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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1916-06-09 · Heft 23 (9.6.1916) · p. Seite 269

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
80 (1916)
Issue
Heft 23 (9.6.1916)
Date
1916-06-09
Page
Seite 269 (sequence 5)
Language
German
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269 Da wir! gs-Schwin llle jü'bifd 't erwähn Rolfe unt i und Kor :ige Kno '> schwunde r 'produktiv, chnittslei?) Mbar vn onitz usn-.! w famos.'« M. haer derziehui § ei egerisch „ e s e h e i> c unterbic Nannii die -,en^- auf dien' ten. Abrr Preis ve-- esen wir: immer vrni in Deutsc. a 11 dci r - inet Tag - übuna" ,.;i iegshetzer i Nichtig r Blatt dn r- >r Fr. v e n r K u n - ander i gt zunärL t , der „sie', i u n g n seineic jdjiinu' ch tro nit > freiwili i habe dir r und n U. v luten iitc’jr lassen sch ': nt zu v. r m Kreij -i Dian fo: ' ür irgen Sie fii ' das de nerkunge. rer Kum rchten \v i mbug, den ^ert neben ix, „Kren >er Mane ich Reno r nisten m r d nur den!!' um eil e , berichtl X; der gewissenhafte Mitarbeiter der „Kreuz-Zeitung", neben den Bildern Biedermanns seien die Bilder Lesser Urhs „mit riesigen Preisen bezahlt i.wrden." Diese „riesigen Preise" bestehen in der Summe von M0 Mark. O Zum Schluß mag hier ein Bericht aus der „Neuen Züricher -Zeitung" stehen über die erste Aufführung eines neuen Stückes von Tschirikow: „Die Juden", auf das wir vielleicht gelegentlich noch zurückkommen. Aus schimmernder Maienpracht, wie sie kein Dichter schöner ersinnen könnte, trat man um acht Uhr, die warme Sonne wohlig im reibe und in den Augen Bilder von blumigen Wiesen und bunten si altern, von einem stromumrauschten alten Städtchen,, kühlen Schattenp faden mit leuchtenden Ausblicken in lichtes Grün, von geisterhaft- ,! iberblauer Gebirgsmajestüt, in den „jüdischen Ansiedlungsräyon im nordwestlichen Rußland" mit armen, gequälten Nlenschen, die nicht n ls und nicht ein wissen, über denen täglich, stündlich die schändlichste Verfolgung, wenn nicht ein grauenhafter Tod steht durch die sanatis erte Masse, die ihren trüben christlichen i »tauben so ertragreich mit gemeinster Raublust in Geschäftsverbindung zu l ringen versteht und in deren eigener '"litte orthodoxes Judentum mit mot ernem Intellektualismus, nüchtern praktisches Rechnen mit idealistischer stonistenschlvärnrerei in harte Konflikte > ernten, welche sie seelisch zermürben; ud zerbrechen. Was in dem Stück steht? an Grunde nichts. Die angedeuteten Probleme werden diskutiert: Vater und Zunder stoßen aufeinander, treten auseinander, die Sehnsucht nach Palästina i nd Jerusalem regt die Fittiche, und der . pott fährt wie ein Geier auf sie nieder; ' lagen und Seufzen, Fluch und Beri 'ünschung steigeu empor, und dann eine wüste Judenhetze; der Einbruch in ein Uhrmachergeschäft, Mord mtb Selbsti wrd und Verzweiflung und am Schluß i;n anner Hiob, dem alles genommen >orden ist und der in dumpfer Fromm- : eit sich seinem alttestameicklichen Gott ■\i Füßen wirst. Eigentlich lauter Exi- ' enzschilderung. Nirgends sozusagen in Lächeln. Gelegentlich ein Witzwort aus einem bitteren Herzen eraus oder aus einem berechnendalt gewordenen. Und immer wieer die lastende Furchtbarkeit eines ofe§, dessen Vorhandensein einen einigen Einwand gegen alles bedeutet, normst wir uns heute als Kulturmenschen etwas einzubilden iie lächerliche Prätension erheben. Man saßt den Eindruck ies Abends (eines so herrlichen Sonnentages) zusammen in en leidenschaftlichen Aufschrei: Ecrasez Finfäme! Wobei Finfäine ier Geist ist, aus dem heraus solche Dinge hier noch, unter unseren Uugen, denkbar und möglich sind. Zer jüngste Milche Felvrabbimr. irs Lebovics wurde 1893 in Orszova Ungsasfalva, Kvmitat Ung, geboren, wo sein Baker Rabbiner lwar. 1895 übersiedelten seine Eltern nach Wajdacska. Dort besuchte nrs Lebovics mehrere Jeschiboth und zugleich das Gymnasium. Nachdem er das Maturitätsexamen gemacht hatte, estand er in sehr jugendlichem Alter (im Winter 1911/12) ie Rabbinatsprüfung. Im Alter von erst 21 Jahren wurde er als Rabbiner der israelitischen Gemeinde nach Csepin belifen, 1915 als Staats- und Bezirksrabbiner der israelitischen 'Gemeinde Mitroviza (Slawonien) ernannt. Als das Landverteidigungsministerium die Rabbiner aufsorderte, sie sollten sich freiwillig als jüdische Feldseelsorger melden, stellte sich Lebovics zur Verfügung und wurde auf Grund einer allerhöchsten Entschließung vom 26. Juni 1915 durch das k. u. k. Kriegsministerium zum Feldrabbiner in der Reserve des k. u. k. Heeres mit dem Range vom 1. Juli 1915 ernannt. Wir geben diese kurzen, uns von kundiger Seite zugegangenen Notizen der Oeffentlichkeit bekannt, mit dem Wunsche, daß es dem überaus jungen Geistlichen gelingen möge, seine hehre Aufgabe würdig zu verwalten. L. G. LmVsndrrmissbrlchränkmisrn Bon Rechtsanwalt H a n s B l o ck. as Verbot der Einwanderung ausländischer, besonders russischer Juden war von jeher ein Hanptwunsch der Antisemiten. Bereits in der berühmten Petition vom Jahre 1880 fand sich an erster Stelle die Forderung, daß die Eimvanderung ausländischer Juden, wenn nicht gänzlich verhindert, fo doch wenigstens eingeschränkt werde; im Anschluß daran wurde in dieser Petition die Beschränkung der Staatsbürgerrechte der einheimischen Inden angestrebt. Seitdem wurde stets von neuem der Erlaß von Ei mv a n de r n ngsv erbo ten gefordert. Im Jahre 1895 wurden diesbezügliche Initiativanträge antisemitischer Abgeordneter im Reichstage mit großer Majorität abgelehnt. Ein Jahr vorher kamen im Reichstage Einwanderungsbeschränkungen für russische Juden gelegentlich der Beratung des deutschrussischen Handelsvertrages zur Sprache. Da in diesem Vertrage — übrigens in ganz allgemeinen Redewendungen und unter Vorbehalten — die Bertragsstaaten den beiderseitigen Staatsangehörigen Niederlassung und Gewerbebetrieb zusicherten, so wurde von antisemitischer Seite die Befürchtung ausgesprochen, daß eine solch ausdrückliche Erlaubnis die russischen Juden veranlassen werde, scharenweise ins Deutsche Reich einzuwandern. Der rechtsnationalliberale Abgeordnete Hasse, der langjährige Vorsitzende des Alldeutschen Verbandes, meinte, daß die Zahl der auf diesen Vertrag hin einwandernden russischen Juden wohl 70 000 betragen könne, und der antisemitische Abgeordnete Lotz? schätzte die Zahl gar auf 500 000. Diese Befürchtungen erwiesen sich als grundlos. Nach der- Volkszählung von 1900 betrug die Zahl der in Deutschland anwesenden reichsausläudischen Juden, die iu Rußland geboren waren, nur 12 752. Die Zahl ist also sehr gering. Sie ist seitdem: wohl etwas gewachsen, aber doch nicht erheblich. Im Jahre 1905 wurden in Preußen 1-1185 ausländische Juden ermittelt, die russische Staatsangehörige waren. Der heutige Rechtszustand ist der, daß die Bundesstaaten des Reiches jederzeit fremde Staatsangehörige als lästige Ausländer answeisen dürfen ohne Rücksicht aus Niederlassnngsverträge mit den fremden Staaten und ohne daß dem Betroffenen ein Rechtsmittel gegen den Ausweisungsbefehl znsteht. Wenn trotz dieser weitgehenden Möglichkeit, lästige Ausländer zu beseitigen, und trotz der geringen Anzahl russischer Juden im Deutschen Reiche von antisemitischer Seite immer wieder Einwnmdernngsbeschränkungen befürwortet werden, so liegt die Vermutung nahe, daß es den Antisemiten weniger an der Verhinderung der Eimvanderung russischer als an der Diskreditierung der einheimischen Juden gelegen ist, die eine natürliche Folge eines Ausnahmegesetzes gegen ausländische Inden sein würde. *) Aus den „K.-C.-Blättern" (März bis April 1916). Hirs Lebovics k. u. k. Leldlabbmer. i

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