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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1914-12-18 · Heft 51 (18.12.1914) · page 13

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
78 (1914)
Issue
Heft 51 (18.12.1914)
Date
1914-12-18
Page
– (sequence 13)
Language
German
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^>f^>- ZAsnr**?-?^?»,■«» - *.< v 78. Jahrgang Nr. 51 Berlin, 18. Dezember 1914 Bettage zur „Allgemeinen Leitung des Judentums . LorrrlP0ndrn?en und Nachrichten. Skutschiand. 22 Berlin, den 15. Dezember. Am 8. und 9. d. M. fandin der K r a nkenPflegeri n n e n s ch u l e d e s K r a n f c n h et u } c s der jüdis ch e n Gemeinde die staatliche Prüfung von 14, dem Perein für jüdische Krankenpflegerinnen zu Berlin zugehörigen Schülerinnen statt. Die Prüfungskommission wurde-durch die Herren Geheimrat Tr. L ch l eg t e n d a l und die ärztlichen Direktoren gebildet. Bon den Prüflingen haben 8 SchüLeriimen mit dem Prädikat „sehr gut" und 6 Schülerinnen mit dem Prädikat „gut" das Examen bestanden. Für die im nächsten Jahr stattfindende Prüfling sind bereits wieder 14 Lehrschwestern im Krankenhanse eingestellt. Meldungen von Schülerinnen sind an den Vorstand des Vereins für jüdische Krankenpflegerinnen Berlin, Exerzierstrasze Nr. 111) oder an die Oberin, Fräulein Rose Blau ebendaselbst zu richten. Obwohl viele Schwestern zurzeit im Felde und in Reservelazaretten tätig sind, wird doch den Wünschen nach Pflegerinnen möglichst zu entsprechen gesucht; Bestellungen sind ebenfalls an die Oberin des Vereins zu richten. 22 Berlin, 15. Dezember. In den Tagen vom 4. bis r>. Dezember fand in Kopenhagen eine Sitzung des z i o n i st i s ch e u Akt i o nsto nt itee s statt, an der sich Mitglieder ans verschiedenen Ländern beteiligten. Der Sitzung lagen ausführliche Berichte über die Lage der jüdischen Siedelnng und der zionistischen Institutionen in Palästina vor, die durch den Krieg in große Bedrängnis geraten sind. Mit dankenswerter Energie haben die amerikanischen Inden bereits eine Aktion für die Linderung der Not unternommen, es hat sich aber herausgestellt, daß weitere große Mittel erforderlich sind. Es wurde daher' beschlossen, eine großzügige Hilfsaktion in die Wege zu leiten. Zur Durchführung dieser Hilfsaktion und zwecks Erleichterung der Verbindung der einzelnen Teile der zionistischen Organisationen wurde beschlossen, ein Arbeitsbureau in einem neutralen Lande e.inzn richten. Tie endgültige Bestimmung des Ortes für das Bureau wurde dem E. Ä. E. überlassen. Bis dahin wird es seinen Sitz in Kopenhagen haben. E. S. Berlin, 15. Dezember. Am 10. d. M. sprach im Verein für jüdische Geschichte und Literatur Tr. Rudolf Leszhnskh über Krieg und Kriegsführung im Lande der Bibel. Wir erwarten von dem Krieg eine Neuordnung der Verhältnisse. Sagt doch schon 'der alte Herodot: Ter Krieg ist der Vater aller Dinge. Die griechische Kultur, ein Grundpfeiler der nnserigeu, zeigt sich als unmittelbare Folge der Perserkriege. Auch des jüdischen Volkes Kultur ging allmählich aus kriegerischen Ereignissen hervor. Daß die Semiten mutige und tüchtige Krieger waren, bestätigt die Geschichte vollauf; es sei nur an Hannibal und den Verzweiflungskampf der jüdischen Minderheit gegen die Uebermacht des weltbeherrschenden Roms erinnert. Wertvolle Ausschlüsse über die jüdische Kriegsführung haben die Ausgrabungen der letzten Jahrzehnte geliefert. Trotz der vielen Kriege mit, Aegypten hat dessen Kultur nur geringen Einfluß auf die israelitische gehabt. Die Aeghpter wollten in ihrer Isolierung bleiben und nicht kolonisieren. Vor dem Krieg gaben die beteiligten Staaten ihre Gründe durch kein „Weißbuch" bekannt. Das stehende Heer kann mehr als königliche Leibwache gelten. Uniformen hatten die Krieger nicht; sie trugen die Alltagskleidung. Jeder gebrauchte seine eigenen Waffen. Wohl kaum unterschieden sich die Offiziere merklich von den Mannschaften, außer wohl, daß sie ans Mauleseln ritten. Pferde waren bei den Israeliten für den Krieg noch unter David ungebräuchlich; erst Salomo führte sie ein. Vor dem Krieg fand ein Opfer statt. Ehe die Schlacht ausbrach, suchten die Kämpfenden sich durch bittere Worte einzuschüchtern und, lvenn dies nicht half, in Wut zn bringen. Auch Spionage kannte man (die Kundschafter des Josna). Ein überaus festes Mauerwerk zeigten die Mauern von Jericho. Gut verstand'man, die schwer einzunehmenden jüdischen Festungen mit Wasser und Lebensmitteln zu versehen. Die Städte dagegen waren nur von kleinem Umfang, hatten enge Straßen und keine freien Plätze. Gering kann nur die Zahl der Kriegführenden gewesen sein: so spricht eine ägyptische Inschrift von 300 Kriegsgefangenen, ähnliche 'Zahlen über Heereszahl und Verluste findet mau bei Josna, Gideon, David. Unerheblich war auch die Anzahl der von Nebnkadnezar nach Babylon übersührten bewaffneten Israeliten. Zahlen entscheiden nicht immer im Krieg. Seine ersten entscheidenden Siege erfocht Mohammed mit etwas über 300 Mann. Verköstigung brachte sich jeder Streiter mit, im übrigen ging es nach Wallensteins Rezept: der Krieg inuß den Krieg ernähren. Die biblische Literatur ist vielfach ein Erzeugnis des Krieges. Altan denke nur an das in der Bibel erwähnte, aber verloren gegangene „Buch der Kriege Gottes", au -das Lied der Deborah, das Lied Mosis am Roten- Meer. Die Psalmen waren mehr Kriegsgebete. Mit welcher dramatischen Wucht hat Jesaias das Nahen des Feindes geschildert. Wird in irgendeiner Literatur die Schilderung des Schlachtrosses bei Hiob nbertr offen? Bei den Inden beeinflußte auch der Krieg die Geschichtsschreibung, noch mehr bei den Nachbarvölkern. Die jüdische Kriegsführung zeigte wenig Grausamkeiten und erst recht nicht die wollüstigen Greuel wie im 30jährigen Krieg. Nicht wie heute wnrdeu Fruchtbäume vernichtet. Allmählich wurde ans dem parteiischen Gott des Krieges der Gott der Gerechtigkeit. Bon den Propheten au beginnt der kriegerische Sinn Israels zn schwinden. Nur dann ist der Krieg eine Notwendigkeit, wenn die Ideale der Menschenknltiir sehr gefährdet sind; dann ist der Krieg eine Notwendigkeit, dann ergriffen selbst Gesetzeslehrer, wir Atiba, das Schwert. Wie erinnert unser Krieg - der einer Minderheit gegen eine Welt von Feinden an die ANatkabäerkümPse. Hier wie dort die Söhne des Vaterlandes gegen Söldner und Tyrannenknechte. Wer aber für eine hohe Idee kämpft, wird siegen. Die interessanten und lehrreichen Ausführungen fanden wohlverdienten Beifall. Berlin, 15. Dezember. Das Eiserne Kreuz erhielten: Rechtsanwalt Dr. Hugo Bamberg unter Beförderung zum Rittmeister; Stabsarzt Tr. Otto E l k a n; Vizewachtmeister d. R. Siegmnnd Hirsch, Betriebsdirektor der Hirsch Kupfer- und Messingwerke At't.-Ges., Berlin-Eberswalde, Sohn des Repräsentanten der jüdischen Gemeinde zn Berlin, Herrn A r o n H i r s ch; Unteroffizier d. L. Mar Dienstag, Inhaber der gleichnamigen Konsettionsfirma in Berlin; Stabsarzt d. R. Dr. Theodor Rachwalsty: Gefreiter d. L. Max Sternberg; Oberarzt Dr. Georg Wolfsohn, Assistent am jüdisehen Krankenhaus; DiPl.-Jng. Patentanwalt Herbert W e r t h e i m e r; Landwehrmann Willy L e v y, Mitinhaber der Firma Otto Levy; Stabsarzt d. R. Dr. L. L a n d s b e r g : Unteroffizier eand. jnr. Hermann Ber g m a n n; Musketier Georg Körytowski; Stabs- und Ehefarzt eines Feldlazaretts Professor Dr. Edmund Meyer, Privatdozent an der Universität Berlin; Stabsarzt d. R. Dr. Peltesohn; Osfizierstetlvertreter eand. jnr. Rudolf Be r ge m a n n; Leutnant d. R. Ludwig R eiche n h a i in; Schwiegersohn des Kommerzienrats Max Steinthal; Kriegsfreiwilliger Kaufmann Walter W a eh s in a n u> Oberarzt d. R. Dr. Fritz Zuckeriii a it it; Wehrmann Georg L e i b h o l z; Student Otto Al p P e l; Assistenzarzt d. R. Dr. Hans Schwerin, Nesse des Geheimrats Dr. Schwerin: Unteroffizier d. R. Siegmund Soländer; Bizefeldwebel d. R. Wilhelm Laboschiner; Kriegsfreiwilliger Diplomingenieur Heinz L-achmann; Oberarzt und Bataillonsarzt Dr. Paul Kuktner; Stabsarzt Dr. Berthold Lev in; Unterarzt Tr. Walter W o l f f e n st e i n; Feldnnterarzt Max S o h rauer; Gefreiter d. L. Wilhelm S o m m e r f e l d - Groß-Berlin. Dem Oberstabsarzt und beratenden Armeehygieniker, Geheimrat A. v. W a s s e rmann, Direktor des Kaiser-Wilhelin-Jnstituts für experimentelle Therapie in Berlin-Dahlem, wurde ans dem östlichen Kriegsschauplatz das Eiserne Kreuz verliehen. Der Familie des am ll. Oktober in Nordfrankreich gefallenen Bizewachtmeisters d. R. beim Gardekürassierr eg i ment, Willy Loewy, wurde das dem Gefallenen nach seinem Tode verliehene Eiserne Kreuz nachträglich übersandt. Das Eiserne Kreuz erhielten ferner: Kriegsfreiwilliger Sieginnnd M n n n h e -i m - Posen; Kriegsfreiloilliger Alex Ehrlich ans Rogasen, ältester Sohn des verstorbenen Buchhändlers Leopold Ehrlich

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