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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1916-09-08 · Heft 36 (8.9.1916) · p. Seite 426

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
80 (1916)
Issue
Heft 36 (8.9.1916)
Date
1916-09-08
Page
Seite 426 (sequence 6)
Language
German
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426 cie haben der muerikanischen Bürgerschaft einen schändlichen Hieb verseht, in einer Zeit, in welcher es die Haupt Pflicht aller Amerikaner ist, geeinigt dazusteyen. Berbindnngen zu vermeiden, welche geeignet sind, zu einem Konflikt zu führen, und in welclpr es vor allem unser aller Pflicht ist, die Würde nud die Ehre des Landes zu berücksichtigen." Beachtenswert ist, daß Mar sch all die schändliche Zuinntung, Rußland zur Stärkung seiner Macht Geld vorzustrecken, nicht vom Standpunkte des Inden oder des Präsidenten des „American Jewish Gommittee", sondern als ^Amerikaner, der sich in seiner Würde schwer gekränkt sieht, zrirückweist. Muss Lroy. (Zu seinem 60. Geburtstage.) ie Berliner jüdische Gemeinde ist, wie das deutsche Judentum überhaupt, auch in unfern* schnellebigen Zeit nicht von Männern verwaist, die, von dem unsterblichen Idealismus der Altvorderen beseelt und geleitet, ihr Wissen und Können, ihre Zeit und Tatkraft selbstlos in den Dienst unserer Glaubensgemeinschaft stellen. Das bezeugen die mannigfachen Institutionen unserer Gemeinde, die verschiedenen wissenschaftlichen Vereine und die großen Wohlsahrtsorganisationen, die in der Reichshauptstadt ihren Sitz haben und von Männern geleitet werden, deren segensreiches Schassen und Wirken der jüdischen Gesamtheit zur Ehre und zum Ruhme gereichen. Zu den idealgesinnten Männern zählt auch Herr Benas Levy, dessen ersprießliche Tätigkeit im Dienste des Judentums wir seit fast einem Bierteljahrhunoert kennen und schätzen und darunt schon seinen sechzigsten Geburtstag gern zum Anlaß nahmen, um ihm unsere Anerkennung, begleitet von den besten Wünschen für die Folgezeit, zum Ausdruck zu bringen. Zugleich aber wollen wir es nicht unterlassen, den Lebenslaus des Jubilars, wenn auch in gedrängter Kürze, zu skizzieren. Am 0. September 1856 in Krotoschin geboren, besuchte er das dortige Gymnasium bis zur Obersekunda und ging gleich nach Beendigung des Krieges mit Frankreich im Herbst 1871 nach England. Er beabsichtigte in Liverpool bei Verwandten das Bankgeschäft zu erlernen, kehrte jedoch bereits nach einigen Monaten nach Deutschland zurück. In Liverpool verkehrte er viel im Hause seiner Cousine und mit ihren Kindern. Ihre älteste Tochter, Isabel Thora Lublin, ist später seine Frau geworden. . Nach Berlin zurückgekehrt, trat er am 24. Januar 1872 als , Lehrling in die Baumwotlwarenfabrik der Firma Lo ewen-! berg u. Bütow ein, die seit 1837 bestand und eine der ältesten und angesehensten Baumwollwarenfabriken Berlins; war. Er machte schnell Karriere, denn schon nach sechseinhalb-! jähriger Tätigkeit war er Mitinhaber der renommierten Firma geworden. Nach dem Tode seines Assorios im Jahre 1808 änderte er die Firma mtf seinen Namen um. Er ist nunmehr seit fast 45 Jahren ununterbrochen in demselben Geschäft tätig und Hai es immer weiter ausgedehnt, so daß seine Firma jetzt zu den angesehensten Berlins zählt. Er gehört zum Vorstand des Landesverbandes der norddeutschen Baumwollwarentnrsrüster und ist beeidigter Sachverständiger der Branche. In Fachzeitungen hat er viele Aussätze über die Baumwolle und über Baumwollwaren veröffentlicht und hielt auch gelegentlich Bvrträge darüber, die in der „Kolonialen Rundschau" abgedruckt sind und als Broschüren veröffentlicht wurden. Die erste erschien unter dem Titel „Baumwolle" (Dezember 1910), die zweite unter dem Titel „Die Baumwollfrage und die deutschen Kolonien" (Juli 1913). Für die Interessen des Judentums war Benas Levy seit frühester Jugend eingenommen. Ausgewachsen in einem frommen Mern'hanse, wurde er in einer guten jüdischen Schule, die von dem tüchtigen, später in Berlin wirkenden Rektor H u t h geleitet war, in allen Fächern unterrichtet und erweiterte dort seine Kenntnisse in der hebräischen Sprache und in der Geschichte des Judentums. Als er später in Berlin von dem Herausgeber des weitbekannten Blattes „Jewish Chronicle" in London die Aufforderrtkig erhielt, über die Vorgänge in der deutschen Judenheit zu berichten, nahm er den Auftrag gern an und fand so Gelegenheit, allen Vorkommnissen in der Gemeinde näherzutreten und alle Geschehnisse in seinem „Berliner Brief", der eine ständige Rubrik im „Jewish Chronicle" viele Jahre hindurch bildete, zu berichten und zu beleuchten. Durch diese seine Tätigkeit trat er in nähere Beziehung, die nach und nach zu einer dauernden Freundschaft führte, zu dem leider so früh verstorbenen Redakteur dieses Blattes G u st a v K a rp e l e s, der, scharfblickend wie er war, in dem Jubilar eine für das Judentum und seine Bestrebungen vorzüglich geeignete werbende Kraft gewahrte und auf sie die Aufmerksamkeit der führenden Kreise lenkte. Auf seinen Vorschlag wurde auch Benas Levy in den Vorstand des Vereins für jüdische Geschichte und Literatur gewählt, für dessen Ausbreitung und Fortentwicklung er unablässig wirkte tmö ihm bis auf den heutigen Tag mit seltenem Eifer und beispielloser Hingebung seine Kraft und Fürsorge widmet. Der Aufforderung des verstorbenen Freundes folgend, wirkte er im Verein für jüdische Geschichte und Literatur auch-als Redner und hielt in den neunziger Jahren des vorigen Jahrhunderts Vorträge über „Die Wiederzulassung der Juden in England" sowie über „Die Juden in Worms", von welchen letzterer 1914 im Druck erschienen ist. Ebenso regen Anteil nahm er an den Bestrebungen, die zur Begründung der „Jüdischen Lesehalle und Bibliothek" führten, deren Vorstand er seit der Eröffnung des Instituts angehört. Als später die Berliner Benas Levy.

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