Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 79 (1915)
- Issue
- Heft 42 (15.10.1915)
- Date
- 1915-10-15
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/3224737-3229177-3229220--71699-3284054- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
79. Jahrgang Nr. 42 Berlin, 15. Oktober 1915 Der Gemeindevote. Beilage zur „Allgemeinen Leitung des JubentumK". korrrlponüen?m und Kschrichttn. SeutlchlanL 22 Berlin, 12. Oktober. Die jüdische Gemeinde zu erlin unterhält seit Beginn des Winterhalbjahres 1910/11 Kurse, irch welche Studierenden Gelegenheit geboten werden soll, sich an i it Neligionsschulen der jüdische rr Gemeinde Zu Berlin praktisch als Religion sieh rer auszubilden. Die Ausbildung dauert ein Jahr. Zur eilnahme an den Kursen werden zugelassen: Studierende der jüdi- (>cn Theologie, welche sich über eine genügende wissenschaftliche Beihigung durch ein entsprechendes Zeugnis der von 'ihnen besuchten ildungsanstalt ausweisen können, sowie solche bei der philosophischen akultüt der hiesigen Universität rite immatrikulierten Studenten, elche die Religionslehrerprüsung vor der zu diesem Zweck von der idischen Gemeinde eingesetzten Kommission abgelegt haben. Viellingen zur Teilnahme sind an den Schul- und Talmud-Thora-Voruind der jüdischen Gemeinde zu richten. Der Meldung ist der Nachweis eines Studiums von vier Semestern sowie das Zeugnis über die ('isseuschaftliche Befähigung des Kandidaten beizufügen. lieber alles weitere gibt auf Befragen der Schul- und Talmud-Thora-Vorstand «uskunft. Studierende werden nunmehr als Lehrkräfte an den Reliionsschuleu der jüdischen Gemeinde zu Berlin und den von der Getcinbe subventionierten Religionsschulen nur zugelassen sowie für :ii jüdischen Religionsunterricht an Profanschulen nur vorgeschlagen, >enu sie die Seminarkurse an den Gemeindereligionsschulen mit Er- 'la besucht haben. Berlin, 12. Oktober. Von der Freien Vereinigung für :e Interessen des orthodoxen Judentums erhalten wir mit der 'itte um Veröffentlichung folgende beachtenswerte Zuschrift: Durch ine Verfügung des Kriegsministeriums vom 3. Oktober 1913 "urden seinerzeit die Truppenkommandeure ermächtigt, einzelne .'eute, die unter Berufung auf die Religionsgesetze sich selbst zu veröstigen tvünscheu, von der Teilnahme an den gemeinschaftlichen 5peifoeinrichtungen zu entbinden. Wie wir erfahren, ist nunmehr urch eine neuerliche Verfügung vom 23. August d. I. (Nr. 522) estge stellt worden, daßdiese Bestimmung auch für die Dauer er Kriegszeit gilt. Mannschaften, die sich hiernach selbst erköstigen, haben Anspruch auf Auszahlung einer Geldi b f i n d u n g gemäß. § 28 2b der Kriegsverpffegungsvorschrist 'zw. auf den erhöhten Satz gemäß Verordnung, vom 5. Sepember 1914 (Nr. 829). Für die Erhaltung des religiösen Pslichtefühls unter den jüdischen Mannschaften und zur Vermeidung arten Gewissenszwanges ist es von größter Bedeutung, daß diese wohlwollenden Anordnungen des Kriegsministeriums in der Praxis iberall Verwirklichung finden, wozu die Herren Rabbiner, Lehrer ind Gemeindevorstände als natürliche Berater der jüdischen Mannchaften gewiß gern beitragen werden. W. Berlin, 12. Oktober. Der ehemalige Hörer der Lehranstalt ür die Wissenschaft des Judentums, Herr Rabbiner Tr. Julius ' ohn, der auch in vielen Kreisen des Berliner Publikums durch läufiges Predigen in den Orgelsynagogen der hiesigen Gemeinde wohl bekannt ist, wurde zum Großherzoglichen Landesrabbiner des Fürstentums Birkenseld gewählt. — Zu einer kleinen-, aber erhobenen Abschiedsfeier gestaltete sich das Beisammensein mehrerer Geaeindemitglieder in der Laubhütte nach dom Gottesdienst am. Schlußest in der Synagoge Münchener Straße. Ein angesehenes Mitglied er Gemeinde, Herr Chaim, sowie der erste Vorsteher, Herr Schweriner, nahmen Anlaß, dem Herrn Rabbiner Dr. Julius ohn, der mehrere Monate in Vertretung des als Feldrabbiner ntigen Herrn Dr. Levy das Predigtamt versehen hatte und nunl'.ehr als Landesrabbiner nach Birkenfeld übersiedelt, in warmen Sorten ihre Anerkennung auszusprechen für seine erfolgreiche Mrksamkeit, durch die er sich den Dank der ganzen Gemeinde verdenk habe. Herr Dr. Cohn dankte in bewegten Worten für diese pontane Ehrung. Berlin, 12. Oktober. Das Eiserne Kreuz zweiter Klasse rhielten: Ofsizierstellvertreter Willy K o n i g s b e r g e r, Gefreiter ^er Reserve Eduard Lesse r, Sanitätsunterosfizier Ludwig K n t t n e r, Unteroffizier Benno K a m n i tz e r , Vizewachtmeister Kurt Prag e r , Unteroffizier Georg F ü r stenberg, Offizierstellvertreter Dr. jur. Friedrich Salomon, Stud. jur. Kriegsfreiwilliger Unteroffizier William Sacher, Sohn des Hauptkantors der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, Einjährig-Kriegsfreiwilliger Gefreiter Walter Brünn, Vizewachtmeister Alfred Basch, Einjahrig-Kriegsfreiwilliger Hans L a u s f e r , Kriegsfreiwilliger Gefreiter Kammergerichtsreferendar Kurt I a c o b y , Unteroffizier Alfred Behrendt, Frauenarzt Dr. L. Herz, Leutnant d. L. Rechtsanwalt Dr. Martin Katzenstein, Ofsizierstellvertreter Assessor Dr. Julius S e l i g s o h n, Feldunterarzt Kurt W o l f f, Offizierstellvertreter Walter Klein, Offizierstellvertreter Fabrikbesitzer Franz Weiß, der zweite Sohn des Herrn Max Weiß, Kurfürstendamm 241, Oberarzt d. R. Dr. Arthur Münzer, der zugleich mit dem österreichischen goldenen Verdienstkreuz mit der Krone am Bande ausgezeichnet wurde, Sanitätsunterosfizier Fritz Peifer, Vizewachtmeister Richard Bend ix, Unteroffizier Georg M a r c u s , Vizefeldwebel Arthur S ch o l e m , Feldtvebel Robert N o s s i g, Vizewachtmeister Berthold S chrei b e r , Rechtsanwalt Kriegsgerichtsrat Fritz G r ü n s p a ch, Vizefeldwebel Bankier August I. Meyer, Einjährig-Kriegsfreiwilliger Gefreiter Kurt W insberg, Assistenzarzt Dr. Arthur Neuberg, Karl Rothschild, Oberleutnant in einem Landwehrinfanterieregiment Albert K a tz , Vizefeldwebel Paul Frankel- Gr.-Berlin. Die gleiche Auszeichnung erhielten: Regierungsbaurat Franz Berg m a n n - Kvnigsberg i. Pr., Infanterist Hugo Aronsohn, Gnttstadt in Ostpreußen, Unteroffizier Max Loewenhardt - Dortmund, Sanitätsunterosfizier L. Fritz Berg- Gelsenkirchen, Kriegsfreiwilliger Gefreiter Berthold Herz b e r g - Magdeburg, Gefreiter cand. jur. Paul Wolfen- Nordhausen, Assistenzarzt Dr. Joses Ak arschütz - München, Unteroffizier Heinrich H i r s ch m a n n und Gefreiter Lehrer Max Goldmann - Burgpreppach, Unterarzt Edmund N a t h a n - Zdunh in Posen, Unteroffizier Georg Marc u s - Hohensalza, Sohn des Herrn Nathan Marcus, Hehensalza, Bataillonsarzt Dr. Hermann A ll m a n n - Weißwasfer (O.-S.), Sohn des Kultusbeamten Herrn Altmann in Arnswalde, Sanitätsunterosfizier Dr. Herbert G r ü n b a u ut , Sohn des Herrn Leopold Grünbaum, Eisenach, und dessen Schwiegersohn Stabsarzt Dr. Brock in Gotha, Kriegsfreiwilliger Gefreiter Referendar Dr. Fritz Rosenthal -Köln; Musketier Sally Weil, Offizierstellvertreter Verlagsbuchhändler Dr. Felix K a u s f m a n n , Verpflegungsosfizier Berthold S t r a u ß - Frankfurt a. M., Kriegsfreiwilliger Max Goldbach - Wiesbaden, Zahntechniker Max H o r w i tz - Hamburg. — Leipzig, 8. Oktober. Der Hilfsverein israelitischer Gewerbetreibender zahlte in den Vtcnaten Juni, Juli und August an Kriegsunterstützungen 1158 Mark. an Krankenuuterstützungen 120 Mark, an sonstigen Unterstützungen 290 Mark und an Witwengeldern 600 Mark. Auf fünf Darlehnsgesuche wurden 2 705 Mark gewährt. Die Rückzahlungen der Darlehnsnehmer betrugen 3479,77 Mark. Im ersten Halbjahr 1915 vereinnahmte der Verein 4365 Mark. Die Ausgaben dagegen beliefen sich ans 8079 Mark. Für Kriegsunterstützungen wurden 1800 Mark, für Krankenunterstützungen 1250 Mark, an Jnvalidengeld 450 Mark und an sonstigen Unterstützungen 2000 Mark ausgezahlt. Tie Darlehnskasse gewährte aus 14 Darlehen 6530 Mark und vereinnahmte an Rückzahlungen 10 400 Mark. Die allgemeine Ausschließung der Kinder feindlicher Ausländer von den sächsischen höheren Lehranstalten hat auf Ansuchen eine Aenderung dahingehend erfahren, daß diese Maßregel auf die russische jüdischen Kinder allgemein nicht inehr angewendet wird. J. A. Nürnberg, 8. Oktober. Das Eiferne Kreuz erhielten: Vizewachtmeister im 3. bayerischen Trainbataillon Fritz Ehrmann, Sohn des Spezralarztes Dr. Ehrmann; Staatsanwalt Dr. Karl Rosenwald, Artilleriehauptmann d. L., zurzeit beim stellvertretenden Generalkommando des- 3. Armeekorps; praktischer Arzt. Dr. Gustav Wolf; praktischer Arzt Dr. Gustav Mohr, Stabsarzt d. L. — Den bayerischen Militär-