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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1915-11-19 · Heft 47 (19.11.1915) · p. Seite 2

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
79 (1915)
Issue
Heft 47 (19.11.1915)
Date
1915-11-19
Page
Seite 2 (sequence 14)
Language
German
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am Jom-Kippur in einer Synagoge in Whitechapel erschienen sei und eine Ansprache an die Versammelten hielt. Ter Lord-Mayor erklärte, das; er über die schreckliche Lage der Inden in Rußland genau informiert sei, und sprach die Bereitwilligkeit aus, die Bemühungen wegen Beschaffung eines Hilfsfonds für die russischen Juden mit aller ihm zu Gebote stehenden Macht zu jördern. — Wichtiger wäre es allerdings gewesen, wenn der Lord-Mayor von London erklärt hätte, seine sicherlich nicht geringe Macht dafür zu verwenden, daß die russischen (Greuel gegen die Juden ein Ende nehmen, daß ihnen endlich die Bleu scheu rechte zngesichert io erden, dann wäre die Beschaffung eines -£>i lfssonds üb er fl ü s sig. Berlin, 16. November. Tas Eiserne Kreuz zweiter Klasse erhielten: Gefreiter Willi Jacobus; Meldereiter Julius Fuchs; Kriegsfreiwilliger stud. med. Tr. Adolf Tanziger; Assistenzarzt T r. C urt Friede m a n n; Regimentsarzt Tr. Hans Eisner; Unteroffizier Martin I a c o b o w i 1;; Kriegsfreiwilliger Gefreiter K urt S e l i g m a n n : Unteroffizier Erwin K noPs m a ch e r; Kammergerichtsreferendar Georg Tod m a n n; Sanitätsunterofsizier Mar K a m i n ski : Ossizierstellvertreter Rechtsanwalt Tr. Eduard F r ä u fei; Kriegsfreiwilliger Eduard Selig; Offizierstellvertreter Ingenieur W. A. Berg m n n n; Bizewachtmeister Alfred C o hu: Abteilungsarzt Tr. Mar E ohn re ich; Assistenzarzt Bernard l e r ander: Gefreiter Mar K o p p e l; Gefreiter Felir B e h r e n d t: Gefreiter Julius F u ch s : Feldunterarzt Willi Rosenzweig, Sohn des Rabbiners Tr. Rosenzweig; Sanitätsunteroffizier Alfred Haber, Groß-Berlin. Tie gleiche Auszeichnuiu] erhielten: Unteroffizier d. R. Wilhelm Jacobsohn, Mittweida: Unteroffizier Hugo bohn, Guben: die Unteroffiziere Erich und Hugo Friedländer, Sohne des Herrn Mar Friedländer, Königsberg i. Pr.: Sanitätsunteroffizier Glasermeister Julius S i m o n , Briefen (Weskpr.): Batteriearzt Martin M a n nh e i in , Sorau lN'.-L.): Trainfahrer Fritz K a n u , Tuisburg; lluterofsizier "Moritz H o l st ein, Barmen: Vizefeldwebel Artur S o l - m a g u e , Tortmund: Feldwebel Mar B e n d i x, Tülmen; Bizen>achtmeister Karl O p p e n h e i m e r und Gefreiter Franz H a l l o , Kassel: Gefreiter Moses Loeb, Frankfurt a. M.; Gefreiter Willy W e i u b e r g , Worms: Reservist Moritz T a v i d , Wesel a. Rh.; Hauptmann Bernhard Falk, Rechtsanwalt und Stadtverordneter in Köln: Gefreiter Otto Löw, Karlsruhe i. B.: Unteroffizier Tiplomingenieur Tr. Paul R o s i n , Sohn des Geheimrats Professor Tr. Heinrich Rosin, Freiburg i.Br.: Vizefeldwebel Turins S tra u ß, Hanau: Stabsarzt Tr. Albert Goldberg, Bad Neuenahr; Kriegsfreiwilliger Herbert Abraham, Biesenthal: Oberapotheker Simon M arcns, Posen; Kriegsfreiwilliger Gefreiter Karl Block, Marbnrg: Assistenzarzt Tr. Kurt Pol lack, Breslau: Sanitätsunteroffizier cand. med. Alfred Gott sch alt, Sohn des Herrn Ben. Gvttü'halk, Aachen: Ulan Raphael Landmaun, Schrimm; Reservist Mar Goliner, Posen. 2/D Berlin, 16. November. Im I ü d i s ch - l i b e r a l e n Jugendverein finden in den nächsten Wochen folgende Veranstaltungen statt, zu denen auch Nichtmitgliedern als Gästen gern Antritt gewährt wird: l. Kurs des Herrn Lehrer H i r s ch fe l d : „Ter historische Gehalt der Bibel": zunächst am 25. d. M., abends 8X> Uhr, in der Konditorei Presse, Altvnaer Straße 34, nahe Bahnhof Bellevue. 2. Bortrag des Herrn Justizrats Breslauer: „Tie jüdischen Richtungen während des Burgfriedens und nachher", am 6. Tezember, 9 Uhr, ebendort. 3. Am 12. Tezember, vormittags, Führung durch das „Jüdische Blindenheim". Näheres in der Woche vorher im Bureau, Matterstraße 22, zu erfragen. -- Insterburg, 12. November. Eine schlichte Feier vollzog sich am l. November m der hiesigen Synagoge. Es galt, des fünfzigjährigen Bestehens dieses Gotteshauses, dem Charakter der Zeit entsprechend, würdig und ernst zu gedenken. Es versammelten sich in der Synagoge die Angehörigen der Kreissynagogengemeinde Insterburg sowie eine Anzahl von Festteilnehmern. Unter den letzteren sind zu nennen die Spitzen der Militärbehörden. Generalmajor B a r r e und Major v. I a r o tz k i als derzeitiger Garnisonkommandant sowie Vertretungen der staatlichen und städtischen Behörden, unter anderen Bürgermeister Zitzlaff, Stadtverordnetenvorsteher A n b u h l und Landrat O v e r iv e g. Tas kleine, aber geschmackvolle Gebäude hatte zur Feier des Tages reichen Schmuck angelegt. Tie Festpredigt hielt Herr Rabbiner Tr. Bogelstei n aus Königsberg, in der er auf unsere Zeit hinwies und die Geschichte der jüdischen Gemeinde Insterburg schilderte. An die wirkungsvolle Predigt schloß sich der von Lehrer Jungmann schön vorgetragene Königspsalm an. Mit dein Gebet für Kaiser und Reich und einem Schlußgesang klang der würdige Gedächtnisakt aus. ° W. Posen, 12. November. In der Sitzung der Historischen Gesellschaft hielt Herr Professor Tr. Grotte einen Vortrag über Holzsynagogen des östlichen Kriegsschauplatzes und die Synagoge Kurnik in unserer Provinz. Aus den mehrfachen Beschreibungen von Zerstörten oder beschädigten Ortschaften des östlichen Kriegsschauplatzes hat man wiederholt von den eigenartigen Holzsynagogen Polens vernommen. Diese stellen einen merkwürdigen Typus der charakteristischen Holzbaukunst Polens dar, der in der Literatur bisher nur wenig und unvollkommen behandelt wurde. Erst neuere Forschungen haben auf diese eigenartige, selbständige Kunstübung der nach außen jahrhundertelang abgeschlossenen Ghettogemeinden hingewiesen. Als interessanter Ausläufer dieser Holzkunst auf deutschem Gebiete ist die Synagoge des nahen Kurnik anzusehen. Sie bietet dem Historiker sowie dem Kunstgelehrten viel Neues und Interessantes. Ter Vortragende führte 25 Lichtbilder vor. HL Janotvitz, 12. November. Nach langem, mit Geduld ertragenem Leiden entschlief das Magistratsmitglied Herr Ziegeleibesitzer Joseph Nt a n n h cime r. Der Verblichene hat seit dem 24. Februar 1883 als Stadtverordneter, später als Magistratsschösfe und seit dem 1. Juli 1907 als Beigeordneter an der Entwicklung hiesiger Stadt mitgearbeitet und allzeit seine reichen Erfahrungen hingebungsvoll in den Dienst der Stadtverwaltung gestellt. Auch die Synagogengemeinde betrauert tief seinen Heimgang, da er viele Ehrenämter mit seltener Gewissenhaftigkeit verwaltete und den Bedürftigen ein stets bereiter Helfer gewesen. Ueber 30 Jahre hat er dem Repräsentantenkollegium angehört und in jeder Weisemit Pflichttreue und seltener Gewissenhaftigkeit seine Obliegenheiten^ erfüllt. HL Wronke, 12. November. Nach kurzem Krankenlager verschied im Alter von 73 Jahren der Rentier Herr Marcus H a i m. Ter Heimgegangene gehörte dem Kollegium des jüdischen Krankenpflege- und Be erdiguugsvereius länger als 40 Jahre als tätiges Mitglied au und konnte auf eine segensreiche Wirksamkeit im Verein zurückblicken. Sein biederer Charakter, seine Rechtschaffenheit und sein stets bewährter Edelsinn sichern ihm bei allen ein bleibendes Andenken. Herr Gemeinderäbbiner Tr. W re schne r aus Samter hielt die Leichenrede. -9IE- Breslau, 12. November. Ter Mädchenklub des jüdischen Frauenbundes hat auch in dem verflossenen Jahre eine fernere gedeihliche Entwicklung zu verzeichnen. Er bot seinen Mitgliedern im ersten Kriegswinter einen freundlichen Aufenthalt, Unterhaltung und Belehrung. Im Interesse der zahlreichen Stellungslosen war der Klub am Anfang des Winters nachmittags geöffnet, als jedoch bald fast alle Mitglieder Stellung gesunden hatten, konnte man zu den Abendzeiten zurückkehren. Bis zum 1. April erhielten die Mitglieder ein unentgeltliches Abendbrot. Vom 1. April an wurde auf Antrag einiger Klubmitglieder das Abendbrot mit 10 Pfennig bezahlt. Tie Mehrkosten wurden von einer Kleidersammelstelle gedeckt, die die Jugendgruppe des Jüdischen Frauenbundes zugunsten des Mädchenklubs eingerichtet hatte. Der Besuch des Klubs ist gegen das Vorjahr etwas gestiegen: 4645 gegen 4029 im Vorjahr. Tie Mitgliederzahl beträgt durchschnittlich 54. Am 1. April bezog der Klub seine neuen Räume Agnesstraße 7, parterre. Sie sind freundlich und hell und haben in erster Reihe den Vorzug, daß ein schattiger Garten dazu gehört, der im Sommer sehr eifrig benutzt wurde. Die Kosten des Umzuges wurden aus Geschenken von Gönnern bestritten. Größere Zuwendungen gewährten: die Ortsgruppe Breslau des Jüdischen Frauenbundes, die Synagogengemeinde aus der Oppenheim-Stiftung Herr Tr. Paul Schottländer aus der Schottlünder-Stiftung, die erste Brüdergesellschast und der Magistrat aus dem Ertrage des Volks kindertages. Frau Hedwig Engel überwies aus dem Nachlaß des Herrn Tr. Engel Möbel. Die Bibliothek ist durch gütige Spenden von 230 auf 650 Bände gewachsen. Ter Vorstand der Synagogen gemeinde spendete 25 Tempelkarten für die Klubmitglieder und erwies wiederholt wohlwollendes Entgegenkommen. Auch im vergangene! Jahre haben sich zahlreiche jüngere und ältere Damen wie auch Her Tr. Ludwig Cohn in dankenswerter Weise der Ausgabe gewidmel die Sonntagnachmittage den Klubmitgliedern durch Vorträge uns musikalische Darbietungen zu verschönen. Das erste Stiftungsfest

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