Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 80 (1916)
- Issue
- Heft 30 (28.7.1916)
- Date
- 1916-07-28
- Page
- Seite 2 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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2 Leutnant b. R.; Spezialarzt Dr. Joseph Lachmann; Leutnant Georg Cassel, Mitinhaber der Firma Lesser u. Cassel; Unteroffizier Ludwig K i r s ch n e r; Leutnant Joseph Leven (Gr.-Berlin). Die gleiche Auszeichnung erhielten: Kriegsfreiwilliger Unteroffizier und Offiziersaspirant Otto Steiner, Sohn des Kaufmanns Sali Steiner (Ulm); Unteroffizier Isidor Ah re ns (Frankfurt a. M.); Gerhard Fuchs (Breslau); Max Böhm (Mattersdorf); Feldwebelleutnant Silberberg (Hamburg); Vizewachtmeister Louis Koopmann (Berne i. Oldenburg); Vizewachtmeister Paul Levh (Braunschweig); Unteroffizier Fritz Cohen (Bremen); Bizefeldwebel Manfred Götz (Chemnitz); Ludwig Herz; Einjahrig-Freiwilliger Gefreiter Hans Bieber (Köln); Unteroffizier Karl Kehrmann (Biebrich a. Rh.); Wehrmann Lieb er mann; Grenadier Wilhelm Süßkind (Buer); Unteroffizier Julius Rau sch mann (Czarnikau); Oberapotheker W. Mandelbaum (Aub); Landsturmmann Paul Rüben (Altmark); Unteroffizier Hermann Drucker (Battenberg); Kriegsfreiwilliger Abiturient Martin Schoeps (Brieg); Unteroffizier Arthur Spieß (Biblis); Gefreiter Moritz H e y m a n n (Gelsenkirchen); Gefreiter Egon Stern (Hamm i. W.); Sanitäter Adolf Rombert (Coblenz); Gefreiter Julius Maier (Fischbach i. Bayern); Gefreiter Emil Hei mann (Bonn a. Rh.); Gefreiter Adolf Blumenthal (Hemelingen); Bizefeldwebel Heinrich Löwen stein (Höxter a. d. Weser); Pionier Julius Kronthal (Obbach): Kaufmann Kurt Rogazinskh (Magdeburg); Unteroffizier Robert Wolfs (Kreuznach); Unteroffizier Otto Katzen st ein (Volkmarsen); Gefreiter Hermann Minkel (Mayen); Flugzeugführer Edgar Rosenbaum; Unteroffiziere Arthur und Siegfried Ham» bürg er (Frankfurt a. M.); Vizewachtmeister Richard Loeb; Vizefeldwebel Alfred Cleve (Hamburg). Das Eiserne Kreuz erster Klasse erhielten: Assistenzarzt Georg Jarecki (Breslau); Leutnant Dr. Robert Ulrich, Sohn des Herrn Justizrats Ulrich (München); Assistenzarzt Dr. Felix Cohn (Hamburg), Enkel des verstorbenen Rechtsanwalts Cohn in Neustrelitz. W. Posen, 21. Juli. Am 15. d. M. war der Gedenktag des einhundertjährigen Bestehens des Geschäfts der hiesigen Firma Adolf Asch Söhne. Das Unternehmen wurde im Jahre 1816 von Simon Asch, dem Großvater bzw. Urgroßvater der jetzigen Inhaber, als Oelraffinerie gegründet. Der Gründer war Privatsekretär des Herrn v. Grävenitz, den er auf seinen weiten Reisen begleitete. Von diesen gemeinsamen Reisen im Jahre 1816 zurückgekehrt, erwarb w Grävenitz das damals säkularisierte Klostergut Turnowo bei Posen und errichtete im Posenschen die erste Oelmühle. Mit dem Raffinieren der Oelpi.odukte beauftragte er seinen bisherigen Sekretär, der dieses Unternehmen bis zu seinem im Jahre 1836 erfolgten Tode unter der Firma Simon Asch geführt hat. Nach seinem Tode wurde die Oelraffinerie unter der Firma Simon Asch Witwe von der Witwe des Verstorbenen mit Unterstützung ihres Sohnes Adolf weitergeführt, der dann im Jahre 1844 die Raffinerie unter seinem eigenen Namen Adolf Asch vollständig übernahm. 1879 übertrug Adolf Asch das Unternehmen unter der Firma Adolf Asch Söhne seinen Söhnen I u l i us und Simon Asch, die noch heute Mitinhaber sind. Seit 1912 ist der jüngste Sohn des Herrn Julius Asch, Herr Georg Asch, der sich vorher durch achtjährige Tätigkeit in Hamburg und New Hort die Kenntnisse der neuzeitigen Mineralölindustrie angeeignet hat, Mitinhaber, so daß nunmehr bereits die vierte Generation derselben Familie im Besitz des vor einhundert Jahren gegründeten Geschäfts ist. Mit Rücksicht aus die ernsten Zeitverhältnisse und den Umstand, daß der jüngste Mitinhaber, Herr Georg Asch, seit Beginn des Krieges im Felde steht, nahm die Firma von einem festlichen Begehen Abstand und hat an Stelle hierfür dem Roten Kreuz für Lebensmittel an Kriegerfrauen, den Stadtarmen zur Verfügung des Herrn Oberbürgermeisters, den kriegsbeschädigten Drogisten in Posen und Westpreußen und dem teils im Felde stehenden Personal der Firma Spenden in Höhe von mehreren tausend Mark überwiesen. 8. Schneidemtthl, 21. Juli. Wohl zu den Seltenheiten gehört es, daß ein Geburtstag in der Weise gefeiert wird, wie der achtzigste Geburtstag des Kantors i. R. Herrn G. I. Czechunowicz hierselbst. Schon am 12. d. M., dem Tage vorher, waren Gäste von auswärts zur Jubiläumsfeier eingetroffen. Eine ganz besondere Freude war es für den Jubilar, daß einer seiner Söhne, der seit Beginn des Krieges zur Fahne einberufen, sich beurlauben ließ, seinem Vater die kindliche Ehre zu erweisen. Die Wohnung des Jubilars war in einen Blumengarten umgewandelt. Auf Tischen lagen allerlei Geschenke ausgebreitet. Der Lehrerklub übersandte ein feierliches Blumenarrangement mit dazu gehöriger Widmung. Um 9 Uhr vormittags begann die offizielle Feier im Hause. Es erschienen nacheinander Herr Gemeinderabbiner Nobel, Vertreter der Chewra Kcrddrscha, des Frauenveveins und anderer Institute, die innerhalb der Synagogengemeinde vorhanden sind, eine zahlreiche Menge von Gemeindemitgliedern und Bürger der Stadt, Juden und Christen. Herr Rabbiner Nobel hielt eine Ansprache und feierte den Jubilar als ein Muster rühriger Frömmigkeit, nannte ihn seinen Lehrmeister in vielfacher Beziehung, da er ihm so manches Wissenswerte mitgeteilt, und erteilte zum Schluß den Segen. Darauf sprach Herr Kantor Helischkowski aus Posen als Verwandter und Kollege, der das Synagogalkantorale von ihm erlernt, lobte sein mildtätiges Herz gegen Verwandte und jedernrann, wie er seinen Berufsgenossen stets mit weisem Rat zur Seite gestanden. Tiefgerührt dankte der Jubilar für die ihm erwiesenen Ehrungen. Mögen ihm noch viele lebensfrohe Jahre beschieden sein. 0. L. Dresden, 21. Juli. Nachdem Herr Rabbiner Dr. Gärtner seit Kriegsausbruch an der Front in Westen stand, ist er jetzt erstmalig zu mehrmonatigem Urlaub zurückgekehrt und wird seine Tätigkeit als Religionslehrer in dieser Zeit wieder ausüben. Derselbe ist mehrfach ausgezeichnet (Militär-, St.-Heinrichs-Medaille, Friedrichi-August-Medaille) und Offiziersaspirant. Während des Sommerurlaubes unseres Rabbiners, Herrn Pros. Dr. Winter, hat er dessen Vertretung und diese mit dem letzten Freitagabendgottesdienst begonnen. Herr Dr. Gärtner sprach zuerst für sich selbst ein tief-seelenvolles Gebet, in dem er dem Höchsten Dank für den ihm gewordenen Schutz und Beistand in Kampf und Not, in aller Gefahr, für die glückliche Heimgelertung, für die Zurückführung auf den Weg seines heiligen Berufs darbrachte, gleichzeitig bittend, daß er ihm das rechte Wort, die rechte Kraft geben möchte, um Gottes Wort in rechter Weise lehren zu können, für die Gemeinde aber Frieden und Segen erflehend. In seine dann folgende Rede flocht er reiche Erinnerungen und Bilder der an der Front verlebten Monate, des ganzen Krieges, die Andächtigen dadurch doppelt fesselnd und begeisternd, aber auch ergreifend. Der lebhafte Besuch dieses Freitagabend-Gottesdienstes Zeigte dem Redner, dessen klangvolles Organ und deutliche Aussprache wie auch der reiche Inhalt seiner zum Ausdruck gebrachten Gedanken und Empfindungen nicht unerwähnt bleiben sollen, das herzliche Willkommen und die warmen Glückwünsche bei der erstmaligen Rückkehr aus dem Felde nicht nur seitens der Gemeinde, sondern namentlich auch seitens seiner ihn hoch verehrenden Schüler. 8. Z. Elberfeld, 21. Juli. Am 19. d. M. waren 50 Jahre verflossen, seitdem Dr. Zacharias Auerbach, der langjährige Rabbiner unserer Synagogengemeinde, zu Bonn, der Stadt seiner Jugend und Heimat, mit einer arabisch-lateinischen Arbeit die Doktorwürde erlangte. Aus diesem Anlaß nahm man in weitesten Kreisen gern die Gelegenheit wahr, dem seit 9 Jahren im Ruhestand lebenden Manne ein Jubiläum zu bereiten, das so recht Zeugnis ablegt von der großen Wertschätzung, die man ihm allezeit entgegengebracht hat. Unter den Gratulanten befand sich nicht nur die Gemeinde und viele Mitglieder derselben, sondern auch sonstige Persönlichkeiten der Stadt, darunter der Oberbürgermeister. Der Wünsche viele, die da zum Ausdruck gelangten, gipfelten darin, daß es dem geistig wie auch körperlich frischen Jubilar beschieden sein möge, in ungetrübter Gesundheit noch eine recht lange Reihe von Jahren die Segnungen des Friedens zu genießen, nachdem er selbst 41 Jahre lang ein und derselben Gemeinde zu allen Zeiten ein P r i e st e r des Friedens gewesen ist. Herr Dr. Auerbach befindet sich jetzt im 72. Lebensjahre. 8. A. Hattingen-Ruhr, 21. Juli. Folgende treffliche Worte schreibt die „Kölnische Zeitung" Nr. 699 gewissen Leuten ins Stammbuch: Der schwere Kampf um den Bestand des Vaterlandes hat in weiten Kreisen die Erkenntnis befestigt, in wie hohem Maße die Zukunft unseres Volkes von der Entwicklung seiner sittlichen und körperlichen Kräfte abhängt. Es ist deshalb auch freudig zu begrüßen, daß die Konferenz deutscher evangelischer Arbeiterorganisationen auf ihrer zweiten Tagung am 5. Juli in Berlin mit etwa 50 Vertretern von 23 über ganz Deutschland verbreiteten evangelischen Körperschaften an der Hand einer vorgelegten Denkschrift die Sittlichkeitsfragen eingehend beraten hat. Seltsam berühren muß aber die Absicht, eine Schrift herauszugeben, die die Grundsätze einer evangelischen Sexualethik volkskundig und volkstümlich zur Darstellung bringen soll,