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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1916-04-21 · Heft 16 (21.4.1916) · p. Seite 2

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
80 (1916)
Issue
Heft 16 (21.4.1916)
Date
1916-04-21
Page
Seite 2 (sequence 14)
Language
German
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2 - meister ly cf ft ein- Dimmtlumj et. d. 8.: befreiter Georg V a r chl) e i m e r, Nüistetier Mar .Kaufmann und Ersatzreservist 8 a l o m o ii - Frankfurt a. M.; Assistenzarzt Tr. Ludwig N e u - g a r t e n - Dortmund-Huckarde: Unteroffizier Albert Löwenst e r n - Dassel: Tr. med. SX et h n - Gotha: Ersatzreservist Karl M e y e r h off- Braunschweig: Kriegsfreiwilliger Artur I tz i g - Soldau: Musketier Markus 8 a a l k i n d - Königsberg i. Pr.: Gefreiter 8iegnmnd B e h r e ndt - Vtarienbnrg (Westpreußen); Musketier Hans 8 t e i n k r i tz e r - Schroda; Gefreiter Beni Nußb a n in - Frankfurt a. M.; Unteroffizier Earl N ii st b et it nt - Hann.- i'tnben: Assistenzarzt David H o l st ein- Köln; Gefreiter Herbert Klein-Witten a. i>. -)i.; Wehrmann Isidor K ahn- Oberhansen (Rheinland): Unteroffizier Kantor nnd Lehrer T. Heymann- Tessau: Gefreiter Hermann Aosen-Gr.-Tuchen (Pomm.); Leutnant d. -H. Leo I oel - Hamburg. Das Eiserne Kreuz erster Klaffe erhielten: Bizefeldwebel Adolf Ille m e l s d o r f, Angestellter der Firma Aosenstern u. Co., Hamburg: 8ffizierstellvertreter Fred K a l l i r , Sohn des Herrn Rechtsanwalt Tr. Leon Kallir, Leipzig. B. Veuthen (O. S.), 14. April. Unsere 8ynagogengemein de hat einen schmerzlichen Verlust erlitten. Ter zlveite Gemeinderabbiner, Herr Julius N i s ch k o w s k y . erlag am 3. d. M. im Alter von 35 Jahren einem tückischen Leiden. Nur wenig mehr als ein Jahr hat der Heimgegangene hier amtiert: aber sein segensreiches Wirken hat unvergängliche Spuren ganz besonders in den Herzen seiner zahlreichen 8chi'ller hinterlassen, die der mit reichem Wissen ansgestattete Mann durch seinen geistnnd gemüterhebenden Religionsunterricht zu fesseln verstand. Das bezeugen die tiefempfundenen Nachrufe, welche die Direktionen der drei hiesigen höheren' Lehranstalten ihm in den Tageszeitungen widmen. Besonders segensreich war auch sein Wirken an der hiesigen Gemeindereligionsschule, deren Dirigent er gewesen. Eine übergroße Zahl von Lehrstunden übernahm er bereitwilligst für die zur Fahne einbernfenen Lehrer, die ihn wegen seines kardialen Verhaltens im amtlichen Verkehr hochschätzten. Vor Antritt seines hiesigen rabbinischen Lehramtes war der Verewigte Wanderrabbiner des Oberschlesischen israelitischen Gemeindebnndes für die rabbinerlosen oberschlesischen Gemeinden, die den frühen Heimgang des Vereinigten ebenfalls tief beklagen. Von peinlichster Pflichttreue erfüllt, stets gefällig und dienstbereit im Verkehr mit allen seinen Amtsgenossen, hat er es auch verstanden, sich in weitesten Kreisen beliebt und verehrungsivnrdig zu machen. Tie Beisetzung hat ans letztwilligen Wunsch in Posen stattgesunden. Posen, 14. April. Zu einer eindrucksvollen Trauerkundgebnug gestaltete sich die Bestattung des Rabbiners Julius N i s ch - k o lv s k h, des zweiten Seelsorgers der Synagogengemeinde zu Benthen lOberschlesien), der in der Blüte der Jahre nach kurzem Krankenlager verschieden ist und seinem letzten Wunsche geiniist in Posen beigesetzt wurde. Eine Anzahl Rabbiner hatte sich eingefunden nebst anderen Persönlichkeiten von nah und fern; auch die Eoneordia-Loge in Kattowitz, der der Verstorbene augehörte, avar vertreten. Rabbiner Dr. F r e i - mann (Posen) hielt die ergreifende Gedächtnisrede, worauf der engere Amtsbruder des Verstorbenen, Rabbiner Tr. Kopfstein (Beuchen), in ivehmnterfüllren Worten dem Schmerze der Gemeinde Ausdruck gab und dem Heimgegangenen Kollegen nnd Mitarbeiter herzinnigen Tank zollte für alles, was er der Gemeinde und insbesondere der Jugend gewesen ist und bleiben wird für alle Zeiten. Im Namen des Rabbiuerjeminars in Berlin brachte Rabbiner Tr. S i l b er be r g (Posen) den letzten Grust der Lehrer an ihren getreuen Jünger, während Rabbiner Tr. Halpersohn (Myslowitz) für den Verband deutscher Rabbiner und Rabbiner Tr. B r a n u s ch w e i g e r (Rybnik) für den Verband oberschlesischer Rabbiner dem Berussgenosseu, dem sie auch im Leben als Freunde nahegestanden, herzliche AbschiedsivoNe loidmeten. Nachdem der Vorsitzende des Verbandes der ober schlesischen Synaaogengemeiudeu, Justizrat B e r g e r (Köugshütte), dem Entschlafenen den Tank aller der Gemeinden nachgerufeu hatte, in denen er mehrere Jahre hindurch als Verbandsnnd Wanderrabbiner mit hingebender Treue nnd zum Segen gewirkt hatte, geleitete man die irdische Hülle hinaus ans den Friedhof, wo sie in der Ehrenreihe Ausnahme fand. Am offenen Grabe sprach noch der Schwager des Verstorbenen in ergreifender Weise und pries ihn als guten Sohn nnd Bruder, als Zier nnd Krone der Familie. Durch aller Reden klang aber als Grnndton hindurch das stolze Work: „Er war unser!, er war unser Freund, unser Gefährte." Ehre seinem Andenken. W. Posen, 14. April. Tie Pflege der Zöglinge in der Wo i s e n - e r z i e h n n g s a n st alt f ü r M ä d ch e n übernahm an Stelle des in ihre Heimat zurückgekehrten Fräulein Bertha Batochinski Fräulein Helene Krämer ans Frankfurt a. M. Tie Zahl der Pflegebefohlenen betrug zu Beginn des Verwaltungsjahres 18. Tie Beköstigung des Anstolispersonols und der Zöglinge betrug im ganzen 4981,04 Mark; demnach für den Kops nnd Tag 67>-? Pfennig. Diese für die heutigen Verhältnisse und besonders bei der Pflegebedürftigkeit d-er Kinder niedrige Zahl ist zum großen Teil der tatkräftigen Unterstützung, die Freunde der Anstalt durch reichliche Spenden an Naturalien zuwandten, zu verdanken. Auch der Magistrat kam durch Gewährung preiswerter Lebensmittel entgegen. Die Bekleidung der Kinder beläuft sich auf 665,38 Mark, d. h. 37 Mark pro Kopf und Jahr. — Tie Einnahmen im Vertvaltungsjahr beliefen sich auf 27 419,60 Mark, die Ausgaben auf 25 048,08 Mark, so daß ein Kassenbestaud von 2371,52 Mark verblieb. — An Vermächtnissen und Schenkungen gingen ein durch: Herrn Jakob Julius Jaeobi (Berlin) 300 Mark, Frau Lina Scheret (Grunewald) 3000 Mark, Herrn Wilhelm Kuezyuski zur Vergrößerung der Koezvnskischeu Stiftung 250 Mark, Vermächtnis des Herrn Julius Alport 3000 Mark und Stiftung der Frau Julie Lißner (Berlin) 200 Mark. — Nürnberg, 14. April. Die drei Wohltätigkeitsvereine, die sich zur „Israelitischen Krieasfürsorge" zusammengeschlosseu haben, hielten vor kurzem ihre ordentlichen Mitgliederversammlungen ab. Zu Beginn derselben erstattete Herr Rabbiner Tr. Freudenthal in sehr eingehender Weise Bericht über die bisherige Kriegssürsorgetätigkeit der drei Vereine. Danach wurde seit Ausbruch des Krieges eine sehrhohe Summe zur Unterstützung der Familien der Kriegsteilnehmer und der durch den Krieg Geschädigten ausgewendet; die einzelnen Kassen wurden dabei so stark in Anspruch genommen, daß wenigstens bei Zweien derselben die Rücklagen angegriffen werden mußten. Die Tätigkeit der Fürsorge geschah ganz nach den Grundsätzen, welche für die städtische Kriegssürsorge als Richtschnur zu dienen haben. Mit dem herzlichen Dank für die bisherigen Spenden und die Opfer an Arbeit und Zeit verband der Berichterstatter die inständige Bitte, diese Spenden und Opfer auch fernerhin für die edle Sache bringen zu wollen. Hierauf wurde die Generalversammlung der drei Einzelvereine abgehalten, nämlich des F r a u e n w o h l t ä t i g k e i t s - Vereins, des A r m e n u n t e r st ü tz u n g s v e r e i n s (des vormaligen Hilfsvereins) und des Wohltätigkeitsvereins für Hilfe in Erkrankungsnnd Sterbefällen. Tie Geschäfts- und Kassenberichte wurden erstattet; die Revisoren bezeugten die ordnungsmäßige und mustergültige Geschäfts- und Kassenführung, und die Borstandschaften erhielten unter Anerkennung ihrer Arbeitsleistungen Entlastung. Diejenigen Verwaltungsmitglieder, welche nach den Satzungen ausznscheiden hatten, wurden durch Zuruf einstimmig wiedergewählt; für verstorbene Vorstandsmitglieder wurden Ersatzwahlen vorgenommen. Die im Lause des verflossenen Geschäftsjahres mit Tod abgegangenen Verwaltungsmitglieder sind: Frau Therese Falk (Frauenwohltätigkeitsverein), Herr Jonas Bamberg er (Vorsitzender des Wohltätigkeitsvereins) und Herr Elias Oettinger (Wohltätigkeitsverein). Ihrer wurde teils durch Herrn Rabbiner Tr. Freudenthat, teils durch die Vorsitzenden der betreffenden Vereine in tiefempfundenen Nachrufen gedacht. Den Vorstandschaften dankten namens der Gemeinde und der Vereinsmitglieder Herr Regierungsbaumeister W a l l e r st e i n e r und Herr Jos. Aussetzer in beredten Worten. Auch die Tätigkeit des für die drei genannten Vereine gemeinsamen Sekretärs fand allseitig rühmende Anerkennung. Wie bereits eingangs bemerkt, schlossen sich seit Kriegsausbruch die drei Vereine unter dem Namen „Israelitische Kriegssürsorge" zusammen. Sie halten in jeder Woche zwei Sprechstunden ab, für welche die Verwaltungsmitglieder turnusweise sich ablösen. Außerdem erfolgen alle 14 Tage Vesprechuugen der Vereinsvorsttzenden, in denen die Wocheuvorgänge überprüft und wichtigere Vorlagen beschlußmäßig erledigt werden. 2XD Essen, 14. April. Ein musikalisches Ereignis bedeutete das am 2. d. M. hier stattgehabte dritte Synagogenkonzert, das in seinem Hauptteile nur jüdisch-liturgische Kompositionen brachte. Die Auswahl war so getroffen, daß Bearbeitungen altehrwürdiger Melodien mit neuen Tonsähen im synag-ogalen Charakter wechselten. Auch fehlte es nicht an einer wohltuenden Steigerung; man schritt an der Hand der bekanntesten Texte des Freitagabends, der Wallsahrtsseste

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