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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1917-02-02 · Heft 5 (2.2.1917) · p. Seite 55

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
81 (1917)
Issue
Heft 5 (2.2.1917)
Date
1917-02-02
Page
Seite 55 (sequence 7)
Language
German
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SL ' Gulden Bon Frau Bele, -er Frau -es Borstehers, . wurde gekauft das HauS ihrer Wohnung (als Bauplatz) für ... . . . . . . ... 250,- Bon Schneider M o tz ein Stück Platz von feinem Garten . . . . . . . . . . . . . - 44,— Dom Bind er-Haus ein Stück Platz zur Westseite ............... 31,— Von der hiesigen Herrschaft Tannerl (?), sGott segne ihn!s von der Straßenseite . . . 17,16 336 Strich Kalk ............ 340,48 Steine un>d Sand für den Hausbau. . . . . . 224,44 35 500 Ziegeln .. 297,33 Zimmerbäume und Gespärre. . 114,21 Bretter und Latten. . 100,26 1100 Schindeln . . ... . . . 65,50 Den Maurern bezahlt. 766,24 Handlanger . 146,59 . Zimmerleute .. . 130,50 An den Steinmetz.155,— Für Juckl, Fuhrlohn und Steinmetzarbeit . . 22,54 Eisen, 937 Pfund, zu Spließen und Klammern . 56,35 Nägel, nämlich Schindel-, Brett-und Lattennägel 26,51 Schmied Nazi für Eisenarbeit ...... 40,— Schlosser M. H. für Fensterrahmen und Schlösser in Altzedlisch.94,19 Tischler Oser, Bänke s. d. Almemor . . . 47,26 Hafner, Dachau, für Kapitäle samt Sch. E. (?) 13,— Blei zu den Fenstern, 57 Pfund ...... 8,07 Glaser für Fensterverglasung.10,— Zinn zum Fensterblei. 1,39 Seiler in Altzedlisch für Strick samt Quasten zum Kronleuchter . 10,36 Farben zum Anstreichen ......... 2,10 Ditto Oel und Kleinigkeiten nach Extrazetteln . 84,09 Eiserne Gitter zum Araun hakodesch, von beiden Seiten, zu den Lichtern für Jaum-Kipur unferner die Menorah .......... 14,19 Im Jahre 5551 noch ausgegeben für den Zugang (dorthin) nebst Derschlägen im Keller . - . 95,48 Und zur Mikwe.. 7,— Beim Almemor, Gesimse ........ 12,— und ebenso an den Bänken der Nord- und Südseiten des Tempels . . . . . . . . . . 15,— Diese mit peinlicher Genauigkeit durchgeführte Kostenrechnung ergibt 3242,24 Gulden. Jedoch find damit die Ausgaben nicht erschöpft. An gesonderter Stelle wird noch angegeben: Gulden Den Malern aus Haid für Vergolden der Kapitäle des Aroun hakodesch.12,— Am Halbfeiertag 5551 gespendet: Messingleuchter von R. Chiel.24,— Zuzüglich „verschiedener Ausgaben", die an anderer Stelle mit 15,— Gulden ohne nähere Einzelheit angegeben sind, beziffert sich der Bau mit 3299,04 Gulden. (Der Rechenfehler von 6,80 war im Original nicht zu ergründen.) Die Kosten für den Prächtigen, holzgeschnitzten „heiligen Schrein" sind nicht angegeben. Es liegt die Vermutung nahe, daß dieser aus einer aufgehobenen Klosterkirche erstanden und hier aufgestellt wurde, wie dies in der josefinischen Zeit wiederholt vorgekommen ist?) Diese Vermutung steht mit der Notiz über die Stiftung dieses Prächtigen Einrichtungsstückes nicht in Widerspruch: i) Vgl. Fußnote ‘) auf S. 71 a. a. O. „Araun hak. hat Schmul Bloch von seinem Gelde (aus feinem Beutel) machenlassen mit Ausnahme der Vergoldung der Kapitäle". Aus diesem Wortlaute läßt sich obige Vermutung ganz gut ableiten. Es : ist auch auffallend, daß der Stifter die Kapitäle nicht gleich mit vergolden ließ. Man kann daraus schließen, daß/die'Gemeinde den nicht mehr neuen Schrein absichtlich und vielleicht aus Scheu vor. den christlichen Mitbürgern in diesem „antiquarischen" Zustande transportieren und aufftellen ließ und die Vergoldung gleichzeitig mit dem Staffieren des ganzen Stückes erst nach der Aufstellung erfolgte. „Machen lassen" ist nach österreichischem Sprachgebrauch aber auch als „wiederherstellen, reparieren" aufzusassen. Die unvermeidlichen Vorarbeiten zum Baue wurden gesondert verrechnet; der gewissenhafte Schreiber berichtet hierüber: „Vor Beginn des Baues hat die Gemeinde aus der Z edoko h - Kaste zum Baue folgendes ausgegeben: Gulden Zweimal Botengänge nach Gallus, dem Baumeister (Bal hamelocho)..? Für Abriß an Gallus gezahlt. 4,— P i g a ris, Advokat in Haid, für den Kontrakt? Bänke von Kladrau.13,30 Ob diese Bänke, ähnlich dem Schrein, aus einem aufgelassenen Kirchenbail stammen, ist nicht nachweisbar. Ebenso fruchtlos verliefen die Nachforschungen über die Person des Baumeisters, der einer gleichnamigen böhmischen Künstlerfamilie des 17. Jahrhunderts entstammen dürfte. Zweifellos ist er auch der Schöpfer des Neuzedlischer Kirchleins. Form und architektonische Einzelheiten des Schreines lassen diese älter erscheinen als die Synagoge. Auch dies spricht für die oben angeführte Vermutung. Schnitzereien, die der Altar aufwies und welche offenbar an Stelle beschädigter (durch den Transport?) Verzierungen angebracht worden waren, zeigen das Gepräge dieser späteren Kunstepoche. Der abermals renovierte Schrein sowie die kostbaren Almemorgitter wurden von dem Verfasser beim Neubau der Synagoge zu T a ch a u wiederverwendet. Die Uusüchten im ßaufmamrnbmiP. E i n Wort zur Berufswahl für die jüdische Jugend, ihre Eltern und Erzieher. Berufswahl, der wichtigste Schritt im Leben des jungen Mannes, findet leider gerade in jüdischen Kreisen lange nicht den Ernst und die Bedeutung, die sie verdient. Sie wird zum großen Teil einfach dadurch erledigt, daß der junge Mann beim Abgang von der Schule in eine kaufmännische Lehre geschickt wird, ohne daß man weiter prüft, ob seine Fähigkeiten und Neigungen ihn dazu geeignet machen und ob er nicht vielleicht in einem anderen Berus seine Kräfte für sich und die Allgemeinheit nützlicher verwenden könnte. Das liegt vielfach daran, daß ein großer Teil der Familie sich bisher ausschließlich dem Kausmannsstande gewidmet hat. Vielfach schweben dem jungen Manne und seinen Angehörigen auch einzelne Persönlichkeiten vor, die aus ähnlichen engen kleinstädtischen Verhältnissen es zu führenden Stellungen im Handel und Industrie der Großstadt gebracht haben, ohne daß man dabei abwägt, daß es sich hierbei doch um außerordentliche Fälle handelt, bei denen Tüchtigkeit, Begabung und Glück zusammenkamen und die keineswegs ohne weiteres als Maßstab für die Aussichten des Durchschnitts betrachtet werden können. Jeder Soldat trägt den Marschallstab im Tornister, aber wenige führen ihn einmal in der Hand. Vielfach ist aber der Eintritt in den Kausmannsstand auch *) Veröffentlicht von der Hauptstelle für Berufsberatung der Juden!. Zentral-Verein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, Berlin SW, Lindenstraße 13. Jugendrnerkblatt 1.

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