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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1916-05-19 · Heft 20 (19.5.1916) · p. Seite 235

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
80 (1916)
Issue
Heft 20 (19.5.1916)
Date
1916-05-19
Page
Seite 235 (sequence 7)
Language
German
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arbeitete. x\ureve|fiuit ist, daß der Göttiuger Professor Paul de Lagarde sieh eifrig dafür interessierte, längere Zeit mit ihm in freundschaftlichem Briefwechsel stand lind ihm sogar eine Subvention von der Regierung versehaffte. Als Znckermandcl jedoch später die judenfeindliche Gesinnung de Lagardes erfuhr, sagte er sieh, wenn auch schweren Herzens, von ihm los. Eine ihm angebotene Kandidatur um eine Berliner Rad bin er stelle lehnte er ab, da der Vorstand jur Bedingung stellte, er müsse auch in der Orgelsynagoge amtieren. 1876 hielt er sich mehrere Monate in Wien ans, sammelte dort an der k. k. Bibliothek die Varianten der Handschrift und begann den Druck der ersten Lieferung. Im selben Jahre nahm er das Rabbinat in Pasewalk an, wo er die Herausgabe der Tosefta bewerkstelligte und außerdem wissenschaftliche Artikel in der Monatsschrift und Rahrners Literaturblatt veröffentlichte. 1881 wurde er zum Oberrabbiner in Trier gewählt. An Publikationen daselbst sind zu nennen: Supplement zur Tosefta, Tosesta-Varianteu, mehrere Artikel in Nahmcrs Literaturblatt, mehrere Predigten zu festlichen Anlässen, Spruchbuch 1 und II und einige Vortrüge. Nach ungefähr einem Jahrzehnt gab Zuckermandel infolge religiösen Parteihaders in der Gemeinde die Trierer Stelle auf und erhielt das Rabbinat in Pleschou. Um aber sich fortan ausschließlich der wissenschaftlichen Tätigkeit hingebcn zu können, gab er nach kurzer Zeit auch diese Stelle mtf und nahm das Amt eines Stifrsrabbiners am Mora Leipzigerschen Beth-Hamidrasch in Breslau im Jahre 1898 an. Das Einkommen, das mit diesem Posten verbunden ist, ist zwar nur ein bescheidenes, trotzdem hat sich Zuckermandel wohl noch nie so glücklich und zufrieden gefühlt, wie gerade in diesem stillen Wirkungskreise, wo er, befreit von allen Wu seren des Gemcindelebens, freudig und unermüdlich der Erforschung des Talmuds leben kann. Im Jahre 1910 traf Zuckermandel ein schwerer Schlag. Seine treue, liebevolle Lebensgefährtin wurde ihm am 20. Juli genannten Jahres durch den Tod entrissen. An der Bahre ries er ihr Worte heißen Tankes für alle hingebende Liebe llnd Treue, die sie ihm während eines fast 46jährigen glücklichen Zusammenlebens erwiesen, nach. Ter Ehe entstammen zwei Töchter. Die ältere heiratete einen Kaufmann in Beuchen, die jüngere den Berliner Oberkantor Kalischer. Zum Schluß mag ein Verzeichnis der Znckermandelschen Werke folgen: 1. Festpredigten. 2. Predigten zur Friedensfeier 1866 und zu Sabbat Terumah. Gnesen 1866. 6. Rede zur 50 jährigen Stiftungsfeier der jüdischen Stadtschule zu Märkisch-Friedland. 1869. 4. Predigt zu Ehren des Geburtstages Sr. Majestät des Kaisers Wilhelm I. Pasewalk 1879. 5. Predigt zur Erinnerungsfeier an das 25 jährige Bestehen der neuen Synagoge zu Trier. > 6. Predigt zum Regicrungsjubilämu Sr. Majestät des Kaisers Wilhelm I. und zur 100jährigen Gedächtnisfeier Moses Mendelssohns. Trier 1886. 7. Predigt zur Trauerfeier für Kaiser Wilhelm I. 8. Predigt, gehalten zur Tranerfeier für Se. Majestät Kaiser Friedrich. Trier 1888. 9. Referat über die Religionslehre. Trier 1888. 10. Spruchbnch I. Frankfurt a. Bl. 1889. 11. Ter Unterricht in der Religionslehre nach meinem Spruchbnch. Vortrag. Trier 1889. 12. Spruchbuch II. Trier 1890. 16. Simson, ein biblisches Drama voll Samson Zuckermandel s. A., ediert mit deutscher Einleitung. Breslau 190t;. 14. Die Erfurter Handschrift der Tosefta beschrieben llnd geprüft. 15. Tosefta nach den Erfurter und Wiener Handschriften ediert. Pasewalk 1880. 16. Supplement, enthaltend Uebersicht, Register und Glossar zur Tosefta. Trier 1882. 17. Nachtrag zu meiner Tosefta- Ausgabe. Berlin 1899. 18. Tosefta, Mischna und Boraita in ihrem Verhältnis zueina n d er o d er pa lästi n ensis che und babylonische Halacha. Erster Band. Frankfurt a. M. 1908. 19. Dasselbe, Band II. Frankfurt a. M. 1909. 20. Supplement, enthaltend Register zil beiden Bänden. 1910. 21. Gesammelte Aufsätze. Erster Teil. Zur Halachakritik. Erste Hälfte. Frankfurt a. M. 1911. 22. Gesammelte Aufsätze. Zweiter Teil. Zlw Tosefta und anderes. Frankfurt a. M. 1912. 26. Gesammelte Aufsätze. Erster Teil, zweite Hälfte. Fortsetzung der Nachträge der ersten Hälfte, Lieferung I. Franksllrt a. M. 1913. 24. Dasselbe, Lieferung II. Frankfurt a. M. 1914. 25. Die Befreiung der Frauen von gewissen religiösen Pflichten nach Tosefta und Mischna. Breslau, M. u. H. Markus, 1911. (Separatabdruck aus der Festschrift zu Prof. Jsr. Lewhs 70. Geburtstag.) Mögen dem um die talmudische Wissenschaft hochverdienten Jubilar noch viele lebensfrohe Jahre beschieden sein. A. K. LiliMS vom Milchen Redner und lrinem Kublikum. Von Dr. Max Steif, Naußnitz. (Schluß.) egenüber solcher dem Geschmacke der breiten Menge allzu bereitwillig entgegenkommenden Vortragsweise der Wanderprediger waren die Reden der meisten damaligen Rabbiner mehr von einem gewichtigen, gleichsam schwerblütigen Ernste getragen. Ihr ganzer Ehrgeiz war es nur, wie dies auch ein Juda ben Ascher (gest. 1349) seinen Söhnen ans Herz gelegt, „in den Herzen ihrer Zuhörer die Furcht und den Nabbiner Dr. S. Zrickermandel

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