Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 80 (1916)
- Issue
- Heft 40 (6.10.1916)
- Date
- 1916-10-06
- Page
- Seite 2 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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- 2 die vor 25 Jahren an der Spitze der Gemeinde standen und dieses Gotteshaus gründeten, die Architekten, die es entwarfen und erbauten, und die Rabbiner, die in ihm lehrten. Auch des verstorbenen Vorbeters Drogutschin und des hochbegabten Chorleiters Professor William Wolfs wurde gedacht. In der Predigt wurde besonders hervorgehoben, daß in der Synagoge in der Lindenstraße zuerst dm deutsche Sprache einen bedeutenderen Platz in der Gebetordnung einnahm, und betont, daß mit diesem Gotteshause zum erstenmal eine Religionsschule verbunden wurde. Rach der Predigt sang der Chor den 150. Psalm „Halleluja" in der Vertonung von Lewandowski. Berlin, 3. Oktober. Das Eiserne Kreuz zweiter Masse erhielten: Feldunterarzt Fritz Solomon, Gefreiter Kurt A a r o n , Nechts-anwalt Dr. Wrzeszins-ki, Kriegsgerichtsrat in Belgien, Tr. Eugen Jacobsohn, Chirurg eines Kriegslazaretts im Westen, Feldzahnarzt Rudolf Se eg all, Sanitätsunteroffizier Leopold H i r s ch , Kriegsfreiwilliger Unteroffizier Stud. jur. Hans Königsberg e r, Kaufmann Felix Fischer, Musketier Hans Ehrlich, Stabsarzt d. R. Tr. Eugen Lilien thal, Ossizierstellvertreter Wilhelm B o r ch a r d t, Unteroffizier Kurt L e v y, Bizewachtmerster Leopold L eh rs, Kreisarzt in Litauen Dr. Max W u nsch , Blzefeldwebel und Offizieraspirant Bernhard S ch r a - g e n h e i m, Oberstabsarzt Tr. Hans A r o n s o n, Gefreiter Arthur W o l f e n st e i n , Vizewachtmeister d. R. Referendar Fritz Pick, Kriegsfreiwilliger Unteroffizier Alex Levy, Gefreiter Salli Jacobson, Einjähriger Kriegsfreiwilliger Gefreiter Paul I a c o b s o h n , Musketier Erich B e h r e n s o h n , Unteroffizier Alfred R o s s e k, Landwehrmann Oskar S a b a tz k i, Musketier Julius Lewy, Unteroffizier Zahnarzt Fritz Salomon, Studiosus Hans Plonsker, Sohn des Justizrats Plonfker, Abteilungsarzt Tr. Leopold Sch a her, Sohn des Herrn Conrad Schätzer, Stabsarzt Dr. Muskat, Augenarzt Dr. Arthur Crzellitzer, zurzeit Chefarzt der Augenstation im Festungslazarett in Warschau, Landsturmmann Heinrich P i n k u s , Musketier Martin B l u m e n f e l d (Groß-Berlin). Die gleiche Auszeichnung erhielten: Baruch Löwenstein (Datterode, Bezirk Kassel), Leutnant d. R. Alfred Oppenheim, Gefreiter Otto H a i n e b a ch, Unteroffizier M. Strauß, Gefreiter Paul C a h n , Lffizierstellvertreter Alfred E t t l i n g e r (Frankfurt a. M.), Kriegsfreiwilliger Fritz Sch eher (Elbing), Unteroffizier Gustav Meyer (Barmen), Wehrmann Albert Benj a m i n (Köln), Gefreiter Bernhard F r i e d m a n n (Bonn-Hachenburg), Kanonier Paul N e u m a r k, Sohn des Fabrikbesitzers Herrn Julius Neumark (Annaberg i. Erzgeb.), Kriegsfreiwilliger Ernst Lew in (Falkenburg i. P.), Reservist Max Fürth (Gießen), Leutnant Herbert Pica r d (Konstanz), Telephonist Benno H o s - m a n n , Sohn des verstorbenen Kantors Hofmann (Mannheim), Unteroffizier Hugo Lorant (Iserlohn), Kriegsfreiwilliger Unteroffizier Rechtsanwalt Tr. Mar Eich holz (Hamburg), Unteroffizier Hans Sommerfeld (Luckenwalde), Kriegsfreiwilliger Unteroffizier Otto Engel (Wilhelmshaven), Gefreiter Siegfried S i I ber st e i n (Gollub), Kriegsfreiwilliger Bizeseldwebel und Ofsizieraspirant Stud. med. und Phil. Herbert Lachmann (Flatow in Westpreußen), Vizefeldwebel, Rechtsanwalt Dr. Richard Staub (Breslau), Unteroffizier Max Löwen stein (Ochtrup in Westfalen), Unteroffizier Siegmnnd C o h n h e i m (Gleidingen, Kreis Hildesheim), Kanonier Albert L e ß (Rössel, Ostpreußen), Oberveterinär Tr. Bischosswerder, Unteroffizier Heinrich Fr enden thal (Dortmund), Schlofsermeister Gefreiter Josef Erle (Düsseldorf), Gefreiter Joseph Graf (Essen), Reservist Paul Georg L a s ch (Chemnitz), Sanitatsrat Dr. F a ck e n h e i m (Eisenach), Vizewachtmeister d. R. Georg Asch, Mitinhaber der Firma Adolf Asch Söhne, Gefreiter Julius Remak, Sohn des Kaufmanns Herrn I. Remak, Gefreiter Leo Rotholz, Sohn des verstorbenen Kaufmanns Emil Rotholz, Unteroffizier Kaufmann Emil Warschauer (Pofen), Kriegsfreiwilliger Unteroffizier Julius Louis I a co b i, Sohn des Stadtverordneten Rudolf Jacobi (Bromberg), Sanitätsunterosfizier Stud. med. Julius Lew in (Rakel), Musketier Apotheker Rosen bäum (Lissa i. P.). Das Eiserne Kreuz erster Klasse erhielten: Unteroffizier Wilhelm Meyer (Kruschwitz), Stabsarzt Dr. Julius Jalowicz (Hamburg), Sohn des verstorbenen Buchhändlers Jalowicz (Posen), Leutnant Rechtsanwalt Dr. Davidsohn (Düsseldorf), Sohn des Kaufmanns Herrn D. Davidsohn (Breslau), Piouierhauptmann d. R. Siegfried K u r z m a n n , Sohn des Hoflieferanten Herrn Luitpold Kurznrann (Bayreuth), Leutnant Kammergerichtsreferendar R. Cohn, Sohn des Syndikus Arthur Cohn (Berlin), Bataillonsarzt Dr. Edmund Hadra (Charlottenburg). — Das Eiserne Kreuz zweiter Klaffe erhielten ferner: Kriegsfreiwilliger Pizeseldwebel Kurt Z a d i g, Sohn des Brauereidirektors Herrn Julius Zadig, Bataillonsarzt Dr. Adolf Levy, Kriegsfreiwilliger Martin L a ch - mann, Feldunterarzt Krakauer, Rechtsanwalt am Kammergericht Dr. Franz Seligsohn, Gefreiter Siegfried Wald stein, Sanitätsrat Dr. Eugen Arendt, Gefreiter Ludwig Philippsberg, Freiwilliger Gefreiter Julius Rosenberg, Wehrmann Wilhelm E b e l, Landsturmarzt Dr. Eugen Israel (Groß-Berlin). Die gleiche Auszeichnung erhielten: Kriegsfreiwilliger Gefreiter Max Wohl (Bublitz i. P.), Kanonier Isidor G o l d s ch m i d t, Sohn des Kriegsinvaliden Herrn Benjamin Goldschmidt (Krotoschin), Unteroffizier Franz M ü l l e r, Sohn des Vorsitzenden des Vorstandes der Synagogengemeinde Küftrin, Herrn I. D. Müller: Vizewachtmeister Referendar Richard Auerbach, Sohn des Kaufmanns Robert Auerbach, und Wilhelm G r ü tz n e r (Posen). — Danzig, 25. September. Bei köstlichem Herbstwetter fand hier gestern um die Mittagsstunde eine eindrucksvolle Feier statt. An der Nagelsäule versammelten sich die jetzigen und die ehemaligen Schülerinnen der Fortbildungsklasse des Danziger Volkss ch u l l e h r e r i n n e n v e r e i n s und mit ihnen die Knaben und Mädchen der K r i e g s h o r t e auf Langgarten, des Hortes der jüdischen Borussia-Loge, der 100 christliche Kriegerkinder in seine Obhut nimmt, und Abordnungen der Kriegshorte in Langfuhr und Heubude. Mit den Klängen des Hymnus „Die Himmel rühmen", gespielt von einer Militärkapelle unter Leitung von Musikmeister Neumann, begann die Feier, der die schwungvolle und warmherzige Ansprache des Präsidenten der Borussia-Loge, des Rabbiners Dr. Ka elter, eine hohe Weihe gab. Die Rede ließ die großen Taten der Septembertage des ersten Kriegsjahres an den jugendlichen Hörern vorüberziehen, legte ihnen ans Herz, von den Taten unserer Helden und von der Heldenhaftigkeit der großen Zeit einen Abglanz über das eigene Dasein zu breiten, indem sie Selbstzucht übten, um wahrhaftige, redliche, treue Menschen zu werden, und mahnte sie, an der Säule nie vorbeizugehen, ohne ihres jugendlichen Gelöbnisses zu gedenken. Klänge heiterer Militärmärsche begleiteten dann die Nagelung, welche besonders die Kleinen und Kleinsten mit tiefem Ernst vollzogen. Ein zahlreiches Publikum wohnte der Feier bei, die wohl allen jungen Teilnehmern unvergeßlich bleiben wird, 22 Breslau, 27. September. Das Ehepaar Leopold B r i e - g e r und seine Frau Emma geb. Böhm in Neiße hatte der hiesigen Shnagogengemeinde letztwillig ein Kapital von 100 000 Mark mit der Bestimmung vermacht, diesen Betrag zum Besten einer jüdischen Nervenheilanstalt zu verwenden. Vorsorglich aber trafen die Stifter in ihrem wechselseitigen Testament vom 19. September 1912 die Bestimmung, daß, falls dies nicht tunlich sein sollte, weil eine solche Anstalt nicht existieren würde, die Shnagogengemeinde diese Summe in der Weise verwenden solle, daß sie 25 000 Mark für Nervenkranke in ihren eigenen Krankenanstalten behalten und die Restsumme an jüdische Blinden- oder Taubstummenanstalten oder dergleichen Anstalten abgeben solle. Mit Rücksicht darauf, daß zurzeit eine jüdische öffentliche Nervenheilanstalt in Deutschland nicht besteht, beschloß der Vorstand der Shnagogengemeinde, entsprechend der Zweiten Bestimmung des Testaments, der Israelitischen Krankenverpflegungsaustält in Breslau die 25 000 Mark zu überweisen, nachdem sie die Verpflichtung übernommen hatte, diese Summe in der Weise zu verwenden, daß sie, soweit die Raumverhältnisse und die Natur der Krankheit nach Entscheidung des Primärarztes der inneren Abteilung dies zulassen, Nervenkranke nufnehmen werde. Der Restbetrag von 75 000 Mark sollte der Jüdischen Blindenanstalt in Steglitz (mit 25 Personen) und der Israelitischen Taubstummenanstalt in Weißensee (mit 40 Kindern) zu gleichen Teilen zufließen. Die Repräsentantenversammlung, welche sich satzungsgemäß über die Annahme der Stiftung auszusprechen hat, entschied indes anders. Sie beschloß in ihrer Sitzung vom 17. d. M., die Sache zu vertagen, nachdem in der Debatte Repräsentant Justizrat Hirschb c r g zu erkennen gegeben hatte, daß nach seiner Kenntnis der Gemeinde eine Zuwendung von 300 000 Mark in Aussicht stehe, welche im Sinne der Stifter zur Errichtung einer jüdischen Nervenheilanstalt