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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1916-04-14 · Heft 15 (14.4.1916) · p. Seite 2

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
80 (1916)
Issue
Heft 15 (14.4.1916)
Date
1916-04-14
Page
Seite 2 (sequence 14)
Language
German
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2 toter der Menschheit segnen!" - - Die Versammlung beschließt die Annahme folgender Zuwendungen: Von .einer Ungenannten 12 000 Mark für eine Zimmerstistnng »in der Altersversorgungsanstalt. Von Frau Adelaide v. Neu schoß Farnilienstiftung Zinsertrag etwa 5000 Mark. Von Herrn Moritz und Frau Berta Man he im er 23 000 Mark zur Begründung von drei Freistellen im Hospital. Die Betten sollen die Namen der Stifter Dr. Eduard Simon, Eduard Lehweß und Leopold Jacobi tragen. Von Herrn Dr. Martin Seligsohn 300 Mark zur Erhöhung der Martin-und- Nose-Slmon-Stiftung bei der Armenkommission. Von Herrn Moritz Le wen g 1000 Mark für die Altersversorgungsanstalt, 1000 Mark für die Armenkommission. Bon Herrn Theodor Masse 10 000 Mark zur Unterstützung jüdischer hilfsbedürftiger Handwerker. — Die Erhöhung der Verpflegungskosten im Krankenhause findet von 15. April ab wie folgt statt: Dritte Klasse von 3 Mark aus 4 Mark für hiesige Kranke und kranke Gemeindeglieder. Dritte Klasse von 3 Mark 50 Pfennig auf 4 Mark 50 Pfennig für auswärtige Kranke. Zweite Klasse von 6 Mark auf 7,50 Mark. Erste Klasse von 12 Mark auf 14 Mark und 18 Mark aus 20 Mark.— Von der Antwort des Gemeindevorstandes auf die Resolutionen und Initiativanträge der Nepräsentantenversammlung aus dein Jahre 1915 wird Kenntnis genommen. Hierbei erklärte Herr Justizrat Breslauer, daß es dem Vorstand am Herzen liege, alle Dinge so schnell als möglich zu erledigen. — Es folgt die Abrechnung des Bureaus für die Vermietung von Synagogenplätzen über die für das Jahr 1915/16 vermieteten Plätze. Vereinnahmt wurden im ganzen 250 214 Mark. — In Verwaltungskornmissionen wurden gewählt: Armenkommission Herr David Wolfs, Herr Rechtsanwalt Iwan G o l d s ch m i d t; Altersversorgungsanstalt Herr Moritz L e i ch t e n t r i t t; Fürsorgekommifsion Herr Emil H e i l b r o n : EhrenbeaniLenkonunission die Herren Emil M a y nnd Siegfried H i r s ch b e r g. — Dein Verein für jüdische Krankenpflegerinnen wird die Mietzahlung für das dem neuen Krankenhause ungegliederte neue Schwesternheim so lange erlassen, bis der Verein das bisherige Schwesternheimgrundstück Auguststraße 17 zu verwerten in der Lage ist, spätestens jedoch April 1917. — Die Preise für die dreißig bisher noch nicht tarifierten Damenplätze in der Synagoge Levehowstraße werden festgesetzt. Die 25 Vorlagen betreffend Mietung von Betsälen werden genehmigt. Für die Inneneinrichtung der Synagoge Kottbuser Ufer wird ein Kostenbetrag von 38000 Mark und für die Ausführung der Außenaulagen des Shnagogengrundstücks Kottbuser Ufer und Britzer Straße ein Beitrag von 13 500 Mark bewilligt. Ferner wird bewilligt: Für Anschaffung von Schwellenfundamenten auf dein Friedhof Weißensee 12 050 Mark, für Anschaffung von fünf neuen Ueberwinterungskä'sten 2750 Mark: für die Pessach- Beköstigung im Kottbuser Gefängnis' (12 Personen) 200 Mark, in Graudenz (300 Personen) 300 Mark, in Brandenburg (6 Personen) 100 Mark, in Rawitsch 840 Mark, der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums, Etatsperiode 1916/18, 2500 Mark, dem Zenkeschen Lyzeum für Religionsunterricht 133,35 Mark und dem religiösen Verein jüdischer Glaubensgenoffen in Steglitz 192 Mark Angestelltenversicherungsbeiträge für den Kantor. Berlin, 11. April. Das Kriegsministerium hat unter Nr. 315/1 16 ll. 2. G. E. verfügt, daß denjenigen jüdischen Kriegsgefangenen, die ans Brotgenuß am Pesfachfeste verzichten, außer der bewilligten mäßigen Mazzesration ein Pfund Kartoffel pro Mann nnd Tag extra verabreicht wird. Im übrigen dürften sich auf Grund des kriegsministeriellen Erlasses vom 24. Dezember 1914 Nr. 1580/11. 14 6 2 die Inspektionen der Gefangenenlager überall damit einverstanden erklären, daß Gemeinden oder auch Gemeindemitglieder die auf Arbeitskommandos tätigen einzelnen jüdischen Kriegsgefangenen, wenn diese es ausdrücklich wünschen, mit einfacher Pessachkost versorgen, vorausgesetzt, daß die Speisen den Gefangenen durch Vermittelung der Wachthabenden verabreicht werden, ein direkter Verkehr mit dem Publikum also vermieden bleibt. Bei der Verteilung der kleinen Arbeitskommandos über das ganze Land muß in dieser Hinsicht alles der Initiative der Rabbiner, Lehrer, Kultusbeamten und Gemeindevorsteher überlassen bleiben. &&& Berlin, 11. April. Die L e h r a n st a 11 f ü r d i e Wissenschaft des Judentums kündigt für das Sommersemester 1916 folgende Vorlesungen an: Herr Dr. Baneth wird lesen: 1. Talmud bab., Ketttbbot K. XI, 6 Stunden. 2. Talmud jer., Megilla K. I, 1 Stunde. 3. Mschne Tora, 12. Buch, 2 Stunden. 4. Orah hajjim, Hil. Sabbat, 1 Stunde. 5. Jore De*a, Hil. Schehita, 2 Stunden. 6. Eben ha'ezer, Hil. Gittin, 1 Stunde. Herr Dr. Elbogen wird lesen: 1. Bibel kursorisch (Hiob, Fortsetzung), 2 Stunden. 2. Bibel mit Kommentaren, 2 Stunden. 3. Die Juden in Deutschland seit 1750, 2 Stunden. 4. Erklärung historischer Quellenschriften, 2 Stunden. 5. Zur Literatur der Juden in Spanien, 1 Stunde. Herr.Dr. Tänbler ist zurzeit im Felde. Herr Dr. Freund wird lesen: Nechtsgeschichte der Juden im 19. Jahrhundert, 2 Stunden. Herr Dr. Hochfeld wird lesen: Methodik des systematischen Religionsunterrichts (Fortsetzung), 2 Stunden. Herr Dr. Baeck ist zurzeit im Felde. Das Mitglied des Kuratoriums Herr Geheimer Negierungsrat Professor Dr. Hermann Cohen wird lesen-. 1. Prophetenreden und Psalmen in Uebersetzung, vorgetragen und erklärt, 1 Stunde. 2. Uebungen: a) Die Tugendlehre bei den jüdischen Philosophen des Mittelalters, 2 Stunden, b) Maimonides, More I, 2 Stunden. In der Präparandie werden, wie bisher, Kurse über Bibel und Kommentare, hebräische Grammatik, Mischna und das Gebetbuch gehalten werden. Näheres wird durch Anschlag am schwarzen Brett bekannt gemacht werden. Die Festsetzung der Stunden wird erst bei der Eröffnung des Sommersemesters erfolgen. Alle Vorlesungen und Uebungen sind unentgeltlich. Die Eröffnung des Sommersemesters erfolgt Donnerstag, den 27. April, 11 Uhr vormittags. Als Zuhörer für die Vorlesungen sind in erster Linie rite immatrikulierte Studierende der hiesigen Universität — und zwar ohne Unterschied der Fakultät — in Aussicht genommen. Auch andere Personen können auf Grund besonderer Ermächtigung an den Vorlesungen teilnehmen. Die Anmeldung erfolgt bei dem derzeitigen Vorsitzenden des Lehrerkollegiums, Herrn Dr. Elbogen, am Donnerstag, den 27. Zlpril, 12 Uhr, Freitag, den 28. April, und Dienstag, den 2. Mai, 11 bis 12 Uhr, im Sprechzimmer der Lehranstalt. Außerdem ist -Herr Dr. Elbogen stets nach seinen Vorlesungen zu sprechen. Berlin-, 11. Llpril. Der Verein für j ü d i s ch e Krankenpflegerinnen, Berlin, hielt am Sonntag, den 2. d. M., in seinem Schwesternheim, Exerzierstraße 11b, die 23. Generalversammlung ab. Der Vorsitzende erstattete Bericht über die Entwicklung 'des Vereins und teilte mit, daß 14 Schwestern im Heeresdienste stehen, von denen fast alle die Rote-Kreuz-Medaille und einzelne noch andere Auszeichnungen erhalten haben. Dem Verein gehören zurzeit 89 Schwestern an, von denen 36 im Krankenhause der jüdischen Gemeinde tätig sind. Ein Bestand von 22 Lehrschwestern gewährleistet die weitere erfolgreiche Entwicklung des Vereins. Meldungen von Lehrschwestern sind zu richten an die Oberin, Fräulein Rose Blau, Exerzierstraße 11d, im Schwesternheim. P. L. Köpenick, 7. April. Eine Trauerkundgebung, wie die Stadt Köpenick wohl selten gesehen hat, war die Freitag, den 31. März, stattgefundene Beerdigung des Herrn Moritz Sußmann, der im Alter von 77 Jahren nach kurzer Krankheit verstorben ist. Er gehörte lange Jahre dem Vor stände der jüdischen Gemeinde an und war Veteran sämtlicher drei Feldzüge 1864, 1866 und 1870/71. Vor dem Hause in der Grünauer Straße hatten sich zur Leichenparade außer dein Verbände Deutscher Kriegsveteranen, Ortsgruppe Köpenick, eine Abteilung vom Jnfanterieersatzbataillon Nr. 252 mit Gewehrsektion, Tambour- und Mustkkorps eingesunden. Punkt 2 Uhr wurde der einfache schwarze mit Helm und zwei Lorbeerkränzen geschmückte Sarg unter den Klängen des Liedes „Was Gott tut, das ist wohlgetan" auf den Leichenwagen gehoben und der Zug bewegte sich an der Synagoge vorbei nach dem idyllisch am Waldeande gelegenen jüdischen Friedhofe. Ein dichtes Spalier von Menschen umsäumte den Weg dorthin, dumpf wirbelten die Trommeln, feierlich erklangen der „Chopinsche Trauermarsch" und ,Lch hatU einen Kameraden". Am Grabe sprach nach dem Gesänge eines Psalmes Herr Rabbiner Frank ergreifende Worte. Moritz Sußwann war unermüdlich in den Organisationen des Judentums tätig; hier hals er aufzubauen und vor allem hübsche Liebeswerke auszuüben. Gläubiger Jude, dem die Heiligkeit des Sabbats das Höchste war, für welche er die größten Opfer brachte, war er Gründer der Köpenicker „Chewra Kaddischa". Nie fehlte er, wenn es galff Kranke zu besuchen, Sterbende zu trösten und Dahingeschiedenen den letzten Liebesdienst zu erweisen. Er war Mitbegründer der vor sechs Jahren eingeweihten neuen herrlichen Shngoge in der „Freiheit", gehörte zu deren täglichen Besuchern, so daß. jeder ahnte, als am letzten Sabbat

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