Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 80 (1916)
- Issue
- Heft 11 (17.3.1916)
- Date
- 1916-03-17
- Page
- Seite 3 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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3 ' ppeuheinl Sekretär, dann Vorstand, als der er mm seine glückliche :>iiben dein Verein zur Verfügung stellte. Was er hier geleistet, icht sich faum in Worten wiedergeben, überall trat er anfeuornd, ermittelnd, arbeitend ein. Seit mehr denn 30 Jahren hat er es erstanden, die grössten Kürrstler des Erdballs hierherzuziehen, die ier ihr bestes Können zur Verfügung stellten. Es dürfte kaum hervorragende Musikkünstler innerhalb des genannten Zeitrau ins leben, die nicht mit Oppenheim intime Beziehungen angeknüpft atten. Redner berührte noch Oppenheims Verdienste um die Uiiserin-Friedrrch- und die Görz-Stistung, die den Ruf dev L.iederafcl in die ganze Welt hinaustrugen, daß er von seinem Landeserrn mehrfach ausgezeichnet worden, und schloß seine ergreifende liebe, indem auch er einen Kranz an der Bahre niederckegte. Unteren Klängen des Mäserchores des städtischen Orchesters senkte sich ,as, was sterblich war an Justizrat Oppenheim, kngfam in die Liefe. Es sei noch erwähnt, daß auch Geheimrat Hardt im Namen 'es Kreisvereins vom Roten Kreuz seinen Dank für die unendliche Eingabe dem Verstorbenen darbrachte. 28 Jahre sei er in dessen Vorstand gewesen, und noch vor kurzer Zeit habe man ifjnt das ^iplom als Ehrenmitglied überreichen können. Geheimer Justizrat ppenheim ist nicht mehr, aber sein Andenken wird sortleben in Rainz, solange Mogunt-ias Mauern vagen in deutschen Landen. Von MH und jferil. — Von der Krankenschwesteru-Justitution der Groß löge für eutschland VIII. U. O. B. B. stehen 18 Schwestern im lenste des Vaterlandes; davon sind bisher 11 mit der Rotenrenz - Medaille ausgezeichnet worden. — Anr 6. vorigen 'lonats vollendete Geheimer Justizrat Dr. Engen Fuchs -in 60. Lebensjahr. Aus diesem Anlaß hat der Zentralere! n -d e u t s ch e r Staatsbürger jüdische n G l a u - e u s bicf€m, seinem zweiten Vorsitzenden, der auch Mitbegründer des erbandes der Deutschen Juden ist, die Ehrenmitgliedschaft des Zenalvereins verliehen und ihm das durch eine besondere Urkunde kundtau. .Dem Amtsrichter Oberleutnant Dr. Weiß, Sohn des Herrn >ar Weiß, ist das Fürstlich LiPPische Kriegsverdienstkreuz. verliehen orden. — Der praktische Arzt Dr. S. Franke nstein-Berlin ist ln Oberstabsarzt, der Verlagsbuchhändler H e r m a n n F r i e dl ä uer, Mitinhaber des Verlages Dr. Basch u. Co., Berlin-Wilmersu-f, ist zum Leutnant der Landwehr (schwere Küstenmörserbatterie r. 1) befördert worden. — Der Kaufmann Franz G oldste i n- 0'rlin erhielt die Rote-Halbmond-Medaille zweiter Klasse in Silber. In der Amicitia- Loge zu Posen fand ein zweiter iiterhaltuugsabeud für jüdische Soldaten statt. Beinahe vierg Kameraden waren diesmal erschienen. Herr Dr. med. 'lax Ealvarh hielt einen Vortrag: „Seine Erlebnisse im Heiligen aitbe." Redner schilderte unter großer Aufmerksamkeit die Sitten itb Gebräuche der dortigen Bewohner, ganz besonders die der Juden, ud erntete großen Beifall. Auch die patriotischen Gesänge und Dekla- -ationen wurden mit Befriedigung, angehört. Ein anwesender Soldat us Krefeld leistete Großartiges in humoristischen Vorträgerl und arrbe ebenfalls mit. Beifallsbezeugungen belohnt. — Laut Verfügung t* Reichsmarineamtes vom 23. Februar 1916 ist der Großherzogliche uwesrabbiner Dr. Mannheimer aus Oldenburg nunmehr lfiziell zum jüdischen Marineseelsorger mit Besoldung ernannt woreu, nachdem er seit 25 Jahren dies Amt schon freiwillig versehen ü. — Die Israelitische ReligionZgemeinde in. Leipzig har ährend des Krieges ganz besonders hohen Artforderungm der Wohllligkeitspftege zu genügen. Die Mehrkosten, die ihr gegenüber der riedenszeit für Unterstützungszwecke erwachsen sind, haben bis Ende '05 rund 65 000 Mark betragen. -Hierdurch ist auch zur Entlastung v städtischen Armenpflege beigetragen worden. Der Rat hat .deshalb den leher der Israelitischen Religionsgemeiude gewährten jährlichenBeiträg. "m 600 Mark, der für 1915 gestrichen worden war, wieder bei Konto 7 r den HaushaltungsptUn eingestellt. — Dr. Heinri ch Harll r ger, Senatspräsident am Oberlandesgericht und Umversitätsrofessor zu München, einer der bedeutendsten Straf- und Völkerrechtschrer Deutschlands, ist — 65 Jahre alt — verschieden. Sein Bruder, '"stizrat Dr. Jsak Härburger, gehört dem Vorstande der "lünchener jüdischen Gemeinde an. — Justizrat Isidor - a r b urger II ist zum Geheimen HofraL ernannt wori eit. — Durch königlichen Erlaß vom 5. Dezember 1915 ist, | wie aus Duisburg-Rührort gemeldet wird, dem ehemaligen Schüler des Ruhrorter 'Realgymnasiums Fritz Nathan-, zurzeit im Felde, die Rettungsmedaille nur Bande verliehen worden, Weif er am 19. Juli 1914 unter eigener Lebensgefahr einen Knaben vom Tode des Ertrinkens gerettet hat. - Alis Emmendingen lvird geschrieben: Herr Fabrikant Philipp G i n z b ll r g e r , lange Zeit Syuagogenrat und bis zuletzt Gemeinderat unserer Gemeinde, ist uns schnell entrissen worden. Ein großer Leichenzug gab Zeugnis von der allseitigen Beliebtheit und Achtung. — Der Ausschuß für jüdische Kriegsfürsorge in Elsaß-Lothringen, der im Monat Oktober v. I. gegründet worden ist, hat bereits 33 000 Mark an Spenden erhalten. Zwei Drittel des Geldes sollen für israelitische kriesbeschädigte Elsaß-Lothringer, hauptsächlich aber elsässische Flüchtlinge verwendet werden, während eilt Drittel der interkonfessionellen Kriegsfürsorge von Elsaß-Lothringen zngeführt wird. Da der Bedarf an Hilfsmitteln täglich wächst, werden Spenden für „Jüdische Kriegsfürsorge Elsaß-Lothringens" von der Bank für Handel und Industrie, Straßburg (Postscheckkonto Karlsruhe 283) erhoben und öffentlich quittiert. — Aus Men wird geschrieben: Der Deutsche Kaiser hat verliehen das Eiserne Kreuz zweiter Klasse dem Oberstabsarzt 2. Klaffe Dr. Julius Kulka: die Krieger-Verdienstmedaille: dem Oberjäger Ludwig Deutsch, Jägerbataillon 26; dein Zugführer Benjamin Anger mann, Festungsartilleriebataillou Nr. 9; dem Nechnungsunteroffizier Moriz Gärtner, 3. ungarisches Landwehrinfauterieregiment. — Offiziell lvird verlautbart: Für die Bekenner aller christlichen Konfessionen sind nach Diensteszulässigkeit freizllgeben: der 21., daun der Nachmittag des 22. und der 23. April 1916 neuen Stils; für die Israeliten der Nachmittag des 17., dann der 18. und 19. April 1916 neuen Stils. Diese Bestimmung gilt auch für Kriegsgefangenenlager und Arbeitsstellen außerhalb der Lager. — Das ungarische Amtsblatt veröffentlicht ein Allerhöchstes Handschreiben, wonach dem Oberrabbiner der Budapester israelitischen Kultus gemein de Herrn Dr. Samuel K o h n der Titeleines toniglichungarischen Hofrates verliehen wurde.—Der jüngste Angehörige der rnhmreichen österreichischungarischen Armee dürfte lvohl der gegenwärtig 14 Jahre zählende Flüchtlingssohlt Abraham Atorgenstern aus Galizien sein. Derselbe, der mit 1214 Jahren freiwillig in die Armee eintrat, feierte seine Konfirmation im Schützengraben und nahm an zahlreichen Gefechten teil. Infolge einer Erkältung kam er in ein-Feldspital, und nach seiner Genesung äußerte er den Wunsch, seine Eltern, die sich als Flüchtlinge in Dittersbach, einem Dorfe unweit Zwittau in Mähren, befinden, zu besuchen. Diesem Wunsche wurde seitens der Militärverwaltung entsprochen. Der Rabbiner von Zwittau, Dr. Felix Kanter, an den sich der kleine Soldat nur Zivilkleider wandte, nahm sich des jüngsten Kriegers der österreichisch-nngarischeu Armee an -und verschaffte ihm die nötige Zivilkleidung, um ihn für seine Tapferkeit zu belohnen. — Der Florenzer Oberrabiuer Dr. Nt a r g u l i e s hatte sich an den König von Italien mit der Bitte .gewandt, bei den Russen zugunsten seines von ihnen bei dem Rückzug aus Galizien als Kalischer Geiseln verschleppten Schwagers eiuschreiten zu wollen. Dr. Margulies erhielt vom Hausmimster des Königs die Mitteilung, daß infolge der Vorstellungen der italienischen Botschaft in Petersburg die russische Negierung die Freilassung seines Schwagers ungeordnet habe. — Zur Erinnerung an die Gefallenen unter den jüdisch-russischen Freiwilligen in der französischen Armee fand unter dem Präsidium von Dr. Klein in der Pariser Synagoge, Rue la Victoire, eine große b-edenkfeier statt, die einen sehr erhebenden Verlauf nahm. — Aus P a I a ft i n a wird gemeldet: Gemäß einem Bericht des „Hacherut" ist der jüdische Rechtsanwalt Bo n si l E f se nd i als Vertreter der Stadt Tiberias in den „Medschliß Unmmi" gewählt worben. Die Wahl ist von der Regierung bestätigt worben. — Unter der Redaktion des bekannten jüdischen Geschichtsforschers in Palästina Herrn A. M. Lu uz ist mm der 20. Band seines hebräischen Palästinakalenders (Luach Erez- Jsrael) für die Jahre 5675 und 5676 erschienen. — In Jerusalem sind zwei neue hebräische Verlagsanstalten unter den Namen „Maschtela" und „Talpiot" gegründet worden. Diese Firmen beschäftigen sich besonders mit der Herausgabe von Kinderbüchern. — In New Aork fand vor kurzem die 7. Jahresversammlung der jüdischen Farmer Amerikas statt. Es wurden Resolutionen gegen die Einlvaudernngsbeschränklingen angenommen und beschlossen, Unterstützungen jenen jüdischen Einlvandern zu gewähren, die nach dem Kriege nach Amerika kommen werden, um sich dort der Landwirtschaft zu widmen. Verantwortlicher Redakteur: Albert Katz in Berlin-Pankow, Florastra^e 58. Verantwortlich für den Anzeigenteil: Max Junge, Berlin-Friedenau. Druck und Verlag von Rudolf Messe.