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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1916-11-17 · Heft 46 (17.11.1916) · p. Seite 4

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
80 (1916)
Issue
Heft 46 (17.11.1916)
Date
1916-11-17
Page
Seite 4 (sequence 16)
Language
German
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Großloge und die Logen Frmrksurt, Maimz. . Darnrstaidt, Worms und Hanau. Sanitätsrat Dr. Hackenbruch für den Wiesbadener ärztlichen Verein. Ergreifende Worte iw Nänren der Freunde fand zuletzt Herr Kaufmann Albert Frank (Wiesbaden). Er schilderte, was weite Kreise an dem Verstorbenen verloren, „aber die ihm I näher standen, denen erscheint in stiller Nachtstunde das milde Auge, das sich schloß, und der Mund, der so versöhnende Worte sprach, er ist verstummt. Aber in der Trauer wollen wir nicht vergessen, daß eine höhere Macht das Maß seines Erdenwallens bestimmt hat, und so rufen wir ihm zu: Ziehe hin in Frieden . . LvglanÄ. London (indirekt), im November. Am 23. Oktober starb in Bombay Sir Jacob EliasSassoon im Alter von 72 Jahren. Sir Jacob war der Enkel von David Sassoon, der zu Beginn des 19. Jahrhunderts infolge antisemitischer Unruhen aus Bagdad vertrieben wurde und sich in Bombay ansiedelte, wo er, klein anfangend, allmählich ein bedeutendes Geschäftshaus begründete. Sein zweiter Sohn, Elias, der Vater von Sir Jacob, eröfsnete eine eigene Firma E. T. Sassoon u. Co. Sir Jacob vertrat die Firma jahrelang in China und errichtete nach dem Tode seines Vaters Filialen in London und Manchester. Er hatte bedeutenden Anteil an der Entwickelung der Baumwollindustrie von Westindien und beschäftigte in seinen Betrieben insgesamt etwa 15 090 Menschen. Sir Jacob war allgemein als Führer der Judenbeit in Indien anerkannt; er hat alle jüdischen Institutionen in Indien mit größter Freigiebigkeit gefördert. Zur Beköstigung jüdischer Armer an den Feiertagen errichtete er einen Fonds von 16 500 Pfund. Er begründete mit einem Kapital von 23 000 Pfund in Bombay eine Freischule, in welcher 300 jüdische Knaben und Mädchen Elementar- und Mittelschulbildung und ärmere Knaben eine gründliche Ausbildung im Tischlerhandwerk erhalten. Er baute und unterhielt Synagogen in Bombay, Poona, Hongkong und Schanghai. Er war Präsident der Indischen Abteilung der Anglo-Jewish Association und Ehrenpräsident der Magen- David Congregation in Bombay. Auch jüdischen Institutionen in Palästina hat er durch Vermittelung des Zionistischen Aktionskomitees des öfteren Zuwendungen gemacht. Von Sah und fern. Das Nachrichtenamt der Stadt Berlin teilt mit: Frau Gertrud Mosse, Bendlerstraße, die seit dem Jahre 1909 alljährlich 50 000 Mark in hochherziger Weise der Stadtgemeinde für die Zwecke der Verteilung von Milch als e r st e s F r'ü h st ü ck an bedürftige G e m e i n de sch u l k i nder gespendet hat, hat auch in diesem Jahre wiederum den Betrag von 50 000 Mark für diesen wohltätigen Zweck dem Magistrat überwiesen. - Dm im Krankenhaus der Jüdischen Gemeinde zu Berlin tätigen Herren Pros. Tr. Strauß (dirigierender Arzt der inneren Abteilung) und Assistenzarzt Dr. Silber mann, sowie die Oberschwestern Hanna und Lisa sind mit der Roten - Kreuz - Medaille III. Klasse ausgezeichnet worden. Herr Alphonse Levy, der 20 Jahre die Zeitschrift „Im Deutschen Reich" des Zentralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens seit ihrer im Juli 1896 erfolgten Begründung leitete, ist von seiner Stellmlg zurückgotreten. Levy trat im Jahre 1894 als Generalsekretär in den Dienst des Zentralvereins, um dessen Organisation er sich große Verdienste erworben hat. — Für den verstorbenen Stadtverordneten Max S a li n g er veranstaltete am 9. d. M. im Lehrervereinshaus der Militärverein „Deutsches Vaterland" eine Gedenkfeier, zu der mit den Angehörigen auch zahlreiche Stadtverordnete erschienen waren. Die Gedächtnisrede hielt der Stadtverordnete Waldeck M a n a s s e. — Zum Mitglied der Königlichen Wissenschaftlichen Prüfungskommission in Berlin ist für Französisch bis Ende März 1917 der Oberlehrer am Askanischen Gymnasium Professor Dr. Max Kuttner ernannt. — Der Rentier M. Grand und seine Ehefrau Helene geb. Joseph, Alexandrinenstraße la, feierten am 4. d. M. die diamantene Hochzeit. — Aus Schneidemühl wird uns geschrieben: Herr Felix Sommerfeld aus New Jork sandte abermals seiner alten Heimatstadt zu Händen des Herrn Oberbürgermeister 1500 Mark für die durch den Krieg in Not geratenen Schn erd emühl e r Bürger und für das hiesige Kinderheim, für das Herr Sommerfeld ein ganz besonderes Interesse bekundet. Es ist dies bereits die sechste Sendung in gleicher Höhe. — Tie goldene Hochzeit beging das Raphael J n li n s sche Ehepaak in Krojanke. Bon allen Seiten wurden den Eheleuten große Aufmerksamkeiten erwiesen. Eine Feier nach außen hin fand bei der ernsten Stimmung infolge des Krieges nicht statt. — Bei der .Vorstandswahl in Stolp i. P. am 4. d. M. wurden einstimmig wiedergewählt: Moritz Aron, Leo Blau, Siegfried Samuel; als Stellvertreter PaulSimon, Alex Schlesinger, Gustav Rosen, Moritz Cohn. — Der König von Sachsen hat dem Rabbiner Professor Dr. Po r g e s in Leipzig das Kriegsverdienstkreuz verliehen. — In München findet am 19. d. M. die diesjährige Tagung der Konferenzgemeinschaft der deutsch-israeli tischen Großgemeinden des Reiches statt. Alls der Tagesordnung steht lt. a. auch die rituelle Fettversorgung der jüdischen Bevölkerung. — Zum Leutnant in einem preußischen Feldartillevieregiment befördert wurde der Offizierstellvertreter Fritz Klopfer aus Augsburg. Er war bei Kriegsausbruch als Freiwilliger in ein bayerisches Feldartillerieregimeut eingetreten. — Bei den am 27. v. M. in Mannheim vorgenommenen Ergänznngswahlen wurde für den verstorbenen Fabrikanten David Kahn Bankdirektor B. Wei t in dm Synagogenrat für die Restdienstzeit bis 1. Januar 1921, für den verstorbenen Privatier Emil Darmstädter Landgerichtspräsident Dr. Stein in die Gemeindevertretung für die Restdienstzeit bis 1. Januar 1920 gewählt. —- Am 29. v. M. verschied in Straßburg (Elsaß) im Alter von erst 48 Jahren der Sekretär der Israelitischen Kultusgemeinde und des Israelitischen Konsistoriums Herr Alfred Haguenauer, ein geschätzter und beliebter Beamter. — Aus Bern wird uns geschrieben: Das Bündnis Frankreichs mit Rußland wirft seinen Schatten auch über die jüdische Presse Frankreichs, in der jede Erörterung über die Lage der Juden in Rußland und die Pressung der russischen Juden zum Dienst in der französischen Fremdenlegion untersagt ist. Der.Weltkrieg hat Frankreich nun auch noch Rumänien als Bundesgenossen beschert, und sofort wird die Lage der Juden m Rumänien ein Nolimetangere für die jüdischen Zeitungen. Tie „Renaissance Juife" in Paris hat bereits Erfahrungen auf diesem Gebiet gemacht. Wie aus der allgemeinen französischen Presse hervoegeht, ist eine Nummer dieser Zeitschrift, die der Lage der Juden in Rumänien gewidmet war, der Zensur verfallen. Die ganze Auflage wurde beschlagnahmt, so daß die betreffende Nummer daher nicht zur Ausgabe gelangen konnte. — Das Kriegsministeripm hat für das Gebiet der 4. Armee in Budapest den Oberrabbiner Dr. A d t e r zum Feldgeistlichen ernannt. Dadurch hat Ungarn den ersten jüdischen Feldsuperior für den Bereich dieser Armee erhalten. — Das „Ungarischjüdische Museum" erhielt vom Husarenrittmeister .Erwin d e Zesik I eine wohterhattene Thorarolle zum Geschenk. Er erhielt diese von seinem Diener, der sie im Walde bei Dobrocoa fand und in Unkenntnis ihres Wesens als Tapete seiner Schützengrabendeckung benutzen wollte. Der Rittmeister hütete die heilige Rolle wie eine Reliquie, und als er vom Felde schwer krank in die Heilnat gebracht wurde, war es sein erstes, die Thora dem jüdischen Institut zuzuführen. — Anläßlich der ' Anwesenheit des Finanzministers v. Leth in Lemberg begrüßten denselben viele Abordnungen, welche ihm auch die Bitten und Wünsche der Bevölkerung überbrachten. Unter anderen wurde auch der Regierungskommissär der israelitischen Kultusgemeinde in Lemberg, Tr. Parnas, empfangen, auf dessen warme Begrüßungsansprache Tr. v. Leth erwiderte: „Das rege patriotische Wirken und der eminente Wohltätigkeitssinn der israelitischen Bevölkerung Lembergs sind der Regierung wohlbekannt. Es wird mir der Moment, wo ich Ihre berechtigten Bitten erfüllen werde, ein freudiger fein." Diese Aeuherung des Ministers hat bei der israelitischen Bevölkerung große Befriedigung hervorgerufen. — Irr London erscheint unter der Redaktion des Herrn Tr. I. L. S a l k i n d eine Wochenschrift in jüdischer Sprache „Dje Jüdische Stimme", die voraussichtlich demnächst in eine hebräische Wochenschrift „Kol hajehudi“ unter der gleichen Redaktion umgewandelt werden wird. — Die jüdische Ackerbauschule in Czenftoniew bei Grojec, die schon 15 Jahre unter der Leitung der „Gesellschaft zur Unterstützung jüdischer Landarbeiter in Polen" existiert, wird zurzeit völlig umgestaltet. In Warschau wird ein Vorbereitungskursns für solche Schüler eröffnet, die später in diese Ackerbauschnle eintreten wollen. — Aus New Jork wird gemeldet: Präsident W i l s o n hat den Oberst Charles H. L a u ch h e i m e r aus Baltimore zum Brigadegeneral befördert und ihn gleichzeitig zum Inspektor des Marinekorps ernannt. Die Bestätigung dieser Ernennung durch den Senat gilt als sicher. Verantwort icher Redakteur: Albert Katz in Berlin-Pankow, Florastpaße 58. Verantwortlich für den Anzeigenteil: Max Junge. Berlin-Friede,vru.? Druck und Verlag von Rudolf Mosse.

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