Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 81 (1917)
- Issue
- Heft 3 (19.1.1917)
- Date
- 1917-01-19
- Page
- Seite 36 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Mchereinlsuk. Besprechung der Bücher Vorbehalten. Zurückfendung der Bücher findet in keinem Falle statt. Jüdischer Voltsverein Herberge Auguststraße 20. (5\ V. Kriegsbericht. 1914/1916. Aus dem Buch der Bücher. Feldbibel. Herausgegeben vom Verband der Deutschen Juden. Haus Hasmonai. Historist Erzählung aus dem Jahrhundert vor Christi Geburt von Sophie Christ. Mainz I960, Verlag von Franz Kirchheim. N. £. Halbmonatsallsgabe des „Korrespondenzblattes der Nachrichtenstelle für den Orient", 3. Jahrg., Nr. 7. Das Israelitische Vorschußinstitut in Hamburg 1816-1916. Festschrift anläßlich seines hundertjährigen Bestehens, im Aufträge seiner Verwaltung bearbeitet von Syndikus Dr. M. Nathan. Hamburg, Ackermann u. Wulfs Nachflg. Grossardt u. Gowa. 1916. Judas Simon Jscharioth. Ein Roman aus eines Volkes großen Tagen von Th. Kahle. Richard Mühlmann, Verlagsbuchhandlung (Max Grosse), Halle. Die Aguna-Gesetze. (Bestimmungen über die Wiederverheiratu.ng der Witwen von Verschollenen.) Von Dr. Jsak Unna, Rabbiner in Mannheim. Separatabdruck aus dem „Jeschurnn". (Der Erlös ist für die Unterstützung von Kriegswaisen bestimmt.) Frankfurt a. M., Kommissionsverlag von I. Kauffmann, 1916. Unsere Feste. Rede zu Schemini Azereth von Rabbiner Dr. S. Neuwirth, Bingen a. Nh. Frankfurt a. M., Verlag von 1. Kauffmann, 1916. Die jüdischen Bewohner Preßburgs im Jahre 1736. Von Dr. Bernhard Wachstein. Sonderabdruck aus dem „Archiv für jüdische Familienforschung, Kunstgeschichte und Museumswesen", 2. Jahrgang, Wien 1914/1916. Redaktion und Administration: Wien III, Estegasse 7. The Jewish Quarterly Review. New Series. Edited by Cyrus Adler. VoL VII No. 2. London: Macmillan <£: Co. Ltd. Sprrchsasl. Zu den Miszellen in Nr. 52, 1916, erhalte ich von Herrn Prof. Simonsen folgendes Schreiben: Sehr geehrter Herr Professor! Schott (Jahrg. 1916, S. 620, 2. Spalte) ist der vielseitige, besonders durch seine Kenntnis des Chinesischen berühmte Sprachforscher. Er lehnte wohl ab weil er Extraordinarius war. Stammte er etwa von Juden? (Schott — Schottländer, d. h. aus Alt-Schottland bei Danzig.) Die Geschichte mit der jüdischen Schildwache (daselbst S. 620, 1. Spalte) ist oft erzählt, z. B. von Max Lilienthal über Alexander l, s. David Philipsons Buch über Lilienthal S. 210 — Bambergers Rede über Lasker (S. 620, 2. Spalte) ist gedruckt (Leipzig Brockhaus). Zunz scheint mir (ich denke an den Nekrolog) sich mehr für die Persönlichkeit Büschenthals als für seine Dichtungen zu interessieren. (S. 619, 2. Spalte.) Hochachtungsvoll Prof. Dr. D. S i m o n s e n, Kopenhagen. * Eine Bitte an sozial denkende jüdische Frauen und Mädchen. Liebe Glaubensschwestern! Nehmt Euch der armen jüdischen Kinder an! Wir haben eine große Anzahl von Kindern, die tagtäglich stundenlang auf der Straße liegen, weil ihre Väter im Felde sind und ihre Mütter allster dem Hause auf Arbeit gehen müssen, um für ihre kinderreiche Familie das Brot zu verdienen. Zwei Stunden des Nachmittags werden die Kinder von uns in Obhut genommen. Es fehlen uns aber Hilfskräfte, um die Kinder arrch außerhalb der Schulzeit in Aussicht und Schutz zu nehmen. Jüdische junge Mädchen und Frauen, die über genügend freie Zeit verfügen und Sinn unb Herz für soziale Betätigung haben, würden sich ein Verdienst erwarben um unsere jüdische Jugend und ihre arbeitenden Mütter, wenn sie sich für. wenige Stunden des Tages uns zur Verfügung stellen wollten. Auch das ist vaterländischer Hilfsdienst. Tenn sie helfen dam:! ihren Vätern, die draußen in schwerem Kampfe stehen, die Sorge um ihre Kinder daheim erleichtern. Meldungen beliebe man zu richten an die Talmud-Thora Knesseth Jsroel, Berlin, Dragonerstraße 45. * Posen, den 7. Januar 1917. Hochgeehrter Herr Professor! Die letzte Nummer der „Allgemeinen Zeitung des Judentums" bringt eine Besprechung der „hebräischen Grabsteine aus dem drei zehnten bis fünszchnten Jahrhundert in Wien und Umgebung" von Tr. Wachstein. In dieser heißt es unter anderem: Höchst merkwürdig ist die Inschrift: „Die Säulen des Himmels erzittere die Grundf-esten der Welt erbebten, Sonne und Mond verhüllten ihr Angesicht, Orion und Plejaden beugten ihr Haupt und die Hände des heiligen Volkes erschlafften', als verschieden ist Jizchcrk, der im Himmel ver langt wurde." Der Referent sagt nun: „auch über die auffällige Erwähnung des Orion und der Plejaden in einem jüdischen Grabsteine allerer Zeit empfangen wir keine Belehrung." Ich erlaube mir hierauf zu bemerken, daß der Wortlaut der betreffenden Grabinschrift auf eine Stelle in Jesajah zurückzuführen ist und so sich leicht erklären läßt. Dort wird ein Strafgericht über Babel angekündigt in folgenden Sätzen: „Schon kommt der Tag des Herrn, in Grimm und Zornglut, um die Erde zur Wüste zu machen rmd die Sünder auf ihr hiuwegzutilgen. Denn die Sterne des Himmels und seine Orione werden ihr Licht nicht mehr leuchten lassen: die Sonne wird sich verfinstern, wenn sie aufgeht, und der Mond sein Licht mdf)t mehr erglänzen lassen." Jesajah, Kapitel 13, Vers 9 und 10. Im Buche Hiob werden Orion und Plejaden zweimal erwähnt: 1. Kapitel 9, Vers 9: „(Gott), der den Bären schuf, den Orion und die Plejaden und die Kammern des Südens". 2. Kapitel 38, Vers 21: „Vermagst du die Bande der P l ej ade n zu knüpfen oder die Fesseln >des Orions zu lösen?" Mit vorzüglicher Hochachtung Rabbiner Dr. I os ephso h n, Religionslehrer am Friedrich-Wilhelms-Gymnasium. * An die Redaktion der „Allgemeinen Zeitung des Judentums" Berlin. Ich ersuche höflichst um Aufnahme der folgenden Zeilen: In der Nummer Ihres Blattes vom 3. November 1916, die verspätet und nur durch einen Zufall in meine Hände gelangte, finde ich bei Besprechung meiner Broschüre „Juden und Christlich soziale", die sich mit der Judenfrage in Oesterreich befaßt, die Be hauptung, daß ich meinen Glaubensgenossen in dieser Schrift zur Taufe rate. Dem gegenüber fühle ich mich verpflichtet, festzustellen, daß mir nichts ferner liegt, als ein derartiger Gedanke; mein Vorschlag läuft wohl auf ein gedeihliches Zusammenarbeiten der beiden Gruppen hinaus und sucht dessen Möglichkeit zu beweisen, betont aber dabei energisch die Parität der beiden Konfessionen und hat zum Beweise auch den Beifall und die Zustimmung zahlreicher jüdischer Politiker und Seelsorger gefunden. Zum Beweis des Ge sagten führe ich nur an S. 10 (Schluß einer längeren Betrachtung): „Darum, wie bei allen übrigen, ist es Aufgabe und Pflicht der Allgemeinheit in, ihrem ureigensten Interesse, daß diejenigen Juden, die jetzt haltlos sind und zu ihrem eigener und der anderen Schaden auf. allen Gebieten der Mode und der Sensation nachjagen, ihrem alten Glauben wieder zugeführt und innerlich genähert werden." Und S. 32 (Aufgaben der neuen Richtung): „Sie müßten sinngemäß dem Programm der christlich-sozialer Partei nachgebildet sein; Stärkung und Erhaltung unserer Religion in demselben Ausmaße, wie wir es dort sehen können..." Ich hoffe, daß das zur Bekräftigung des Gesagten genügt. .Hochachtend A. Meißner. Wien, 5. Januar 1917.