friedländer, Dr. Alfred Hahn, Dr. Adolf Lilienthal, Dr. Adolf Raphael, Dr. Felix Taendler, Dr. Ludw. Zippert, Dr. Max Bayer, Dr. Paul Manasse, Dr. Alfred Goldschmidt (Groß-Berlin). — Herr Gerichtsassessor Dr. Eduard Sachs, ein Enkel von Rabbiner Dr. Michael Sachs, ist nach kurzer Krankheit am 25. d. M., 42 Jahre alt, verschieden. Die Beerdigung findet Freiing, 12 Uhr rnittags, auf dem Friedhofe Schönhauser Allee statt. — Anläßlich ihrgs 25jährigen Jubiläums im Israelitischen Heimathause, Gormcmnstraße 9, ist Frau Klara Schlesinger die Rote - Kreuz - Medaille 3. Klasse verliehen worden. — Aus Lissa i. P. wird uns geschrieben: In der Generalversammlung der hiesigen Ortsgruppe des Zentralvereins wurde der bisherige Vorstand (Hauptlehrer a. D. Herbst, Rechtsanwalt Dr. Jakobsohn, Sanitätsrat Dr. Scherbel, Lehrer Beh le, Kaufmann Ludwig Ber qm an n) wiedergewählt und Rabbiner Dr. Gelles neu in den Vorstand gewählt. Zum Vorsitzenden des Vorstandes wurde dann Rabbiner Dr. Gelles gewählt. — Die vom Stadtrat Hamburger in Landeshut für die Errichtung des Kinderfürsorgeheims „Else-Hamburger-Haus" gestiftete Summe ist durch zwei Schenkungen vermehrt worden. Dr. Max Hamburger, Mitinhaber der Firma Albert Hamburger, spendete 10 000 Mark, und Herr Hermann Hamburger in Breslau, der Vater des Stadtrats, stiftete kür die innere Einrichtuna des Hauses 5000 Mark. — In Gleiwitz ist ein Jüdisches Arbeit erbeim eröffnet worden, anschließend daran ein Lesesaal lind eine Bibliothek, die man durch freiwilliae Bücherspenden weiter ausgestalten zu können hofft. In diesem Arbeiterheim soll namentlich ieder jüdrsch-volnische Arbeiter ein wirkliches Heim finden. — In Breslau verschied im 05. Lebensjahre der frühere Oberkantor der Gemeinde Herr H. I. R o f e n t h a l und in Hamburg der langiäbrige Kantor des Deutsch-Israelitischen Synagogenverbandes Herr B. Benjamin im Alter von 72 Jahren. — Der Vorstand der Svnaaogengemeinde Hannover macht bekannt, daß in Gemäßheit des § 17 des Wahlstatuts bei den am 7. d. M. vollzogenen Wahlen Kaufmann Ferdinand Elsbach zinu 2. Vorsteher für die Jahre 1917 und 1918, Rentier Jacob Berliner zum Vorstandsmitgl'iede kür das Jahr 1917 und Kaufmann Louis Sternheini zum Mitaliede des Revräsentantenkolleaiums für die Jahre 1917/19 neuoewählt worden sind. — Die Witwe des Kommerzienrats Heinrich Landauer in Augsburg hat auf Wunsch ibreL verstorbenen Mannes dem Stadtmaaistrat den Betrag von 30 000 Mark znn Errichtung einer Wobltätiakeitsstiftung überaeben: die Renten sollen für würdige nichtkonskribierte Arme ohne Unterschied der Konfession und des Geschlechts verwendet werden. Außerdem bat Landauer einer größeren Zabl von Wobltätigkeitsvereinen und -Anstalten Legate im Gesamtbeträge von 5900 Mark nusgeworfen. — Bei seiner Anwesenheit in Kiüinaen beehrte der Herr Regierungspräsident von Unterfranken und Aschaffenburg u. g. auch die dortige Svnagoae mit feinem Besuche, woselbst er van Herrn Distriktsrabbiner Dr. Wohlgemutst und den Kultusvorständen empfgngen wurde. — Herr Fabrikbesitzer Paul Heinemann. Mitinhaber der Firma Gebr. Heinemann in Meiningen, erhielt die Rote-Kreuz-Medaille, nachdem er schon vorher die Sachsen-Meiningensche Ebrenmedaille für Verdienste im Kriege erhalten hatte. —- Aus Bonn wird uns geschrieben: In der am 12. d. M. stattaefundenen Vorstandssitzung wurde an Stelle des vor wenigen Wochen verschiedenen verdienstvollen langjährigen Vorsitzenden unterer Gemeinde Herrn Moritz David sein Bruder, Herr Bankier Louis David, einstimmig zum Vorsitzenden gewählt. nachdem zuvor die Repräsentanten am 12. Februar ihn in das Vorstandskollegium gewählt hatten. Möge auch istm, der fast 20 Jahre dem Repräsentantenkollegium angehörte, ein segensreiches Wirken zmn Wohle unserer Gemeinde Bonn beschieden sein. — Dem Gerichtsafsefsor Dr. Ludwig Berliner in Worms, zurzeit bei der Zivilverwaltung beim Generalgouvernement in Belgien, wurde das hessische Kriegsehrenzeichen verliehen. — Hauptlehrer Siegmund Bloch in Konstanz ist -infolge Lungenentzündung im. Alter von 50 Jahren verschieden. Er war auch betder Jüdischen Gemeinde als Lehrer und 2. Vorbeter angestellt. Wegen seines tadellosen Charakters erfreute er sich überall des höchsten Ansehens. — Aus Ludwigsburg wird uns geschrieben: Seine Königliche Hoheit der Herr Oberbefehlshaber Ost, Generalfeldmarschall Prinz Leopold von Bayern hat die Widmung des vom Armeerabbiner der Bugarmee, Dr. Tänzer, verfaßten und derzeit im Erscheinen begriffenen Buches „Die Geschichte der Juden in Brest-Litowsk" angenommen. — Der Präsident der Kultusgemeinde zu Prag, Dr. Arnold Rosen - b a ch e r, ist daselbst nach langem Leiden im 70. Lebensjahre gestorben. In letztwilliger Verfügung hat sich der Verblichene jede Leichenfeier und Leichenrede verbeten und seine Beerdigung in größter Einfachheit angeordnet. — Aus Wien wird berichtet: Se. Majestät der Kaiser hat dem zuletzt mit dem Orden der eisernen Krone ausgezeichneten Oberst Maximilian Maendl Edler von Burghardt als Kommandanten einer Gebirgsbrigade für erfolgreiches Verhalten vor dem Feinde das silberne Signum laudis verliehen. — Seine Maiestät der Kaiser bat dein k. u. k. Feldrabbiner beim Heeresgrupvenkommando F. M. Erzherzog Eugen Dr. Adolf Altmann, Rabbiner und Prediger für Südtirol in Meran, „für treue, aufopferungsvolle Dienstleistung vor dem Feinde" das goldene Verdienstkreuz mit der Krone am Bande der Tapferkeitsmedaille verliehen. -- Herr Professor Dr. M. Balaban aus Lemberg, der sich durch Arbeiten auf dem Gebiete der jüdischen Geschichte einen Ruf erworben hat, ist von der österreichischen Regierung zum Oberseldrabbmer für das ganze von Oesterreich okkupierte Gebiet in Polen ernannt worden. — Wie aus Galizien gemeldet wird, werden in den von den Russen okkupierten Gebieten die Juden ans ..Sicherheitsgründen" nach Rußland verschickt. Auch ist von den Behörden verboten worden, daß die jüdischen Schulen in Jiddisch oder in deutscher Sprache unterrichten. — Jüdische Freiwillige aus Rumänien, die sich ihrer Gesandtschaft in Paris präsentierten, um sich für das Militär engagieren zu lassen, haben die Anzeige erbalten, daß sie sich nur in ibr Geburtsland beaeben könnten, wenn ihr Paß die Bermerkung trägt, daß sie Christen find. Unter diesen demütigenden Bedingungen aegenüber ihrer Würde als Juden beschlossen die rumänischen Freiwilligen nicht abzureifen. — Deutliche Symptome judenfeindlicher Tendenzen im öffentlichen Leben Englands erzeugen eine wachsende Unruste in den englisch-jüdischen Kreisen. Die Leitung der Board of Devnties. der arößten jüdischen Organisation Englands, beschäftigte sich in einer ibrer letzten Sitzungen mit der Frage rechtzeitiger und planvoller Maßnahmen zur Abwehr der erwachenden antisemitischen Strömung. Die Haltung der kanadischen Lokalreaiernng, welche einen indischen Farmer wegen „Sonntagsentweibung" bestrafte, der Beschluß einer englischen Schule, jüdische Schulkinder, wenn sie keine Sabbatentweihung vornehmen wollen, vom Schulbesuch auszuschließen. der in der englischen Presse geäußerte Wunsch, die jüdischen Blätter zu verbieten, die neuen Naturalisationsgesetze, welche auch einem großen Teil der im Lande geborenen Juden das Bürgerrecht nehmen, lassen die Besorgnisse der englischen Judenbeit gerechtfertigt erscheinen. — In der Nabe von Radom wurden 14 jüdische Kaufleute von Banditen überfallen und gänzlich ansgevlündert. Einer der Kaufleute. d"r Gerbereifabrikant Abraham W e s e r st e i n . der es versuchte, sich zur Wehr zu setzen, wurde schwer verwundet. — Sämtliche jüdische Studenten der Warschauer Universität haben sich in eot-poi'6 zum Dienste in der polnischen Armee gemeldet. — Aus New Park wird gemeldet: Herr Jacob H. Schiff, der bekannte jüdische Philanthrop, hat anläßlich seines 70. Geburtstages, der am 10. Januar stattsand und der ihm herzliche Glückwünsche aus allen Teilen der Welt gebracht hat. eine große Anzahl von Beträgen gestiftet, deren Totalhöbe noch nicht bekannt ist, aber auf 750 000 Dollar geschätzt wird. Aus den Bestätigungen der verschiedenen Institutionen, die beschenkt worden sind, gehen bis jetzt folgende Zahlen klar hervor: Pensionssonds für Rabbiner 100 000 Dollar. Amerikanisches Rotes Kreuz 100000 Dollar, New Parker Universität 50 000 Dollar. Amerikanisch-Jüdisches Theologisches Seminar 100 000 Dollar, Montefiore-Heilnund-Hospitall 100 000 Dollar, Henry - Street - Siedelung 25 000 Dollar. Verantwortlicher Redakteur: Albert Katz in Berlin-Pankow. Rlorastrake 58 Verantwortlich für den Ameiaenleil: Mar ftuttne. Berlin-Friedenau. Druck und Verlag von Rudolf Masse.

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