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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1916-07-21 · Heft 29 (21.7.1916) · p. Seite 348

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
80 (1916)
Issue
Heft 29 (21.7.1916)
Date
1916-07-21
Page
Seite 348 (sequence 12)
Language
German
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-. 348 Hierbei aber wäre es wünschenswert gewesen, daß dem Hörer beziehungsweise dem Leser etwas von dem begeisterten und begeisternden poetischen Gehalt der Psalmen vermittelt worden wäre, wodurch erst eine volle Würdigung der Psalmen bei modern empfindenden Menschen ungebahnt werden kann. Insbesondere erscheint mir die gebotene Uebersetzung des Psalm 9 zu frei, teilweise ist auch die Erklärung anfechtbar. Auch die Bemerkung des Verfassers in bezug auf die Liste der einzelnen Tagespsalmen, die die Leviten im Heiligtum sangen, in der Mischna Tomid VII 3 (soll heißen Tamid VII 4), „daß keiner der für den Kultus ausgewählten Psalmen als Kriegspsalm bezeichnet werden kann," wird durch Psalm 94 widerlegt, der trotz der wiederholten gegenteiligen Erklärung des Verfassers zumindest von starkem kriegerischen Empfinden erfüllt ist. Auch die folgende Bemerkung des Verfassers (S. 12): „Der einzige mit kriegerischer Tendenz, der 44. Psalm, wurde denn auch wirklich eliminiert", erscheint mir nicht stichhaltig; soweit mir bekannt, ist Psalm 44 niemals für den gottesdienstlichen' Gebrauch bestimmt gewesen, konnte also auch nicht daraus eliminiert werden. Nichtsdestoweniger hat der Vortrag bei der Fülle von anregenden Gedanken, die er enthält, gewiß die Ansprüche des Publikums, sür das er bestimmt war, voll und ganz erfüllt und ist auch als Versuch, die erhabenen ethischen Gedanken unseres biblischen Schrifttums einem größeren Publikum nahezubringen, beachtenswert. Dr. Arthur R o s e u z w e i g (Aussig a. d. E.). * Hebräi s ch e Gr a m m a t i k. Von Prof. Dr. Georg Beer. Göschensche Verlagshandlung, Leipzig 1915/16. Tie beiden Bändchen der „Sammlung Göschen" enthalten auf knappem Raume eine vollständige, wissenschaftlich gearbeitete hebräische Grammatik, die wegen der Fülle des zusammengedrängten Stoffes und der steten Zurückführung der geltenden Sprachformen auf die vermittels der vergleichenden Sprachforschung gewonnenen theoretischen Grundformen nicht für den Anfänger bestimmt sein kann, der außerdem den Mangel an geeigneten Lesestücken und Uebersetzungsaufgaben schmerzlich empfinden müßte, sondern für den Fortgeschrittenen, dem in dieser neuesten hebräischen Grammatik ein brauchbares und nützliches Kompendium zur Gewinnung eines raschen Ueberblicks über die grundlegenden Elemente der hebräischen Sprachwissenschaft dargeboten wird. Das Ganze zerfällt in eine Schriftlaut-, Formen- und Satzlehre und wird mit den üblichen Paradigmentafeln abgeschlossen. Besonders dankbar wird der Benutzer dieses Lehrbuches die Einleitung begrüßen, die neben anderen inhaltreichen Paragraphen auch einen kurzen Abriß der Geschichte der hebräischen Sprache und Grammatik bietet. Den Hauptabschnitten des Büchleins hat der Verfasser zweckdienliche Literaturangaben vorausgeschickt oder sie auch innerhalb des Textes an mehreren Stellen beigefügt. Wir möchten dieses billige und äußerlich bescheidene und doch gründliche und wissenschaftlich wohl fundierte Lernmittel vor allein solchen Studierenden empfehlen, die ihre hebräischen Sprachkenntnisse auffrischen und zugleich vertiefen wollen. Dr. Grünthal. * — Yearbook. Central Conference of American Rabbis. Twenty-sixth annual Convention. June swenty-ninth to July sixth nineteen hundred and fifteen. Charlevoix, Michigan. Volume XXV. Edited by Rabbi Isaac E. Mareuson. Jede Jahresversammlung der nordamerikanischen Resormrabbiner beschert uns einen stattlichen Band, der den Gang der Verhandlungen ausführlich schildert und auch anhangsweise eine Anzahl von interessanten und wertvollen wissenschaftlichen Beilagen enthält. Nur mit dem Gefühle eines gewissen Neides können wir in diesen Bänden blättern, die von einer Unmenge vielbewußter Arbeit ebenso anschauliai zu erzählen wissen wie von den reichen errungenen Erfolgen. Es ist geradezu erstaunlich, was im Laufe des Jahres von den vielen Ausschüssen Positiv geleistet worden ist, wobei man freilich bedenken muß, daß in Amerika das Arbeitsgebiet des Rabbiners ein viel weiteres ist als bei uns und ihnen dort Aufgaben überlassen bleiben, die von unseren allgemeinen Verbänden gelöst werden. Aus den Beilagen sei zunächst die Ansprache des Präsidenten hervorgehvben, die, über ihren eigentlichen Rahmen hinausgehend, klar und entschieden den Einfluß der Weltlage für das Judentum erfaßt und schildert. Von wissenschaftlichem Werte ist eine Abhandlung von Prof. Morgenstern (Cincinnati) über die „Anfänge der jüdischen Geschichte"; eine Sammlung von Studien über „Charakterbildung" ist ein Zeichen dafür, welchen Wert die Rabbinerkonferenz auf Erziehungsfragen legt. Dasselbe Gebiet berührt die Erörterung der Frage des „Bibellesens in öffentlichen Schulen", zu deren Verständnis zu bemerken ist, daß die amerikanischen Schulen Religion als Unterrichtsgegenstand nicht kennen, sondern der Religionsgemeinschaft diese Seite der Erziehung überlassen. Ueber das auch bei uns wichtig gewordene Thema des „Ausgleichs zwischen den jüdischen und staatlichen Gesetzen über Eheschließung und Scheidung" ist ausführlich in liberalem Sinne verhandelt worden, und neben einer lehrreichen historischen Untersuchung über „Judentum und soziale Gerechtigkeit" ist schließlich über ein einziges Buch ein Referat erstattet worden, nämlich über Elbogens „Der jüdische Gottesdienst in seiner geschichtlichen Entwicklung". Das Lob dieses so sehr hervorragenden wissenschaftlichen Werkes wird nicht nur in vollen Tönen gesungen, sondern es wird auch eine Uebersetzung ins Englische gefordert, von der wir nur hoffen wollen, daß sie bald zustande kommt und den Ruhm deutscher Gelehrsamkeit jenseits des Ozeans kündet. Der eigentliche Sitz jüdischer Gelehrsamkeit ist gewiß noch in der Alten Welt, daß aber organisatorisch die 9teue Well uns längst überholt hat, beweisen Erscheinungen wie das Jahrbuch, das uns als Vorbild dienen kann und soll. G o l d m a it n (Oppeln). * — Jüdisches L i t e r a t u r - B l a t t. Begründet von Rabbiner Dr. M. Rahmer, herausgegeben von Rabbiner Dr. L. A. R o s eu th a l, Band 37, 2. Heft. Berlin 1916. Das „Jüdische Literatur-Blatt" hat seit dem Tode seines Begründers (1904) seinen Besitzer und seine Art vielfach geändert. Das vorliegende 2. Heft des 37. Jahrganges enthält wie die in den letzten Jahren erschienenen Hefte fast nur Arbeiten des jetzigen Herausgebers. Der erste Aufsatz des vorliegenden Heftes ist eine etwas zu persönliche Polemik des Herausgebers gegen eine Besprechung seines letzten Werkes „Der Rahmen der Mischna", die Rektor Prof. Dr. Blau (Budapest) in der „Deutschen Literatur-Zeitung" veröffentlicht hat, und die nach dem Verfasser „ein Unrecht, und zwar in der verletzendsten Form, darstellt". Außerdem enthält das vorliegende Heft eine sehr eingehende Stndie Rosenthals zur Einleitung in den Traktat Sotah. A. R. Mcherrmlsuk. Besprechung der Bücher Vorbehalten. Zurückfendung der Bücher findet In keinem Falle statt. 1914. Der deutsche Krieg im deutschen Gedicht. 9. „Balladen". Ausgewählt von Julius Bab. Verlag Morawe u. Scheffelt, Berlin. Die Juden im Zartum Polen. Ein geschichtlicher Überblick von Dr. Josef Meisl. A. Marcus u. E. Webers Verlag (Dr. Albert Ahn), Bonn 1916. Vom Jüdischen Mittelstand. Beitrüge zur Kritik des jüdischen Handwerkers u. a. Drei Abbildungen nach Gemälden von Prof. Max L i ebe rmann und eine Notenbeilage von Arno Nadel. Verlag Dr. Basch Sc Co., G. m. b. H., Berlin-Wilmersdorf. Der Jude. Eine Monatsschrift. I. Jahrgang, Heft 3, Juni 1916. R. Löwit Verlag, Berlin und Wien. Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums. Herausgegeben von Prof. Dr. M. Braun. 60. Jahrgang. Neue Folge, 24. Jahrgang. März/April 1916. Breslau, Koebnersche Verlagsbuchhandlung (Barasch u. Riesenfeld). Sammlung Göschen. Hebräisches Uebungsbuch von Prof. D. Dr. Georg Beer. Coniptes Rendus, extraits de la revue Uwagi (Observations). Janvier, traduit du polonais. Editions Atar, Geneve 1916. Les Nouveaux Partages, extrait de la revue Uwagi (Observations), Janvier, traduit du polonais. Editions Atar, Geneve 1916. Di Tribüne Nr. 17. Kobenhavn, „Di Tribüne“, Asmussens Alle % 1915. 1915. Achtundzwanzigster Jahresbericht des Landesvereins zur Erziehung israelitischer Waisen im Großherzogtum Baden. 1916, Buchdruckerei Karl Löb II» Philippsburg. Egyenlöseg. A Magyar Zsidosag Polizikai Hetilapja Szerkesztette 1886—1915. Szaabolcsi Miska. Budapest, 1916, Julius I. XXXV. evfolyam. 27. szam. Der Herz l w a l d (Die Baumspende). Herausgegeben vom Hauptbureau des Jüdischen Nationalsonds, den Haag.

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