Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 80 (1916)
- Issue
- Heft 46 (17.11.1916)
- Date
- 1916-11-17
- Page
- Seite 3 (sequence 15)
- Language
- German
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s der ,Wirt v t lH -ft" z nfammmgefchlostei len jüdischen.- Theologenden: Gründer des Beverns, - d-errr Pfleger .w.issett-s'chaf'Mche'tti StVebens und fester --Freundschaft überd rächte. Ihm schloß sich Professor Dr. G wtima n n an alH Sendbote des Vereins Esra; vor allem aber gKb «er den Wünschen der Gese lischa f t Zur Förderung des Jüdentnm s für den Herausgeber der „Oermauia juckaiea" und den- Schristbeit-er der Monatsschrift-beredten Ausdruck. Und noch ein drittes Mal nahte der Freund dem Freunde, um in seiner Eigenschaft als Revisor der I n d u st r i es chn l e für i sraelrt-ische Mädchen den Schulinspektor in: Ramel: des Vorstandes zu beglückwünschen, während das Lehrerkolleginm der Anstalt zu. seinen: Sprecher den Hauptleiker der Schule, Lehrer M o o p s, erwählt hatte, der -auch berufen war, die Grüße der jüdischen Lehrern er - e i ne i m Re i ch Z:r überbringen. . Für den Verba n b ber j ü - dis ch e n L e h r e r i n S ch t e s i en u n d Pos e n und der>ei: Um terstützungskasse, dessen Vorstands.mvtg\{ieder auch von. auswärts herbeiMertt waren, sprach Prediger Bähr aus Waldenburg und gäb in längerer Rede den: warmen Danke Ausdruck, den alle dem hochverehrten Manne schuldeten, und wie sie, so taten es noch viele andere, so in erster Reihe Rabbiner Tr. Rosenthal im Namen des B r e s l a u e r R a b b i n a t s und Direktor F a b i a u als Vertreter der L e s s i u g - L o ge. Auchder H i l s v e r e i w d e r dl a - w i t scher liest es sich nicht nehmen, durch den Mund des Kommerzienrats Sternberg Grütze und Wünsche darzubringe::, die iri-it gleick)er Wärme Herr F i s ch l e r für die T o y n b e e h a l l e und das von ihr begründete E r h o l u :: g s h e i in verw i: n dete r S o l daten d >ex G a r n ison B r e s l a u überbrachte. Wie manu-igfältig aber -auch -der Ausdruck war, welche Seite der Tätigkeit des! Gefeierten' bald vo:: diesen:, bald vor: jenen: Redner hervorgehoben! wurde, alle Wünsche Vereintei: sich in dem einer:, daß es dem hervorragendei: Manne, der sich allgemeiner Liebe und- Bewunderung j erfreut, iwch lange vergönnt sei, in. ungebrochener Kraft zu lehren! und zu wirke:: zun: Heile der Anstalt, au der er tätig ist, zur Freude seiner Familie, der Wissenschaft zur Ehre und dem Judentum zun: j Segen und Zun: bleibende:: Ruhme.! — Hamburg, 10. ^November. Anläßlich der Hundertjahrfeier der hiesigen Bibelgesellschaft hielt der. bekannte Philosoph Professor Dr. Encken einen Bortrag über die geistesgeschichtliche Bedeutung der Bibel, in welchem er unter anderen: folgendes bemerkte: „Das Grötzte der Bibel ist, daß sie uns das geistige Leben in der reichsten Mannigfaltigk-eit vorhält, so daß die Seele in allen Lebenslagen Anknüpfung findet. In der Bibel sehen wir einen weltgeschichtlichen Zusammenhang. Die einfachste Seele versteht dieses Buch, und doch ist es der Ausgangspunkt der tiefsten Fragen der Menschheit. Die Bibel hat allezeit die Kunst, die Literatur, die Malerei j befruchtet. Unsere großen Männer, wie Dürer, Luther, Bach, Kant, j Goethe, Bismarck, sind religiöse Naturen gewesen und haben der - Bibel nahegestanden. Wahre geistige Größe ist wohl niemals anzutvefsen ohne Religion. Auch die deutsche Geschichte zeigt an ihren Wende- und Höhepunkten den Einfluß der Bibel. Wo der Deutsche recht deutsch handelt, kommt er in Verbindung mit der Bibel, und was groß war im deutschen Leben, hat diese Verbindung gesucht und gefunden. Darum darf die Bibel auch nicht verlassen werden in einer Zeit wie der gegenwärtigen, die so sehr von äußeren und inneren Kämpfen erfüllt ist; denn sie gibt uns Standhaftigkeit, Unerschöpslichkeit und Heroismus in diesen .Kämpfen." E. M. Leipzig, 10. .November. Ter Vorstand der Israelitische n R e l i g i o r: s g e me i n d e z u L e i p z i g hat seinen Verwaltungsbericht für das Jahr 1915 fertiggestellt. Wir entnehmen dieser Schrift nachstehende, auch für unseren Leserkreis interessante Zahlen. Der. Abschluß der Gemeindederwaltnug schließt iu Einnahme und Ausgabe mit 244 741,38 Mark ab. Die Ausgaben verteilen sich auf Einzelzwecke wie folgt: das Armenweser: erforderte 41300 Mark, das Gemeindeamt 11090 Mark, Gehälter für Kultus, Schule und Verwaltung 58 845 Mark, der Religionsunterricht 2625 Mark, die Synagoge 19 653 Mark, die Veranstaltung eines Nebeugottesdienstes an den hohen Feiertagen 2030 Mark. .An Kriegslasten erwuchsen der Gemeinde 41 0O0 'Mark für außerordentliche Armemmterstützungen, 6650 Mark für besondere Bewilligungen für jüdische Gemeinden und andere Organisationen aus. Anlaß des Krieges. Hierunter befinden sich Beiträge für .notleidende jüdische Gemeinden in Ostdeutschland und in: Elsaß und ein Beitrag von 1000 Märt' für die Synagogengemeinve Hohensteich welche sich die Dresdener.Gemeinde nach dem Muster anderer Großgeweinden als Patengemeinde erwählte. Der Bericht verzeichnet 180 Geburten (90 männlich, 90 weiblich), 111 Todesfälle (49 Männer, 32 Frauen, 11 Knaben, 19 Mädchen) sowie 11 Trauungen. Das Gemeindevermögen hat sich im Berichtsjahre durch 4-Stiftungen um 21 000 Mark vermehrt; die neuen Stiftungei: sind für wohltätige Zwecke und Graberhaltungen bestinunt. An besonderen Spenden für Arme sind 2917,80 Mark eingegangen. Die Gemeinde hat durch das Ableben ihres ersten Vorsitzenden Julius Magnus einen schweren Verlust erlitten; weiter beklagt sie den Tod von 29 Mitgliedern, die im Berichtsjahre für das Vaterland gefallen sind, darunter auch der Sekretär der Gemeinde, Rechtsanwalt Dr. Hans Brasch. — Der Bericht beweist eine stattliche Arbeitsleistung in sozialer und organisatorischer Beziehung. dfc Dortmund, 10. November. Am 24. v. M. vollendete Herr Rentner Jakob Wolfs sein 80. Lebensjahr. Erhebende Beweise allgemeiner Liebe und Verehrung lvurden ihn: bei dieser Gelegenheit gebracht. Er entstammt einer Familie, die als eine der ersten Zu Beginn des vorigen Jahrhunderts sich hier niederließ, nachdem das bei der Ausweisung der Juden ans Dortmund erlassene Verbot der Ansiedlung wieder aufgehoben worden war. In ihm lebt daher ein großer. Teil der Geschichte der gegenwärtigen Gemeinde; er hat sie machen helfen an ihrem „grünen Tische", an den: er seit einen: halben Jahrhundert sitzt. In den letzte:: Dezennien nahm er den Ehrenplatz des Vorsitzenden im Repräsentantenkollegium ein. Vieles ist durch ihn geworden. Er ist auch eines der eifrigsten Vorstandsmitglieder im Verein „Altersheim Unna"; er sitzt in: Lokalausschntz des Zentralvereins und in anderen Korporationen, die jüdische Interessen pflegen. Auch in der städtischen Verwaltung betätigt er^ch seit langen Jahren. In Würdigung seines gemeinnützigen Wirkens wurde er vor längerer Zeit schon mit den: Roten Adlerorden 4. Klasse ausgezeichnet. Vor einen: Jahre wurde ihn: die goldene Ehejnbiläun:smedaille mit der Zahl 50 verliehen. Er geht wie ein Jüngling einher. Niemand sieht ihm die Jahre an. Möge er noch lange seine bewährte Kraft Stadt und Gemeinde leihen können. („Israelitisches Gemeindeblatt.") L. Wiesbaden, 10.' November. Vergangenen Montag verstarb hier im 54. Lebensjahre an einer Blutveraiftnng einer der angesehenster: und beliebtesten Aerzte unserer Stadt, Sanitütsrat Dr. Ferdinand Lahn stein. Ans den: nahen Idstein im Tamms starmnend, besuchte der Heimgegangene zunächst das Gymnasium in Mainz, um dann in München und Gießen seine Studien zu vollenden. Zunächst wurde er Arzt in Trebur in: Ried; dann Praktizierte er nahezu dreißig Jahre in unserer Stadt, wo er eine überaus segensreiche Tätigkeit entfaltete. So lvard er Begründer und Vorsitzender der Nassau-Loge (U. O. B. B.); besonders an: Herzen lag ihn: der von ihm begründete und geleitete Verein zur Begründung eines israelitischer: Krankenhauses und Schwesternheims E. V., um dessen Znstandekonnnen, Führung und Förderung er sich hervorragende Verdienste erwarb, und der bereits ein ansehnliches Grilndkapitäl zirr Erreichung seiner Ziele angesammelt hat. Was ihm aber besonders hoch angerechnet werden muß, ist, daß. er sich - - ihn: selbst war der Kindersegen versagt -- seiner früh elternlos gewordenen Neffen und 3lichten in liebevollster Weise annahm. Er fand bei diesen: edlen Tun die verständnisvollste und aufopferndste Hilfe seiner edlen Gattin, die sich dei: verlassenen Kinderi: als 'wahre Mutter zeigte. Daß das länger als zwanzigjährige Eheleben des D äh ingeschiedenen demgelnüß ein äußerst glückliches gewesen, braucht nach dem Gesagten nicht mehr hervorgehoben zu werde::. Ties erschüttert hat es den Heilngega'lGenen, als zwei feiner Neffen, von denen einer den akadernischou Berns wählen tonnte, ans den Schlachtfeldern Rußlands m:d Frankreichs den Heldentod fanden. Der stets viel beschäftigte Arzt fand noch Zeit zu einer ausgedehnten, nueutgettlich ans geübten Arme npraris; den armen . Kranken war er ein imlner bereiter Helfer. - Die stattgehabte Einäscherung gestaltete sich zu einer eindrucksvollen Kundgebung, an der sich weite Teile der Stadt und. Umgegend beteiligten. In der Halle des Krematoriums: sprachen Herr Rabbiner Dr. Kober, Herr Moritz Golds.ch m i d t. für die. .Nassau-Loge, Herr Tr. L a n d s b c r g für den Berein zur Errichtung eines israelitischen Krankenhauses und Schwestermheirns, Herr Auerbach (Frankfurt a. M.) für die