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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1916-03-24 · Heft 12 (24.3.1916) · p. Seite 139

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
80 (1916)
Issue
Heft 12 (24.3.1916)
Date
1916-03-24
Page
Seite 139 (sequence 7)
Language
German
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189 nomnrenen Frauenbewegung, das echt beut|‘d)e Wesen dieser! , ibin zeichneten, als sie trauervoll ihren Leserinnen den Tod l ndgaben. I-. Der tzaushaltsrtst der berliner jüdischen Gemeinde. i Von Ben as L ev y. j * Feststellung des Etats der Berliner jüdischen Gemeinde! ist statutengemäß auf drei Jahre hinaus vorzu-; r hmen. Das ist mit großen Schwierigkeiten stets verknüpft > >, wesen. Schon lange ist daher der Wunsch vorherrschend, daß t e Statuten geändert werden mögen und daß eine alljährliche lwatung des Etats genau wie im Reichstage und in den ü dtischen Verwaltungen stattfinden soll. Nach dem Kriege - rd hierin Wandlung geschehen. Zu den obwaltenden Schwierigkeiten gesellte sich diesmal i ch die Ungewißheit, die durch die kriegerischen Verhältnisse i vielen Zweigen der Verwaltung hervorgerufcn worden ist. 1 »gesehen davon, daß infolge der allgemeinen Teuerung die wgaben unmöglich vorher genau berechnet werden können, i ,lt jeder Maßstab für die wirklichen Eingänge. Wer ver-! achte heute zu sagen, wie lange der Krieg noch dauern i d wie die Steuerkrast der Gemeindemitglieder sich gestalten! rd? Nicht unbedeutend sind auch die Kriegsausgaben der i oischen Gemeinde. Von den Beamten und Angestellten der (■ ineinde sind 169 zum Heeresdienst einbernfen worden. Zum e satz sind 105 Beamte, und zwar 84 männliche und 21 weibi ge, eingestellt worden. Die Einberufenen erhalten weiter ihre t' hälter, wenn sie fest angestellt sind. Sonst erhalten die Vert amteten die Hälfte, die Unverheirateten ein Viertel ihres l cherigen Gehaltes.' Die Beamten, die bis 3600 Mark Gehalt 1 gehen, erhalten Teuerungszulagen. Bei der Unmöglichkeit, hierfür genaue Zahlen in den Etat l izusetzen, hat der Vorstand der jüdischen Gemeinde sich ent- ’ lassen, die Beträge des Etats des Jahres 1915 zugrunde zu i gen und nur die Erhöhungen zu berücksichtigen, die durch die 1 >rmalbesoldungsordnung an Beamtengehültern bedingt sind.! n aber die infolge des Krieges und ailch sonst unvermeid- > gen Mehrausgaben decken zu können, hat der Vorstand der ineinde eine Pauschalsumme von 400 000 Mark in den Haupte ü eingestellt. Sobald der Krieg beendet sein wird, soll dann d r Etat einer Revision unterzogen werden, und die jetzt nur e i' Provisorisch zu bezeichnenden Einnahmen und Ausgaben n rden genau zu berechnen und festzusetzen sein. Nichtsdestoweniger haben die Repräsentanten der jüdischen nieinde den Haushaltsetat in einem besonderen Ausschuß ein- ■ >end beraten und geprüft. In der Repräsentantenversammlung a i 5. März wurde der Etat genehmigt, und nur zwei Punkte rt ven zu Anträgen Anlaß. Die Festsetzung der Steuerquote > stets vom Vorstand allein vorgenommen worden. Da aber l se Festsetzung für die Steuerzahler von größter Bedeutung i beantragten die Repräsentanten, daß sie dabei in Zukunft twirken sollen. Ferner wurde beantragt, daß das Schulgeld in den zwanzig 4. ligionsschulen, die die Gemeinde unterhält, abgeschasft werde u d daß die Benutzung vollständig unentgeltlich sein soll. Da " ch jetzt schon auf Antrag der Eltern das Schulgeld erlassen - rd und nur 960 Mark Schulgeld im Jahre eingehen, ist die '-t strechterhaltung der Zahlung bedeutungslos. Der Haushaltsetat schließt in Einnahme und Ausgabe mit '' 10 642,25 Mark für 1916 ab, und hiervon müssen von den - euerzahlern 3 997 881,69 Mark erhoben werden. Die Steuer- Rote hatte bisher 0,7 Prozent vom Einkommen betragen und (s t auf 0,9 Prozent bereits erhöht werden müssen, obgleich l: allen Zweigen der Verwaltung sparsam gewirtschaftet wird. Die Ausgaben verteilen sich aus folgende Unterabteilungen, und zwar auf 1. Kultus- und Ritualangelegenheiten, Synagogen und Kaschruthverwaltung . . 851 473,50 M. 2. Schul- und Bibliothekswesen. 440 768,41 „ 8. Armenwesen. 260251,50 „ 4. Wohltätigkeitsanstalten und Waisenhäuser, Krankenhaus. 426 652,94 „ 5. Vermögensverwaltung. 774 686,19 „ 6. Allgemeine Verwaltung, Gehälter und Pensionen.. 1 321 229,65 „ 4 075 062,19 M. Dagegen ist beim Beerdigungswesen und der Friedhofsverwaltung durch den Gärtnereibetrieb einUeberschnßzu erwarten von 71 180,50 „ so daß die Endsumme. 4 003 881,69 M. beträgt. Eine Betrachtung der einzelnen Positionen dürfte sich bei dem provisorischen Charakter des diesmaligen Etats erübrigen. Für die Leser der „Allgemeinen Zeitung des Judentums" werden aber einige Angaben über die Kosten der einzelnen Berliner Synagogen und über die Aufwendungen, die von der Berliner jüdischen Gemeinde für gottesdienstliche Zwecke geleistet werden, von Interesse sein. In dieser Zusammenstellung sind mitenthalten die Ausgaben für die Gehälter an 12 Rabbiner und 17 Kantoren sowie die an frühere Rabbiner und Kantoren zu zahlenden Pensionen. Außerdem sind hinzugerechnet die Zinsen für die Baukosten der Synagogen und die Zinsen für den Betrag des Grunderwerbs. Auf Grund dieser Berechnung belaufen sich die Kosten für 1. die Alte Synagoge Heidereutergasse (1042 Plätze) 60 520 M. 2. die Neue Synagoge Oranienburger Straße . . (2697 Plätze). 123 992 „ 3. die Synagoge Kaiserstraße (1355 Plätze) . . . 69 040 „ 4. die Synagoge Lindenstraße (1753 Plätze) . . 95 447 „ 5. die Synagoge Lützowstraße (1853 Plätze) ... 67 541 „ 6. die Synagoge Rykestraße (1969 Plätze) . . . 93 352 „ 7. die Synagoge Fasanenstraße (1981 Plätze) . . 98 530 „ 8. die Synagoge Levetzowstraße (2107 Plätze) . . 61 700 „ 9. die Synagoge Pestalvzzistraße (699 Plätze) . . 27 015 „ (schätzungsweise) 10. die noch zu eröffnende Synagoge am Kottbuser Ufer (1823 Plätze). 34 390 „ (schätzungsweise) Für die an den hohen Feiertagen veranstalteten Hauptgottesdienste (16188 Plätze) sind erforderlich 94 570 „ und für die Jugendgottesdienste . . . . . . 59 350 „ so daß im ganzen. 885 447 M. int Jahre von der Gemeinde für Gottesdienste ausgegeben werden. Die für die Vernrietung der Plätze eingehenden Beträge sind hierbei bereits in Abzug gebracht worden. Aus dieser Zusammenstellung ergibt es sich, daß für 33 467 Gemeindeinitglieder Plätze in den Synagogen, und in den anderen von der Gemeinde an den hohen Feiertagen veranstalteten Gottesdiensten vorhanden sind. Es sind noch hinzuzurechnen die in den Privatsynagogen befindlichen Plätze, deren Zahl nicht unbedeutend ist. Wenn auch genaue Angaben hierüber fehlen, so ist doch anzunehmen, daß die 21 Religionsvereine, die von der Gemeinde 180 000 Mark jährliche Subventionen erhalten, durchschnittlich je 500 Plätze in ihren Synagogen haben. Dann würden 10 500 Plätze hinzuzurechnen sein und die Gesamtzahl der vorhandenen Plätze ist auf 44 000 zu veranschlagen. Da diese dem Bedürfnis an den hohen

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