Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 79 (1915)
- Issue
- Heft 50 (10.12.1915)
- Date
- 1915-12-10
- Page
- Seite 2 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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2 beide bei dem Generalgouvernement Brüssel; Vizeseldwebel Louis Weinbe r g; Bankbeamter Kanonier Georg Süßkind; Feldarzt Tr. Hugo Schwab ach; Unteroffizier Alfred Ehrlich; Unteroffizier Erich Lazarus; Regimentsarzt Tr. Hans E l s n e r; Feldarzt Tr. ured. Georg S e e g a l l; Ersatzreservist Alfred Schäfer; Assistenzarzt Tr. Heinrich Meyer; Unteroffizier Max Mohr; Einj. Kriegsfreiw. Unteroffizier Alfred R o s e u d o r f - Groß-Berlin. Tie gleiche Auszeichnung erhielten: Assistenzarzt Tr. med. Bruno P e i s e r - Pleschen; Unterarzt Martin A r o nheim - Stettin; Unterarzt Max I e r n ch e m - Lobfens; Bizewachtineister Georg T u ch l e r- Stolp i. P.: Bizelvachtmeister Kurt L o e w e - Breslau; Obergefreiter Hermann Wolfs- Oppeln; Unteroffizier Julius H e ch t - Herford in Westfalen: Reservist Julius O p p e n h e i m e r - Elberfeld; Gardefüsilier Adolf Al eh er-Köln; Vizewachtmeister Gerichtsassessor T r. Hugo H e i n e b e r g - Düsseldorf: Reservist Bernhard B e n j a - min-Bonn a. Rh.; Wachtmeister Ednmnd S i rn o n - Bingen a. Ith.: Gefreiter Julius T e s s a u e r - Bielefeld; Vizeseldwebel Manfred S ta h l b e r g- Gießen: Kriegsfreiwilliger Gefreiter Julius David, Vizewachtmeister Benno Reif e n b e r g , Unteroffizier Paul R eis - Frankfurt a. M.: Offizierstellvertreter Carl Lazarus-Trier; Unteroffizier Albert S ch e u e r - Atonsheim (Kreis Worms); Ersatzreservist Heinrich R o t h s ch i l d - Pirmasens; Vizewachtmeister Franz G u t m a n M ünchen: Unteroffizier Adolf M eher- Uchte (Hannover); Sanitätsunterosfizier cand. med. Alfred G o t t sch a l k - Aachen: Bizeweldwebel Josef Sender-Wiesbaden; Unteroffizier Heinrich A b r a h a m - München-Gladbach; Kriegsfreiwilliger Walter I n ck e r nt a n n , Sohn des Justizrats Zuckermann, Forst (Lausitz), unter gleichzeitiger Beförderung znm Unteroffizier. <ZS*> Berlin, 7. Dezember. Ein kostbares Werk, das die Bildnisse aller bisherigen und noch hinzntretenden Inhaber des Eisernen Kreuzes vereinigen wird, befindet sich in Vorbereitung. Es betitelt sich: „T i e H e l d e n d e s E i s e r n e n K r e ü Z e s" und ist in völlig selbständige Bände eingekeilt, die in sich abgeschlossen und einzeln käuflich sind. Angesehene Schriftsteller und militärische Fachmänner schildern in spannenden Aufsätzen den gigantischen Weltkrieg, unsere ersten Künstler werden in zahlreichen farbigen Kunstblättern die Stätten Heister siegreicher Kämpfe zeigen. Dem überaus reichen Inhalt jedes dieser ein Regiment umfassenden Bücher schließt sich die mit zahlreichen Bildern geschmückte Geschichte des Regiments an und als eine Ehrung für die Dekorierten in künstlerischen Umrahmungen deren Bildnisse, ergänzt durch kurze Angaben über die Umstände, die zur Verleihung des Eisernen Kreuzes geführt haben. Tie Veröffentlichung der Bilder erfolgt, wie besonders vermerkt ist, völlig kostenlos. Herausgeber des monumentalen Werkes, das im Eckart- Berlag, Berlin SYVT 68, erscheint, ist Rudolf Presber. W. Posen, 3. Dezember. Tie Posener Aerztewelt hat einen schmerzlichen Verlust erlitten. Nach kurzem Leiden ist der seit Jahren hier ansässige Arzt für innere Krankheiten, Professor Dr. Ko rach, im Alter von 02 Jahren verschieden. Der Entschlafene war ein Sohn unserer Provinzialhauptstadt und am 27. Februar 1854 hier geboren. Er galt als hervorragender Arzt und als glänzender Diagnostiker. Deshalb wurde er zum 1. Januar 1908 als Nachfolger des Geheimrats Dr. Pauly znm dirigierenden Arzt für innere Krankheiten an unser Stadtkrankenhaus berufen und hat hier, wie auch sonst in seiner Eigenschaft als Arzt, vielen seinen ärztlichen Rat und seine Hilfe zuteil werden lassen. Während des Krieges war er Chefarzt des Festnngslazaretts in der Ansiedlungskommission, bis eigene Erkrankung ihn zwang, diese Stellung vor einigen Wochen nufzngeben. Bon Kriegsbeginn an hat dieser vortreffliche Mann voll Begeisterung für sein Vaterland fein reiches ärztliches Wissen und Können als beratender Facharzt in den Dienst der Heimatslazarette des Korpsbezirks gestellt und, streng in seinen Anforderungen gegen sich selbst wie gegen andere, in nie versagender vorbildlicher Weise seine Pflicht erfüllt. Für seine unseren erkrankten Kriegern gewidmete Tätigkeit wurde er in diesen Tagen durch die Verleihung des Eisernen Kreuzes zweiter Klasse ausgezeichnet; es war der letzte Sonnenstrahl auf feinem schmerzvollen Krankenlager. Ans seiner Ehe entstammt ein Sohn. Professor Dr. Korach praktizierte zuerst in Reisen bei Lissa i. P. und ließ sich anfangs der 80er Jahre in seiner Vaterstadt als Arzt nieder. Weite Kreise Posens belranern mit seinen Bernssgenossen das vorzeitige Ableben des hochgeschätzten verdienstvollen Mannes. Die städtische Verwaltung verliert in dem Verewigten einen geschützten, reich begabten und treuen Beamten, dessen segensreiches Wirken ihm ein bleibendes, ehrenvolles Gedenken sichert. <tn> Watet, 3. Dezember. Infolge der Einführung der fleisch- (ofei: Tage sollte hier der Wochenmarkt von Freitag auf Sonnabend verlegt werden, was natürlich für die jüdischen Geschäftsleute, die ihre Geschäfte am Sabbat geschlossen halten, in dem ohnehin schweren wirtschaftlichen Kampfe der Zeit geradezu ruinös gewesen wäre. Ten eifrigen Bemühungen des Herrn Gemeindevorstehers und Magistratsmitgliedes Jtzig und des Herrn B aer ist es nun glücklicherweise gelungen, die Gefahr abzuwenden und durch ihre überzeugenden Darlegungen zu erreichen, daß die Wochenmarkttage auf Montag und Donnerstag gelegt wurden. 2/D Breslau, 5. Dezember. Am Sonnabend, den 4. d. M., veranstaltete im Anschluß an den Garnisongottesdienst die Lessing- L o g e durch ihren Kriegshilfsausschuß ein Chanuka- (Tempelweihe) Fest, bei dem sie etwa 360 jüdische Soldaten chiesiger Garnison und zirka 60 Ehrengäste bewirtete. Tie Feier wurde eingeleitet durch Gesang des gegenwärtig ebenfalls im Heeresdienst befindlichen Oberkantvrs Weiß und eine zündende, in einem Kaiserhoch ausklingende Rede des Waisenhausdirektors Fabian, Garnisonrabbiners und gegenwärtigen Präsidenten der Lessing-Loge. Herr Arthur F i s ch l e r begrüßte als Vizepräsident die Gäste, Herr Rabbiner Dr. Rosent h a l speziell die Soldaten. Als Vorsteher der Jüdischen Gemeinde widmete Herr Handelsrichter Mugdan den Bestrebungen der Lessing- Loge dankbare Worte; Herr Tr. Josef Schlesinger sprach im Narnen der Toynbeehalle, und aller Herzen entzündete durch seine wirkungsvolle Ansprache Herr Armeerabbiner Dr. S. Levi, welcher sich vorübergehend hier aushielt. Beim reichlichen Mahl bedienten die Damen der Loge, und nach Tisch hielten allerlei künstlerische Genüsse die Gäste noch bis gegen Mitternacht zusammen. Das frohe Fest wird aller: Teilnehmern sicherlich stets in angenehmer Erinnerung bleiben. 22 Kottbus, 3. Dezember. Am 29. v. Mts. wurde hier unter Teilnahme des Magistrats und des Stadtverordnetenkollegiums Bankier Wolfs L ö w e n st e i n zu Grabe getragen. Der Verstorbene hatte seine reiche Erfahrung und bewundernswerte Arbeitskraft in den Dienst der Shnagogengemeinde, der Stadt und gemeinnütziger und politischer Vereine gestellt. 34 Jahre, davon fast 25 als Vorsitzender des Vorstandes, war er im Ehrendienst der Gemeinde segensreich tätig; er war 12 Jahre Stadtverordneter und führte den Vorsitz in der hiesigen Allgemeinen Ortskrankenkasse. Sehr zahlreich sind die Vereine, denen er nützte durch seine Zugehörigkeit zu ihrem Verwaltungskörper. Der plötzliche Heimgang des hochangesehenen Mannes erweckt allgemeine Teilnahme, die in den zahlreichen Nachrufen in hiesigen Zeitungen zun: Ausdruck kommt. Die Beerdigung fand statt vom Gotteshause, das seinem wirkungsvollen Eifer seine Erstehung verdankt. Der Gemeinderabbiner Herr Dr. Posner gab eine ausführliche Würdigung des Heimgegangenen, dessen Andenken in unserer Gemeinde als ein gesegnetes sortleben wird. Plauen, 3. Dezember. Die Ausschreitungen, die am zweiten Mobilmachungstage in Plauen i. V. stattgefunden haben, fanden an: 5. v. M. vor den: Königlichen Schöffengericht t-eifiueife ihre Sühne. Die Anklage wegen gemeinschaftlichen Hausfriedensbruchs und Körperverletzung richtete sich gegen sechs Angeklagte. Gegen vier Angeklagte mußte das Verfahren eingestellt werden, weil sich dieselben im Felde befinden. Zwei der Angeklagten, der Fischhändler Puffe und Sattlerlehrling Heinicke, hatten sich wegen Vergehens des gemeinschaftlichen Hausfriedensbruchs und der Körperverletzung zu verantworten. Wie der Anklage zu entnehmen ist, rottete sich am zweiten Mobilmachungstage eine zu Hunderten zählende Menschenmenge zusammen, die johlend und hurrarufend durch die Straßen Plauens zog und besonders Juden belästigte, beschimpfte und bedrohte. Es wurden auch hier alle bekannten deutschen Juden der Anfertigung von Bomben und der Spionage bezichtigt and arg bedroht. Besonders arg wurde dem Trödler Gerson Goldmann in der Forststraße mitgespielt. Sein Laden wurde bnchstäb-. lich gestürmt und der Eigentümer schwer mißhandelt. Goldmann lag lange Zeit im Krankenhaus und ist noch heute sehr leidend. Der Angeklagte Fischhändler Puffe wurde mit 50 Mark und der Sattlerlehrling Heinicke mit 20 Mark Geldstrafe wegen gemeinschaftlichen