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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1916-08-11 · Heft 32 (11.8.1916) · p. Seite 384

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
80 (1916)
Issue
Heft 32 (11.8.1916)
Date
1916-08-11
Page
Seite 384 (sequence 12)
Language
German
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wird mehrfach gehandelt, zum Beispiel in Eschelbachers Studie „Die Anfänge der allgemeinen Bildung unter den deutschen Juden vor Mendelssohn". Der hier S. 176 geschilderte' A. Gumpertz ist, wie ich hinzusügen möchte, auch als Vermittler bei der 'Heirat Mendelssohns mit Fromet Gugenheirn tätig gewesen. Sehr interessant ist Simonsens Aufsatz „Mendelssohniana aus Dänemark", die von den Schwägern Mendelssohns Joseph Gugenheim und Moses Fürst Unbekanntes berichtet. Unter den dem Mittelalter gewidmeten Arbeiten seien als besonders lehrreich I. Elbogen kritische Studie „Zu den hebräischen Berichten über die Judenverfolgungen im Jahre 1096" und Herlitz' Untersuchung „Hebraismen in lateinischen und deutschen Urkunden des Mittelalters" hervorgehoben, ohne daß es möglich ist, auf die wichtigen Resultate dieser Arbeit einzugehen. Aber auch viele andere Arbeiten müßten erwähnt werden, wenn die Bedeutung des Bandes vollständig gewürdigt sein sollte. Es liegt mir fern, den übrigen fleißigen und gewissenhaften Arbeitern nahezutreten dadurch, daß ich ihren Anteil nicht erwähne; ich hebe nur dasjenige hervor, das meinen Studien naheliegt. Der ganze Band ist nicht bloß eine schöne Ehrung für den Gefeierten, sondernein treffliches Dokument des Fleißes und der Arbeitssreudigkeit wackerer Gelehrten, die in dieser schweren Kriegszeit Muße und Stimmung für ernste Studien finden, die ganz abseits von den ungeheuren Ereignissen unserer Tage stehen. Zum Schluß sei auch hervorgehoben, daß die Ausstattung des Bandes eine zweckentsprechende und würdige ist. L. G. # — Vom inneren Frieden des deutschen Volkes. Ein Buch gegenseitigen Verstehens und Vertrauens, herausgegeben von Friedrich Thimme. Verlag von S. Hirzel in Leipzig, 1916. 2 Bände. Das Werk, in dem auch der Aufsatz Hermann Cohens steht: „Deutschtum und Judentum", von dem ich in unserer Zeitung 1916, Nr. 24, wesentliche Abschnitte habe abdrucken lassen, zerfällt in folgende fünf Abschnitte: „Friede unter den Weltanschauungen"; „Friede unter den Konfessionen und kirchlichen Parteien"; „Friede unter den Klassen und Berussständen"; „Friede unter den politischen Parteien"; „Friede unter den Nationalitäten". Außer Cohen finden wir von jüdischen Mitarbeitern nur Ludwig Haas, der über „Die Partei der Schützengrabenkämpfer" spricht. Auch Rechtsanwalt Hugo Heinernang, der die Theorie des Klassenkampses und die praktische Arbeitsgemeinschaft der Klassen behandelt, möchte zu den Unsrigen zu rechnen sein. Bon den bürgerlichen und nichtbürgerlichen Parteien kommen die Bestell zürn Wort. Jur ganzen sind es 38 Allssütze, sehr verschiedenen Inhaltes und natürlich auch verschiedenen Wertes: Staatsbeamte, Universitätsprofessoren, Politiker, Journalisten, Geistliche und eine Schriftstellerin, allerdings eine der besten, Gertrud Bälnner, sind vertreten. Bei dieser Fülle von Namen und Meinungen, bei dem großen Umfange des Buches (das Werk ist in zwei Halbbänden erschienen, füllt 574 Seiten) ist es schwer, ja geradezll unmöglich, alle einzeln zu erwähnen, nicht rätlich, nach Gutdünken einzelnes hervorznhebcn, und sehr wenig angebracht, eine Kritik des vortrefflich gelneintell Werkes zu schreiben. Ntan kann nur sagen: Weder der Herausgeber lloch die Mitarbeiter wiegen sich in dem Traume, daß während des Krieges und nach Beendigung des furchtbaren Ringens ein ständiger Friede zwischen den Parteien herrschen werde; man kann mir der Hoffnung Ausdruck geben, wie dies der Herausgeber auch tn seinem Schlußworte tut, daß „der Geist des gegenseitigen Verstehens und Vertrauens mehr als bisher in Deutschland einzieheu werde". Und so empfehlen wir die gedankenreichen Ausführungen aus dieser wertvollen Sammlung llnseren Lesern, die gern sinnige Betrachtungen inmitten des furchtbaren Weltkrieges anstellen und sich alls der Not der Gegenwart in hoffnungsreichere Zeiten und Stimmungen zu versetzen lieben. L. G. * — Ter jüdische I u g e n d g o t t e s d i e n st nach Theorie und Praxis. Von B. G o t t s ch a l k. Preisschrift der Maybaum- Stiftung. Berlin 1915. Verlag von M. Poppelauer. An modernen pädagogischen und homiletischen Lehrbüchern ist die jüdische Literatur sehr arm, und jeder neue Versuch auf diesen Gebieten wird freudig begrüßt. Das vorliegende Büchlein von Gottschalk, das sich mit der Geschichte, Der Theorie und der praktischen Ausgestaltung des- I u g e n d g o t te s d i e n st e s befaßt, verdient sich freilich den Dank des Rabbiners und Lehrers nicht nur durch die Tatsache seines Erscheinens, sondern auch durch seinem inneren Wert. In manchen Einzelheiten mag man anderer Meinung sein als der Verfasser; da er aber einen guten Blick für die Anschauungswelt des Kindes mit pädagogischem Talent und Verständnis für die praktischen Bedürfnisse der Gegenwart, für die Schwierigkeiten der religiösen Erziehung verbindet, so wird seine Schrift auch von den Rabbinern mit großem Nutzen gelesen werden, die auf langjährige Erfahrungen im Kindergottesdienste znrückblicken können. Gold mann (Oppeln). * — Agada-Sammlung. Von I. Lewner. Für die Jugend ausgewählt, übersetzt und mit Zusätzen versehen von B. Gottschalk. Erster Band: Von der Schöpfung bis Joseph. Berlin, Verlag von M. Poppelauer, 1915. — Mit gutem Blick für die Anschauungswelt und die Auffassungskrast des Kindes hat der Herausgeber die Auswahl getroffen und ihr das deutsche Gewand gegeben. Ter Jugend bietet die Sammlung einen interessanten und lehrreichen Lesestoff, der ihr das Verständnis für so manche der durch die biblischen Erzählungen vertraut gewordenen Gestalten erleichtern wird. Aber auch der Lehrer wird sich recht vieler dieser Geschichten zur Belebung und Vertiefung seines Unterrichts bedienen können. G o l d m a n n (Oppeln). Mcherrmlsuk. Besprechung der Bücher Vorbehalten. Zurücksendung der Bücher findet Ut keinem Falle statt. Beiträge zur Geschichte der deutschen Juden. Festschrift zum 70. Geburtstage Martin Philippsons. Herausgegeben vom Vorstande der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums. Leipzig 1916. Gustav Fock G. m. b. H. Wissenschaftlicher Jahresbericht über die morgenländischen Studien im Jahre 1915. Das Semitische 1913—1915 mit Ausschluß der Assyriologie, des Sabäo-Minäischen und der abessinischen Dialekte sowie der alttestarnentlichen Studien. Von H. Torczyner. Sonderabdruck: „Zeitschrift der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft", Leipzig 1916. In Kommission bei F. A. Brockhaus. Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums. Begründet von Z. Frankel. Organ der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums. Herausgegeben von Professor Dr. M. Brann. Sechzigster Jahrgang. Mai—Juni 1916. Breslau, Koebnersche Verlagsbuchhandlung (Barafch iu. Riesenfeld). 60. Jahrgang. Heft 5/6. Das Flaggenlied. Roman. Von Ludwig Wolfs. Ullstein u. Co., Berlin-Wien. British Rule in India. Condemned by the British themselves. London 1915. Published by the Indian National Party. Meine Erinnerungen an Grillparzer. Aus einem zeitlosen Tagebuch. Bon Marie v. Ebner-Eschenbach. Berlin, Verlag von Gebrüder Paetel (Tr. Georg Paetel) 1916. Wie der Feldgraue spricht. Scherz und Ernst in der neuesten Soldatensprache von Karl Bergmann. Erstes Zehntausend. Preis 80 Pfennig. Verlag Alfred Töpelmann in Gießen. 1916. British Rule in India. By William Jennings Bryan (Secretary of State of the United States of America). Die Stellung Preußens und Mecklenburgs zum Artikel XVI der Deutschen Bundesakte. Bon Dr. S. Silberstein, Landesrabbiner in Schwerin i. M. Sonderabdruck aus der Festschrift zum siebzigsten Geburtstage Martin Philippsons. Breslau. Buchdruckerei A. Favorke. 1916. Perez Smolenskin. Bon L. Rosen blatt. Einige Grundzüge seiner Zeit, seines Lebens und seiner Wirksamkeit. 1916. C. Boas Nächst, Berlin G 2. Lamms Jüdische Feldbücherei. Nr. 9. Israels Kampfruf. Von Rabbiner Dr. A. Michalski. Verlag Louis Lamm, Berlin. Der Osten. Literarisches Sammelheft. Herausgegeben von Salomon Dembitzer. 1. Heft. Berlin. Verlag von Louis Lamm. 1916. Die Judenfrage als wissenschaftliches und politisches Problem. Von Sigbert Feuchtwanger, Doktor der Staatswissenschaften (München). Berlin. Carl Heymanns Verlag. 1916. Preis 2 Mark. 1914. Der deutsche Krieg im deutschen Gedicht. Band I. Ilmgearbeitete Gesamtausgabe von Heft 1 bis 6 der Sammlung. Ausgewählt von Julius Bab. Verlag Morawe u. Scheffelt, Berlin.

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