Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 81 (1917)
- Issue
- Heft 7 (16.2.1917)
- Date
- 1917-02-16
- Page
- Seite 2 (sequence 14)
- Language
- German
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mann, Unteroffizier Heinrich Schäfer, Unteroffizier Dr. jur. Franz Engel, Krankenträger Alfons Lazarus, Sanitätsrat Dr. I. Alexander, Dizewachtmeister Dr. jur. Carl Kurnik, Unteroffizier und Offiziersaspirant Kurt K ö b l e r, Referendar Bernhard F r a e n k e l (Groß-Berlin). Die gleiche Auszeichnung erhielten: Kriegsfreiwilliger Gefreiter Stud. jur. Julius C h a r i g (Eberswalde), Musketier Erich Marcus (Königswusterhausen), Kriegsfreiwilliger Unteroffizier Max G o t t - schalt (Magdeburg), die Reservisten Hermann und Sallh Leiser (Kerpen), Musketier Erich Marcus, Vizewachtrneisttzr Dr. jur. Alfred Alsberg (Köln), Unteroffizier Feli Cohn (Bonn), Gefreiter Hermann Rosenberg (Bocholt), Kriegsfreiwilliger Unteroffizier Max Wilmersdörffer (Bayreuth), Gefreiter Otto Rothschild (Eschwege), Gerichtsassessor Manfred Ganz (Herford i. W.), Infanterist Oskar Strauß (Solingen), Siegfried Kramer (Wiesloch), Vizefeldwebel R. Kann (Frankfurt a. M.), Hugo Nothmann, Arnold Silber st ein (Kattowitz), Martin Brauer (Königshütte), Unteroffizier Herbert Matzdorf, Johannes und Georg K u r z b a ch (Breslau), Kriminalbeamter Julius Levh (Karlsruhe), Vizefeldwebel Joseph Cahn, Gefreiter Julius Kahn (Mannheim), Gefreiter Ludwig Oppenheimer (Stuttgart), Musketier Julius Moos, Sohn des Kirchenvorstehers Herrn. Adolf Moos (Ulm), Artillerist Moritz L i P p m a n n, Kanonier Benno B e h r , Unteroffizier Stud. jur. Ludwig Rose (Hannover), Kriegsfreiwilliger Wilhelm Goldschmidt, Feldarzt Dr. med. Siegfried B a r u ch, Einjahrig-Freiwilliger Hellmuth Schrägenh e i m, Max Levin sohn, Gefreiter Alfred N e u m a n n (Hamburg), Gefreiter Paul Fließ (Magdeburg), Sanitätsgefreiter Arnold Bernhard (Rostock), Unteroffizier Eugen Weißenberg (Königshütte), Schütze Ernst Prager (Hindenburg), Landsturmmann Fritz K n i e b e l, Sohn des Kaufmanns Herrn Simon Kniebel, Kriegsfreiwilliger Unteroffizier Stud. jur. Kurt Fraenkel, Sohn des Generalagenten Herrn Fraenkel, Gefreiter Jakob Krisch, Sohn des Kaufmanns Herrn Michael Krisch, Gefreiter Kurt Roschholz, Sohn des Kaufmanns Herrn Isidor Roschholz (Posen), Jäger Fleischermeister Sallh Caro (Samter), Gefreiter Seminarist Bruno F a b i s ch (Unruhstadt), Dr. med. I. W a ch s, Sohn des Kaufmanns Herrn Isidor Wachs (Rogasen). Das Eiserne Kreuz erstem Klasse erhielten: Leutnant Rechtsanwalt Dr. jur. Julius Marienthal (Bochum), Leutnant Rechtsanwalt Dr. Alfred Wachtel (Gotha), Bataillonsarzt Tr. Karl Frenkel (Frankfurt a. M.). A. Z Allenste in, 9. Februar. Im Verein für jüdische Geschichte u n d L i t e r a t u r sprach kürzlich der Nationalökonorn D. T r i e t s ch über „I u d e n u n d Deuts ch e" und führte dabei aus, daß die Juden wohl seit undenklichen Zeiten das bestgehaßte Volk der Welt seien, daß ihnen dieser Rus aber seit Ausbruch des Krieges von den Deutschen streitig gemacht sei. Allenfalls kämen ihnen in dieser Unbeliebtheit in der Welt nur noch die Türken gleich, und in der Zusammenstellung dieser drei Völker. Juden, Deutsche und Türken, ihrer Einzelcharakterisierung und Darstellung ihrer Benetzungen zueinander lag der Kern der weiteren Ausführungen des Redners. Zunächst beleuchtete er die Stellung Deutschlands in dex Welt und in diesem Weltkriege, der ein „Kampf zwischen Kultur und Barbarei" genannt werde, und bezeugte durch die bekannten. wissenschaftlich feststehenden Tatsachen, auf welcher Seite die wirkliche Kultur zu suchen sei. So kommen auf je 10 000 Rekruten in Deutschland 2. in Frankreich 100 und in England 320 Analphabeten: für Rüstunqszwecke habe Deutschland vor dem Kriege am wenigsten, nämlich 21,86 Mark auf den Kopf der Bevölkerung gegen 33,05 Mark bei den- Engländern und 29,67 Mark bei den Franzosen, ausgegeben, und ein bedeutender Gradmesser der'Kultur liegt in der Verteilung der wissenschaftlichen Nobelpreise, von denen auf Deutschland 14, auf England und Frankreich je 3 entfallen. Für die Tüchtigkeit eines Volkes spricht besonders auch die Höhe seines Volksvermögens, das im Jahre 1914 in Deutschland 375, in England 345, in Frankreich 245 Milliarden Mark betrug. Auf Grund eines umfangreichen, sorgsam zusammengestellten statistischen Ziffernmaterials gab der Redner fvdarm ein treffliches Bild von der Bedeutung des Judentums in Deutschland und des jüdischen Einflusses für Deutschland in den neutralen Ländern. Er zeigte an Hand dieser interessanten Ziffern den hohen Qualitätswert des 15 Millionen zählenden jüdischen Volkes, daß von den 14 deutschen Nobelpreisträgern allein 7 jüdisch sind, und führte als noch mehr unparteiisches Zeugnis für die Geistigkeit des jüdischen Volkes an, daß die Weltmeisterschaft im Schachspiel im letzten halben Jahrhundert allein von 3 Juden errungen wurde. Zum Schluß zeigte der Redner noch, wie auch im Orient das jüdische Element zugunsten des Deutschtums in die Wage fällt, und schloß mit einem hochinteressanten Bortrag. W. Posen, 9. Februar. Saust und unerwartet ist hier Frau Luise Hanrburger, ged. Hamburger verschieden. Zur Trauerseier im Hause hatte sich eine ansehnliche Zahl Leidtragender eingefunden. Herr Geineinderabbiner Professor Dr. Bloch hieltdie Trauerrede. Die Verblichene war Ehrendame des S. B. Latzschen Alter- und Siechenhauses. Ihr plötzliches Hinscheiden 'läßt eine schwer auszufüllende Lücke zurück. Ausgestattet mit einem tiefempfindenden Herzen und erfüllt von echter Menschenliebe, hat sie nicht nur an dem Ergehen der Insassen der Anstalt innigen Anteil genommen, sondern war auch bestrebt, in ihrer hilfsbereiten, warmherzigen Art den von den Bürden des Alters und des Siechtums Geplagten mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Die Dahingeschiedene hat sich somit nicht nur den Dank aller Anstaltsinsassen verdient, sondern auch ein stetes ehrendes Andenken gesichert. Die Angestellten der Firma Zacharias Hamburger Söhne werden ebenfalls der Entschlafenen weit über das Grab hinaus ein ehrendes Andenken bewahren. Sie hatte sich wie eine gütige Mutter um sie gekümmert, hat in liebenswürdiger Weise an den persönlichen Schicksalen eines jeglichen in Freud und Leid jederzeit regen Anteil genommen und war so den Herzen aller Angestellten menschlich nahe getreten. r. Breslau, 9. Februar. Durch den am 31. v. M. erfolgten Heimgang der Frau Johanna K o s e n b e r g geb. Jereslaw hat die Israelitische Krankem-Verpflegungsanstalt und Beerdigungs-Gesellschaft einen schmerzlichen Verlust erlitten. Schon in ihrer Heimat Kempen war es die Lebensaufgabe der verehrungswürdigen, wahrhaft frommen Frau, sich jahrzehntelang den Werken der barmherzigen Nächstenliebe, der Krankenpflege wie der Ausübung der Liebesdienste für Verstorbene in aufopferndster Hingebung zu widmen. Als sie im Jahre 1903 nach Breslau überstedelte, setzte sie ihr Liebeswerk, im Ehrendienste der oben genannten Gesellschaft unermüdlich tätig, in noch erhöhtem Maße fort und gewann sich durch ihr volles selbstloses Wirken die aufrichtige Wertschätzung aller Kreise. Die Ueberführung der sterblichen Ueberreste der trefflichen Frau, die in Keuchen ihre letzte Ruhestätte gefunden hat, nach dem Hauptbahnhof nach Ausgang des Sabbats, gestaltete sich zu einer herzlichen Trauerkundgebung. Das Andenken an die Verewigte wird in Breslau für alle Zeiten ebenso wie in Kempen in Segen fortleben. H. Augsburg, 9. Februar. Am 4. d. M. verstarb hier im 79. Lebensjahr Herr Kommerzienrat Heinrich Landauer. Einer strengreligiösen Familie aus Hürben im Regierungsbezirke Schwaben entstammend, war er Mitbegründer der Webereifirma M. S. Landauer, die er durch seinen klaren Verstand und seine rastlose Zielbewußte Arbeit aus bescheidenen Anfängen zu großer Blüte emporbrachte, so daß sie seit langer Zeit zu den angesehendsten Unternehmungen der Augsburger Textilindustrie zählt. Ueber ein Vierteljahrhundert war er Mitglied des städtischen Gemeindebevollmächtigtenkollegiums, vielfach mit wichtigen Referaten betraut und stets eifrig bemüht, die Interessen der Stadt zu fördern. Bei seinem Ausscheiden aus dem Gemeindekollegium wurde ihm die goldene Bürgermedaille verliehen, die höchste Auszeichnung, welche die Stadt für Verdienste ihrer Bürger zu verleihen hat. Schon.früher hatte er für seine Verdienste um die bayerische Industrie den Michaelsorden vierter Klasse mit der Krone erhalten. Fünfundvierzig-Jahre gehörte er der Verwaltung der Israelitischen Kulturgemeinde an, um deren Entwickelung und Einrichtungen er sich in seltenem Maße verdient gemacht hat. Allen Notleidenden und Bedrängten war er hilfreich, wie er auch allezeit die geistigen und wissenschaftlichen Bestrebungen innerhalb des Judentums werktätig förderte. Auch außerhalb seiner Gemeinde und seines Heimatlandes hatte sein Name in der jüdischen Welt einen guten Klang, u. a. war er auch Mitglied des Zentralausschusfes des Verbandes der deutschen Juden. Seinen Verwandten und Freunden hat er stets die liebevollste Gesinnung und die größte Treue erwiesen. Er war von ganzem Herzen ein guter Jude, der sich, treu auch nach außen hin zum Judentum bekannte und unbeschadet seiner liberalen Gesinnung die jüdischen Traditionen hochhielt und in seinem Familienleben zur Geltung brachte, wobei er an seiner hochsinnigen,Gattin