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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1916-05-19 · Heft 20 (19.5.1916) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
80 (1916)
Issue
Heft 20 (19.5.1916)
Date
1916-05-19
Page
[Seite] (sequence 13)
Language
German
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80. Jahrgang Nr. 20 Der Gemeindevote. Berlin, 19. Mai 1916 Beilage zur „Allgemeinen Leitung deß Judentums. Sorrelpondrn?en und Nachrichten. Leutschlsnd. E. R. Berlin, 14. Mai. Der Vorsitzende, Herr Direktor Dr. M i n - den, eröffnete die heutige Sitzung der Re Pr ä s e n ta n te n v e r - ' n nt m l u n g. mit der Mitteilung, daß er mit Nücksicht ans die Abwesenheit des Herrn Dr. Isidor Levy öeschloffen. habe, zwei auf der Tagesordnung stehende Punkte zu vertagen. Es handelt sich um die Stellungnahme zu folgender Angelegenheit: Der Gemeindevorstand nimmt für sich das Recht in Anspruch, die Steuerquote allein festzusetzen. Der Gemeindevorstand ist ferner der Meinung, daß die Einsicht von Akten seitens der Versammlung von seiner Genehmigung abhängig ist und daß die Mitglieder, welche Akten einsehen wollen, ihm vorher 'bekanntgegeben werden sollen. —.Zum goldenen Doktorjubiläum des Geheimrats Professor B a g i n s k h hat der Vorsitzende im Namen der Versammlung ein Glückwunschschreiben übersandt, auf das ein herzliches Dankschreiben des Herrn Geheimrat Baginsky eingegangen ist. Von einem im Felde stehenden Herrn Dr. Heinrich Schlesinger ist ein Kondolenzschreiben zum Hin- 'cheiden des Herrn Moritz Manheimer eingetrofsen. ~~ Folgende Zuwendungen sind zu erwähnen: Don Herrn Justizrat Dr. L e w i n s k i ">000 Mark zur Linderung gegenwärtiger Not. Der Betrag wird an oen Fonds für Kriegswohlfahrtszwecke überwiesen. Von den Erben des Herrn Professor Paul Meyer heim 1685 Mark zur Grabpflege. Von M a a ß u. R ö h m a n n als Geschenk anläßlich des 25jühriqen Geschäftsjnbilämns 250 Mark zur Verstärkung der Direktor- Grunwald-Stiftung. An der fünften R-eligionsschnle besieht seit 1908 zum Andenken an den 1905 verstorbenen Lehrer Theodor Pelz eine Stiftung von 500 Mark. Aus den Zinsertrüanissen wurden bisher alljährlich an besonders gute Schüler und Schülerinnen Bücher verteilt. Bisher wurde die Stiftung von -dem Dirigenten der Schule Herrn Rabbiner Dr. Warschauer verwaltet. Nachdem seit einigen Jahren die fünfte Neligionsschule in zwei von verschiedenen Dirigenten geleitete Abteilungen (Knaben und Mädchen) geteilt ist, hält es Herr Dr. Warschauer für zweckmäßig, die Verwaltung der Stiftung an die Gemeinde abzugeben. Er hat das Stiftungskapital bei der Hauptkasse der Gemeinde eingezahlt. Die Versammlung beschließt die Annahme. — An Stelle des durch den Tod ausgeschiedenen Herrn Moritz Manheimer ist Herr Hugo Bla n ke n b u r g als Mitglied in die Repräsentantenversammlung einberufen worden. Nach der Geschäftsordnung soll jedes Mitglied der Versammlung tunlichst einem Ausschuß angehören. Einstimmig wird nun Herr Blankenburg in den Ausschuß I gewählt. — Mit Rücksicht auf die Schwierigkeiten, die mit der Beschaffung des Fleisches und besonders des Koscherfteisches zurzeit bestehen und die zu einer enormen Preissteigerung geführt haben, wirb den unter Aufsicht der Gemeinde stehenden Fleischwarenhünblern die Zahlung der Beiträge für die Dauer des Krieges erlassen. Ebenso wird vorbehaltlich der Zustimmung der städtischen Behörde und unter Vorbehaltung jederzeitigen Widerrufs mit Rückwirkung vom 15. April b. I. ab beschlossen, den Großschlächtern, welche für die unter Aufsicht der Gemeinde stehenden Händler schächten lassen, für?edes geschachtete Rind pro Pfund 10 Pfennig zu zahlen. — In die Dtistungskommission wird Herr Dr. Albert M e h e r, in die Festgottesdienstkommission Herr Siegfried Neumann gewählt. — Subventionen uutrbert an folgende Vereine bewilligt: Religionsverein Beth Zion für bas Jahr 1916 12 000 M., Israelitischer Religionsverein zur Besoldung des Ersatzvorbeters an den hohen Feiertagen 1915 500 M., Agudath Achim in Pankow für 1916 4000 Mark, Israelitischer Religionsverein ü'nrlshorst 1192 Mark, Verband der Deutschen Juden 7200 Mark, Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums 1916/18 12 000 Mark, Verein für Arbeitsnachweis 3000 Mark, Arbeiterkolonie Weißensee ■WO Mark, Witwen- und Waisenkasfe der Rabbiner Deutschlands 400 Mark, Hilfskasse israelitischer Kantoren und Kultusbeamte in Deutschland 300 Mark, Allgemeiner Deutscher Kantorenverband 1916 einmalig 160 Mark, Ferienkolonien jüdischer Kinder 1200 Mark, Israelitischer Volkskindergarten und Kinderhort 700 Mark, Kurhospital Kol'berg 800 Mark, Israelitisches Armenasyl Meran 150 Mark, Israelitische Krnderheilstätten in Kisstngen 200 M., Israelitische Kultusgemeinde Franzensbad für das Kais-er-Franz-Joses-Hospital 200 Mark. Ferner: Infolge Materialverteueruug 188 Mark Mehrkosten für die Herstellung eines Neudrucks der Grabgesänge, 100 Mark für den Druck des Notenmaterials für die Synagogen ohne Orgel. 705 Mark Sonderhonorar für besonders tüchtige Chormitglieder. Für die Hauptverwaltung wird die Anschaffung von drei Schreibmaschinen bewilligt; ferner für die Reparatur zweier gebrauchter Maschinen 129,24 Mark, für die Anschassung von 60 Sachsschen Gebetbüchern Band I und II 279 Mark, von 100 Gebetbüchern für die Neue Synagoge Band I 200 Mark, von 100 Gebetbüchern für die Synagoge Fasanenstraße Band I 225 Mark. — Schließlich wird auch die Mietung der nachstehenden Säle zu den hohen Festtagen bewilligt: Wilmersdorfer Festsäle, Hauptgottesdienst, 2000 Mark, Cith-Festsaal, Jugendgottesdienst, 350 Mark, Gewerkschastshaus, Hauptgottesdienst, 1000 Mark, Lang-enbeck-Dirchow-Haus, Hauptgottesdienst, 2200 Mark, Toynbeehalle, Gipsstraße, Jugendgottesdienst (alter Ritus), 150 Mark. Berlin, 16. Mai. Der Direktor des Potsdamer Astrophystkalischen Observatoriums, Geheimer Regierungsrat Prof. Dr. Karl S ch w a r z s ch i l d , ist, kaum 43 Jahre alt, am 11. d. M. im Augttste-Viktoria-Krankenhaus in Potsdam gestorben. Der so früh dahingeschiedene Gelehrte, ein geborener Frankfurter, war bald nach Ausbruch des Weltkrieges zu den Fahnen geeilt und hatte erst als Unteroffizier, dann als Leutnant der Landwehr auf dem östlichen und auf deur westlichen Kriegsschauplatz gekämpft. Mit dem Eisernen Kreuz misgezeichnet, kehrte er vor einigen Wochen aus dem Felde zurück und erkrankte bald daraus an einem unheilbaren Leiden, das nunmehr seinen Tod herbei geführt hat. - Eine Trauerfeier für Kart Schwarzschild fand am letzten Sonntag in der Kapelle des Potsdamer städtischen Krankenhauses statt. Um den Sarg des Gelehrten häuften sich die Kranzspenden wissenschaftlicher Institute, und Gelehrtenabordnungen versammelten sich, um dem Verewigten die letzte Ehre zu erweisen. Die Berliner Universität vertrat der Dekan mit zahlreichen Professoren; die Akademie der Wissenschaften entsandte den Vorsitzenden, Sekretär Geheimrat D i e l s. die Universität Göttingen Prof. Runge; die wissenschaftlichen Institute Berlins, die Sternwarte in Neu-Babelsberg und Potsdam und die übrigen Observatorien waren fast vollzählig vertreten. Auch eine Abordnung des Generalstabes der Armee, der der Verstorbene zugeteilt war, nahm an der Feier teil. Geheimer Regierungsrat Professor Dr. Müller vom Potsdamer Astro-phhsikalischen Observatorium hielt die Gedächtnisrede. Die Beisetzung der Leiche erfolgt in Göttingen, wohin sie am 15. d. M. übergeführt wurde. 2XD Berlin, 16. Mai. Um der jüdischen Jugend unserer Großstadt Gelegenheit zu bieten, sich gärtnerisch zu betätigen, insbesondere mit der Gemüsezucht vertraut zu machen, hat der Verein zur Förderung der Bodenkultur unter den Juden Deutschlands ein Grundstück hinter dem Kaiserdamm in der Nähe des Bahnhofes Witzleben unter Kultur genommen. Junge Leute (nicht unter 12 Jahren) können daselbst eine Parzelle erwerben, die sie selber bebauen müssen, im übrigen aber nach eigenem Geschmack und nach ihrer Neigung bestellen können. Bereits ist der größere Teil des Grundstückes ausgeteilt, immerhin sind noch etwa Zehn Parzellen im Umfang von je zwei bis vier Ruten zur Abgabe frei. Des gemeinnützigen Zweckes halber, wo die Produzierung von Nahrungsmitteln allein gegenwärtig schon eine patriotische Pflicht ist, verdient diese neueste Maßnahme des Bodenkultur- Vereins alle Anerkennung. Berlin, 16. Mai. Das Eiserne Kreuz zweiter Klasse erhielten: Dr. Fritz K Weller, Arzt in einem belgischen Lazarett; Ersatzreservist Kurt Wund c r nt a che r; Vizewachtmeister Kurt A sche r: Armierungssoldat Friedrich Scha e fer; Kriegsfreiwilliger Kurt Eisner: Vizeseldwebel und Osfiziersaspirant Georg Cassel; Ersatzreservist Kurt Rosenberg; Artillerie-Unteroffizier Max Lewinski; Osfizierstellvertreter Hermann Ascher, Mitinhaber der Firma Sachs, Ascher u. Redlich; Gefreiter Heinrich L u n kenh eim e r; Referendar Erich H i rschfe ld (Groß-Berlin). Die gleiche Auszeichnung erhielten: Unteroffizier Herbert Schlesinger (Kempen i. P.); Leutnant Werner Ehrlich (Neiße);

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