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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1915-12-24 · Heft 52 (24.12.1915) · p. Seite 619

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
79 (1915)
Issue
Heft 52 (24.12.1915)
Date
1915-12-24
Page
Seite 619 (sequence 7)
Language
German
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619 geworden ist, findet sich einiges, was auch über den Familienkreis hinaus lesens- und beachtenswert erscheinen dürfte. Berlin, 23. März 1882 . . . „. . . Einen eigentlich politischen Einfluß wird die Zeitschrift nie gewinnen können; das ist nicht ihre Bestimmung. Aber sie soll doch auch nicht ausschließlich literarische Interessen verfolgen, und ich lege Werth darauf, daß sie möglichst in jeder Nummer einen politischen Artikel bringe, welcher nicht unbeachtet vorübergeht. Im nächsten Hefte wirst Du einen sehr merkwürdigen Artikel finden, der nicht von einem regelmäßigen Mitarbeiter ist." Ueber das Gedicht „Aus der Schwedenzeit", schreibt R. im Anschluß hieran: „Es ist vor Jahren in einer Gedichtsammlung erschienen, sehr schön von Menzel illustriert, aber da ich es in ineine „Lieder und Gedichte" nicht ausgenommen habe, ist es eigentlich nicht recht bekannt geworden." Fulda, 29. Juni 1882. . . . Deine guten Wünsche zu dem „angebrochenen" Fünfziger nehme ich gern an und werde mit Gottes Hülfe das Meinige thun, sie dadurch in ihrem raschen Verlauf ein bißchen aufzuhalten, daß ich sie mit nützlicher Tätigkeit erfülle. In einem Dankbrief für eine Sendung von Zigaretten mit goldenem Aufdruck „Deutsche Rundschau", vom 27. Juni 1885, heißt es: „Manch eine Sorge, die mir die „Rundschall" macht, sollen sie mir helfen, in Rauch auflösen; und den frohen Augenblicken der Befriedigung werden sie gleichsam die Weihe der öffentlichen Anerkennung geben . . . Denn allerdings ist es ilichts Geringes, durch nunmehr bald elf Jahre sich in der guten Meinung der Besten unserer Nation gehalten und befestigt zu haben..." Berlin, 26. Juni 1895 (in der Anwort auf einen Geburtstagsglückwunsch): . . . Auf weitere 36 Jahre dürfen wir wohl nicht mehr rechnen. Aber so viel davon die gütige Vorsehung uns gönnen ivird, wollen wir in alter Weise der Vergangenheit und uns selber treu bleiben. . . Berlin, 27. Juni 1897 (bei ähnlichem Anlaß). . . . Ja, die Doppelzahlen! Wir wollen Gott danken, daß ivir es so hoch gebracht haben; aber die niedrigeren Ziffern ivaren doch auch schön. Nun, wir dürfen zufrieden sein . . . Berlin, 10. November 1899 (auf eine Sendung zum Jubiläum des fünfundzwanzigjährigen Bestehens der „Deutschen Rundschau"). ... so viel Lob und Anerkennung verdiene ich nicht, und was ich davon annehmen kann, gebührt zum weitaus größeren Theile den Mitarbeitern, die mich unterstützt und gefördert, die mir möglich gemacht haben, das Werk ins Leben zu rufen und bis hierher glücklich zu führen. Freilich, wenn ich über diese fünfundzwanzig Jahre zurückblicke, wie vielen Anlaß Hab' ich, dankbar zu sein, wie Vielen persönlich zu danken. . . Es mögen nun zum Schluß noch zwei Gedichte folgen, die Danksagungen für Glückwünsche zur „Silbernen" und zur „Goldenen Hochzeit" bringen. Das eine lautet: An unsre Freunde. Freundeswünsche, Freundesgaben Schmückten uns so reich das Fest, Daß, was wir empfunden haben. In kein Wort sich fassen läßt. In des Tages Silberschimmer Flochtet Ihr der Freundschaft Grün, Welches sanft noch leuchtet immer, Wenn die Blumen auch verblüh'n. Und es träumt von künftigen Erndten Schon das silberne Gesträuch — D'rum den Nahen, den Entfernten Nichts als dies: Wir danken Euch! Berlin, 11. Juni 1888. Julius Rodenberg. Das zweite Gedicht schließt sich an eine gedruckte Danksagung an, die u. a. lautet: „Tief bewegt durch so viel mir bewiesene Theilnahme, spreche ich Ihnen meinen herzlichen Dank aus und bitte, daß Sie diese Gesinnung mir für den Rest meines Lebens bewahren mögen, das, soweit die Kraft reicht, immer dem gleichen Ziele gewidmet sein wird." Darauf folgen die handschriftlichen Zeilen: „Was zierlich Ihr in Reim gebracht Und in die Form von Liedern, Hat viele Freude mir gemacht. Doch kann ich's nicht erwidern; Und für die Verse, frei und frank, Sag' ich in schlichter Prosa Dank!" Euer Berlin, 5. Jnli 91. Julius Rodenberg. Asch?wsn?ig Ishrm. it dem Eintritt der Weihnachtsferien jährt sich der Geburtstag des Verbandes der jüdischen Lehrervereine im Deutschen Reiche zum 20. Male. Am Vorabend des ersten Versammlungstages spielte sich unbeachtet, weil nicht in der Oeffentlichkcit verbreitet, in der Behausung des damaligen Vorsitzenden des Deutsch-Israelitischen Gemeindebundes, Herrn Geheimen Sanitätsrat Dr. Kristeller, ein Akt ab, der hellte nach 20 Jahren der Persönlichkeit wegen, der er galt, wohl verdient, hier mitgeteilt zu werden. Jahrelang hatten drei Volksschullehrer, Becker (Wöllstein), Blumenfeld (Adelebsen) und Herbst (Lissa), teils öffentlich in jüdischen Blättern, teils brieflich untereinander und mit dem Leiter des D. I. G. B. den Zusammenschluß der im Reiche vorhandenen jüdischen Lehrervereine betrieben. Das erstrebte Ziel konnte jedoch erst durch das tatkräftige Eingreifen des Geheimrats Dr. Kristeller erreicht werden, der es übernahm, die nicht unbeträchtlichen Kosten der beabsichtigten Versammlung zll beschaffen. Anfangs November 1895 waren wir so weit, und in der Vereinssitzlliig der jüdischen Lehrer in den Ostprovinzen konnte der Vorsitzende am 20. November 1895 hierüber berichten. In Verfolg dieser Mitteilung stellte der Vorsitzende den Antrag, der Verein möchte Herrn Dr. Kristeller zum Danke für sein lehrerfreundliches Wirken zum Ehrenmitglied ernennen. Dieser Antrag wurde einstimmig zum Beschluß erhoben, und die beiden Vorsitzenden H. u. B., die für den Verbandsgründungstag als Delegierte gewählt wurden, sollten dem Gefeierten das Diplom überreichen. Am 24. Dezember 1895, nachmittags, nach Erledigung einer Vorversammlung, begaben sich die beiden Deputierten in die Wohnung des Geheimrats, woselbst sich etwa zehn Herren, Freunde des Hausherrn, um diesen versammelt hatten. Herbst hielt folgende Ansprache: „Hochgeehrter Herr Geheimer Sanitätsrat! Der Verein jüdischer Lehrer in den Ostprovinzen hat uns mit dem so ehrenden wie erfreulichen Auftrag betraut. Ihnen, dem vieljährigen, zickbewußten Vorsitzenden des D. I. G. B., dem eifrigen Förderer des jüdischen Schulwesens wie der Interessen der jüdischen Lehrer, mit seinen herzlichsten Grüßen den Ausdruck seiner Hochachtung und Dankbarkeit zu übermitteln.

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