Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 80 (1916)
- Issue
- Heft 28 (14.7.1916)
- Date
- 1916-07-14
- Page
- Seite 2 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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ihm den Dank der deutschen Aerzteschaft nach. Nach Gebet und Chargesanc; erfolgte die Beisetzung im Erbbegräbnis an der Seite der verstorbenen Gattin. — Berlin, 11. Juli. Die Wi-twe des Geheimen Baurats und Generaldirektors Dr. Emil Rathenau, Frau Mathilde Rathenau, hat der Universität Berlin eine Schenkung von 200 000 Mark zur Errichtung einer Erich - Rathenau - Stiftung gemacht. Zweck dieser Stiftung soll nach denr Willen der Stifterin die Förderung und Erforschung der Behandlung und insbesondere der Heil u n g derjenigen Herzkrankheiten sein, die als Folgeerscheinungen des akuten G e l e n k r h e u m a t i s m u s auftreten. Für die Vergebung der alljährlich auszuschreibenden Stistungspreise und eintretendenfalls des gesamten Stiftungskapitals ist die medizinische Fakultät zuständig. Diese schreibt den Preis im Betrage von 10 000 Mark für medizinische, auf eigenen Forschungen beruhende Arbeiten auf dein genannten Gebiete jetzt erstmalig aus. Sollte ein Mittel oder ein Verfahren gefunden werden, das die Entstehung konsekutiver Herzkrankheiten im Verlauf des akuten Gelenkrheumatismus völlig ausschließt oder die Heilbarkeit solcher Herzkrankheiten sicher verbürgt, so kann dem Entdecker eines derartigen Mittels oder Verfahrens nach eingehender, drei Jahre dauernder Prüfung desselben an Stelle des ausgeschriebenen Preises der ganze Kapitalbestand der Stiftung inr Betrage von 200 000 Mark ausgeantwortet werden. Die Zuwendung der Preise oder des Stiftungskapitals kann nur an deutsche Reichsangehörige erfolgen. Bewerbungen sind bis 1. August 1917 an den Dekali der medizinischen Fakultät zu richten. v- & Berlin, 11. Juli. Das Eiserne Kreuz zweiter Klasse erhielten-. Bataillonsarzt Dr. Hugo Jacobsohn, Referendar Dr. Friedrich Rosenfeld. Kriegsfreiwilliger Joseph S ch a pir a, Zahnarzt Mar W a g n e r, Unteroffizier Hans Jacob i, Dr. Kurt Calmon, Ludwig Kaphan, Assistenzarzt Dr. Max Seefeld, Unteroffizier stuck, ing. Walter Marcus (Groß-Berlin). Die gleiche Auszeichnuna erhielten: Unteroffizier Nathan Lew in (Gollub), Kaufmann Leo P r a g e r (Thorn). Musketier Walter Hirsch i'Schlochau), Stabsarzt Dr. B. Satt e (Schwimm), Gefreiter Bruno S i m o n (Lieanik), Ersatzreservist Max T a r l o w s k v (Halberstadt). Reservist Julius Sichel (Frankfurt a. M.), Bizefeldwebel Leo Schwarz (Illingen), Assistenzarzt Waldemar Sack. Sohn des Herrn Dr. Arnold Sack (Heidelberoh Kriegsfreiwilliger Heinrich Steiner (Laupheim). Unteroffizier Mar Mildenberg (Böhl. Bezirk Kassel). Unteroffizier Richard F r a n ck, Kriegsfreiwilliger Erich R o s e n t h a l, Feldunterarzt W o h l g e m u t h, Sohn des Sekretärs des Deutsch-Israelitischen Synagogen Verb an des 'Herrn L. Wohlgemut?, (Hamburg). Gefreiter Hans Biber (Köln), Vizewachtmeister und Ofsiziersaspirant Edwin S ch w e r s e n z (Hohensalzach Gefreiter Georg Wiener . Unteroffizier Referendar Joseph K a s ke l, Sohn des Herrn Generalagenten Subdirektors Hermann Kaskel (Posen), Grenadier Arnold Eohn, Sohn des Kaufmanns Herrn Adolf Cohn sAraeuan, Bezirk Bromberg), Unteroffizier Bruno Wol ff (Gnesen), Unteroffizier Paul H e i ma n n (Krojanke), Feldwebel Walter Brau u Sohn des Mühlenbesitzers Braun (Posen). — Der Stabs- und Reiinwntsarzt beim Jnfanteriereaiment Nr. 22 Dr. A u e r b a ch aus Nuda (O.-S.) erhielt das Eiserne Kreuz erster Klasse. M. Hamburg, 7. Juli. Das N e p r ä s e n t a u t e n k o l le - aiiim der Deutsch-Israelitischen Ge me i n de hielt im Gemeindebureau eine Sitzung unter dem Vorsitz des Herrn Alfred L i s s e r ab. Zur Beratung stand der Antrag des Gemeinde- Vorstandes betreffs Deckung des Fehlbetrages der Gemeindeabrechnung aus dein Jahre 1914. Der diesbezügliche Antrag lautet: ..Nachdem die Abrechnung der Tepositenkasse milder Stiftungen für das Jahr 1914 die Genehmigung der Gemeindebehörden gefunden hat, beantragt der Vorstand, zum Zwecke der Deckung des Fehlbetrages ans dem Ueberschusse des Reservefonds der Depositenkasse einen Betrag von 35 000 Mark zu entnehmen." Der Fehlbetrag, stellt sich auf 34 980 Mark. Herr Dr. Lanzkron regt an, ob es nicht möglich sei, die Einnahmen der Gemeinde durch Erhöhung der Steuern zu vergrößern. Ihm sei ans Kreisen der Gemeindemitglieder vielfach das Bedenken geäußert worden, daß die bessersituierten Kreise nicht genügend zu den Gemeindesteuern herangezogen würden. Er bitte um Auskunft, ob und bei welcher Gelegenheit die Steilerverhältnisse der Gemeinde eingehend erörtert werden könnten. Der Vorsitzende weist darauf hin, daß bereits ein Kriegszuschlag zu den bisherigen Steuersätzen nach Genehmigung der Gemeindebehörden erhoben werde. Ferner existiere auch eine aus allen Berufszweigen zusammengesetzte Kommission von Gemeindemitgliedern, deren Aufgabe es sei, gemeinschaftlich mit dem Gemeindevorstand die Steuerveranlagungen festzustellm und zu Prüfen. Es dürfe nicht vergessen werden., daß in Hamburg dem Gemeindevorstand respektive der Steuerkommission bis jetzt nicht da s R echt zu stehe, die Vorlage des allgem ei nen Steuerzebtels zu verlängert. Hoffentlich werde nach Beendigung des Krieges auch in dieser Beziehung eine Aenderung zum Guten eintreten. Inr übrigen könnten ja Anträge zur Steuerfrage bei Beratung, des Budgets gestellt werden. Darauf wird der Antrag des Gemeindevorstandes auf Deckung des Fehlbetrages durch Entnahme aus dem Reservefonds einstimmig, angenommen. Der Antrag des Gemeinde- Vorstandes betreffs Bewilligung von Teuerungszulagen für die Lehrkräfte der Israelitischen Töchterschule wird in geheimer Sitzung beraten und angenommen. Nürnberg, 7. Juli. Am 3. d. M. fand im Krematorium des Nürnberger Westfriedhoses die Leichenfeier für den letzten Sonnabend vormittags auf dem Exerzierplätze Hainberg durch einen unglückseligen scharfen Schuß zu Tode getroffenen Königlichen Kommerzienrat und Hauptmaun der Landwehr a. D. Albert Rosenfelder, den Mitinhaber der G. Löwensohnschen Kunstanstalt in Fürth, statt. Schon lange vor Beginn der Trauerfeier hatte sich eine große Menschenmenge aus Fürth und Nürnberg vor dem Krematorium am Westfriedhos eingefunden. Der Vorplatz des Krematoriums war durch eine Ehrenkompagnie und durch Militärspalier abgeschlossen. Verschiedene Vereine und Vereinigungen Fürths, deren Ehrenmitglied oder Vorsitzender er war, hatten sich eingefunden; mehrere waren durch Deputationen mit ihren Fahnen vertreten. Fast sämtliche Spitzen der Fürther Gesellschaft, allen voran der erste Bürgermeister von Fürth, Dr. Wild, Vertreter des Stadtmagistrates und des Gemeindekollegiums, der Kultusgemeinde, hohe Beamte und Funktionäre hatten sich zur Trauerfeier eingefunden. Das Militär war durch den kommandierenden General Exzellenz v. Könitz, durch Stabsoffiziere des Generalkommandos und durch eine große Anzahl von Offizieren vertreten. Auch die Fürther Vereinigungen und die Kriegsfürsorge, für welche der Verstorbene seit Kriegsbeginn rastlos tätig war, hatten ihre Abgesandten zur Leichenfeier beordert, und man konnte an der großen Beteiligung sehen, wie beliebt, geschätzt und geachtet Kommerzienrat Rosenfelder im Kreise aller Schichten der Bevölkerung war. Die Trauerrede hielt Rabbiner Dr. Freudent h a l nach den üblichen Zeremonien in der Halle des Krematoriums vor dem Sarge des Verblichenen, der hinter einer Riefenfülle von Kränzen und Blumenspenden beinahe verschwand. Dr. Freudenthal stützte seine Trauerrede auf das Leitmotiv des biblischen Königsweges, den der Verstorbene im wahrsten Sinne des Wortes gewandelt sei, schilderte den Werdegang des Verblichenen, der sich aus ganz kleinen Verhältnissen heraus in Nürnberg und später in Fürth in eine hochgeachtete gesellschaftliche Position emporarbeitete, sich bei reich und arm durch seine außerordentlichen Herzensgaben, durch seine Güte und Hilssbeflissenheit der größten Beliebtheit erfreute, so daß sein plötzliches, unerwartetes und tragisches Ableben allgemeine Erschütterung wachrief. Nach der Trauerrede des Rabbiners Dr. Freudenthal wurden durch Vertreter des Ersatzbataillons, des Rekrutendepols II und der Richtervereinigung Fürth unter kurzen Ansprachen Kränze auf die Bahre des Verstorbenen niedergelegt. Hierauf ergriff der erste Bürgermeister von Fürth, Dr. Wild, das Wort zu einer längeren Ansprache, in welcher er der großen Verdienste gedachte, welche der sich so tragisch Verschiedene um das Allgemeinwohl der Stadt Fürth, um die Kriegswohlfahrtspflege und um die sonstigen humanitären Einrichtungen erwarb, und der Versicherung Ausdruck verlieh, daß die Erinnerung an den Verstorbenen in der Stadt Fürth nie verlosen werde. Nach Schluß der Rede legte Bürgermeister Dr. Wild im Namen der Stadt Fürth, im Namen der Kriegsfürsorge, im Namen des Fürther Wohltätigkeits- und Frauenvereins mehrere Kränze am Sarge des Verblichenen nieder. Nachdem der Fürther Bürgermeister dem Verstorbenen das letzte Lebewohl zugerufen hatte, legte ein Offizier im Namen des II. Bayerischen Ersatzbataillons nach einer kurzen Ansprache einen Kranz auf der Bahre des Verstorbenen nieder. Auch die Unteroffiziere des Rekrutendepots beteiligten sich an der Trauerfeierlichkeit durch eine Deputation und Kranzspende, wie auch die Jagdfreunde des Verblichenen, der