Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 80 (1916)
- Issue
- Heft 23 (9.6.1916)
- Date
- 1916-06-09
- Page
- [Seite] (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Berlin, 9. Juni 1916 80. Jahrgang ßlUCl lltlßÜOtE. Dßefiage zur „Allgemeinen Zeitung bei Judentums". üorrtfponiJrn?rn und Nachrichten. LkutWaud. E. R. Berlin, 4. Juni. Die heutige Sitzung der Repräsentäntenversammlung verlief ohne erhebliche Erörterungen. Vor Eintritt in die Tagesordnung dankte der Vorsitzende Herr Direktor Dr. Minden den Kollegen für ihr Erscheinen, da nach Beschluß Sitzungen nur am zweiten und vierten Sonntag nach dem Ersten des Monats abgehalten werden sollen. Hierauf widmete er dem Andenken des Herrn Siegfried Brünn ehrende Worte, in denen er ein Bild von dem segensreichen Wirken und der großen Arbeitsfreudigkeit des Verblichenen im Dienste des Judentums entwarf. Die Versammlung hörte den Nachruf stehend mit an. Auf eine Beschwerde, daß die Vorlagen der Tagesordnung verspätet in die Hände der Repräsentanten gelangten, entgegnete Herr Syndikus L i l i e n t h a l, daß durch Neuanstellung von Schreibkräften Abhilfe geschaffen werden wird. Der Vorsitzende teilt ferner mit, daß Herr Rabbiner Dr. Lieber mann am ersten Tage des Wochenfestes sowie am 17. Juni und 8. Juli in der Synagoge Pestalozzistraße, predigen wird. — Die Versammlung beschließt die Annahme folgender Zuwendungen: 5000 M. des Herrn Benjamin Borck zur Erhöhung der Benjamin- und Gertrud-Borck-Stiftung für die Hinterbliebenen jüdischer Soldaten aus Groß-Berlin; 10 000 M. von den Eheleuten Eduard Hirschberg und Franziska Hirschberg geb. Liebermann zur Errichtung einer Stube in der Alterversorgungsanstalt, in die in erster Reihe Verwandte der Stifter ausgenommen werden sollen, ferner 2000 M. an die Armenkommission; 200 M. des Rentners Max P h i l i p p s t h a l zur Abhaltung einer Jahrzeit. — Von Bewilligungen sind zu erwähnen: Den aushilfsweise tätigen Mitgliedern der Synagogenchöre, wenn sie seit mindestens einem Jahre beschäftigt sind, eine monatliche Teuerungszulage von je 61. — Die Bezüge der Minjanleute, die täglich morgens und abends an den Gottesdiensten teilnehmen müssen und nicht Zugleich Synagogendiener sind, .werden von 30 auf 35 M. erhöht. — Für die Kosten des Gottesdienstes am Geburtstage Seiner Majestät des Kaisers 394,60 M. Dem Deutsch-Israelitischen Gemeindebund für die Dauer der Etatsperiode 15 000 M. Es folgt die Abrechnung über den Neubau der Synagoge Fasanenstraße. Der Mehrverbrauch von .42 772,18 M. wird nachträglich genehmigt. Auch für die Abrechnung der Armenkommission über die Verteilung von Mazzoth am diesjährigen Peßachseste wird die gewünschte Entlastung erteilt, wobei der Referent Herr Lew inski seine Verwunderung über den Mehrverbrauch in verschiedenen Strafanstalten bei weniger Gefangenen wie im vorigen Jahre ausspricht und dabei rügt, daß die Waisenhäuser der Gemeinde als selbständige Verwaltungen ihren Mazzothbedarf aus den Mitteln der Armenkommission erhalten. Mit der Bewilligung von 420 M. zum Ankauf einer Thorarolle mit Mäntelchen schloß die öffentliche Sitzung, der eine geheime folgte. Berlin, 6. Juni. Das Eiserne Kreuz Zweiter Klasse erhielten: Bataillonsarzt Dr. Julius Simon, Stud. phil. Fritz I o s e p h , Kanonier Georg C a m nitzer, Landsturmmann Georg Salkow, Feldmagazininspektor Kurt Br i sch, Gefreiter Referendar Max Kalis kl, Kriegsfreiwilliger Arzt Dr. Bend ix, Unteroffizier Armin Heller, Kriegsfreiwilliger Gefreiter Alexander Berger, Unterarzt Arthur P i n c f o h n, Unteroffizier Rudolf Wunderlich, Einjähriger Unteroffizier Edgar Heinemann, Obergefreiter Otto I a f f e, Vizemachtmeister Werner Bernstein , Einjähriger Kriegsfreiwilliger Gefreiter Fritz Jubel, Ingenieur Max Gottlieb, Infanterist Alfred Pom m e r (Groß-Berlin). Die gleiche Auszeichnung erhielten: Feldmagazininspektor Eugen Hei nein a n n (Köthen), Degenfähnrich Hans Sch w e i tz e r (Kattowitz, Oberschl.), Vizefeldwebel Rechtsanwalt Dr. Ferdinand David (Hagen i. W.), Musketier Paul Ollendorf, Sohn des Arztes Dr. Ollendorf (Barmen), Feldarzt Max H i r sch (Pyritz i. P.), Dizefeldwebel Erich B e u t h und Landsturmmann Richard S a m u e l (Bleicherode) Einjähriger Gefreiter Viktor Wolf, Sohn des Lehrers a. D. Josef Wolf (Krotvschin), Reservist Anton R o se u th a l (Bochum), Assistenzarzt Dr. Hans B. K a h e nstein (Bielefeld), Obergefreiter Jsak Huber (Möhringen), Leutnant Münzer und Gefreiter Rechtsanwalt Dr. Rudolf M a g n u s (Hamburg), Landsturmmann Alfons Kiwi, Mitinhaber der Firma Gebr. Kiwi (Posen), Bäckermeister Lippmann Treitel (Obersitzko), unter gleichzeitiger Beförderung zum Unteroffizier, Kaufmann Robert Lew in, Sohn der Witwe Lewin (Rogasen), Arthur Fuchs (Posen), Unteroffizier Ludwig Salomon, Sohn der Witwe Salomon (Hohensalza), Einjähriger Gefreiter Ludwig T h e m a l (Gnesen), Otto Cohn, in der Lustschifferabteilung, Sohn der Witwe Frau Minna Cohn aus Fraustadt, Dr. med. Emil L ö w i n s o h n , Willy P a g o w s k h , Kurt Böhm, Felix P e r i tz, Heinz Rieß (Breslau), Apotheker Gefreiter Kurt Freudenthal (Beuchen Oberschl.), Otto Rachwal s ky (Glatz), Assistenzarzt Dr. Ernst Fränkel (Oberglogau), Assistenzarzt Dr. Bernhard Goldm a n n (Lehe), Gefreiter . Siegfried Mannsb a ch (Gensungen), Unteroffizier Lehrer Joseph Goldschmidt (Duisburg), Gefreiter Willy Löser (Essen), Vizefeldwebel und Osfizierstellvertreter Cand. med. Leo Lohn stein (Idstein i. Taunus), Unteroffizier Alfred Breslau, Gefreiter Rieß, Offizierstellvertreter Fritz Rosenb a u m (Frankfurt a. M.), Unteroffizier Hermann S o l l i n g e r (Wenzen in Braunschweig), Gefreiter Martin Löwenthal (Stargard i. P.), Unteroffizier Leo Wolffberg, Kriegsfreiwilliger Artur S i m s o n (Lauenburg i. P.), Freiwilliger H e r m a n n (Köln), Unteroffizier Carl Koppel (Bingen a. Rh.), Wachtmeister Jssy Rothschild (Gießen), Füsilier Goldbach (Wiesbaden), Gefreiter Moritz Katz (Lauterbach), Gefreiter Marcell Kaufmann (Hagenau i. E.), Gefreiter Simon Hirschel (Kempen), Kanonier Julius Ostheimer (Lippstadt), Leutnant Karl Wolfs (Ludwigshafen), Kaufmann Hugo Schiff (Worms a. Rh.). — Das Eiserne Kreuz erster Klaffe erhielten: Stabsarzt Dr. B. Haller, Osfizierstellvertreter Alfred Rosendorff (Berlin), Leutnant Kaufmann Fritz A m b a ch (Metz). Königsberg i. Pr., 2. Juni. Ter weibliche Vereinfür israelitische Armenpflege hielt im Sessionszimmer der Shnagogengemeinde seine Generalversammlung unter dem Vorsitz von Frau Johanna Eichelbaum, vertreten durch Herrn Hermann Wolfheim, ab. Ein Verwaltungsbericht ist in diesem Jahr nicht ausgegeben worden, es wird aber in Aussicht genommen, ihn in Zukunft alle zwei Jahre erscheinen zu lassen. Das Vermögen hat sich seit dem letzten Kassenbericht vor zwei Jahren um 3000 Mark vermindert. Dieser Rückgang wurde verursacht durch Zahlung von 500 Mark an den Vaterländischen Frauenverein und von 1550 Mark für den Kriegshilfsfonds. An Schenkungen und Legaten sind 2381 Mark eingegangen. Für Unterstützungen wurden 15 608 Mark ausgegeben. Die Mitgliederzahl ist etwas heruntergegangen, der Vorstand spricht die Hoffnung aus, daß sie sich in diesem Jahre wieder heben wird. Aus dem Vorstand scheiden satzungsgemäß aus die Damen Nein Adler, Doris Laaser, Gertrud Pollnow. Ihre Wiederwahl wird angenommen. Ter Vorstand setzt sich nunmehr zusammen aus den Obengenannten und den Damen Johanna E i ch e l b a u m , Regina F r e y t a g , Martha Fürst, Marie H i l l e r, Dora Laaser, Beisitzer sind die Herren Hermann W o l f h e i m und Leopold Fürst. Als Revisoren wurden die Herren Oscar E i ch e l b a u m und Leopold K o r a ch wiedergewählt. R. Samter, 2. Juni. Nach längerem Leiden verschied hier der Kaufmann Moritz H o l l a e n d e r im Alter von ' 76 Jahren. Ter Entschasene war Jahrzehnte hindurch in der Verwaltung der Gemeinde als Repräsentant und Vorstandsmitglied, Repräsentantenvorsitzender und zuletzt als Gemeindevorsteher in überaus rühriger Weise tätig. Mit regstem-, unermüdlichem Eifer hatte er, solange seine Kraft reichte, sich in den Dienst der Gemeinde und ihrer religiösen- Institutionen gestellt. Auch dem- Bet Hamidrasch (Succes Scholaum) hat er viele Jahre als Vorstandsmitglied angehört und stets die Bestrebungen, die zur Pflege der Thora in der Gemeinde