Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 80 (1916)
- Issue
- Heft 36 (8.9.1916)
- Date
- 1916-09-08
- Page
- Seite 2 (sequence 14)
- Language
- German
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ber Hiiabcu in den Schulen, die Ausbildung zn Handwerkern nach der Schule nsw. ferner richtete die Delegierte i l) v e Aufmerksamkeit auf die Entsendung omi jyrmieii und Rtädchen in 2 mnmevmif enthalte und Ferienkolonien, die dort einen hun Lande angemessenen andersartigen Charakter tragen. Auch den Wöchnerinnenkliniken lvidmete sie ihre besondere Aufmerksamkeit, da es ihr zum Teil erstaunlich war, daß die polnischen Frauen sich überhaupt seit fahren entschließen, zur Entbindung ihr Heim zu verlassen. Die Anfnahmesprechstnnden halten Aerztinnen ab; die Kolltrolleil werden van den Bvrstandsdainen und auch znm Teil von bezahlten Recherchentinnen gemacht, die Pflegen von Hebammen geleistet. Die Delegierte lvohnte einer Ausnahmesprechstnnde bei und machte die sich ans derselben ergebenden Kontrollen mit. Arbeiten in der „Baynhosshilse" und andere ruhen natniltd) zurzeit ganz, jedenfalls ist auch durch diese persönlichen Anknüpfungen an viele Stellen die Kenntnis von einem jüdischen Frauenbund getragen: es sind Vorbereitungen dafür getroffen, daß einst ein jüdischer Frauenbund in Polen sich bilden kann, und daß ein solcher sich dann einein internationalen jüdischen Frauenbund, einem jüdischen Franenweltbnnde anschließen wird. Die Angelegenheit einer Verbindung mit den österreichifch-nngarischeli Frauen bleibt in Fluß. Der Ausschuß des Dentsch-jsraelitischen Genieindebnndes sieht sich gegenwärtig nicht in der Lage, sich initiativ an der Durchführung einer Tagung für B e - v ö l t e r n n g s p o l i t i k zu beteiligen, die der j. F. B. gemeinsam mit dein D. j. G. B. geplant hatte, sagt dem j. F. B. aber gern jede Förderung zn, die ihni als Außenstehenden möglich ist. Das Theina ivird nunmehr auf die Tagung der nächsten Delegiertenversainmliliig gestellt, lieber jnsamuienarbeit in der S\ riegs st a t i st i k berichtete Frau Map folgeiides: Da der Berein Ziir Abwehr des Antisemitismus die statistische Mitarbeit ans deiii Gebiet der Kriegswohlfahrtspflege nicht, lvie seiiierzeit festgesetzt, ausgenommen hat, so ist beschlossen, die Arbeit durch folgeiide drei stellen ausführen zn lasseri: Biirenn für Statistik der jildeii, Ausschuß für Kriegsstatistik der jiideli, jüdischer Frauenbund, Ortsgruppe Berlin. Cs ist von diesen drei stellen ein gemeinsauier Fragebogen zur Feststellung der Tätigkeit auf dem Gebiete der Kriegswolstfahrtspflege ausgearbeitet, der erstens an die Dpnagogeugemeinden, serner an die dem j. F. B. angeschlossenen Vereine ansgesandt ivird. Ans den später eingehenden Antworten kann dann das oon Fräulein Werner seinerzeit erwünschte Material noch besonders heransgezogen werden, Znm Punkt „B e r n f s b e r a t n n g d e r j ll d e n" ivnrde beschlossen, irm eine Zersplitterung zn oermeiden, Frau Helene Meyer in diese vom Zentralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens anfgenommene Arbeit zn delegieren, da Frau Meyer lStargardj auch die Vertreterin des jüdischen Frauenbundes in der interkonfessionellen loeiblichen Berufsberatung ist. Der 2. Verhandlnugstag galt nur den Vorbereitungen für den Z. Delegier t e rl t a g des Jüdischen Frauenbundes, der einer freundlichen Einladung des jfraelitischen hiunanistischen Franenoereins zufolge vom 2 b i s 2!>. D e z e in b e r in H a m b u r g stattfinden soll. Einzelheiten lverdeu, sobald sie festgelegt sind, den angeschlossenen Vereinen tunlichst bald luitgeteilt iverden. Mit Daukesloortell an die Vorstandsmitglieder für die tüchtige in diesen Tagen geleistete Arbeit schloß die Vorsitzende die Versammlung. Briefen lWeslpr.y I. September. jn einer kleinen Gemeinde besteht seit jahren eine Einrichtung zur Ansrechterhaltuna des täglichen Viilljan, deren Einführung auch für andere kleine und mittlere Gemeinden empfehlenswert erscheint nnd die deshalb oerdient, weiteren -greisen bekannt zn werden. Alan geht dabei von der Einsicht aus, daß diejenigen Mitglieder, ioelche Fahrzeit haben, besonderen Wert auf das Zustandekommen des Gottesdienstes an ihrem jahrzeittage legen. Da sie nun an dem jahrzeittage die anderen Gemeindemitglieder bemühen werben, verlangt inan auch von ihnen einen Gegeiidieiist. Einige Tage vor der Fahrzeit erhalten sie folgende Mitteilung: ,,P. P. Vezngnehiiieud auf das jhnen zurzeit zugegangene Zirkular betreffend Ansrechterhaltnng des täglichen Gottesdienstes inid Abhaltung voii jahrzeittagen iverden Die frenlidlichst gebeten, einige Male vor jhrer am . . . .ten .... stattsilidenden Fahrzeit den Gottesdienst zn besuchen. Bereinigung zur Anfrechterhaltung des täglichen Gottesdienstes. Betrifft Sterbetag jhre.. fei." Die Einrichtung hat sich seit jahren bewährt und ermöglicht der Gemeinde die Abhaltung des täglichen Morgen- und Abendgottesdienstes, jn allen Gemeinden,, in denen wenigstens einige Herren täglich den Gottesdienst besuchen wollen, wird sich mit Hilfe dieser Einrichtung der tägliche Gottesdienst wieder einführen lassen. Ein Versuch sei daher allen Gemeinden empfohlen. Rabbiner Dr. Neu se lb. W. Schönlanke, 1. September. Im hohen Alter von achtzig jahren ist, lvie bereits gemeldet, am 39. v. Nt. infolge einer Erkrantnng an Lungenentzündung der Geheime Sanitätsrat Herr Dr. Ludwig Sachs verschieden. Mehr als fünfzig Jahre hat der Dahingeschiedene hier gewirkt und seinen Ruf als tüchtiger Arzt lveik und breit begründet. Als junger Stabsarzt war er 18 70/71 in Frankreich, von wo er, mit dem Eisernen Kreuz geschmückt, zurückkehrte. Die Gründung des Landlvehrvereins im Jahre 1872 ist zum großen Teil sein Werk, und viele Jahre hindurch hat er das Amt des Bor sitzenden verwaltet. Neben seiner angestrengten beruflichen Tätigkeit lvidmete sich der Verstorbene fast fünfzig Jahre lang der st ä d t i s ch e n B e r lv a l t u n g als Stadtverordneter, Magistratsmitglied ilnd zuletzt zwanzig Jahre hindllrch als Beigeordneter. Erst vor einigen Monaten legte er dieses Amt aus Altersrücksichten nieder. Die Stadt ernannte ihn zum Ehrenbürger, nild an höchster Stelle ist seine ehrenamtliche Tätigkeit durch Verleihung des Roten Adlerordens vierter Klasse und des Kronenordens dritter Klasse anerkannt worden. Die Armen und Kranken verlieren in ihm einen stets hilfsbereiten Wohltäter. Ter hiesigen Synagogengemeinde nnd den innerhalb derselben bestehenden Vereinen bebentet der Heimgang einen schweren Verlust. Eine von den Angehörigen aller Konfessionen hochgeschätzte Persönlichkeit, ein seltener Menschenfreund, der sein reiches Wissen in den Dienst der leidenden Mitmenschen stellte, ein aufrichtiger Freund und Berater der Hilfesuchenden ist namentlich der jüdischen Gemeinde entrissen lvorden. Biele Jahrzehnte stellte er seine Kraft in den Dienst derselben durch seine Tätigkeit als Mitglied des Borstandes nnd des Repräsentantenkolleginms. Der Armenverein verdankt sein Entstehen seiner Initiative. Der Ehewra-Kaddischa, dem Franenverein, deren langjähriges Ehrenmitglied er war, widmete er stets besonderes Interesse. Der Verein für jüdische Geschichte und Literatur ist unter seiner Mitwirkung entstanden. Ludwig Sachs wirkte bei seinem Leben segensreich für unsere Gemeinde und sein Andenken wird zum Segen für die Gemeinde weiterleben. ll. A. Nürnberg, 1. September. Das Eiserne Kreuz erster Klasse erhielt der bayerische Pionierhauptmann d. R. Siegfried Kurzmann, Vanamtmann in Rvsenheim. Der Genannte besitzt bereits des Eiserne Kreuz zweiter Klasse, den bayerischen Rcilitärverdienstvrden mit Schwertern und das österreichische Militärverdienstkrenz mit der Kriegsdekoration. — Das Eise r n e K r e u z z lv eite r K l a s s e e r h i e l t e n a u s 9t n r n b e r g: Gefreiter d. R. Hugo Hei deck er, Sohn des Fabrikbesitzers Jakob Heidecker; Vizefeldlvebel nnd Sffizieraspirant d. R. Robert Zi egel, Sohn des Kunstanstallsbesitz-ers Emil Ziegel: Adolf Kohl mann, Unteroffizier, im 0. bayerischen R'eserveinsauterieregiment, Sohn des Vorstandsmitgliedes der israelitischen Knltnsgenieinde Lazarus Kohlmann: R'echtsamvall Arthur Aal, Leutnant d. R. im 21. bayerischen Reserveiusanierieregiment; Feldlnzarettinspettor Eichbaum; Feldmagazininspektor Siegfried B e r g m a n n: Feldmagazininspektor Alfred H e ch i n g e r; Eand. med. Ludwig U l l m a n n. Sohn des Damenhändlers Gust. Nllmann; Reservist Leopold Seif s e r h e l d: Richard Fried m a n n, . Leutnant d. R. im 10. bayerischen Infanterieregiment; Blzefeldlvebel Hermann Hey deck er, Prokurist der Dresdener Bank, Filiale Nürn-! borg: Hugo Seckendorf, Vizewachtmeister bei der bayerischen Feld-! gendarmerie: Rechtspraktikant Rcar Friedmann, Vizefeldwebel! d. R. beim 21. Infanterieregiment in Fürth. - Den Mititär-! verdi e u st v r d e n vierte r K l a s s e erhielt Dr. Engen K ö n i g s -! berge r, pratt. Arzt, Rlünchen. - Das R i tterkreliz erster! Klasse des schwedischen W a s a o r d e n s mit der K r o n e e r h i e l t: Fabrikbesitzer Julius B e r n st i e l in Nürnberg in Anerkennung seiner Verdienste um die Ausstellung in Malmö. —Das | b a yeri s ch e L u d w i g s k r e n z f ü r K r i e g s v e r d i e u st e e r -! h i e l t e n: Stabsarzt Dr. David E i ch e n b r o n ne r; Stabsarzt Dr. ' Paul L a n d m a n n: praktischer Arzt Dr. Felix F r e y: praktischer Arzt! Dr. Albert W e i n st o cf; Kaufmann Hermann G o l d st e i n; bk Kanf-; mannsgattin T it ch m a u n, Frau W e r t h e i m e r, Frau F e l h e i m, Frau Sberlandgerichtsrat Betty Bern he im er: Fräulein Adele! F r n n ke n a n, Frau Rosa F e ch h e i in e r, Frau Witlve Franke n-