Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 80 (1916)
- Issue
- Heft 47 (24.11.1916)
- Date
- 1916-11-24
- Page
- Seite 564 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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--- 564 forty-Eight Anntial Report of the Board of Trustees and Öirectors o! the Jewish Orphan Asylum. Districts Nos. 2 and 6. 1. 0. B. B. Cleveland, Ohio. From July 1,1915, to July 1, 1916. Eduard Sueß: Erinnerungen. Mit zwei Bildnissen und vier Textabbildungen. Verlag von S. Hirzel, Leipzig 1916. Wissenschaft und Religion aus einheitlicher idealer Grundlage. Von Ernst Koch. Bruno Volger, Verlagsbuchhandlung, Leipzig 1915. Carl Bertuchs Tagebuch vom Wiener Kongreß. Herausgegeben von Hermann Freiherr v. Eglofsstein. Mit einem Bildnis. Berlin, Verlag von Gebrüder Paetel (Dr. Georg Paetel). 1916. Spreemann u. Co. Roman von Alice Berend. S. Fischer Verlag, Berlin 1916. N. 0. Halbmonatsausgabe des Korrespondenzblattes der Nachrichtenstelle für den Orient. Redaktion: Berlin W 50, Tauentzienstraße 19a. III. Jahrgang, Nummer 3. Ausgegeben 4. November 1916. Im Buchhandel Einzelnummer 50 Pfennig. Walther Heymann: Das Tempelwunder. Erzählungen. 1916, München und Berlin bei Georg Müller. Geschichtenbuch von Arnold Zweig. Albert Langen, München. Judas Jschariot. Ein Epos von Toni Eyck. Kommissionsverlag P. Hauptmann, Bonn. Schriften der Gesellschaft für die Geschichte der Israeliten in Elsaß-Lothringen. XII. Aus der Zeit der Revolutionskriege. Von Dr. M. Ginsburger. Breslau, A. Favorkes Buchdruckerei, 1916. Achter Jahresbericht der Gesellschaft für die Geschichte der Israeliten in Elsaß-Lothringen. Die Familie in ihrer Bedeutung für das Volksleben. Von Richard Ehrenberg. Jena, Verlag von Gustav Fischer, 1916. Biedermeier - Grabmäler. Herausgegeben von Alfred Grotte. Verlag Ernst Wasmuth A.-G., Berlin. Das Glück aus dieser Welt. Ein Rubens-Roman von Margarete Schuch-Mankierwicz. 1916, Georg Müller Verlag, München und Berlin. Die Kriegsziele unserer Feinde. Von Heinrich Binder. Leipzig, Verlag von Krüger & Co., 1916. Fritz Engel: „Wir sind jung!" München 1916, bei Georg Müller. Lprrchsssl. Zu der freundlichen Besprechung (in Nr. 45 der „Allgemeinen Zeitung des Judentums") meines „Jüdischen Wörterbuches", Leipzig 1916, I. C. Hinrichs, darf ich hier wohl folgendes bemerken: Mein nächster Zweck war, denjenigen ein Helfer zu sein, welche jüdische Texte lesen wollen oder lesen müssen, aber des Hebräischen nicht kundig sind. Da, mit verschwindend geringen Ausnahmen, Jüdisches nur mit hebräischen Buchstaben gedruckt wird und auch wegen der in den verschiedenen Gegenden sehr verschiedenen Aussprache mußte ich die Schlagwörter mit hebräischen Buchstaben setzen lassen. Diese lernt man leicht einerseits mit Hilfe der Anleitung S. IV f., andererseits durch die sehr zahlreichen Umschreibungen im Text. Von hebräischen bzw. talmudischen Wörtern sind nur solche ausgenommen, welche ich selbst mehrmals in Zeitungen oder bei anerkannten Autoren gefunden habe. Das Ueberwiegen solcher Wörter innerhalb einiger Buchstaben des Alphabets erklärt sich so: Taw kommt ausschließlich, Cheth fast nur in hebräischen und talmudischen Wörtern vor (Ausnahmen: einige Fremdwörter wie Chor, Charakter, und einige polnische Wörter wie chappen; aber auch diese werden jetzt oft mit Kaph geschrieben). Die Erwähnung des Laubhüttenfestes bei Isru chag und Chol ha-moed hat darin ihren Anlaß, daß ich Schemini Azereth mit manchen als Abschluß des Laubhüttenfestes betrachtete. — Die Erklärung von Aphikonwn als „Jubellied" ruht auf dein palästinischen Talnmd und ist von Leopold Löw, dann auch von seinem Sohne Immanuel vorgetragen (s. meine Ausgabe des Mischnatraktats Pesachim, Leipzig 1911, S. 34). — Bei Chad gadja (Ein Zicklein hat gekauft mein Bäterlein) fügte ich hinzu „ein Lied, bei dem man lrach der letzten Strophe wieder die erste singen kann", weil im Jüdischen gesagt wird (wie ich auch anführte): a min chad gadja im Sinne von „ein Hinundher ohne Ende". — Die Abkürzung Jknhz wird ebenso wie von mir erklärt in Spivak-Bloomgarden, Yiddish Dictionary. — Zu „tachanun fallen" vgl. dasselbe Buch und B. W. Segel in Bernstein, Jüdische Sprichwörter,' Warschau 1908, S. 74. Das vermißte Wort „Schalent" steht bei Tsch S. 80, weil ich mehrfach so geschrieben gefunden habe. Gern benutze ich die Gelegenheit, einige Fehler zu verbessern. S. 4 utschastok „Polizeiwache"; S. 31 baal taffe „Pächter der Fleischbänke" (eines Ortes); S. 66 zeier nur auf mehrere bezüglich; S. 84 jaaleh wejabo, dies Gebet ist zu trennen von dem am Vorabend des Versöhnungstages laut gesprochenen jaaleh thachanunenu; S. 102 mezumman 2 „der zum Sprechen des Tischgebets Bestimmte"; S. 116 nidcheh, lies: „Fasttag", nicht: Festtag; S. 152 kersagen „verbieten"; S. 204 bei taschlich lies: 1. Neujahrstag; S. 204 ist zu lesen „Futtersaß", das Futteral, aus dem Gott die Sonne zum Zwecke sehr großer Hitze herausnimmt, im Talmud narthek. Ich schließe mit der Bitte: Jeder, der dazu imstande, wolle mir Berichtigungen und Zusätze mitteilen (die Schlagwörter in hebräischer Schrift), wenn möglich, mit Angabe der Fundstellen. Nur durch freundliche Unterstützung vieler kann dies Wörterbuch in absehbarer Zeit ein wirklich ausreichendes Hilfsmittel werden zum Lesen jüdischer Texte und dadurch zu wirklicher Bekanntschaft mit den östlichen Juden. Ein ganz mit lateinischen Buchstaben gedrucktes „Jüdisches Lesebuch" (4—5 Bogen), welches mit Denken und Leben der östlichen Juden bekanntmachen soll, wird in wenigen Wochen in demselben Verlage erscheinen. Berlin-Lichterfelde-West, Ringstraße 73. Professor Herm. L. Strack. * Elberfeld, 12. November 1916. Sehr geehrter Herr Redakteur! Im Sprechsaal der Nr. 41 Ihres geschätzten Blattes weist Herr Rabbiner Dr. David aus Bochum auf die vorbildliche Art hin, in der die Jüdische Gemeinde in Bielefeld das neu zu besetzende Amt des Rabbiners ausgeschrieben hat. Im Anschluß hieran möchte ich darauf aufmerksam machen, daß nunmehr auch die Besetzung des dortigen Amtes in gleich würdiger und vorbildlicher Art erfolgt ist. Man hat sich auf die Anhörung eines einzigen Kandidaten beschränkt, ihm Gelegenheit gegeben, den Kreisen der Gemeindeverwaltung und -Vertretung seine religiösen Anschauungen vorzutragen, und ihn dann unverzüglich gewählt. Tie Gemeinde Bielefeld hat damit ein weiteres nachahmenswertes Beispiel gegeben. Im übrigen steht dieser Fall im Westen unseres Vaterlandes nicht vereinzelt da. Und auch dort, wo man mehrere Kandidaten hört, pflegt es wenigstens schnell Hinteremander zu geschehen, worauf dann unmittelbar die Wahl erfolgt. Es liegt nicht nur im Interesse des Ansehens des Rabbinerstandes, sondern mindestens ebensosehr im Interesse des Ansehens des Judentums überhaupt, daß die Besetzung eines Rabbineramtes aufhört, ein unwürdiges Schauspiel darzustellen. Mögen daher kleine und große Gemeinden dem trefflichen Beispiel der Bielefelder Gemeinde und anderer Gemeinden, die ebenso oder ähnlich verfahren sind, folgen. Mit vorzüglicher Hochachtung Rabbiner Dr. N o r d e n. * Sehr geehrter Herr Redakteur! In der Notiz („A. Z. d. I." Nr. 44) über den Mörder des Grafen Stürgkh, Dr. Friedrich Adler, wird zugegeben, daß derselbe Jude ist. Ich gestatte mir, darauf aufmerksam zu machen, daß die judenfeindliche Presse ihre diesbezügliche Behauptung im trüben Wasser fischte, in Wirklichkeit ist D r. Friedrich Adler kein Jude. Ter Großvater des Mörders, Christian Adler, hat sich vor ungefähr 65 Jahren an einem Versöhnungstage mit seiner Familie in Rom vom Papst taufen lassen. Er ist als frommer Katholik gestorben. Dr. Viktor Adler — der Vater des Ntörders — war als zweijähriges Kind mitgetaust worden. Dieser heiratete dann eine Frau von rein arischer Abstammung, deren Sohn Friedrich ist. Erst später haben sich Vater und Sohn konfessionslos erklärt, und es ist eine bekannte Tatsache, daß beide verbissene Judenfeinde sind. Man findet in der von Dr. Viktor Adler redigierten „Arbeiterzeitung" so manche Notiz, die der verworfensten antisemitischen Verleumdung nicht nachsteht, wenn auch dabei-das Judentum nicht besonders angemerkt wird. Ich zeichne mit dem Ausdruck meiner vorzüglichsten Hochachtung als Ihr sehr ergebener Chaim Bloch, Rabbinatskandidat, derzeit im k. u. k. Heere. Standort, am 4. November 1916.