Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 80 (1916)
- Issue
- Heft 33 (18.8.1916)
- Date
- 1916-08-18
- Page
- Seite 2 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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2 Jacques K a r P, Rabbiner Dr. S t e i n t h a I, beim Stabe einer Ersatzdivision. Wehrmann Hugo O e st >e r r eiche r, Unteroffizier Schauspieler Max Goldberg, Unteroffizier bei einer Fernsprechabteilung Artur E o h n, Unteroffizier d. L. Kaufmann Sallh Rosenkranz, Kriegsfr. Unteroffizier Kurt Joseph (Groß-Berlin). Die gleiche Auszeichnung erhielten: Kriegsfreiwilliger Siegfried Schuster (Zempelbnrg), Sanitätsunteroffizier Wilhelm Reich (Marienburg), Vizefeldwebel Hugo D a v i d s o h n (Kl.-Schliewih, Westpreußen), Gefreiter Alfred Boas (Stargard i. P.), Assistenzarzt Dr. Gustav Hoffm a it n, Gefreiter M. M a n n h e i m, Gefreiter Jakob P o l a ck, Gefreiter Karl Mäher (Hamburg), Unteroffizier Paul Moltke (Frankfurt a. M.), Bizefeldloebel Ernst Schaeffer, Unteroffizier Mar Ruß. Gefreiter Otto Schaeffer (Breslau), Assistenzarzt Dr. Albert M i ch a e l s o h n, Sohn des Medizinalrats Dr. Michaelsohn (Meseritz), Gerichtsassessor Dr. Hans Schlesinger, Sohn des Sanitätsrats Dr. Schlesinger (Oppeln), Vizeloachtmeister d. N. Georg Asch (Posen). Feldwebel Jakob Baum (Moschin), Kanonier Gustav a n affe (Kolmar i. P.), Offizierstellvertreter Rechtsanwalt und Notar Georg Goldstanb (Loslau), Infanterist Eugen S ch nee m a n u (Mvslowitz). Offizierstellvertreter Robert M a z u r (Köthen), Reservist Alfred Stern (Hattingen), Hugo I a c o b u s (Moringen, Hannover), Offizierstellvertreter Siegfried Kahn (Cannstatt), Marcel Magnus; (Straßburg i. E.), Dr. med. Sallh S ch a u m b u r g e r (Gießen), Unteroffizier Referendar R. Manko und Gefreiter M. Blanko, Söhne des Herrn Hermann Manko (Hanau a. M.), Unteroffizier Robert Steinberg, Dr. med. Gustav Sinto li, Leutnant Rechtsanwalt Dr. Me r z b a ch (Frankfurt a. M.), Vizeseldwebel Erich Mosbach er (Bochum), Gefreiter Max Hetmann (Schwerte a. d. Ruhr), Gefreiter Friß Gimnicher und Julius G i m n i che r, Musketier Hermann H albe r st a d t, Pionier Bernhard L eh m a n n, Gefreiter Walter Bruck m a n w (Krefeld), Musketier Alfred Lazarus (Dortmund), Leutnant Emil Landau (Witten), Vizefeldwebel Simon Kleinberger (Odenbach). Kanonier Adolf Berg, Assistenzarzt Tr. Viktor S. H o l st e i n, Landsturmmann M n r cf) a ii b (Köln a. Rh.), Vizefeldwebel Karl Dresdner (Beuthen), Unteroffizier Referendar Siegfried Moses, Unteroffizier Dr. Phil. Willst Cohn, wissenschaftlicher Hilfslehrer an der Realschule TI, Sohn des verstorbenen Kaufmanns Louis Cohn (Breslau), Unteroffizier Ernst E o h n, Sohn des Lehrers I.Cohn (Lissa i. P.). Offiziersaspirant Georg Aron, Alfred Daniel (Brombera), Joseph Jaffe, Sohn des Stadtrnts Abraham Jaffe (Schrimm). Das Eiserne Kreuz erster Klasse erhielt Stabsarzt Dr. Arnold F u ch s (Dresden). H. W. Brombera, 11. August. Am 4. b. M. verstarb im 65. Lebensjahre Herr Justizrat und Notar Salli Wolsfen. Mit ihm ist das älteste Mitglied der hiesigen Rechtsanwaltschaft, der der Verstorbene über drei Jahrzehnte angehörte, dahingeganaen. lieber den Rahmen seines Berufes hinaus hat er sich auf kommunalem Gebiete und demjenigen von Kunst und Wissenschaft allzeit rege betätigt. Seit 1892 gehörte erdem Stadtverordnetenkollegium an und lange Jahre hindurch versah er hier das Amt des stellvertretenden Vorstehers. Auch in den Körperschaften der Synagogengemeinde nahm Justizrat Wolsfen Jahrzehnte hindurch eine angesehene und vielfach maßgebende Stellung ein. Seit Begründung der Deutschen Gesellschaft für Kunst und Wissenschaft gehörte er ihrem Hauptvorstande an, und in einzelnen Abteilungen dieser Gesellschaft entwickelte er fortgesetzt eine rege Tätigkeit. Namens des Vorstandes der Posener Anwaltskammcr widmet Herr Geheimer Justizrat Salomon dem Verewigten folgenden Nachruf: „In länger als zwanzigjähriger treuer Arbeit hat er in unserer Mitte mit nie ermüdendem Eifer für die Standes- und Berufsinteresfen seiner Kollegen vorbildlich gewirkt. Ein aufrechter Mann von unerschütterlicher Rechtlichkeit, ein gerader, unbeugsamer Charakter, dabei wohlwollend und liebenswürdig, war er uns ein Vorbild treuer Pflichterfüllung und ein hochgeschätzter Mitarbeiter. Sein Tod reißt eine schmerzliche Lücke in unseren Kreis. Wir werden sein Andenken hoch in Ehren halten." Breslau, 11. August. Tie Eigenart der Krankheiten, zu deren Heilung das bekannte H e r z b ad K u d o w a in der Grafschaft Glah ausgesucht wird, bringt es mit sich, daß öfter als in den meisten anderen Badeorten Todesfälle Vorkommen. Wenn dieser traurige Fall bei einem jüdischen Manne oder einer jüdischen Frau eintrat, wie es in dieser Saison leider schon wiederholt der Fall gewesen ist, so fehlte es bisher an einem geeigneten Raume, wo die Aufbewahrung der Leiche erfolgen und die durch den Ritus gebotene Bereinigung und rituelle Einsargung vorgenommen werden konnte. Wenn auch die christliche Kirchengemeinde in bereitwilligster Weise bisher den jüdischen Leichen Gastfreundschaft gewährt und sie in einem Nebenraume der evangelischen Friedhofskapelle aufbewahrt hat, so ist es für die Angehörigen unserer dahingeschiedenen Glaubensgenossen doch meist ein peinliches Gefühl, ihre Toten aus einem christlichen Friedhofe zu wissen. Dazu konimt, daß die rituelle Bereinigung in dem unzureichenden Raume sehr erschwert ist. Da ferner mit Rücksicht auf die Kurgäste die Ueberführung stets und die Bereinigung meist in der Nacht erfolgen muß, ist die Bereinigung zuweilen auch mit einer Gefährdung der Gesundheit der Männer und Frauen verbunden, die sich dem frommen Liebesdienste unterziehen, weil die Kapelle auf dem besonders bei Nacht nicht ganz leicht zu erreichenden Kapellenberge liegt. Die Schwierigkeit, mit einem Wagen die Kapelle zu erreichen, die Notwendigkeit, die Leiche durch den ganzen Ort zu tragen, und die ungenügenden Beförderungsmittel bringen es mit sich, daß häufig die Ueberführung nicht mit der wünschenswerten Würde erfolgen konnte. Um diesem Uebelstande abzuhelsen, trat am 2. d. M. eine Anzahl jüdischer Kurgäste zusammen und gründete einen Krankenderp f l e g u n g s -, Unter st ützungsun d Beerdigungs- Verein (Chewra Kaddischa) in Kudowa, mit dem Sitz in Breslau. Nachdem die Satzungen beraten und angenommen worden waren, wurden folgende Herren in den Vorstand gewählt: Dr. Josef Schlesinger (Breslau) als Vorsitzender, D. Goldstücker (Breslau) als dessen Vertreter, Adolf Schnitzer (Breslau) als Kassenwart, L. Bloch (Breslau) als dessen Vertreter, Siegfried W e i ß m a n n (Breslau) als Schriftführer, Hugo P u l v e r m a ch e r (Breslau) als dessen Vertreter sowie als Beisitzer die Herren Prediger B ä h r (Waldenburg), H. Brauer (Hindenburg), Albin V ö h m (Berlin), Richard Ebenstern (Charlottenburg), Ehrenwerth (Posen), Rabbiner E l l g u t h e r (Neiße), S. G a ß m a n n (Ratibor), Ludwig Herrn st adt (Posen), Prediger I o s p e (Glatz), Kastellan (Beuthen), Markus (Ratibor), Pollak (Kudowa), I. P r e i ß (Kattowitz), S. Ritter (Breslau), Dr. Sandler (Kudowa), Ernst Strauß (Berlin) und Stadtrat Wiener (Kattowitz). In freundlichster Weise hat sich der Gemeindevorsteher von Kudowa, Herr Grunwald, bereit erklärt, dem Verein einen prächtig gelegenen, von jungen Tannen umrahmten Platz zur Errichtung einer Leichenhalle und eventuellen Anlegung eines jüdischen Friedhofes zur Verfügung zu stellen. Die Anlage ist auch materiell dadurch gesichert, daß außer einem bereits bestehenden Fonds von etwa 900 Mark im Laufe einer Woche über 1500 Mark durch freiwillige Spenden der jüdischen Kurgäste zusammenkarnen. Immerhin wäre es wünschenswert, wenn recht viele Mitglieder der neu gegründeten Chewra Kaddischa beitreten würden, um so mehr, als der jährliche Mindestbeitrag nur 3 Mark beträgt. Der Verein beabsichtigt, späterhin ein jüdisches Hospiz einzurichten, um Minderbemittelten gegen ein gaüz geringes Entgelt die Möglichkeit zu bieten, an den heilkräftigen Quellen Kudowas Genesung zu finden. Meldungen als Mitglied nimmt gern der Vorsitzende Dr. Josef Schlesinger, Breslau, Harrasgasse 4/5, entgegen. m. Altona, 13. August. Herr Herr mann A. Cohn, Inhaber der gleichnamigen Hausmaklersirma in Hamburg, ist auf dem Felde der Ehre gefallen. Der Verstorbene bekleidete in der jüdischen Gemeinde in Altona viele Ehrenämter: er war u. a. in der Armenkommission, im Waisenhaus und im Kastenwesen in der Verwaltung tätig. In weitesten Kreisen genoß er große Achtung und Wertschätzung, und -erweckt sein Heldentod aufrichtige Teilnahme. Die Gemeinde beklagt den Verlust eines ihrer besten Mitglieder, die junge Gattin und zwei unmündige Kinder beweinen den Tod eines lieben Gatten und trensorgenden Vaters. Die Trauerfeier fand in der Halle des jüdischen Friedhofes in Bahrenfeld unter außerordentlich großer Beteiligung statt. Der Vorstand und die Mitglieder der Gemeindebehörden waren vollzählig -erschienen; außer den vielen Freunden und Berufsgenossen bemerkten wir u. a. die Herren Rabbiner Dr. A. L o e we n t h a l, Dr. Plato und andere hervorragende Persönlichkeiten ans Hamburg. Die Gedenkrede hielt Herr Rabbiner T u k e s c z , der ein treffendes Lebensbild des Verstorbenen entwickelte. Dem Dank der Gemeinde gab der Vorsteher Rechtsanwalt Dr. Max