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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1916-03-10 · Heft 10 (10.3.1916) · p. Seite 3

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
80 (1916)
Issue
Heft 10 (10.3.1916)
Date
1916-03-10
Page
Seite 3 (sequence 15)
Language
German
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eersammbung am 25. Smtmu 1916 winde das außerordentliche Mitglied Herr Rabbiner Dr. Goldmann, Oppeln, im Hinblick auf eine ganz besonderen Verdienste um die Organisation zum Ehrenmitglied ernannt. M. Hamburg, 3. März. Ter V e r e i n s e l b st ä u d i g <e r . ü di scher Handwerke r und Gewerbetreibender hielt eine Hauptversammlung unter Vorsitz des Herrn B. H e i Ne m an u lb. Der Vorsitzende hob bei Erstattung des Jahresberichts hervor, mß die besonderen Wünsche des einzelnen, so dringend sie auch sein uögen, in jetziger Zeit zurückstehen müssen vor der großen Aufgabe, ne gelbst werden muß, wenn unserem Vaterlande und bannt auch nun Stand der Handwerker für die Zukunft ein glückliches Gedeihen geschieden feilt soll. Obgleich der Verein nur verhältnismäßig klein ist, so dürfe doch gesagt werden, daß er während des Kriegsjahres Großes geleistet hat. Konnte er doch etwa 4000 Mark denn Wohltehrtswesen der Deutsche-Israelitischen Gemeinde, Abteilung Kriegssilse, zuführen. Der zweite Vorsitzende des Vereins, Herr Ed. B e r - l in, der auch Mitglied des Repräsentautenkollegiuncs ist, ist in die damburgische Kriegshilfe berufen worden. Die in Not geratenen Mitglieder des Vereins erhalten von der Konnnissiou für das Wohlnihrtswesen der Gemeinde Unterstützungen. Der Vorstand hat sich ferner verschiedentlich mit der Regelung geschäftlicher Angelegenheiten der einberufenen Mitglieder besaßt imb auch dorr Frauen mit Rat und rat zur Seite gestanden sowie einzelnen hiergebliebenen Mitgliedern es durch Darlehen ermöglicht, ihre Geschäfte fortzuschen. Der größte Teil des Vereinsvermögens ist in deutscher Kriegsanleihe angelegt ivorden. Von den Mitgliedern stehen 33 im Felde, den Heldentod für das Vaterland erlitt das Mitglied I. H i r s ch. Von einem Förderer des Vereins ist der Vereinskasse ein größerer Betrag, der zur Unterstützung der Kriegsteilnehmer verwendet werden soll, zur Verfügung gestellt' worden. Auf Antrag aus der Versammlung wurden die nach dem Statut ausscheidenden Vorstandsmitglieder aus ein Jahr wiedergewählt. 2XD München, 3. März. Dem Kaufmann Otto Beer aus St. Ingbert in der Rheinpfalz ist das Eiserne Kreuz erster Klasse verliehen worden für sein vorbildliches tapferes Verhalten an der Front. Er ist der Sohn des vor einem Jahre verstorbenen Stadtrates und Vorstandes der Kultusgemeinde St. Ingbert, Herrn Michael Beer. Während er sein Jahr beim 2. Bayerischen Infanterieregiment in München diente, zog er kurz vor Beendigung seiner Dienstzeit in den ersten Mobilmachungstagen voller Begeisterung ins Feld, wo er sich schon in den ersten Tagen das Eiserne Kreuz Zweiter Klasse verdiente. Etwa ein halbes Jahr nach Kriegsbeginn wurde er im Felde Zum Leutnant der Reserve befördert und mit dem Bayerischen Militärverdienstorden ausgezeichnet. fr fr Aus Baden, 3. Mürz. Der N a p h t a l i - E p st e i n - Verein zur Unterstützung hilfsbedürftiger jüdischer Lehrer, Lehrerinnen und Lehverswitwen in Baden hat wie im vorigen Jahr der Kostenersparnis wegen auch diesmal von der Drucklegung des Rechenschaftsberichtes abgesehen. -Trotz der Ungunst der Zeitverhältnisse konnten die zahlreich vorliegenden Gesuche ausnahmslos berücksichtigt und an 10 Lehrerswitwen und 8 Lehrer 2980 Mark an Unterstützungen gewährt werden. Für etwa nötig werdende Kriegsunterstützungen wurde ein Reservefonds von 700 Mark geschaffen. All die im Felde stehenden aktiven Mitglieder und Söhne von Lehrerswitlven wurden, soweit ihre Adressen uns zugänglich waren, zu den- Festtagen fleine Liebesgaben gesandt. Dank größerer Zusendungen vermehrte sich das Grundstockvermögen um ca. 2000 Mark. Zunr ehrenden Andenken ihrer verstorbenen Eltern, haben die Herren Brüder F u ch s durch Herrn Bernhard Fuchs in Karlsruhe dem Verein 1 000 Mark zugewendet mit der Bestimmung, daß die Hälfte des Erträgnisses für die durch aktive Vereiusmitglieder zu besorgende Abhaltung der Jahrzeiten ihrer seligen Eltern verwendet werde, während die andere Hälfte dem Verein verbleibt. Ferner sind satzungsgemäß dem Grundstock zugeflossen: ein Vermächtnis des verewigten Herrn Levi Strauß in Karlsruhe mit 200 Mark, ein solches in gleicher Höhe von den Erben des Heimgegangenen Herrn Samuel S ch n u r - mann in Karlsruhe, außerdem Aufnahmetaxen sowie ein Drittel der Mitgliederbeiträge, eine Spende des Herrn Saly Falk in Mannheim von 50 Mark anläßlich der Jahrzeit für seinen seligen Vater und eine Gabe von 25 Mark durch Herrn Isidor Mater in Heidelberg namens seines Schwagers Herrn R. H o s h e i m e r in New 3 -! Port. Ihnen sowie allen, die unsere gute Sache gefördert haben, I sei herzlichster Dank ausgesprochen. Wir haben den Wunsch und die | Hoffnung, daß es deur Vereiu zllr Erfüllung seiner wachsenden Aufi gaben auch weiterhin an den notwendigen gebefreudigen! Freunden nicht fehlen werde. An Stelle des um den Verein sehr j verdienten Herrn A. Heidingsfeld in- Freiburg, dessen frühen Tod wir j zu beklagen haben, ivnrde Herr S. Müller in Heidelberg mit dem j Vorsitz betraut. Zugewählt in den Vorstand wurden die Herren j S. W i in P f h e i m e r in Freiburg und 9JL S ch i f f in Mannheim.! Geldsendungen mögen au den Rechner, Herrn Siegfried Steril in! Karlsruhe, Kriegsstraße 41, gerichtet werden.! Kolen.! x. Warschau, 3. März. Das ncuefte „Schulverorduuugsblatt für; Polen" (Nr. 4) bringt außerordentlich interessante Bestimmungen über i die Lehrziele und Lehranfgaben der Volksschulen in Polen. Der llnterj richt in verschiedenen Gegenständen wird genau geregelt. Der! j ü d L \ che R eligio u s u n t e r r i ch. t hat nach der Verordnung das! religiöse Gefühl zu wecken, die jüdische Tradition lebendig zu erhalten z und Liebe zur jüdischen Vergangenheit deir Kindern einznprägen.! Jüdische Eigenart und bisherige Entwicklung des Judentums sind im Religionsunterricht zu berücksichtigen. Tie Grnndioahrheiten der l Religion, die wichtigsten jüdischen Religionsgnellen, jüdische Geschichte! und jüdische Gebräuche sind mit den Kindern zu betrachten. Es sind demnach zu lehren: Hebräisch, Bibel und nachbiblische Geschichte, Pflichtenlehre. Das Hebräische wird schon aus der Unterstuse unterrichtet. Tie Kinder sollen so weit im Lesen geübt werden, daß sie leichte.Stücke aus der Bibel, Gebete und Abschnitte daraus übersetzen können. Auch die notwendigsten Kenntnisse der hebräischen Grammatik werden übermittelt. Tie Kinder lernen auch hebräisch schreiben. Es wird ferner genau bestimmt, welche Gebete die Kinder zunächst zu lernen haben, wobei den religiösen Gebräuchen zu Hause und dem öffentlichen Gottesdienst der Ostjuden Rechnung getragen wird. Die biblische Geschichte wird ebenso schon auf der Unterstufe gelehrt. Die Kinder lernen zunächst in Einzelbildern, später — auf den oberen Stufen — im Zusammenhänge die biblische Geschichte bis zur Rückkehr vonr babylonischen Exil, die Zeit des zweiten Tempels, das j Wichtigste aus der späteren Zeit des Judentums, möglichst bis zur! Gegenwart. In der nachbiblischeu Geschichte sind hauptsächlich die! Geistesheroeu des Judentums zu berücksichtigen, lote z. B. Hillel,! Rabbi Akiba, Maimonides u. a., wie auch das jüdische Märtyrertum! des Mittelalters. Auf den Geschichtsunterricht kommt die Verordnung j ferner auch noch in § 5 zurück, in dein ausdrücklich gesagt wird, daß die j Kinder die wichtigsten Vorgänge aus der Geschichte des eigenen Volkes j kennenlernen sollen. Tie Verordnung, die in einer mustergültigen i Weise den Unterricht in den Volksschulen regelt, ist ein schöner Beweis; der Vorsorge, die die deutsche Zivilverwaltnng den Volksschulen der! eroberten Gebiete angedeihen läßt. Von Aoh und Mn. l — Die Hirsch, Kupfer- und M e s sing w e r f e A ktienge seil scha st in Berlin und Halberstadt hat, wie ans dem Bericht des Vorstandes'über das Geschäftsjahr 1915 zu ersehen ist, im verflossenen Jahre für Uu-erstühnng von Familien der im Felde Stehenden, von Witwen und Waisen der Gefallenen sowie für sonstige Kriegs- - wohlsahrtszwecke die Summe von 300 000 Mark aufgewendet. Ter j am 14. d. M. stattfindeuden Generalversammlung wird seitens des i Vorstandes vorgeschlagen: Für die Hinterbliebenen der im Dienste des! Vaterlandes Gefallenen, für eine erheblich erweiterte soziale Fürsorge l für die Beamten, Meister und Arbeiter der Firma sowie für eine all-! gemeine Kriegsivohlsahrtspflege aus dem Ergebnis des Geschäftsj ihres; 1200 000 Mark znrückznstelten. Dem Berliner Kauf-! mann Artur Sommerfeld ivnrde das österreichisch- - ungarische Ehrenkrenz Zweiter Klasse verliehen. — Der Rabbiner der z Berliner jüdischen Gemeinde, Herr Dr. Petuchowski, feiert am j 12. d. M. den 50. Geburtstag. — Professor Dr. Mar Herr-! mann, der geschätzte Literaturhistoriker, blickt am Schluß des ab- - lausenden Wintersemesters ans eine fünfnndzivanzigjährige Tätigkeit als Dozent au der Berliner Universität zurück. - - Dem Oberstabsarzt Dr. Ludwig K a n to r o w i c z - Posen, Ehesarzt eines Feldlazaretts,; ivnrde der sächsische Albrochtsordeu erster Klasse mit Schwertern, dem Militärarzt Dr. Hans K a m n i tz e r - Berlin-Schöneberg dieselbe

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