Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 79 (1915)
- Issue
- Heft 52 (24.12.1915)
- Date
- 1915-12-24
- Page
- Seite 3 (sequence 15)
- Language
- German
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3 bestehend aus Süßigkeiten, Zigarren lind Zigaretten, und erst gegen Mtbernacht schloß das in allen Teilen wohlgelungene Fest. Nürnberg 17.'Dezember. Das Eiserne Kreuz erhielt e n: Leutnant d. Res. und Rechtspraktikant Fritz Josephst h a l, Sohn des Justizrats Emil Josephsthal (Nürnberg). Unterossizier Alex L a n d m a n n, Sohn des Herrn Ernst'Landmann (Fürth). Assistenzarzt Dr. Robert U l l m a n n (München). — Ten Militärv er dien stör den 4. Klasse erhielten: Dr. Maximilian Steinhard (Nürnberg), Kriegszahnarzt bei einer Landwehr-Division. Oberarzt Dr. Arnold Franke n a u (Würzburg). Leutnant der Reserve Karl Rosenthal (Würzburg). — Das Militärverd i e n st k r e u z 3. K l a s s e e r h i e l t: Unterossizier d. Landw. Ernst Strauß (Nürnberg. — Die b a h e r i s che M i l i t ärverd i e n stur e d a i l Ic für f r e iwillige K r a n k e n pflege erhielt: Freiw. Krankenpfleger Alex Dachauer ans Nürnberg. Hannover, 17. Dezember. Herr Landrabbiner Dr. Gronem a n n hat die Ehrengabe anläßlich seines 70. Geburtstages zu einer Stiftung bestimmt mit dem Zwecke, „Personell, welche das Leben in den Dienst unserer heiligen Religion gestellt haben, im Alter und bei Erkrankungen eine Zufluchtsstätte zu schaffen". Demgemäß sind zu berücksichtigen Rabbiner, Religionslehrer und Kuttusbeamte aus Synagogeugemeiuden der Provinz Hannover wie auch nichtbeamtete Rabbiner lind Gelehrte, die wenigstens ein Jahr in der Provinz Hannover gelebt haben, und deren Angehörige. Solange bi-e Zinsen des Stistungskapitals (12 000 M.) zur Unterhaltung eines Zimmers im Alterversorgungshause dauernd nicht ausreichen, sollendieselben zur Ullierhalt ling eines Freibettes im Kraukenhäüse verwandt lverden. L2 Hannover, 17. Dezember. Unter bm Vorsitz des Herr Direktor Dr. Kn oller fand vor kurzem die erste ordentliche Mitgliederversammlung des Israelitischen Kinderhortes zu Hannover statt. Alls delll vom Rechnungsführer Herrn Marc. L. Jafse vorgelegten Bericht cntllehlnen wir folgende interessante Einzelheiten. Das Gebäude des Kinderhortes mit vollständiger Einrichtung war Mitte des Jahres 1914 fertiggestellt. Durch Sammlungen und Beteiligung von Vereinen wurde der Betrag von ca. 65 000 M. aufgebracht. Hierzu kam die hochherzige Gabe des Herrn Kommerzienrat Joseph Berliner und seiner Frau Gemahlin in Höhe von 50 000 M., wodurch es uns möglich wurde, den Kinderhort in genügender Größe mit allen nwdernen hygienischen Einrichtungen zu errichten. — Die beabsichtigte feierliche Eröffnung des Kinderhortes in den ersten Tagen des August 1914 mußte wegen des Kriegsausbrnchs unterbleiben und erfolgte in ciufacher Forrn dlnfang Oktober 1914. Die Leitung des Hauses übertrugen wir dem Lehrer Herrn Grünbaum, der aus dem Simonschen Seminar für Gartenbau und ßandsertigkeit in Peine hervorgegangen ist, als Inspektor. Die Aufsicht der Kinder bei den Schul-, Handmld Flechtarbeiten liegt in Händen einer Handsertigkeitslehrerin, welche von Damen hiesiger Gemeinde unterstützt wird. Die Kosten des Barles inklusive Werkzeuge, Ausstattung, Gartenanlage, Küchenanlage — eine Schulküche ist vorgesehen — belaufen sich ans etwa 105 000 M. Der Kitlderhort besindet sich in gesunder, freier Läge; der Besuch des Hortes ist ein guter und regelmäßiger, er betrug durchschnittlich etwa« siebzig Kinder täglich. Die Erfolge sind in der kurzen Zeit seit Eröffnung über alles Erwarten sichtbare und günstige. Durch Anleitung'zur Ordnung, lnld Präzision, durch Brausebäder und regelmäßige Waschungen usw. wird bei den Kindern der S-inn für Ordnungsliebe, Sauberkeit mld Reinlichkeit tu hohem Grade geweckt, und wir zweifeln nicht, daß es Mls durch die Gründung dieses Kinderhortes gelingen w-ird, die zum Teil den ärmsten Klassen der hiesigen jüdischen Bevölkerung an gehöre llden Kinder auf eine höhere Stufe der Kultur zu heben. Dsnkmark. Z. Kopenhagen, 17. Dezember. Da' die Distttsfiotl über detl Plan eines amerikanisch-jüdischen Kongresses in letzter Zeit auch in der europäischen Presse lebhaft geführt wird, wobei das Tatsachenmaterial nicht inrmer korrekt wiedergegeben tvird, dürste es zweckmäßig sein, sich die folgenden Gesichtspunkte, die sich aus den Beröfsentlichungen des „Amerikanisch-jüdischen Kongreß-Organisieruttgs-Komitees" ergeben, vor Augen zu halten: Ein amerikanisch-jüdischer Kongreß wird abgehalten werden und seine demokratische Basis wird die Verantwortlichkeit für seine Entscheidungen gewährleisten. Ter Zeitpunkt für die Abhaltung des Kongresses ist bisher noch nicht festgesetzt worden. Bevor der Kongreß zusammengetreten ist, ist keine Organisation und kein Komitee bevollmächtigt, für oder im Namen der amerikanischen Juden zu sprechen. Das „Jüdische Kongreß-O rganisierungs- Komitee" ist gebildet worden und repräsentiert 14 tlational-jndische Organisationen mit einer Mitgliederzahl vott insgesamt 650 000 Juden. Darunter befillden sich: der unabhängige Orden „B'rith Abraham", der unabhätigige Ordert „B'rith Schalem", die Föderation der amerikanischen Zionistell, die Utlion der orthodoxen Kongregationen, die Föderation der rllssisch-polnischetl Juden in Amerika, die Föderation der bessarabischeu Juden in Amerika,- die Utlion der orthodoxen Rabbiner, der „Misrachi" il. a. Tanebetl ist ein Komitee der „nationalen Arbeiter", das 350 000 jüdische Arbeiter vertritt, zur Förderung der Organisierung des Kongresses gebildet lvordetl. Das „Jüdische Kottgreß-Organisierutlgs-Komitee" hat ein Bureau in New Dort, 1 Madison Avenue, eingerichtet. Dieses Komitee bewahrt allen kriegführenden Nntionetl gegenüber strikte Neutralität, wie es die jüdischen Interessen erheischen. Das „Jüdische Kotlgreß-Organisierungs-Kontitee" tvird zur gegebenen Zeit ein Perm a u c it t e s O r g a n i s i e r u tl g sk o ttt i t e e für detl Kongreß ernennen, ausgestattet mit einer Vollmacht der führenden jüdischen Körperschaften mit nationalem Programm. Es erscheint wünschenswert, daß jede Organisation in Europa oder in anderen Erdteilen, die danach strebt, sich an der Lösung der durch den Krieg entstandenen jüdischen Probleme zu beteiligen, sich mit dein zeitweiligen ,,Jewish-Congreh-Organizati o n-Committee" in Verbindung setzt. Sobald das permanente Komitee organisiert ist, tvird es selbst in Verbindung mit denjenigen Organisationen in Europa und den anderen Erdteilen treten, die an der sachgemäßetl Lösung der jüdischen Probleme, die sich aus dem Kriege ergeben, Jtlteresse haben. Die zionistische Organisation steht im Einklang mit dein Kongreß und tvird seine Einberufung fördern; die zionistische Organisation ist jedoch weder identisch mit dem „Congreß-Organization-Cotnmittoe", noch besteht dieses Komitee ausschließlich aus Zionistelt. Tie zionistische Organisation ist tür Demokratie, Oefsentlichkeit und ein offenes Parteiprogramm eingetreten, wobei sie ein Anhören aller Grundfragen, die jetzt das jüdische Volk betressen, gewährleistet. In Amerika ist die Frage „Kongreß oder Konferenz" insofern in eilt neues Stadium eingetreten, als das „Alnerikanlsch-Jüdische Komitee" die von ihm einberufene Konferenz angesichts des Protestes, den dies Projekt erfuhr, bis auf weiteres vertagt hat. Dagegen hat mit 21. November in Boston eine Vorbesprechung derjenigen Orgatlisationen, die dem Kongreßplan freundlich gegenüberstehetl, stattgefutldell, wobei insbesondere die Organisationssragen für detl Kongreß im einzelnen behandelt tvurden. Gesterreich-Angarn. K. Wien, 17. Dezember. In einigen Tagen findet tm Waldstein-Palais in Prag die Eröffnung der von der Erzherzogin Zita inszenierten Ausstellung antiker Kunstschätze statt. Ter Ertrag dieser Ausstellung ist vaterländischen Zwecken gewidmet. Schon jetzt 'wird in der Presse daraus aufmerksam gemacht, daß die Allsstellung eine Sehenswürdigkeit allerersten Ranges bilden wird und daß solche Kunstschätze, lvie sie im Waldstein-Palais zusannnengetragen sind, in solcher Dollkoutmenheit ttnd künstlerischer Vollendung nie mehr zu sehen sein werden. Atlch die Prager israelitische Kultnsgemeinde und ihre zahlreichen Synagogen haben sich in anerkennender, daukenswerter Weise an diesenl patriotischen und Humanitären Unternehmungen hervorragend beteiligt, indem sie antike synagogale Prunkstücke der Ausstellung bereittvilligst zu Verfügung stellten, lieber die synagogalen. Objekte schreibt das „Prager Tagblatt": „Hier überwiegen orientalische Motive in der Stickerei. Die Thoravorhänge starren von Gold, das in seltsamen und geheimnisvollen Kurven den Brokat überzieht. Besonders fällt ein großer goldgestickter Thoravorhang auf, dein tlnzählige Flitter einen Hintergrund voll leuchtender kleiner Sterne geben. Tie Altneufchul-, die Klaus-, Pinkus- und Meisel-Synagvge haben hier viel Eigenartiges und Prunkvolles ausgestellt. Außerdem ist die Jertlsalemer Bezalel-Schule durch herrliche Knnstobjekte in dieser eigenartigen Ausstellung reichlich vertreten." Es wäre zu tvünschen und steht übrigens zu erwarben, daß dieses vaterländische Kunstunternehmen aus allen Kreisen und Schichben der böhnlischen Hauptstadt die Förderung erlange, die es voll und ganz in jeder Hinsicht verdient. — Ter vor einigen Tagen in Olmütz verstorbene Kardinal Fürsterzbischof Dr. Bauer bekundete sehr oft ein lebhaftes Interesse für die jüdische Wissetlschast utld das religiöse