Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 80 (1916)
- Issue
- Heft 18 (5.5.1916)
- Date
- 1916-05-05
- Page
- Seite 207 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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207 '■r- 1 dhaftigbe, sind und zu-; Eltern üst verälteren n, bin r selten Die Ehe junger hnt zur lng der an and ise zun üb d i e r matecen seezebenen : die sie ft ihrer r, desto wischen en der 916 Kriegs ch a uvichtige . Auch e gegen ntteilen ruf der ter vor vurden en, znff stürwn La richte:. Collen chtigen 1 fran Haber re Ge rsflügi en an en, wl Der mseren Zungen )r rege tungsruplatz [e unghäfen utschen Insel nholm. Einen g über Die Wüste. Es gelangte bis Alkantara am Suezkanal und warf wirkungsvoll Bomben auf das feindliche Lager. Ueber ein S e e g e f e ch t a n d e r flandrischen K ü st e liegt folgende Meldung des Wolffschen Telegraphen-Bureaus oor: Am 24. April morgens erschienen vor der flandrischen Küste zahl- -eiche englische Streitkräfte, aus Monitoren, Torpedobootszerstörern, größeren und kleinen Dampfern bestehend, welche anscheinend Minen suchten und Bojen zur Bezeichnung von Bombardements- 'tellungen auslegten. Drei unserer in Mandern befindlichen Torpedo- .wote stießen mehrfach gegen die Monitoren, Zerstörer und Hilfsfahr-;euge vor, drängten sie zurück und hinderten sie an der Fortführung hrer Arbeiten. Trotz heftiger 'Gegenwirkung sind unsere Torpedoboote unbeschädigt geblieben. Die englischen Seestreitkräfte Haben die 'landrische Küste wieder verlassen. Der Chef des Admiralstabes der Marine. Erfreulich ist auch der amtliche Bericht vom 29. April über Die Fortschritte auf dem östlichen Kriegsschauplatz: Südlich des Narocz-Sees machten unsere Truppen gestern einen Vorstoß, um die am 26. März zurückgewonnenen Beobachtungsstellen oeiter zu verbessern. Ueber die vor dem 20. März von uns gehaltenen Gräben hinaus wurden die russischen Stellungen zwischen Stanarocze und Gut Stachowce genommen. 5600 Gefangene mit 16 Offizieren, darunter 4 Stabsoffiziere, 1 Geschütz, 28 Maschinengewehre, 10 Minenwerfer sind in unsere Hand gefallen. Die Russen erlitten außerdem schwere blutige Verluste, die sich bei einem nächtlichen, in dichten Massen geführten Gegenangriff noch stark erhöhten. Der Feind vermochte keinen Schritt des verlorenen Bodens oiöderzugewinnen. Unsere Luftschiffe griffen die Bahnanlagen bei Wenden und an ^er Strecke Dünaburg—Rjczhca an. Auf dem italienischen Kriegsschauplatz fanden lehr lebhafte Kämpfe im Gebiete des Col di Lana statt. Unseren Verbündeten gelang es, dem Feinde den wichtigen Stützpunkt auf dem Grat im Nordwesten der Bergesspitze zu mtreißen und ihn trotz wiederholter starker Angriffe der feindlichen Kerntruppen fest zu behaupten. Mit großer Wucht unternahmen die Italiener einen Vorstoß auf den gegen Südwesten vorspringenden Rand des Karstplateaus von Doberdo. Am heißesten wurde im Raume zwischen Selz und vionfalcone gestritten. Die Italiener verloren nicht nur ihre neuen Positionen, sondern wurden auch auf allen Punkten, die sie von den früheren Linien innehatten, verjagt und in ihre rlten Stellungen zurückgetrieben. Auch im Vasulganatal, wo die Italiener wiederholte Angriffe nördlich von Marter und im Westen von Roncegno unternahmen, sahen sie sich genötigt, unter Zurücklassung zahlreichen Kriegsmaterials ihre Stellungen in der mehr als drei Kilometer langen Linie von Lotto bis Roncegno zu räumen. Mit besonderer Freude registrieren wir den Bericht vom 29. April über den Sieg der Türken bei Kut el Amara: Die in Kut el Amara eingeschlossene englische Truppenmacht hat sich dem tapferen türkischen Belagerer ergeben müssen.. Mehr als 13 000 Mann sind kriegsgefangen. Zu dieser englischen Niederlage schreibt „Svenfka Dagbladet": Der quantitative Verlüst ist groß, aber der moralische zweifellos noch größer. Englands und Asquiths Prestige bekommt dadurch schwere Stöße. In der mohammedanischen Welt kann eine solche Niederlage, bloß ein halbes Jahr nach Gallipoli, dem britischen Ansehen nicht gut tun. Bei den Bundesgenossen in Europa wird sie auch Verstimmung Hervorrufen. Einen nicht minder schweren Schlag für den englischen Imperialismus bedeutet der ausgebrochene Aufstand in Irland. Aus Amsterdam wird unter dem 30. April hierüber berichtet: Die Truppen, die General Maxwell gegen das aufständische Dublin er angeführt hat, -erhalten nach Londoner Berichten in aller Eile außerordentliche Verstärkungen. Ganz Dublin ist jetzt eingeschlossen. um den Zuzug aus den umliegenden Bergen zu verhüten. Als Leiter der aufständischen Bewegung gilt der Arbeiterführer Connolly. Die „Times" raten, die Bewegung äußerst ernst zu nehmen. Das Blatt fürchtet, daß das schlechte Beispiel in Irland ungeheuer um sich greifen könne. Wie „Reuter" meldet, sollen die Dubliner Nebellensührer sich inzwischen ergeben haben. Die „Daily News" sagen: Die Regierung und das Land stehen jetzt vor der schwersten Krise seit Beginn des Krieges. Ihre -ganze Existenz kann in einem der kritischsten Punkte des Krieges in Gefahr geraten. ' Der Ernst der irischen Rebellion liegt in dem Schlage, den sie der Autorität und dem Ansehen der Regierung versetzt. Ueber den Stand der deutsch-amerikanischen Verhandlungen ist folgendes zu berichten: Am 27. April hat sich der amerikanische Botschafter Herr Gerard zu einer Audienz beim Kaiser ins Große Hauptquartier begeben, wo sich seit Mittwoch auch der Reichskanzler und der Chef des Admiralstabes der Marine befinden. Di-e Beratungen im Großen Hauptquartier über unsere Antwortnote an die amerikanische Regierung haben, wie die Tageszeitungen melden, die Angelegenheit so weit gefördert, daß nunmehr am Text der Rote gearbeitet werden kann. Die Fertigstellung erfolgt in Berlin nach den Gesichtspunkten, die im Großen Hauptquartier ausgestellt worden sind. Die Arbeit am Notentext macht selbstverständlich noch fortgesetzt Beratungen der zuständigen Stellen -notwendig. Der amerikanische Botschafter ist gestern nach Berlin abgereist. Der ReichskanKer trifft ebenfalls in kürzester Zeit in Berlin ein. * Das Aprilheft von „Westermanns Illustrierte Monatsschrift" enthält einen von dem Geh. Justizrat Prof. Dr. Philipp Zorn verfaßten Artikel „Deutsche Zukunftsgedanken", dem eine wesentliche Bedeutung beizumessen ist. Die Zeitschrift „Im Deutschen Reich" reproduziert aus dieser tiefgründigen Arbeit nachstehende ansprechende Gedanken: „Politische Parteien werden auch in Zukunft sein; auch das liegt in den Notwendigkeiten der menschlichen Natur. Aber unser ganzes Parteiwesen muß einen anderen Charakter bekommen. Und ein schlechter Kerl soll künftig der sein, der den andern für einen schlechten Kerl hält oder gar erklärt, weil er einer anderen politischen Partei angehört. — Eine der höchsten und wohltuendsten Erfahrungen der großen, schweren Zeit war es und wird es, so Gott will, bleiben, daß der Gegensatz der Bekenntnisse in der großen deutschen Volkserhebung so gut wie ganz verschwunden ist. Auch dies wird nicht so bleiben; aber ein großer Segen kann und wird daraus doch hoffentlich für unser Volk erwachsen. — Das deutsche Judentum hat seine vaterländische Pflicht voll erfüllt. Die Heldengräber jüdischer Soldaten und die Eisernen Kreuze, die die Brust von solchen schmücken, sind dessen ehrendes Zeugnis. Diese Pflichterfüllung ist selbstverständlich und auch von den deutschen Juden als selbstverständlich betrachtet worden. Wir müssen daraus die Folgerung der Gerechtigkeit ziehen Es gibt schlechte Juden. Es gibt auch schlechte Christen. Jede Schlechtigkeit im Handel und Wandel nruß aufs schärfste bekämpft werden, aber eine Verallgemeinerung lediglich a u § Gründen eines religiösen oder Rassengegen - s a tz e s mutz a b g e l e h u t w e r d e n." * Dem am 13. v. M. in Budapest verstorbenen Karl E ö t v ö s widmet Professor Ed. Rascher (Wien) in der „Oesterreichischen Wochenschrift" vom 28. April folgenden ehrenden Nachruf: „Chasside ummaus hoaulom jcscli lohera ehelek loaulom haboh!“ In dem großen, anr 13. April -in Budapest nach langem Siechtum verstorbenen Parlamentarier und Publizisten weiland Karl Eötvös ist ein Epigone ungarischer Weltgrößen, ein Paladin des Recksts, ein Stück ungarischen Genius, ein f,lammender Kämpe der Freiheit, ein hinreißender Redner von demantenem Charakter dahingegangen. In ihm betrauert seine Nation einen „Repräsentanten seines Volkes in -europäischer Prachtausgabe", einen Denker und Gelehrten, einen glühenden Schätzer und Schützer der Menschenrechte, der an der Neugestaltung eines liberalen Ungarns seinen Löwenanteil hatte. Vom