Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1916-02-25 · Heft 8 (25.2.1916) · p. Seite 96

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
80 (1916)
Issue
Heft 8 (25.2.1916)
Date
1916-02-25
Page
Seite 96 (sequence 12)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/3224737-3229232-3229241--72031-3284449
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

96 Stadtrat J Dr. Hirschseld! zu | ehrendenr Angedenken. Dem atlfopferuden Arzt und Atenschenfreunde dem hochverdienten Mitbürger gewidtnet von seinen Freunden und Verehrern, und auf der Rückseite das Datum der Enthüllung: Errichtet am 8. Juli 1886. Sämtliche Reden gingen damals. Zu einer Zeit, wo der Antisemitismus nach dem bekannten Synagogenbrand in Neustettin in ganz Pommern und leider auch in Deutschland seine höchsten Orgien feierte, durch die ganze liberale Presse unseres Vaterlandes und auch die „Allgemeine Zeitung des Judentums" hat damals nicht verfehlt, dieselben in ihre Spalten auszunehmen. Demnach wird wohl nicht zuviel gesagt, wenn ich behaupte, daß meines Wissens Sanitätsrat Dr. Hirschseld in Kolberg der erste Jude war, dem in Deutschland ein öffentliches Denkmal errichtet wurde. Mit vorzüglicher Hochachtung Dr. Eold s ch m i d t. Z u r v e ch t l i ch e u S t e 1 l u n g des i nt N e b e n a m >t o n - g e st e llte n R e ligi o it s l e h r e r s a n d e n h ö h e r e n S ch u l e n. Von Rabbiner Dr. I. S ch e fiel o tu i tz , Köln. Da die meisten Rabbiner den Religi ans unter nicht au den höheren Lehranstalten im Nebenamt erteilen und es darum von Interesse ist, zu erfahren, welche rechtliche Stellung einem Geistlichen christlicher Konfession an den höheren Schulen zugewiesen ist, wenn er nur neben- > amtlich als Religionslehrer wirkt, möchte ich hier einen .diesen (Kegen-! stand betreffenden Bescheid des preußischein Kultusministers zur Kenntnis bringen, der vor allem unseren mit der Neuordnung des jüdischen Religionsunterrichts sich befassenden drei großen jüdischen Verbänden als Richtschnur dienen kann. „Der Minister der geistlichen und Unterrichtsangelegenheiten TU II •2424 I), B erli n W 8, den 20. März 1914.! Nach deit Dienstanweisungen für die Direktoren (Direktorinnen) und Lehrer. (Lehrerinnen) an den höheren Lehranstalten vom 12. Dezember 1910 und 10. März 1912, A 5 bzw. Nr. 5, haben i n. d e r Ge s a m tkon s e r e n z die nicht festangestellten Lehrer, die mit selbständigem Unterricht betraut sind, a l s o a u ch die Religion»- l e h r e r i m N e b e n a m t, S t i m m r e ch t in all e it Frag e u , w e l che di e v o n i h n c n u n t e r r i ch t e t e n S ch ü l e r b e - treffen. E b e n s o s >i u d s i e st i nt m b € r e ch t i,g t in d e n K l a s s e n k o n s e r e n z e n. Sie haben danach das Recht wie die Pflicht, mt den Konferenzen teilzuuehmeu, in denen solche Fragen zur Sprache koutnten, und sind insoweit auch als Mitglieder des Lehrerkollegiums altzusehen. Die Stellung der nicht festangestellten Religionslehrer in der Reifeprüsungskommission regelt sich nach der Ordnung der Reifeprüfung an den neunstusigen höhere-it Schulen vont 27. Oktober 1901, Z 3, bzlv. der Ordnung der Reifeprüfung an den Studienaltstalten vont 20. Oktober 1910, § 3, und der Ordnung der Reifeprüfung an den Oberlyzeeu vom 1. Februar 1912, 8 3. Danach besteht die Prüfungskommission aus dem Königlichen Kommissar als Vorsitzendem, dent Direktor und denjenigen Lehrern, welche in der obersten Klasse mit dent Unterricht in den wissenschaftlichen Lehrfächern, zu denen der R e l i g i o n s u n t e r r >i ch t gehört, betraut fin'b. Nach 8 11,4 der bezeichneten Ordnungen haben sich die Religionslehrer der Abstimnmng zu enthalten, lvenn es' sich um Schüler (Schülerinnen) handelt, die an ihrem Religionsnuterricht nicht teilgeuoinmen haben. gez. Trott z u S o l z." K r i e g s s p e n d e Deutsch e r F r a u e n d a n k 19 1 5. Seit 18 Monaten stehen unsere Krieger in schwerem Kampfe, ertragen Not und Tod, Hitze und Kälte, Hunger und Krankheit, und je länger der Krieg sich hinzieht, um so tiefer und schwerer werden auch die Wunden, die er schlägt, um so reicher die Ernte des Todes! Alle Liebestätigkeit, aller Opfersinn der Taheintgebliebenen erscheint gering gegenüber den tausendfachen Leiden, die unsere Helden für tlns ertragen müssen. Wohl sorgt der Stäat für die Hinterbliebenen, für die Invaliden, aber seine Renten können doch nur die notwendigsten Lebensbedürfnisse decken. Auch die Nationalspende kann nur ergänzend in die Hinterbliebenenfürs>orge eingreifen; immer bleiben Lücken, die es auszusüllen gibt, immer noch harren Niedergebeugte, die wieder aufgtrichtet werden müssen. Ist es da nicht Ehrenschuld der deutschen Frauen, großzügig mitzuhelfen? Wir, die durch den Heldengeist und Opfermut der Männer den Schutz der sicheren Heimat., den Frieden unserer Häuslichkeit genießen! Ein Denkmal unserer Dankbarkeit wollen wir setzen helfen, besser denn aus Stein und Erz. In schwesterlicher Hilfsbereitschaft gilt es denen beizustehen, die ihr Liebstes dem Vaterlande opferten, voll grauer Sorge in die Zukunft schauen. Int ganzen Deutschen Reich wird ztl einer Kriegsspende „T e u t s ch e r F r a u e n d a n k 19 1 5" aufgerufen, bestimmt für die Familien der Gefallenen und Invaliden: ihren Frauen wollen nur die Sorge um die Erhaltung der Familien erleichtern, ihren Kindern bessere Entwickelungsmöglichkeiten bieten: den Müttern wollen wir helfen, die durch den Heldentod des Sohnes des Ernährers beraubt, seiner Ausbildung alles opferten, nun alt und erwerbsunfähig vor einer kummervollen Zukunft stehen. Unt Zersplitterung vorzubeugen, wird der Ertrag der Sammlung zu gleichen Teilen der Nationalstistung und den Reichsausschüssen für die Kriegsinvalidenfürsorge zugeführt, doch entscheidet über die beantragten Unterstützungen ein Ausschuß, der im wesentlichen atls Vertreterinnen der beteiligten Frauenverbände aller Konfessionen sich zusammensetzt. Im Hanptvorstand tute in den Ortsausschüssen der Kriegsspende ist der Jüdische Frauenbund vertreten, seine Vertreterinnett werden mit über die eingehenden Gesuche beraten. Jüdische Frauen, die ihr in opferwilliger Bereitschaft nie versagt habt, helft auch hier nach euren Kräften., zersplittert die Gelder der jndi'chen Frauenwelt nicht und gebt eure Spende einheitlich in geschlossener Sammlung für das Vaterland durch den Jüdischen Frauienbun-d! Für den H a u p t a u s s ch it ß der „Kriegsspende Deutscher Fra neudank 1915": Frau Henriette May. Kassenführerin: Frau Tr. Frankl, Kurfärstenstraße 147, Postscheckkonto Nr. 12 4 71. Für den Orts a u s s ch u ß Berlin: Frau Helene Meyer-Stargard. Frau Minna Schwarz. Frau Oskar Dietz. Frau Rabbiner Dr. Weiße. Frau Marie Weißbach. D e r A u s s ch u ß de s I ü d i s ch e n F r a u e n b u n des: Frau Rabbiner Dr. B l u m e n t h a l. Frau Julie E a s pari u s. Fräulein Büna E o h n. Frau I da E i s n e r. Frau Rabbiner Tr. Esche l b a ch e r. Frau Dr. G o l d s ch tu i d t. Frau A n n i e H e i it r i ch s d o r s. Frau C h a r l o t t e Lauf e r. Frau Julie L e tv i n. Frau Rosa L i l i e n t h a l. Frau L i l l i M a n e s. Frau Heu ny Neu mann. Frau Paula N e u s e l d. Frau Edda Po s e n. Frau E harlotte Reitzenbau nt. Fräulein L illi 9t o s e n b a u tn , cnttd. Phil. Frau R o s a R o s e n t h a l. Frau T h i n a T h o r n e r s. Frau Kommerzienrat W a g n e r. Frau Agnes W r e fch n e r lörrichtigung. In meiner Besprechung des Romans von Lilly Braun, Nr. 6, S. 71, hatte ich die Vermutung ausgesprochen, Else Gerstenbergk gehöre zu den dein Judentum Entsprossenen, und hatte an diese Bemerkung weitgehende Vermutungen angeknüpft. Ein freundlicher Leser dieses Blattes macht mich aufmerksam, daß diese Vermutung und damit auch die an die Vermutung geknüpften Folgerungen haltlos sind. Denn in dem Roman heißt es S. 82: „Familienbilder, die verrieten, daß die Bewohnerin der Sippe von Offizieren und Beamten entstammt." Ich bedauere also, den Jrrttnn begangen zu haben. L. G. Druckfehlerberichtigung. In Nr. 7, S. 74, Sp. 2, Z. 15 von oben muß es heißen: „Wie man tu Ungarn sagt", nicht: Wie man in Bayern sieht.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.