Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1916-06-02 · Heft 22 (2.6.1916) · p. Seite 2

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
80 (1916)
Issue
Heft 22 (2.6.1916)
Date
1916-06-02
Page
Seite 2 (sequence 14)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/3224737-3229232-3229255--72271-3284703
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

15 Mark monatlich von der Kasse gewährt. Den Vorstand der ostpreußischen Pensions- und Hilfskasse bilden: Geheimer Jnstizrat B l u m e n f e L d (Insterburg), Vorsitzender, Waisenhausdirektor P e r i tz (Königsberg), stellvertretender Vorsitzender mtb Schriftführer, Bernhard Ladendorff (Königsberg), Schatzmeister, Stadtrat E i ch e l b a u m (Insterburg), Verbandsvorsitzender; Rechtsanwalt Dr. Ehrlich (Tilsit), Kantor Karo (Allenstein), Kaufmann Louis M eher (Bartenstein) und Prediger Stur m a n n (Osterode). -- Danzig, 26. Mai. Von sehr großem Tranergefolge begleitet, wurde am 21. d. M. vormittags ans dem jüdischen Friedhose von Stolzenberg Herr Justizrat L. Steinhardt zur letzten Ruhe gebettet. Unter den Leidtragenden befanden sich neben den Angehörigen, persönlichen Freunden und Glaubensgenossen zahlreiche Berufsgenossen, unter ihnen auch Herr Landgerichtspräsideut S ch w a r tz. Der Prediger der jüdischen Gemeinde, Herr Rabbiner Dr. Kälter, hob in eindrucksvoller Rede hervor, was die Stadt, die Gemeinde, die Freunde und insbesondere die Familie an dem Heimgegangenen verloren hat, insbesondere, wie Herzensgute, Liebenswürdigkeit, milder, nie verletzender Humor, Mitfühlen nnt jedermann, treueste Sorge für Haus und Herd ihn auszeichneten. Besondere Würdigung fand die rege, hingebungsvolle Mitarbeit des Verewigten in allen jüdischen Organisationen Deutschlands, wie im Verband der deutschen Juden, im D. I. G.B., in der Bereinigung für das Liberale Judentum und in dem Verein für jüdische Geschichte und Literatur. Der Synagogenchor verschönte durch Gesang die Totenfeier. Neumark (Westpr.), 26. Mai. Am 1. Juni begeht der weit über die Grenzen unserer Provinz bekannte Rentier Herr Easper Lands Hut sein 25jähriges Jubiläum als Vorsteher der. hiesigen Synagogengemeinde. Sein reiches Wissen, seine praktische Erfahrung stellte er stets in den Dienst unserer Gemeinde. Von ganz besonderer Bedeutung ist das von ihm redigierte neue Gemeindestatnt, welches in diesem Jahre von der Königlichen Regierung zur Einführung genehmigt wurde. Au den religiösen Streitfragen nahm er stets in rersöhnend.m Sinne regen Anteil. Er ist im Vorstände des Zentralo.reins, im Verbände west preußischer Synagogengemeinden, des jüdischen Waisenhauses in Graudenz. - Von einer Feier ist in der ernsten Zeit Abstand genommen.. Wir wünschen ihn: aber von Herzen „Auf roeitere 25". R. N. Breslau, 26. Mai. Der I s r a e l i t i s ch e Fra u e n - v e v c i it, der eine dreijährige Verwaltungszeit verzeichnet, hielt am 2 2. d. M. wine Generalversaurmlrmg ab. Als diese 1913 stattsand, waren Vorstand und Mitglieder von der frohen Hoffnung beseelt, RU4 das hundertjährige Jubiläum des in der langen Zeit seines Bestehens ungemein segensreich wirkenden Vereins durch einen ernstwürdigen Festakt begehen zu dürfen. Der Weltkrieg hat diese Hoffnung vernichtet. Der Verein verzichtet darauf, durch statistische Wiedergabe von Zahlen über seine Leistungen zu berichten. Ueber ein Vermögen von ca. 150 006 Mark verfügend, sind seine Aufgaben ii•: Friedens- und nun auch in Kriegszeiten stetig gewachsen, und er hat diese trefflich erfüllt. Ursprünglich beschränkte sich der Verein darauf, eine Reihe von Jahrzehnten seine Fürsorge bedürftigen Wöchnerinnen zuznwendem allmählich erstreckte sich diese auch dahin, Frauen und Mädchen durch Beihilfe in Berufsausbildung, erwerbsfähig zu machen und zu ertüchtigen. Diesen Zweig mehr und mehr auszubauen, wird vorn Vorstand eifrig angestrebt. Anläßlich des hundertjährigen Bestehens des Vereins wurde als Jubilänmsstiftung eine jährliche Spende von 1006 Mart für alle Zeiten zur Fürsorge um Lungenkranke des Mittelstandes bestimmt. Obgleich der Verein infolge der Kriegswirren einen Rückgang seiner Mitgliederzahl wie außergewöhnlicher gütiger Zuwendungen erfahren mußte, hat sich der Vorstand in hochherzigster Weise an der Kriegsfürsorge beteiligt. Richt nur daß namentlich im ersten Kriegsjahr bedürftigen Glaubensgenossen durch Verabreichung von Lebensmitteln Unterstützung zuteil wurde, dem Rationalen Frauendienst wurden 1914 und 1915 namhafte Summen als Kriegsspenden überwiesen und die Fürsorge um Angehörige des Mittelstandes soll fortan ein neues Ziel der Wohlfahrtsbestrebungen des Vorstandes bilden. 22 Aus dem Riesengebirge, 26. Mai. Krumm Hübel, die Perle des Riesengebirges, tounte bisher als Kuraufenthalt nur von Familien ausgesucht werden, die selbst Küche führten. Daß es dabei die Hausfrauen sehr schwer hatten und ihnen viel Zeit, die sie dem Aufenthalt in der herrlichen Höhenluft und den waldreichen Bergen hätten widmen können, verloren ging, liegt aus der Hand. Alleinstehenden, besonders erholungsbedürftigen Herren, war es-nicht möglich, Krummhübel zum Aufenthalt p wählen. Der Wunsch nach einem rituellen Restaurant bestand schon eine lange Reihe von Jahren. Run endlich hat sich jemand gefunden, diesen.: großen Bedürfnisse Abhilfe zu schaffen. Die Pension Jacobo- Witz, in der sich die Gäste in Warmbrunn immer sehr wohl fühlten, schon wegen der vorzüglichen- Verpflegung, hat auch in Oberkrumm- Hübel, in dem schönen, fast ganz vorn Walde umgebenen „Haus Emden", eine Pension errichtet. Den Scho che t stellt der „Hamburger Verein zur Förderung ritueller Speisehauser". Freunde der schönen Berge, des lieblichen Kurortes und des Sportes werden das Unternehmen mit großer Freude begrüßen, und der Zuspruch wird sowohl Sommer als auch Winter nicht ausbleiben. — Papenburg, 26. Mai. Der Umstand, daß der Verkauf von Fleisch am Freitag in Gemäßheit der Bekanntmachung vom 28. Oktober 1915 verboten ist und durch das späte Rachtwerden am Samstag das Allstragen bzw. Verkaufen von Fleisch zur Unmöglichkeit gemacht wird, hat die j ü d i s ch e n S ch l a ch t e r, welche auf dem Boden des gesetzestreuen Judentums stehen, in eine sehr mißliche Lage versetzt. Gerade in hiesiger Stadt, in welcher das Schlachtergewer-be überwiegend in den Händen der Inden ruht, machten sich die Folgen jener Bekanntmachung in äußerst störende i- Weise bemerkbar. Es ist deshalb vom religiösen wie vom geschäftlichell Standpunkt ans doppelt freudig zu begrüßen, daß es dem Lehrer Strauß gelungen ist, eine Entscheidung des Regiev it it g s p r ä s i d e n t e n herbeizuführen, wonach in der Stadt Papenburg anstatt Freitags fortan von Donnerstag nachmittags 1 Uhr bis Freitag nachmittags 1 Uhr Fleisch nicht verabfolgt werden darf. Es bleibt somit den jüdischeil Schlachtern von Freitag mittags 1 Uhr noch hinlänglich Zeit, ihrem Gewerbe ohne Sabbatentweihung zu obliegen. Die Art, wie hier das religiöse Empfinden seitens hoher Verwaltungsbehörden geachtet wird, verdient die weitestgehende Anerkennung. 8. Kassel, 26. Mai. Am 20. d. M. feierte Herr Moritz Heß, der zurzeit in Wiesbaden weilte, seinen 70. Geburtstag. Herr Heß gehört seit langen Jahren dein Vorstand der hiesigen Shnagogengcmeinde au und hat sich in diesem Ehrenamte, namentlich ans dein Gebiet des Armen- und Finanzwesens unb der Friedho'fsverwaltnng, große Verdienste erworben. Zahlreiche Gemeindenritglieder haben als Zeichen ihres Dankes und ihrer Wertschätzung aus freiwilligen Beiträgen, die bis jetzt die Summe von über 9000 Mark erreicht haben, eine Stiftung geschaffen, welche den Namen „Moritz-Heß- Stiftung" tragen und zunächst zur Linderung von Kriegsschäden und sonst nach seinem Ermessen Verwendung finden soll.. Eine Abordnung des Gemeindevorstandes uberbrachte Herrn Heß in Wiesbaden die Glückwünsche der Gemeinde sowie die kunstvoll ansgeführte Adresse des Gemeindevorstandes, des Herrn Landrabbiners lind des Herrn Kreisvorstehers nebst der Stiftungsurkunde. Ein Vorstandsmitglied des Vereins für israelitische Armenpflege in Kassel überreichte eine stilvolle Adresse dieses Vereins, in dessen Verwaltung Herr Heß seit einer Reihe von Jahren besonders tätig ist. Ferner trafen ein höchst anerkennendes Schreiben des Borsteheramtes der Israeliten zu Kassel, sowie viele Glückwünsche von Vereinen und Privatpersonen ein. Stuttgart, 26. Mai. Auf dem israelitischen Friedhof ans der Prag wurde am 5. d. M. der im Alter von 32 Jahren verstorbene Tr. jur. Paul H a u s m e ister beerdigt. Derselbe war in der letzten Zeit bei der deutschen Zivilverwaltung in Hasfelt tätig gewesen und hatte sich am 1. Mai einer militärischen Einberufung in Aalen zu stellen. Seit Jahren an Herzstörungen leidend, wurde er bet der Einstellung in Aalen von einem Herzschlag betroffen. Dr. Paul Hausmeister war der einzige Sohn des verstorbenen Bankiers Emil Hausmeister in Stuttgart; er hatte Rechts- und Staaiswissenschasten studiert und beabsichtigt', sich als Dozent an einer Hochschule niederzulassen, was die Schwankungen seiner Gesundheit verhinderten. Seinem Interesse für die öffentlichen Angelegenheiten, insbesondere Stuttgarts, hat er vielfach durch Aufsätze in Zeitungen Ausdruck gegeben. —- In der Zahlreichen Trauerversammlung waren unter anderen auch Staatsrat v. M o st h a f und Präsident v. S t i e l e r. Die Trauerfeier vor der Friedhofskapelle hielt Stadtrabbiner Kirchenrat

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.