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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1916-06-09 · Heft 23 (9.6.1916) · p. Seite 2

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
80 (1916)
Issue
Heft 23 (9.6.1916)
Date
1916-06-09
Page
Seite 2 (sequence 14)
Language
German
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führten, nach Kräften gefördert. Bei allen Wohlfahrtseinrichtungen in der Stadt betätigte er sich in edelster, selbstloser Weise. Die große Beteiligung an der Beerb igungsfeier legte ein beredtes Zeug-, nis für die Verehrung und Wertschätzung dieses trefflichen Mannes ab. c/a Rybnik, 2. Juni. In Breslau verstarb in einer Klinik, wo er Heilung von einem im Heeresdienste zugezogenen schweren Leiden gesucht hatte, O b e r st a b s a r z t Dr. N. Silberberg aus Rhbnit, ein in den weitesten Kreisen unserer Stadt und Gemeinde geachteter und geschätzter Arzt. Seine Beisetzung fand in Breslau auf dem Friedhofe Lohestraße unter militärischen Ehren statt. Rabbiner Dr. B r a u n schwe i g e r aus Rybnik, der die Gedächtnisrede hielt, entwarf in ergreifenden Worten das Lebensbild des Verblichenen und zeichnete ihn als das Vorbild eines seinen Beruf im idealsten Sinn auffassenden und ausübenden Arztes und als einen treuen Sohn seines Glaubens, in dem weite allgemeine Weltweisheit und tiefe in Erziehung und Weltanschauung wurzelnde Religiosität sich harmonisch paarte. Choräle, von der Militärmusik gespielt, leiteten die erhebende Feier ein und beschlossen sie. M. Breslau, 2. Juni. Der 37. ordentliche Vereinstag des Vereins israelitischer Lehrer in Schlesien und Posen findet am Dienstag, den 13. Juni 1916, vormittags 10 Uhr, in Breslau im Sitzungssaals der Repräsentanten der Shnagogengemeinde (Wallstraße 9, 2 Treppen) statt. Tagesordnung: 1. Bericht über die Vereinsjahre 1914/15 und 1915/16 und über die Tätigkeit des Verbandes der jüdischen Lehrervereine im Deutschen Reiche. 2. Rechnungslegung der Kassenverwaltung. 3. Neuwahl des Vorstandes. 3. Die Behandlung des Weltkrieges im jüdischen Religionsunterricht (Schweitzer sGlogauj). 5. Die Tätigkeit des Kultusbeamten als Kriegsseelsorger. Referent: Bahr (Waldenburg). Korreferent: Falkenstein (Landeshut). 6. Beratung der neuen Verbandssatzungen. 7. Bericht über Neuerscheinungen auf dem Gebiete des jüdischen Religionsunterrichtes. 8. Anträge aus der Mitte der Versammlung. Auch diejenigen Kollegen und Kolleginnen, welche dem Vereine nicht angehören, sowie die verehelichen Gemeinde- und Schulvorstände sind zur Teilnahme am Vereinstage sreundlichst eingeladen. 0. L. Dresden, 2. Juni. Auf dem Israelitischen Friedhof in Dresden-Johanustadt wurde mu 29. v. M. ein K riegerde n k m a l zürn Gedächtnis der Gefallenen und der im Dienst des Vaterlandes Gestorbenen geweiht. Die Sprechhalle war bis auf den letzten Platz schon längst vor Beginn gefüllt; unter den Anwesenden waren die Spitzen der Militär- und Stadtbehörden vertreten, eine Abordnung des Schützen-, des Gardereiter- und des Husarenregiments usw. Herr Rabbiner Professor Dr. Winter hielt die tief ergreifende Weiherede, umrahmt von Chorgesang, und er sprach zum Schluß an dem enthüllten Denkmal das Soelengebet für die Verklärten, worauf ein Mitglied des Vorstandes im Namen der Gemeinde mit kurzen, ober herzlichen Daukesworten an die Gefallenen namens der Gemeinde einen Lorboerkranz mit Schleife und Widmung niederlegte. Daran schloß sich ein Rundgang mit Besichtigung des Denkmals, das ungeteilten Beifall fand. Es ist aus hartem Postaer Sandstein, mit strengen architektonischen Formen. Die auf Sockeln stehenden Granittaseln tragen auf der Hauptseite die gleichzeitig -als Ornament wirkende Inschrift, während die drei anderen die Namen der Gefallenen anfnehmen sollen (einstweilen geschrieben, um später eingehauen zu werden. so aber etwa noch erforderlich werdende Richtigstellungen ermöglichend). Entwurf und Bauleitung waren Herrn Wilhelm Haller m Leipzig, die Ausführung war der Firma Hermann Stein in Dresden übertragen. Das Denkmal ist von gärtnerischen Anlagen umgeben, gewährt gerade durch seine Schlichtheit Erhebung und wirkt fesselnd auf den Beschauer. Die Ausführung wurde durch die Großzügigkeit des Herrn Kommerzienrat Elb in Dresden, der die Mittel in uneigennützigster Weise zur Verfügung stellte, ermöglicht. M. Hamburg, 2. Juni. Herr Louis David, der Vorsitzende des Repräsentantenkollegiums der Neuen Dammtor- Synagoge, konnte in seltener geistiger und körperlicher Frische die Feier seines 70. Geburtstages begehen. Herr David, der sich auf kommunalem Gebiete unserer Vaterstadt große Verdienste erworben hat, war an seinem Ehrentage Gegenstand großer Ovationen. Nachdem bereits am letzten Sabbat in der Neuen Dammtor-Shnagoge eine besondere Feier stattgefunden hatte, bei der Herr Rabbiner Dr. L o e w e n t h a l die großen Verdienste des Jubilars um die Entwickelung der Gemeinde hervorgehoben, erschien am Geburtstage - der Vorstand und die Repräsentanten mit dem Rabbiner an der Spitze, um persönlich ihre Glückwünsche zu übermitteln. Nach einerkurzen Ansprache des Herrn Ed. B l e i e r überreichten die Körperschaften als äußeres Zeichen ihrer Dankbarkeit einen kunstvoll gearbeiteten Klubsessel aus gepnnztem Leder. Es erschienen dann noch Abordnungen der Vereinigung für das liberale Judentum, des Ausstattun'gsvereins und anderer Institutionen der Gemeinde, in deren Verwaltung Herr David tätig ist. Der Bürgerverein vordem Dammtor ließ durch seinen Vorsitzenden, Herrn Dr. Albrecht, die Urkunde der Ehrenmitgliedschast überreichen, auch vom Zentralausschnß erschienen die Vorstandsmitglieder, ferner Bürgerschafts- Mitglieder und viele angesehene Persönlichkeiten. Groß war die Zahl der Glückwunschtelegramme. Zu den Herren, die schriftlich gratulierten, gehörten unter anderem die Herren Senator Dr. Schramm, Senatssekretär Dr. Hagedorn und Polizeioberst v. Gestes e l d. — Das R e p r ä s e n t a n t c n k o l l e g i u m der Deutsch- Israelitischen G e m e i n d e hielt eine Versammlung unter Vorsitz des Herrn Jos. Lipmann ab. Nach Genehmigung des Protokolls der letzten Sitzung wurde der Zirkularbeschluß aus Bewilligung von 1500 Mark für Speisung der Kriegsgefangenen während der letzten Festtage einstimmig bestätigt. Ein Dringlichkeitsantrag des Vorstandes betraf die Gewährung eines einmaligen Zuschusses bis zu 500 Mark für die jüdische Bibliothek und Lesehalle. Die Bewilligung dieses Betrages wurde mit der Notwendigkeit begründet, dem im Nebenamt beschäftigten Hilssbibliothekar, welcher bisher durch literarische Arbeiten seinen Lebenserwerb hatte, eine Zulage zu gewähren, die von der Verwaltung der Bibliothek nicht aufgebracht werden konnte. Das Repräsentantenkollegium bewilligte nach kurzer Aussprache einen einmaligen Betrag von 500 Mark außer der etatmäßigen Beihilfe von 1000 Mark. Es trat hieraus geheime Sitzung ein. — Schwerin i. M., 2. Juni. Durch folgende Verfügung der mecklenburgischen Landesbehörde für Volksernährung an die Magistrate zu Schwerin, Rostock, Güstrow und Parchim werden letztere aus Antrag des hiesigen Landesrabbiners ermächtigt, den in ihren Städten ansässigen, streng rituell lebenden Israeliten von dem sogenannten K r a n z f e t1 geschachtete r Rinder Rohfett in einer Menge verabfolgen zu lassen, welche 375 Gramm (— 250 Gramm Feintalg) für den Kopf und die Woche nicht übersteigt. Die betressenden jüdischen Schächter sind von dem Landesrabbiner angewiesen worden, zu überwachen, daß von dieser Erlaubnis nur die schon bisher streng rituell lebenden Israeliten Gebrauch machen. Den Schlächtern, welche die Abschlachtnng der geschachteten Rinder vornehmen, ist von dieser Ermächtigung. Mitteilung gemacht mit dem Bemerken, das; auch sie bei der Abgabe des rohen Kranzfettes die Bestimmung hinsichtlich der zulässigen Menge zu beachten haben, in bezug auf diese Fettmengen aber von der Verpflichtung zur Ablieferung an die Rostocker Talgschmelze befreit sein sollen. Magdeburg, 2. Juni. Dem soeben erschienenen Verwaltungsbericht für das Geschäftsjahr 1915/16 des Synagogen- Gemeindeverbandes der Provinz Sachsen entnehmen wir folgende Angaben: Der Gemeindetag fand am 9. Mai 1915 in Magdeburg statt. Die Beratungen des Gemeindetages sowie der Ausschußsitzung am 31. Oktober galten neben der Erledigung der üblichen geschäftlichen Angelegenheiten hauptsächlich der Regelung der durch den Krieg gebotenen seelsorgerischen Tätigkeit für unsere eigenen Soldaten und für die Kriegsgefangenen. Dank einer hingebenden Tätigkeit der Herren Rabbiner und Lehrer, sowie der opferwilligen Bereitschaft der Gemeinden' in der Hergäbe der erforderlichen Mittel ist die religiöse und soziale Fürsorge mustergültig gehandhabt worden. Bon den Lehrern und Kultusbeamten der Provinz Sachsen haben sich um die Ausübung der Kriegsscelsorge unter Zustimmung der Behörden besonders verdient gemacht die Herren Acker m a n n (Salzwedel), G o l &- schmidr (Quedlinburg), Regensburger (Aschersleben) und Luft (Eisleben). In der Entsendung von Predigern zu den hohen Feiertagen in die kleinen Gemeinden mußte sich der Verband wegen Mangels an verfügbaren Rabbinatskandidaten eine Einschränkung gegen früher anferlegen. Ter Verband sandte einigen Gemeinden

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