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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1917-02-09 · Heft 6 (9.2.1917) · p. Seite 3

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
81 (1917)
Issue
Heft 6 (9.2.1917)
Date
1917-02-09
Page
Seite 3 (sequence 15)
Language
German
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3 Simons (Düsseldorf); .Gefreiter Max N a d e l m a n n, Sohn des stellvertretenden Vorsitzenden des Repräsentantenkollegiums der Synagogengemeinde Erfurt Herrn Karl Nadelmann, dessen ältester Sohn Fritz die gleiche Auszeichnung bereits im Oktober 1914 erhalten hat; Sanitätsunteroffizier Walter Jakob, Unteroffizier G. Nathan (Emmerich a. Rh.); Musketier Artur Meyer; Unteroffizier Julius L e v y , Unterzahlmeister Willy Gutmann (Köln); Sanitäter Hugo Elkan (Essen); Einjähriger Gefreiter Louis Hey mann (Geldern); Kriegsfreiwilliger Gefreiter Julius Aron (Kassel); Vizewachtmeister Simon T h e i s e b a ch , Musketier Leopold Rothschild (Gießen); Stud. jur. Karl Jttmann, Pionier Stud. chem. Edgar Grau, Sally E p st e i n, Feldzahn- . a rzt Heidenheim, Gefreiter §'itgo Kun> re >u> t h e r , Leu<tnant Kuhn (Frankfurt a. M.); Unteroffizier Franz Spanier (Bernburg); Arthur Spanier (Herford); Lehrer L. Rosenbla.tt, gleichzeitig zum Offizierstellvertreter befördert (Paderborn); Kriegsfreiwilliger Telegraphist Max E i s e n b e r g, Sohn der Witwe Frau M. Eisenberg (Soest i. W.); Vizefeldwebel Erich Ganz (Lippstedt i. W.); Alfred Herz (Monheim a. R.); Vizefeldwebel und Offiziersaspirant Fritz Heinemann (Nordhausen); Landsturmarzt Dr. Schöps, Einjähriger Unteroffizier Ernst H e i l b u t, Gefreiter Alfons L e v i n , Unteroffizier S. Liepmann, Unteroffizier Franz Haarburger, Kriegsfreiwilliger Siegmund H a r t i g , Unteroffizier Manfred Bauer (Hamburg); Telephonist Albert Levh, Gefreiter Moritz Hirschberg (Hannover); Vizeseldwebel und Ofsiziersaspirant Wilhelm Katz, Assistenzarzt Arthur Steinhardt, Kriegsfreiwilliger Gefreiter Karl Erlanger (Kassel); Unteroffizier Karl Nathan (Bruchsal); Unteroffizier Isidor Kosterlitz, Mitinhaber der Firma S. Bandmann Nachf. (Breslau); Kriegsfreiwilliger Feldunterarzt Rudolf Tischler (Czempin); Unteroffizier Max L e w Y, Sohn des Kaufmanns Herrn Louis Lewy (Hohensalza); Assistenzarzt James Alfred Brohn, Sohn des Buchhändlers Louis Brohn (Kolmar i. P.); Stabsarzt Siegfried Julius, Gefreiter Hermann Julius (Krojanke). — Das Eiserne Kreuz erster Klasse -erhielten: Stabsarzt Dr. Max Willner; Bataillonsarzt Sanitätsrat Dr. Leopold Cohn; Oberstabsarzt Dr. Selmar F r a n k e n st e i n; Leutnant d. R. Referendar Ernst Türk, Sohn des Justizrats Hugo Türk; Kanonier Max A r o n s o n, Sohn des verstorbenen Bücherrevisors Otto Aronson (Berlin); Unteroffizier Nathan Olczewski (Teklinow in Posen); V-izefeldwebel Albert Mey er (Köln-Lindenthal): Leutnant Franz Heß dörfer, Sohn des Sanitätsrats Heßdörfer (Mainz); Unteroffizier Sally Rosen st ein (Hamburg); Einjährig-Kriegsfreiwilliger Berthold Feuchtw a n g e r, Sohn des verstorbenen Großindustriellen Sigmund Feuchtwanger (München). — Das Eiserne Kreuz zweiter Klasse erhielten ferner Vizeseldwebel Stud. mach. Alfred Brauer, Sohn des am 12. Januar verstorbenen Kgl. Handelsrichters Herrn Max Brauer (Charlottenburg); der in Diedenhofen stehende Hilfsarzt Dr. A. Petuchowski aus Charlottenburg; Feldwebel Alfred Lewy und Gefreiter Julius Ragolsky (Memel); Kriegsfreiwilliger Kaufmann Otto Beer, Sohn des Facharztes Dr. Heinrich Beer München), der kurz vorher zum Vizefeldwebel befördert und mit dem Bayerischen Verdienstkreuz ausgezeichnet wurde. 8. W. Avgenau, 2. Februar. Vor etwa einem Jahre wurden auf dem hiesigen israelitischen Friedhofe einige Denkmäler und Gitter Zertrümmert, ohne daß man den Tätern auf die Spur kommen konnte. Nunmehr ist es der eifrigen Nachforschung der hiesigen Polizeibehörde gelungen, die nichtsnutzigen Burschen zu ermitteln und zur Anzeige zu bringen. Es find die jetzt schon entlassenen damaligen Schüler Stochow'iak und Pacunowski aus dem benachbarten Eichtal, die sich der Tat gegenseitig bezichtigten. Für die Ermittlung der Täter war eine Belohnung von 330 Mark ausgesetzt worden. Die ruchlosen Buben werden nun exemplarisch bestraft werden. 8. Breslau, 2. Februar. Am 29. v. M. wurde hier Rabbiner Dr. Moses Samuel Zuckermandel, seit ungefähr 16 Jahren Stiftsrabbiner am hiesigen Leipziger Bethamidrasch, zu Grabe getragen. Mit ihm ist ein hervorragender Talmudforscher dahingegangen. Im vorigen Jahre konnte er noch seinen 80. Geburtstag in Berlin im Kreise seiner Lieben in voller geistiger Frische und körperlicher Rüstigkeit feiern, und man erhoffte damals für den verehrungswürdigen Greis einen noch recht langen ungetrübten Lebensabend. Die Vorsehung hat es aber anders beschieden. Am 27. v. M., am Sabbatmorgen, schloß dieser Fromme und Edle seine Augen für immer. Anläßlich feines 80. Geburtstages hat die „Allgern. Zeitung d. Judentums" Leben und Schaffen Zuckermandels in einem besonderen Artikel gewürdigt. — Das ansehnliche Trauergeleit, das dem Verblichenen trotz des herrschenden rauhen Wetters die letzte Ehre gab, legte Zeugnis ab von der Sympathie und Verehrung, deren er sich bei uns zu erfreuen hatte. Rabbiner Dr. Rosenthal entwarf in schlichten, herzenswarmen Worten ein Charakterbild des Verstorbenen. Ausgehend von dem Bibelwort „Ein Fürst und Großer ist gefallen in Israel" führte er aus, daß Zuckermandel ein Fürst an Adel der Gesinnung, an Lauterkeit seines Charakters, ein Großer im Reiche der Tljorawissenschaft gewesen. Mit Moses sowohl als auch mit Samuel war er wesensverwandt. Bescheidenen Sinnes, trotz feiner Gelehrsamkeit, beschäftigte er sich tags und nachts mit begeisterungsvoller Hingabe mit der Thoraforschung. Rabbiner Prof. Dr. G u t t - m a n n rief sodann dem verklärten Freunde den letzten Scheidegruß nach. Er hob die Anspruchslosigkeit des Verewigten hervor, dem der Verzicht auf die mannigfachen Lebensgenüsse nicht schwer fiel und der frei von aller Ehrsucht war. Trotz seiner wissenschaftlichen Bedeutung habe er stets eine rührende Bescheidenheit bewahrt. Er habe auf der anderen Seite auch wieder seinen Stolz besessen und alle Angriffe aus seine persönliche Ehre mit Mannesmut zurückgewiesen. Es erfüllte ihn aber mit rührender Freude, wenn er von anderer Seite Anerkennung für fein wissenschaftliches Streben fand. Trotz seines harten Daseinskampfes, den er lange zu führen hatte, sei doch „sein Los ins Liebliche gefallen"; denn Kinder und Enkel, seine ihm im Tode vorangegangene Gattin wie alle Anverwandten liebten und verehrten ihn. Sein sonnig heiteres Wesen, sein kindlicher Sinn ließen ihn die Bitterkeiten des Lebens und. die Vereinsamung in seinen letzten Jahren überwinden. In seinen letzten Verfügungen habe der Dahingeschiedene bestimmt, ihn auf seinem Grabstein als Herausgeber der Tosefta zu bezeichnen und ferner seine Sterbelade aus den Brettern seiner Sukkoth Herstellen zu lassen. „Das Andenken des Gerechten bleibe zum Segen" beschloß die eindrucksvolle Rede. Tiefe Wehmut ergriff die Trauerversammlung, als der Schwiegersohn des Verblichenen, Oberkantor Kali sch er aus Berlin, vor die Lade trat und mit feinem klangvollen Organ das „81 mole rachamim" rezitierte. Dann trug die „Bruderschaft der achtzehn Männer" den Sarg zur letzten Ruhestätte. Ehre seinem Andenken. e/a Bolkmarseu, 2. Februar. Am 24. v. M. wurde hier der Nestor Der israelitischen Lehrerschaft bn Provinz Hessen, unser ehrwürdiger Lehrer Herr Josef Wertheim, im 78. Lebensjahre zu Grabe getragen, lieber 46 Jahre wirkte er segensreich in unserer Gemeinde und vorher acht Jahre in Beiseförth. Drei Generationen von Schülern hat er herangebildet und unserer Gemeinde in Treue mit klugem Rat und allzeit bereiter Tat zur Verfügung gestanden. Zu den Füßen von Rabbi Mordechai Wetzlar s. A. in Gudensberg — seinem Geburtsort — hat er -gelernt. Seine Kinder hat er nu Verein mit einer liebevollen, verständnisreichen Gattin zu wackeren Juden erzogen. Was er in unserer Gemeinde geleistet, den Kleinen und den Großen, fünf Jahrzehnte lang, das wird ihm nie vergessen werden. Einer seltenen Wertschätzung und Verehrung erfreute sich der Heimgegangene in der gesamten Bürgerschaft, die ihn anläßlich seines goldenen Jubliäums im Jahre 1908 in hohem Maße ehrte. Das bewies auch das große Trauergesolge. Auch die Stadt beklagt einen der besten ihrer Männer. In den letzten Jahren hatte er den Schrnerz, die geliebte Gattin, einen -erwachsenen Sohn, Lehrer in Neustadt, und einen Schwiegersohn, .Lehrer Levy in Dresden, zu verlieren. Sein Gottvertrauen hielt ihn hoch und geistesfrisch bis in die letzten Lebenstage. An seinem Grabe sprachen Lehrer Flörsheim (Wolfshagen) namens der Verwandten Worte des Tankes und des Abschieds, ferner Herr Gottfried Gold s ch m i d t (Halberstadt) und zuletzt der Sohn Herr Lehrer Wertheim aus Hann.-Münden. Januach bescha'lom. Orl^rrM-Angarn. Z. Wien, 2. Februar. Am 29. v. M. wurde eine Huldigungsdeputation des Verbandes türkischer Israeliten (Sephardim) Wiens von Sr. Majestät dem Kaiser und Ihrer Majestät der Kaiserin empfangen. Auf die Bitte des Gemeindepräsidenten Moses de Majo gestattete Se. Majestät huldvollst, daß der Gemeinderabbiner Chacham Michael Papo den Kaisersegen spreche und daß sich die Herren der Deputation bedecken. Nach dem Segen hielt der Gemeindevizepräsident Leon H a i m eine Ansprache an ihre Majestäten, in der er

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