Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1916-02-11 · Heft 6 (11.2.1916) · p. Seite 2

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
80 (1916)
Issue
Heft 6 (11.2.1916)
Date
1916-02-11
Page
Seite 2 (sequence 14)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/3224737-3229232-3229239--71999-3284415
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions (1 not found in this text)

2 unserer Gemeinde berufen wird. Es wurden daher statt sechs nur fünf Vorstandsmitglieder gewählt. Die segensreiche Tätigkeit des Vereins in den letzten beiden Jahren ist aus folgender Aufstellung zu ersehen. Es wurden Unterstützungen bewilligt: 1914 1915 aus der Hauptkasse. 2596,34 Mark 1617,65 Mark ans dem Kölnischen Fonds . . . 1005,— „ 233,— ans denr Notstandsfonds .... 728,— „ 1728,— Zinsen aus der Becker-Stiftung . — ,,_314,70 4329,34 Mark 3893,35 Mark Die Mitgliedsbeiträge aus hiesiger Gemeinde haben durch den Krieg eine große Einbuße erlitten, und nur durch die auswärtigen Zuwendungen zum Notstandsfonds — wozu auch die jüdische Gemeinde Berlin 500 Mark beige steuert hat — ist es dem Verein möglich gewesen, die große Not einigermaßen zu lindern. Für 1916 aber ist bloß der Betrag von 586,30 Mark als Rest des Notstandssonds verblieben. Die anderen beiden Kassen wiesen am 1. Januar einen Bestand von 832,55 Mark aus. Die fest angelegten Stiftungen des Vereins sind: G e h e i m räti n - £> e n riette - Becker - Stiftung 7000 Mark, Eiserner Fonds der Zedokoh Gedauloh 3300 Mark und das neilgebildete Legat R a b b i n e r - D r. - I s a a k - S t e i n - S t r f t il n g 300 Mark. Hiervon finb bisher 9400 Mark 5prozentige Kriegsanleihe allgeschafft. A. L. Danzig, 4. Febrilar. Am 16. v. M. lvurde das fünfzigjährige Bestehen der „Israelitischen Sterbekasse zu Danzig" durch Festgottesdienst in der Renen Synagoge feierlich begangen. Im Jahre 1866 mit einer Mitgliederzahl von 84 Personen begründet, zählt die Kasse jetzt 474 Mitglieder, darunter 3 Ehrenmitglieder. Sowohl Männer lvie Frauen silid Rtitglieder. Die Kasse verfolgt den Zlveck, bei eintreteudem Todesfall eilres Niitgliedes den Angehörigen die mit der Zeit von 90 Mark ans 120 Mark gestiegene Summe zur Bestreitung der Beerdigungskosten nnszuzahlen und so auch Minderbeurittelten die Rl'öglichkeit zu geben, gegen gelingen monatlichen Beitrag sich ein „bekotvedes" Begräbiris zu sichern; mrßerdenr loird ein Ehrengeleit von Mitgliedern aur Sarge gestellt. - Einige Mitglieder haben als „außerordentliche" Mitglieder bei Zahlung der Beitragspflicht auf die übliche pekuniäre Gegenleistung verzichtet. In denr halben Jahrhundert ihres Bestehens und erfolgreichen Wirkens, lvährend welchem das Vereinsvermögen auf 20 000 Mark a-ngewachsen ist, hat die Kasse nur drei Vorsitzende gehabt, deren gegenwärtiger, Herr Kaufmann Earl Lichten selb, die Geschäfte jetzt seit bereits 20 Jahren mit großem Interesse lmd treuer Anhürrglichkeit verwaltet. 2/D Breslau, 4. Februar. Das Iüdisch - theo l o g i s ch e S e m i n a r beging am 27. v. M. zum 62. Male die Gedächtnisfeier für seinen Stifter, den verewigten Kommerzienrat Jonas Fraenckel. Das Seminar zählt gegenwärtig 17 Hörer. Neu eingetreten ist Herr Dr. Gerson aus Budapest. Zur Geschichte des Seminars imabgelaufenen Stndienjahr ist nach dem soeben erschienenen Jahresbericht für das Jahr 1915 folgendes mitzuteilen. Zur Bewerbung um den Dr. David Rosinschen Prei-s wurde das Thema gestellt: „Wem dürste die Redaktion der Mechilta des N. Simon zuzuschreiben sein?" Die Frist zur Bearbeitung ist am 31. Juli 1915 abgelaufen. Eine Arbeit ist nicht eingegangen. Zur Bewerbung um den Joseph Lehmanuschen Preis war die Ausgabe gestellt: „Die Herstellung der Kommentare Jbn Esras zu den Büchern Jeremias und Ezechiel". Eine Arbeit ist eingelausen, der das Lehrerkollegium einstimmig den vollen Preis zuerkannt hat mit der Bestimmung, daß die Arbeit nicht eher der Oeffentlichkeit übergeben werden darf, als bis einige Ausstellungen beseitigt sind. Die Eröffnung des mit einem Merkwort versehenen Umschlages ergab, daß der Verfasser Herr cand. phil. Ochs sei. Für das laufende Studienjahr wurde zur Bewerbung um den Lehmairnschen Preis die Aufgabe gestellt: „Inhalt und Quellen von Maimunis Miloth hahigajon". Eine Bearbeitung ist nicht eingelaufen. Zur Erinnerung an den auf denr Kriegsschauplatz im Osten gefallenen Seminaristen Dr. Zweig ans Eichenau O.-S. fand am 25. April eine Feier in der Seminarsynagoge statt. Das Kuratorium und die Angehörigen des Gefallenen nahmen an der Feier teil. Die Ansprache hielt der Seminarist Dr. Pi nkus. Am 22. April drückte das Lehrerkollegium dem Rabbinerseminar in Berlin anläßlich des Todes des Herrn Professors Dr. Berliner sein Beileid aus; ebenso am 5. Dezember dem Jüdisch-theologischen Seminar in New Uork anläßlich des Todes des Herrn Professors Dr. Schechter und am 20. Dezember dem Vorstand der Synagogengemeinde in Braunschweig beim Hinscheiden des Landesrabbiners Dr. Rülf, eines ehemaligen Hörers der Anstalt. Von den Hörern der Anstalt stehen fünf unter den Fahnen. Außer den seit Beginn des Krieges im Felde stehenden sechs Feldrabbinern, die aus der Anstalt hervorgegangen sind, ist auch der zweite Rabbiner der hiesigen Synagogengemeinde, Herr Dr. Sali Levi, als Feldrabbiner nach dem östlichen Kriegsschauplatz entsandt worden. Ebenso ist ein anderer ehemaliger Hörer der Anstalt, Herr Dr. Grünfeld, Rabbiner in Eger (Böhmen), als Feldrabbiner in der österreichisch-ungarischen Armee tätig. Herrn Feldrabbiner Dr. Wilde wurde das Eiserne Kreuz verliehen, ebenso Herrn Feldrabbiner Dr. Sali Levi, der außerdem von dem Großherzog von Baden durch Verleihung des Zähringer Löwenordens ausgezeichnet wurde. m. Hamburg, 4. Februar. Die Iüdis ch e Schüler lv ande rgruppe tritt soeben mit einer Neueinrichtung an die Oeffentlichkeit, welche Beachtung bei Eltern und Erziehern verdient: der Landarbeit. Der Verein hat sich in Niendorf ein zunächst einen Morgen großes Landstück gepachtet, um dasselbe von seinen jugendlichen Mitgliedern gemeinsam nach Art der Schrebergärten bebauen zu lassen. Ein genügend großer Platz in der Mitte des Landes ist vorgesehen, um als Tummelplatz für die teilnehmenden Kinder zu dienen. Hier steht auch eine Hütte mit seitlich angefügten Lauben, die Schutz bei schlechtem Wetter bieten und die Geräte usw. aufnehmen soll. Durch diese Neueinrichtung bietet der Verein seinen Mitgliedern Gelegenheit 31t gesunder und stärkender Bewegung im Freien bei Vermeidung jeglicher Kosten. Daneben soll die Hauptaufgabe des Vereins, das Wandern, in gleicheul Maße lvie bisher erfüllt lverden. Wanderungell fiitbcn im Sommer regelmäßig, im Winter nllr an schulsreieu Tagen statt. Auch hierbei lverden die Kosten durch Zuschüsse sowie durch Fahrpreisermäßigungen möglichst verringert, so daß der Jugend die Teilnahme ziemlich allgemein gestattet ist. T. W. Dresden, 4. Februar. Die Großgemeinde Dresden beträllert den Heimgang eines gewissenhaften, ganz hervorragend tüchtigen Beamten. In. der Blüte seines Lebens, im 48. Lebensjahr, lvurde nach kurzem Krankenlager Herr Lehrer Adolf Levi voll der' eisigen Hand des Todes ergriffen und aus seiner ersprießlichen Tätigkeit abgerusen. — Seit 1898 wirkte er als Lehrer hier erfolgreich; vordem. war er fünf Jahre in Potsdam tätig, ebenso in i>cn früheren Jahren in Eldagsen und Neustadt a. Nbg. (Provinz Hannover). Welcher Wertschätzung und Liebe sich der Dahingeschiedene zu erfreuen hatte, zeigte sich so recht bei der erhebenden und eindruckvollen Trauerseier im Hause des Verstorbenen in Anwesenheit der so zahlreich erschienenen Mitglieder der Dresdener Gemeinde. Herr Professor Dr. Winter rühmte seine Verdienste lim Schule und Gemeinde. Das Mitglied der Schulkommission Herr Karl M e i e r stattete ebenfalls in herzlichen Worten dem Verblichenen seinen Dank ab für all die Mühen und Arbeit, die er in seiner langjährigen Wirksamkeit der Heranwachsenden Jugend gewidmet. — Aus Wunsch der Angehörigen fand die Beisetzung des Verblichenen in seiner Heimat Hannover statt. Hier am Grabe würdigte Herr Landrabbiner Dr. Gronemann die Verdienste des Verklärten und hob dessen Gewissenhaftigkeit und Pflichttreue besonders lobend hervor. Herr Lehrer Theod. Werthei m ao* Hann.- Münden, der Schwager des Verstorbenen, rief ihm herzliche Abschiedsworte namens seiner Verwandten nach, desgleichen Herr Lehrer Iwan Meier inr Aufträge des Vereins der jüdischen Lehrer des Königreichs Sachsens mit Worten des Dankes für das rege Interesse, das er dem Verein in selbstloser Weise stets entgegengebracht habe. Möge die Erde ihm leicht sein. — München, 4. Februar. Im Alter von 62 Jahren ist hier der bekannte Großindustrielle S i e g m u n d F e u ch t w a n g e r verschieden. Er war früher Inhaber der von seinem Vater 1852 gegründeten Margarinewerke in Haidhausen und seit drei Jahren Ehef der unter feiner Mitbegründung entstandenen Vereinigten Münchener Fettraffinerien und Margarinesabriken „Saphir". Besondere Verdienste erwarb er sich als langjähriges Ausschußmitglied der israelitischen Kultusgemeinde, durch Unterstützung gemeinnütziger Anstalten und Unternehmungen sowie als Förderer der hebräischen Wissenschast und Literatur. Die Beerdigung des angesehenen Mannes fand auf dem neuen israelitischen Friedhof unter ungemein zahlreicher Beteiligung statt. Rabbiner Dr. Werner hielt die Gedächtnisrede. Rabbiner Dr. Ehrentreu sprach für die israelitische Religions-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.