Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 79 (1915)
- Issue
- Heft 52 (24.12.1915)
- Date
- 1915-12-24
- Page
- Seite 4 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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4 v.#et»cn mancher jüdischen Hem ein Ken. die zu seiner Diözese gehörten. Bor zirka grei fahren erhielt der bekannte honületische Schriftsteller Rabbiner Tr. Felir Kanter in Zwittan «Mähren) vom verstorbenen Kardinal ein in klassisch - Hebräischer Sprache verfaßtes Gedicht in Form eines Akrostichons als Erloidernng auf einen Festgrnß, den Rabbiner Dr. Kanter dem hohen Kirchenfürsten anläßlich ieines goldenen Priesterjllbiläums sandte. Als turze Zeit darauf der Kardinal in Zwittan weilte, empfing er den Rabbiner in Audienz und unterhielt sich mit ihm längere Zeit über verschiedene Fragen. Kardinal Tr. Bauer erbat sich zum Schluß von Rabbiner Tr. Kanter sein damals in zweiter Auflage erschienenes Werk „Zeitgemäße Betrachtungen zu allen Wochenabschnitten". Von Aah und jfern. . bin Jüdisch-Teutiches Wörterbuch mit Berücksichtigung der viel gebrauchten hebräischen, polnischen und russischen Wörter wird der Geheime Konsistorialrat Professor Tr. Hermann L*. 3 11* n cf in Berlin herausaeben. Tas Indisch-Tentsche oder Jiddische, von mehr als sechs Millionen Manschen in Polen und im westlichen Rußland gesprochen, hat seit dem siebzehnten Jahrhundert eine beachtenswerte Literatur entwickelt. Mit großer Blühe hat Professor Ltrack den Wort schätz ans Büchern und Zeitungen gesammelt. — Ter Osfizierstellvertreter der. Garde-Fernsprechabteilnng, Assistent der Technischen Hochschule Erlist Blaschke. Sohn des Repräsentanten der Berliner jüdischell Gemeinde. Herrn Professor Tr. Blaschke. ist znm preußischen £ssizier befördert worden..Alerandcr R e um a n n. dem Berliner Kapellmeister und Konzertbegleiter. der als Oberleutnant im Felde steht, ist die österreichische Kriegsauszeichnung ..Signum laudis” verliehen worden. Herr Eduard Goldschmidt. Einzelprokurist der Firma Wolf Retter n. Jacobi. beging arn 10. d. M. sein 25jähriges Jubiläum bei' dieser Firma. - Jnstizrat Mar 3 t e i n s chn e i de r, der älteste Sohn von Bl'oritz Steinschneider f. A., ist nach längerem Leiden gestorben. Er übt? seit dem Jahre issi die Anwaltsprnris am hiesigen Landgericht l ans, zli denen angesehensten Anwälten er gehörte. Wie wir schon vor kurzem berichteten, hals er dem Verein zllr Förderung der Bodenkultur unter den Inden Tentschlands die von ihm erstrebte Gärtnerschnle für Mädchen errichten, indem er für die Zeit des Ausbaues einen Teil seiner Gärten. Ländereien und Billa in Toberitz in hochherziger Weise zur Bersiignng stellte. Ter Rame Mar 3 t e i n s ch n e i d e r wird in der Geschichte dieses Vereins in dauernder, ehrender Erinnerung fortleben. Ans Rybnik wird uns geschrieben: Tie 3tadtoerordnetenloahlen ver- . liefen troll scharfer Gegensätze, lvelche in der Bürgermeisterwahl ihren Grund hatten, im allgemeinen im Zeichen des Burgfriedens. Ans der Wahl der l. Abteilung ging n. a. Waisenhansdirektor K a tz hervor. - Ans Schwermut link der Glasermeister und Synagogeudiener Moritz W o l s f s in Franstadt Hand an sich gelegt. Erst voreinigen Tagen; war ihm. die Ehefrau gestorben, und setzt sollte er wieder zu Feinem Truppenteil an die Ostfront zurück. Taß er mm seine beiden fugend-! lichen Kinder ganz allein znrücklassen sollte, ging ihm sehr nahe und! trieb ihn schließlich zu der unseligen Tat. - Tie goldene Hochzeit feierten -i in Erone nit der Brahe das Rentier Hermann H a m m e r s che Ehepaar. Abordnungen der 3tadt, des Kriegervereins und des Synagogenvor-! skandes beglückwüNichten das Jubelpaar. Hammer ist ein Veteran ' von 1^7<)/71. Beide Eheleute sind geistig und körperlich sehr frisch. - ■ '! Tnrch Beschluß der Königlichen Regierung in Arnsberg ist denn « I s r a e l i t i s che u L n n d h e r m 3 ch w e l m i. W. gestattet worden, eine eigene Volksschule zu errichten. Ter Rahmen der Jnsti- . tntion ist dadurch erweitert und tonnen nunmehr auch schulpflichtige j Kinder jeden Alters ausgenommen werden. --- Aus Brannschweig wird uns geschrieben: Während der Beerdigung des auf dein Schlachtfelde i gefallenen Leutnants K urt Elias wurde am 17. d. Bi. nall)mittag! der feit vielen Jahren segensreich wirkende Branuschweigische Landesj rabbiner Tr. R ü l f auf dem Friedhofe der jüdischen Gemeinde in : Braunschweig von einem Herzschlage ereilt. Während er vor der j großen Traneraemeinde, unter der sich auch der Flngeladjntant des Herzogs mit einer Kranzspende befand, das Schlnßgebet sprach, fiel der r»4 Jahre alte Geistliche Plötzlich bewußtlos zu Boden und starb unter ■ den Händen zweier Aerzte, die sich zufällig unter den Trauergästen! befanden. Tr. Rütf erfreute sich im Herzogtum Braunschweig großer i Wertschätzung. Im Alter von 74 Jahren starb in Gotha Herr Rentier 1 Gustav Leder m a n n. Er war Mitbegründer der Gemeinde, und lange Jahre verwaltete er als Vorstandsmitglied deren Interessen aufs beste. Von ihm kam auch der Gedanke zur Gründung der Gotha-Loge, die heute eine segensreich wirkende Institution ist. Tnrch seine Initiative ist in Gotha'auch ein Literätnrverein entstanden,, den er eine Reihe. von Jahren als erster'Vorsitzender nach Kräften .zu fördern bemüht war. -- Ans Heilbronn a. R. wird uns berichtet: Tie in hiesigerisraelitischer Gemeinde erfolgte Smmntnng zugunsten unserer notleidendere Glaubensgenossen in derr besetzten Gebieten Rußlands ergab die stattliche Srrmme von über 9000 Mark, die dem Hilfsverein deutscher Inden ab.geliefert wurden, - Aus Wien rvird gemeldet: Tem t. n. k. Oberbezirksarzte im Ministerium'des Innern Tr. Siegfried Tauber rvn-rde irr Anerkenmnrg besonderer'Berdierrste um die Sanitätspftegc iur . Kriege das Offiziersehreuzeicheu vom Roten Kreuz mit der Kriegsdekoration verliehen. - Fra u R a b b i n e r Tr. Friediger irr Oderberg (Oesterreich) erhielt für ihre Verdienste mrr das Rote Krerrz vom Erzherzog Franz Salvator int Ra men des Kaisers die f i l be r u e E h r e n m c d a i l l e rrr i t d e r K r i e g s d e k o r a t i o n. Ans Mitrovitz in Stalvouien wird uns geschrieberr: Zn Ehren des früh verstorbenen Dr. Hermann Gärtner, Bezirksmrd Oberrabbiner zu Mitrovica, fand im hiesigen Tempel eine Trauerfeier statt. Anwesend waren der Präsident der Kultusgemeinde, Joseph F l e i s ch ur a rr n , mit allen Mitgliedern der Knltusgenreinde rvie auch sämtliche Oberhäupter der Bezirtsbehörde und die Geistlichkeit sämtlicher Konfessionen. Obe rr ab bi ne r, t. n. k. Feldseelsorger Tr. Hirsch Lebovics würdigte die vielseitige Bildung mib Tugenden des Verewigten. Ter Verblichene, in Dukla (Galizien) geboren, war ein Gelehrter in vollstem Sinne des Wortes wie auch ein gediegener Redner. Rach fünfjährigem Amtieren ist er im Alter von bloß 42 Jahren, eine junge Witwe und zwei kleine Kinder hinterlassend, ans dem Leben geschieden. Er gehörte zu den echten Priestern, die die Lehre der Wahrheit verbreiten und Friedenswerke üben. Aus dem Kriegsministerimn wird, wie aus Bukarest gemeldet wird, verlantbart. daß zur Assentierung der Klassen 4947 und 1918 sich auch alle naturalisierten Fremden zu melden haben, die das 40. Lebensjahr nicht überschritten haben. Tesgleichen haben sieh zu melden alle jene, die, wenn sie auch nicht naturalisiert sind, sich doch des rumänischen Schlitzes erfreuen, lvas bei dem lveitaus größten Teile der Juden des Landes zutrisft. - - Tie konservative Gemeinde in Paris hielt kürzlich ullter Vorsitz des Herrn Raphtale L-evy ihre Generalversammlung ab. Tie Einnahmen der Gemeinde fiitb infolge des Krieges bedeutend znrückgegaugeu. Biele Mitglieder sind mobilisiert worden, einige davon sind ans dem Schlachtselde gefallen. Rabbiner W e i s topf hielt eine inhaltsreiche Ansprache, worin er besonders den Patriotismus der Inden betonte, da dieser von der religiösen Tradition gefordert und geboten ist. Baron Leopold v. R o t h s ch i t d in London, der Präsident der Bereinigten Synagoge in England, feierte vor einigen Tagen feinen 70. Geburtstag. Infolge seiner großen Popularität wurde dieser Tag überall gebührend begangen. „The Jewish Eronicte" ervsfnete eine 3amntlnng, um das Ergebnis dem Jubilar für wohltätige Zwecke zur Verfügung zu stellen. Es wurden schon über 50 000 Francs gezeichnet. - Vorige Woche fand in London die Grundsteinlegung des jüdischen Hospitals statt, Tie dritte jüdische Vertnsttiste. die „Jewish Ehronicle" veröffentlicht, verzeichnet die Namen von 50 jüdischen Offizieren und Soldaten der englischen Armee als gefallen. - Ter Bischof Antonius aus Eharkow erklärte anläßlich seiner Anwesenheit in den Städten 3umi und Bjelopolje, in denen sich große Flüchtlingslager befinden, m einer öffentlichen Ansprache, die jüdischen Flüchtlinge wären sämtlich Spione. Tiefe „Erklärung" hatte zur Folge, daß sämtliche Hausbesitzer dieser Orte ihre Mietverträge mit jüdischen Flüchtlingen rückgängig machten und sich , fortan weigern, Inden in ihre Häuser aufzunehmen. Tie vor einigen Wochen in New Dort eröffnete Ausstellung der Jüdischen K n n st ge w e r b e s chu le Bezalel in Jerusalem erfreut sich in immer steigendem Maße der Gunst des jüdischen und nichtjüdischen Publikums. Tie Ausstellung ist bereits von vielen Tausenden besucht, und eine große Anzahl der ausgestellten Arbeiten ist bereits abgesetzt worden. Verantwortlicher Redakteur: Albert Katz in Berlin-Pankow, Florastraße 5R. Verantwortlich für den Anzeigenteil: Max Junge, Berlin-Friedenau, Druck und Verlag von Rudolf Mosie.