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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1917-02-02 · Heft 5 (2.2.1917) · p. Seite 3

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
81 (1917)
Issue
Heft 5 (2.2.1917)
Date
1917-02-02
Page
Seite 3 (sequence 15)
Language
German
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m dvesen Lagen Festessveude zu bereiten- und sie die Familie.mcht sv sehr entbehren zu Wen. Ebenso hat auch die „Freie Vereinigung zur Förderung der Jwje ressen dos orthodoxen Judentums" durch Gewährung von Geldunt-eirstützungen und Lieferung von Mazzoth für die Peßachtage viel zum Gelingen dieser wohltuenden. Einrichtungen, beigetvagen. — Den jüdischen Kranken oder Verwundeten in den Lazaretten wurde regelmäßig alle 8 dis 14 Tage Besuch abgestattet. Besondere Wünsche der Kranken wurden nach Möglichkeit erfüllt. — Auch die jüdis chen Kriegs- und Zivikgefangenen durften sich der Fürsorge unserer M'litärseelsorger erfreuen. So war es z. B. in Memel möglich, Kriegsgefangene, die besonderen Wert daraus legten, auf Arbeitsstellen unterzubringen, wo sie rituell verpflegt werden konnten.' Die Militärbehörde unterstützte die Fürsorge für die-jüdischen Gefangenen weitestgehend und gestattete nicht nur die Abhaltung besonderer Gottesdienste für dieselben, sondern.gewährte ihnen auch in einzelnen Fällen die Erlaubnis zum Besuch der allgemeinen Gemeindegottesdienste. — Zur Förderung der jüdischen Militärseelsorge hat der oistipreüßischie Lehrerverein eine besondere M i >l i t ä r s e e l s o r g e - Kommission unter dem Vorsitz des Herrn Wolk o w s k i - Königsberg eingesetzt, welche mit Eifer und großem Nutzen für die Sache ihrer Aufgabe obliegt. W. Posen, 26. Januar. Referendar Richard Jarecki, Sohn des Baumeisters Herrn Jarecki Hierselbst, wurde unter großen Ehren auf dem hiesigen israelitischen Friedhöfe zur letzten Ruhe gebettet. Der Dahingeschiedene starb den Heldentod für König und Vaterland. Im Trauerzuge befanden sich viele Kollegen des Verstorbenen, zumeist in Felduniform. Mannschaften des Fußnrtillerieregiments Nr. 5 der Garnison Posen stellten die Leichenparade. Die Leichenrede hielt Herr Gemeinderabbiner Professor Dr. Bloch. Mit bewegten Worten schilderte er den Verlust, den die Eltern durch das so frühe Hinfcheiden ihres Sohnes erlitten. Gern ist er dem Ruse unseres Kriegsherrn gefolgt, hat in vielen Schlachten tapfer mitgefochten und sich die Wertschätzung seiner Kampfgenossen und die Achtung seiner Vorgesetzten durch sein mutiges und biederes Verhalten erworben. Er war in seinem Berufe ein getreuer Mitarbeiter und berechtigte zu den besten Hoffnungen. Die Kameraden begleiteten die Leiche «in geordnetem Zuge bis zur Gruft. x. Lissa i. P., 26. Januar. Trotz der Ungunst der Kriegsverhältnisse blüht eine rege Tätigkeit in unserem Verein für jüdische Geschichte und Literatur. In den letzten fünf Wochen sind in ihm drei Vorträge gehalten worden, und zwar sprachen Rabbiner Dr. N e u h a u 8 (Ostrowo) über „Der Golem", Fritz Scherbel (Lissa) (z. Z. als Unteroffizier im Felde) über „Jüdischer Humor" und Rabbiner Dr. Gelles (Lissa) über „Die literarische Zusammensetzung der Bibel". Die Vereine für jüdische Geschichte und Literatur haben in vielen Gemeinden ihre Tätigkeit eingestellt, aber wir können es durch unsere Erfahrungen seit Kriegsbeginn bestätigen, daß es für das Gemeindeleben und das Judentum die besten Früchte trägt, wenn auch sie in schwerer Zeit „durchhalten". L/D Dresden, 26. Januar. Reiche Zuwendungen, die die Soziale Stiftung in Dresden kürzlich erhalten 'hat, haben das Interesse für sie wachgerufen. Wir sind in der Lage, folgendes darüber mitzuteilen: Die Soziale Stiftung wurde im Jahre 1910 nach den Bestimmungen und mit Mitteln des 1908 verstorbenen Kommerzienrats M a x A r n h o l d von der Israelitischen Religionsgemeinde zu Dresden zur Pflege von Wohltätigkeit und Gemeinnützigkeit für die Allgemeinheit errichtet. Durch sinnreiche, vom Begründer der Stiftung erdachte Maßnahmen vermehrt sich der jährlich zur Verfügung stehende Ertrag in sechzigiährigen Staffeln stetig ansteigend. Nach Beendigung der zweiten Staffel wird unter Annahme eines Zinsfußes von vier Prozent bereits ein jährlicher Ertrag von 55 000 Mark zur Verfügung stehen. In dem ersten sechzigjährigen Zeitraum ist der Ertrag der Stiftung noch gering, ltnv aber auch während dieses ersten Zeitraumes, der noch die nächsten 53 Jahre umfaßt, der Stiftung zu ermöglichen, für ihre edlen Zwecke erhebliche Jahresauswendungen zu machen, haben die Brüder und ein Neffe des Begründers, die Geheimen Kommerzienräte Georg Arnhold in Dresden und Eduard Arnhold, Mitglied des Herrenhauses, in Berlin, sowie Bankier Adolf Arnhold in Dresden, der Stiftung bedeutende Kapitalzuwendungen gemacht, wodurch in diesem ganzen Zeitraum jährlich ein Ertrag von über 36 000 Mark verteilt werden kann, aus dem u. a. die Stiftung und der Dresdener Verein Heimatdank jährlich je 5000 Mark erhalten sollen. Im übrigen besteht für die Verwendung nach der Satzung die weitestgehende Freiheit; es dürfen aber aus der Sozialen Stiftung Beiträge nicht an Einzelpersonen, sondern nur an Vereinigungen gewährt werden, die ohne Unterschied des Glaubens oder sonstiger trennender Momente wohltätig oder gemeinnützig wirken. Die Kanzlei der Sozialen Stiftung, Dresden, Zeughausstraße 21, übersendet auf schriftliches Verlangen an Vereine oder Anstalten, die sich um Beiträge bewerben wollen, Satzungen der Sozialen Stiftung. Der Vorstand der Sozialen Stiftung besteht nach den satzungsmäßig vorgenommenen Wahlen zurzeit aus Seiner Magnifizenz Oberhofprediger D. Dibelius, Vizepräsident des ev.-luth. Landeskonsistoriums, Prälat K u m m e r, Präses des katholisch-geistlichen Konsistoriums, Rabbiner Professor Dr. Winter, Geheimrat Georg Arnhold und Kommerzienrat Max Elb. Der Letztgenannte ist Vorsitzender. J. A. Nürnberg, 26. Januar. DasEiserne K r e u z erster Klasse erhielt: Leo Mohr, Leutnant d. Res. im 6. bahr. Ref.-Jnf. Regt., Führer einer Maschinengewehrko,mpagnie. Das Ei ferne Kreuz zweiter Klasse erhielten: Kanonier Hans Teutsch, Sohn des Herrn Justizrat Teutsch; Ephraim F l a m m , Infanterist im 23. Res.-Jnf.-Regt., der Genannte erhielt auch wegen Errettung von verschütteten Kameraden die bahr, silberne Tapferkei-tsmedaille: Artillerieleutnant d. L. Jakob Emden; Unteroffizier Siegfried El kan; Leutnant d. Res. sind. jur. Fritz Rosenzweig, Sohn des Kaufmanns Ludw. Rosenzweig; Fritz Bloch, stud. med. und Sanitätsunteroffizier im 28. bayr. Jnf.-Regt., Sohn des praktischen Arztes Dr. Ernst Bloch; Sigmund D i s p e ck e r , Gefreiter im Landsturmbataillon Nürnberg III, Kaufmann aus Fürth. Den Militärverdienstorden vierter Klasse erhielten: Assistenzarzt Dr. Sallh Mayer; Artillerieleutnant d. L. Siegfried Fleischmann, Kaufmann in Fürth. Das Militärv e r d i e n st k r e u z zweiter Klasse mit Krone lt it b Schwertern erhielt: Leutnant d. Res. Otto D i s p e ck e r , Kaufmann in Fürth. Das K ö n i g - L u d w i g - K r e u z für Kriegsv er dien sie erhielten: Sanitätsrat Dr. Reizenstein; die praktischen Aerzte und Militärärzte Dr. Ernst Bloch itnb Dr. Ludwig Ascher; Kommerzienrat Emil Offenbacher; Kauftnann Fritz L e b e r m a n n; Fritz V o r h a u s; Max Hopf m a n n : Geheimer Kommissionsrat Eugen Frankfurter, sämtlich in Nürnberg. Den V e r d i e n st o r d e n vom heiligen Michael dritter Klasse erhielt: Justizrat und Rechtsanwalt Dr. Kahn, Syndikus der Handelskammer in München. Den Verdienstorden v o m heiligen Michael vierter Klasse erhielt: Dr. B a ch a rach, königlicher Professor und Konrektor am Königlichen Technikum in Nürnberg. Das Ehrenkreuz des Verdienstordens vom heiligen Michael erhielt: königlicher Geheimer Hofrat Nathan in Fürth. Der Titel eines Kommerzienrats wurde verliehen dem Großkausmann und Magistratsrat Hans Hopf, Nürnberg; Fabrikbesitzer Dr. Friedr. Morgenstern, Fürth; Fabrikbesitzer Schwarzenberger, Fürth; Kaufmann Jul. Meyer, königlicher Handelsrichter, München; Kaufmann Martin Rosenthal, München; Kaufmann Arthur Sabath, München; Bankgeschäftinhaber, nunmehriger Rentner Frankel, München; Großkaufmann Herz, München. Den Titel eines Geheimen Kommerzienrats erhielt: Kommerzienrat und Fabrikbesitzer Theodor Löwensohn. Fürth. Grsterrrilh-Anygm. Z. Wien, 26. Januar. Seine Majestät der Kaiser hat dem Gemeinderat Dr. Rudolf Schwarz-Hiller das Komturkreuz des Franz-Josef-Ordens, dem Gemeinderat Baumeister Edmund Melcher den Orden der Eisernen Krone und dem Gemeinderat Herrn Tr. H e i n das Ritterkreuz des Franz-Josef-Ordens verliehen. 7— Unter den neucrnannten Herrenhausmitgli-edern befindet sich außer dem Präsidenten unserer Kultusgemeinde Dr. Alfred Stern auch der Herausgeber der „Neuen Freien Presse", Herr Moritz Benedikt. — Der hier erscheinenden „Wahrheit" wird von befreundeter Seite geschrieben: Herr Rabbiner Dr. Samuel Nagelberg, welcher derzeit als Militärseelsorger bei einer Landwehrinsanterietruppendivision tut Felde (Südfront) wirkt, wird von den jüdischen Soldaten und Offizieren wegen seines humanen und segensreichen Wirkens verehrt unb

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