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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1916-12-22 · Heft 51 (22.12.1916) · p. Seite 612

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
80 (1916)
Issue
Heft 51 (22.12.1916)
Date
1916-12-22
Page
Seite 612 (sequence 12)
Language
German
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Mit jedem Tage stärker Und lichter wird sein Quell, Wir atmen hvffnungSsrcudig. Denn ringsum wird es hell. Wir denken uns'rer Ahnen, Wie sic gekämpft mit Ruhm, Wie sie mit ihren Waffen, beschützt das H e i l i g t u m. Wenn wir feit Jahren bangen, Wenn trüb' das Angesicht, Weil unsre Löhne ringen; Verzagen laßt uns nicht! Sie kämpfen und sie siegen, Weil sie mit Herz und Hand Das H e i l i g t n m beschützen. Das teure Batcrland. Wenn auch die Wolken dräuen, Verläßt uns Hoffnung nicht. Das Wcihefest verkündet's: Aus Finsternis zum Licht! Lhanutm. Bon I null) Berg m a it u. *'**4 ch spreche für mein Volk: Es hat ein großes Herz, \ Etz denkt nicht nur der eignen, schweren Not, Dem teuren Vaterland, dem heil'gen, gilt seinSchmerz, Das ist's, was seiner Nächte Ruh' bedroht. Ich spreche für mein Bott! To manches Kampfgefitd' Ward Saitienben voll ihm zur Todesflur, Ich spreche für nrein Volk, das hochhielt muterfüllt Zu aller Zeit die Leuchte der Kultur. Seht glänzen, heut, wie einst, der Weihfestkerzen Strahl, Sie künden uns ein Bolk, das Martern litt, Das für sein Heiligstes mit Feinden sonder Zahl Im blut'gen Kampfe für den Glauben stritt. Glaubt, das; auch heut, wie einst, von diesem Heldenblut (Lin Tropfen noch in unfern Adern fließt. Daß sich an Fürst llnd Reich, mit seinem letzten Gut, Auch heute unseres Volkes Liebe schließt! Sehn wir nicht, hellt', wie einst, den Sohn vom Hause gehn? Ter greisen Eltern kümmerlich Geschick, Ter Gattin stummer Schmerz, der jungen Kinder Flehn Nicht trüben seinen mutvoll-klaren Blick. Kämpft er nicht, heut, wie etitft, in mancher grimmen Schlacht, Wo Deutschlands Banner flogen stolz und frei? Und sank er nicht dahin in ew'ge Todesnacht Mit Tausenden in endlos langer Reih'? Ach, bleibt nicht leer das Haus, das einst so froh und licht? Steht kalt und öde nicht der traute Herd? Und weinen Mütter, Witwen, Schwestern, Waisen nicht Um alle, die nicht wieder heimgekehrt? Nein, schmähet llicht mein Volk, es trägt den andern gleich. Es opfert, was es hat, im heiligen Krieg, Es kämpft und leidet, blutet für das Reich Und betet für den Herrscher ilnd den Sieg! Chanuka. Bon Sophie I a c o b s o h n. Chanuka ist's! — Aus fernen Zeiten klinget Der Heldensang von Judas Taten wieder. Wie Syriens Größe einst in Nichts zerstoben. Verkünden uns die lieben, alten Lieder. So fröhlich tonte sonst die schlichte Weise: „Preis Dir, o Herr, der Schirm und Schutz der Seinen!"' Doch heute bebt darin ein Hauch von Wehmut, ES schluchzt in seinen Worten bittres Weinen. Schwer rollt der Zeiten Lauf uns jetzt vorüber, . Gleich eines Meeres stnrmgepeitfchten Wogen. Zu Not und Tod und wilden Kriegsgefahren Sind unsre Brüder in die Welt gezogen. Doch, wie die Ahnen cs dereinst gehalten, So wollen wir auf Gottes Hilfe bauen; Und bangt das Herz in Sorge um die Lieben, Wir schaun zu ihm in gläubigem Vertrauen. Wir legen ihr Geschick in seine Hände, Daß er die Teuren schütz' auf blut'gein Pfade. — Und wenn des Kampfes Tosen sie umbrauset. Sei du mit ihnen, Herr, in deiner Gnade! Chanuka ist! — So lasset uns vereinet In heißem Bitten vor dein Ew'gen stehen! Laßt uns am heut'gen lichten Fest der Weihe . Für unsrer Makkabäer Leben flehen! Lltrrarilche Mittrilungm. S a m nt lang a n s gewühlte r Aufsätze aus den Schriften des Tr. K. Lippe. Gewidmet der Großloge (Synhedrin) des Ordens Bne-Brith (Sektion Zion) in Bukarest. Berlin 1915. Verlag i>. Boas Nchf., Berlin C 2. Zu den hervorragendsten Kulturpivnieren des östlichen Judentums itt den letzten Jahrzehnten gehört Tr. K. Lippe, der, als Arzt in Jassy l Rumänien) lebend, als unerschrockener Vorkämpfer für die Politische Gleichberechtigung der Juden in Rumänien und als tapferer Verteidiger des jüdischen Schrifttums insbesondere gegen den Apostaten Brimanus hervorgetreten ist. Und apologetischen Inhalts ist auch die Mehrzahl der gesammelten Aufsätze, die der nunmehr Achtzigjährige der Oefsentlichkeit übergibt. lieber seine Absicht äußert sich der Verfasser selbst in der Vorrede: „So habe ich es versucht, die Angriffspunkte auf Juden und Judentum, das sind jene angeblich auf Intoleranz, Unwissenheit und Völkerhaß lautenden Ausdrücke in Bibel und Talmud, durch das Gegenteil zn widerlegen." Um den reichen Inhalt des Buches, das von tiefem talmudischen und profanen Wissen erfüllt ist, anzudeuten, nenne ich die Üeberschrift einiger Kapitel: Das Mysterium vom Ursprung des Christentums. Zeugnisse für den historischen Jefchu (Jesus). Simon bar Jona (Petrus) als Haupt der Barjoni, einer Sekte der Zeloten. Ti^ Kosmogonie der Rabbiner. Tie Kant-Laplacosche Theorie der Entstehung der Himmelskörper. Anpassung der organischen Wesen an die Umgebung. Leider wird die Lektüre des anregenden Buches dtirch eine Unzahl von Trticksehlern einigermaßen beeinträchtigt. Aussig a. (v. Tr. A r t h u r R o s e n z w e i g. Mcherrinlauk. Besprechung der Bücher Vorbehalten. Zurücksendung der Bücher findet in keinem Falle statt. Tie Feldbücher. Jakob Loewenberg: Kriegstagebuch einer Mädchenschule. Egon Fleischet n. Co., Berlin. Bernhard Duhm: Israels Propheten. Lebensfragen. Schriften und Reden. Herausgeber Heinrich Weinet. 26. Tübingen, Verlag von I. C. B. Mohr (Paul Siebeck). 1916. Wilhelm Düring: Der Kaufmann in der Literatur. Drei-Rosen- Verlag in Leipzig. 1916. Mitteilungen des Verbandes der jüdischen Jugendvereine Deutschlands. Jahrgang 6/7, Heft 3. Berlin, den 15. November 1916. Redaktion und Geschäftsstelle: Berlin C, Burgstraße 26. N. O. Halbmonatsausgabe des „Korrespondenzblattes der Nachrichtenstelle für den Orient". Redaktion: Berlin W, Tauentzienstraße J9a. Ausgegeben 8. Dezember 1916. III. Jahrg., Nr. 5. Du schöner Lärm des Lebens. Eine Auswahl aus den Werken von Leo Sternberg. B. Behrs Verlag (Friedrich Feddersen), Berlin und Leipzig. Gott hämmert ein Volk. Kriegsdichtungen von Leo Sternberg. B. Behrs Verlag (Friedrich Feddersen), Berlin und Leipzig.

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