Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 79 (1915)
- Issue
- Heft 37 (8.9.1915)
- Date
- 1915-09-08
- Page
- Seite 2 (sequence 14)
- Language
- German
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2 Unteroffizier Arthur Friedländer, Sohn des Be- I amten der jüdischen Gemeinde: Bizewachtmeister Paul Berlin;! Sanitälsrat Tr. Julius Rau: Oberarzt Tr. Willi Katz; praktischer Arzt Tr. Arnswalder; Bataillonsarzt Tr. Danziger: Unteroffizier Atartin Bieber; Unteroffizier Herbert F r e u n d: Bizefeldwebel Rechtsanwalt Paul Brasch; Gefreiter Walter Bloch I; Ingenieur Tr. Walter Koßmann; Unteroffizier Felix Frank; Rechtsanwalt Tr. Hans G o l d st e i n, Kriegsgerichtsrat beim Stabe einer Infanteriedivision im Osten; Unteroffizier RechtsanwaltTr. Julius Schindler; Sergeant Leo Krotoszhne r; Unteroffizier Sally H e i l b r u n n; Sohn des Mützenfabrikanten Herrn I. Heilbrunn; Osfizierstellvertreter Heinrich Wittenberg; Unteroffizier Ludwig S e l d i s, Sohn des Kaufmanns Herrn Max Seldis; Unteroffizier Heinz Lewy; Bataillonsarzt Dr. B. W i l I; Bizefeldwebel Eberhardt K a r m e i n s ky, zurzeit schwerverwundet, Sohn des Herrn H. Karmeinsky; Unteroffizier Gerichtsreferendar Tr. Erwin Dresdner; Hypothekenmakler Georg S e g a l l - Grosz-Berlin. Tie gleiche Auszeichnung erhielten: Assistenzarzt Tr. Fritz H i r s ch b e r g - Potsdam; Rechtsanwalt' Tr. E 0 h n b erg- Graudenz, Feldgerichtsrat beim Stabe einer Infanteriedivision; Assistenzarzt Tr. Bernhard Rothschild, Sohn des Herrn Tr. med. S. Rothschild-Heidelberg; Hermann Freu denberger, Sohn der Witwe Freudenberger-Göppingen; Bizefelvwebel d. R. Berthold M e n d e l - Schivelbein; Sanitätsoffizier Josef B a e r - Posen; Zahnarzt Fritz Iacobi - Breslau; Oberarzt Dr. E 0 h n - Königsberg i. Pr.; Bntaillonsarzt Tr. W e r t h e i m - Herne: Gefreiter Leo K a r g e r - Ezarnikau; Stabsarzt Tr. Gerhard H a h n, Kriegsfreiwilliger Sanitätsunteroffizier Ernst A l t - m a n n, Landsturmunterossizier Hugo E o h n, Oberapotheker Fritz A s ch k o w i tz, Tr. Walter S t e i n i tz, Grenadier Harry W i e n e r- Breslau: Bizewachtmeister Paul R o f e - Dortmund; Landsturmmann I s e n b e r g - Gießen: Bizewachtmeister Dr. jur. Hans H e \y nt ann - Hamburg; Osfizierstellvertreter Rechtsanwalt I. S a u l - Duisburg; llnterosfizier Fritz R ö t t g e n - Linden (Ruhr): Unteroffizier Leo S e l i a m a n n - Düsseldorf; Veterinär .Hermann S ch m u l - Neumark in Westpreußen: Leo Wert h e i m e r - Bretten: Unteroffizier Heinrich Fonfo-Pyritz; Unterarzt Tr. Friedländer, Unteroffizier B. David, Leutnant Referendar Wougrowitz - Posen; Gefreiter Louis I i"i del - Samotschin; Ersatzreservist Rudolf B e r w i n - Wollstein; Gefreiter Leo B e r n st e i n - Schwetz a. W.; Leutnant Ewald G l a s e r - Zaborze (Kreis Hindenburg); Ofsizierstellvertreter Walter Bl e y e r - Herford; Reservist Arthur A d l e r - Großsachsen; Kriegsfreiwilliger Unteroffizier Ernst Adler, Sohn des Direktors des Philanthropins Herrn Tr. Adler-Frankfurt a. M. YV. Aus der Provinz Posen, 1. September. Das Eiserne Kreuz ziveiter Klasse erhielt: Reservist Erich B o ß im Kaifer-Franz-Garde- Grenadierregimeut Nr. 2, Maschinengewehrkompagnie, Sohn des verstorbenen Kaufmanns Joseph Boß in Posen. — Tr. jur. Bernhard I affe, Leutnant der Reserve des Ulanenregiments Nr. 18, kommandiert als Bataillonsadjutant, hat das Ritterkreuz zweiter Klasse des Königlich Sächsischen Albrechtordens mit Schwertern erhalten. — Ter Unteroffizier Kaufmann Siegfried Mannheim in Hohensalza und Kanonier Mar Abraham aus Fürstenau erhielten das Eiserne Kreuz ziveiter Klasse. — H a y n a u. Bom früheren hiesigen jüdischen Kultusbeamten, Kantor H a l l c r , stehen alle s e ch s S ö h u e im Kriegsdienst. Fünf davon befinden sich bei der Landarmee, während der sechste bei der Kaiserlichen Marine eingestellt ist. — Schrimm. In seiner letzten Sitzung beschloß der Magistrat die endgültige Anstellung des Tierarztes Platschet, bisher Leiter des Schlachthoss, auf Lebenszeit als Schlachthofdirektor. — Die Rote-Kreuz-Medaille dritter Klasse ist dem Herrn Buchhändler Richard Ehrlich in Rogasen und dem Handelsmann Nathan I a c o b in Krotoschin verliehen worden. - - M u r o w a u a - G v s l i n. Das Hauptsestungslazarett Posen hatte seine Genehmigung gegeben, daß in diesen Tagen wieder einige dreißig Verwundete mit ihren Pflegerinnen unserem Städtchen einen Besuch abstatten durften. Bon den einladenden Familien wurden die Verwundeten im Eohnschen Garten begrüßt, ivo bei Speise und Trank, Rede und Gegenrede, Musik und Gesang die festgesetzte Zeit nur allzuschuell dahineilte. — Rogasen. Rach kurzem und schwerem Herzleiden verschied hier Frau Bertha W a ch t, geb. Becker, kurz nach Vollendung ihres 00. Lebensjahres. Ein großer Teil der Gemeinde prwies der Tahingeschiedenen die letzte Ehre. Herr Gemeinderabbiner Tr. Dünner hielt mit tiefempfundenen Worten die Leichenrede uii? beklagte den großen Verlust, der die Gemeinde betroffen. B. Lisfa (Posen), 5. September. Am 15. d. M. feiert der verdienstvolle Rendant und Sekretär unserer Gemeinde, Herr S. A n - sorge, seinen 70. Geburtstag. Mit peinlichster Gewissenhaftigkeit und größter Treue waltet er seines Amtes in unserer Gemeinde schon länger denn 40 Jahre. Aber nicht nur bei den Mitgliedern unserer Gemeinde, sondern bei der gesamten Bürgerschaft unserer Stadt erfreut sich der Jubelgreis größter Beliebtheit und wohlverdientester Anerkennung. Dieses har ihm gar mancherlei Ehrenämter eingebracht. So ist er seit 28 Jahren Mitglied des Aussichtsrates des hiesigen Borschußvereins und seit 30 Jahren Mitglied des städtischen Armenausschusses. 10 Jahre lang bekleidete er das Amt eines Schiedsmannes. Auch gehörte er dem städtischen Waisenrate und dem Kriegsfürsorge-Ausschuß als reges Mitglied an. So hat. der Jubilar gar mancherlei Liebe gesät, aber auch vielfach Liebe und Anerkennung geerntet. Mögen ihm ein noch langes gesegnetes Leben und ein heiterer Lebensabend an der Seite seiner Gattin und im Kreise seiner Kinder und Enkel beschieden sein. Ad meoh woessrim schonoh! B. Z. Breslau, 3. September. Unter großer Beteiligung weiter Kreise fand am 30. V.M.aus dem Friedhof an der Lohestraße die Trauerstier für den Geheimen Justizrat Dr. F r e u n d statt. In der neuen Halle stand der Sarg, von Blumen ganz verdeckt, zwischen Lichtern in einem Hain von Lorbeergrün und Palmen aufgebahrt, und aus einer blühenden Fülle von Kränzen, die dort lagerte, leuchtete der wundervolle Kranz, den die Stadt Breslau dem verblichenen Ehrenbürger gewidmet hatte, besonders hervor. Bier Ratsdieuer, in die althistorische Tracht der städtischen Ausreuter gekleidet, hielten die Ehrenwacht. Die Mitglieder des Magistrats hatten sich, dem Anschein nach, vollzählig.eingefunden, an ihrer Spitze die Herren Oberbürgermeister M a t t i n g und Bürgermeister Dr. T r e n t i n. Sie trugen den feierlichen Frack und waren mit den goldenen Amts- und Ehrenketten geschmückt. Ebenso trugen die dem Stadtverordneteukollegiuin angehörenden Vertreter der Bürgerschaft die schimmernden Abzeichen ihrer Würde. Auch sie waren nahezu allesamt gekommen, ihrem langjährigen Freunde und Leiter das letzte Lebewohl zu entbieten, und sie scharten sich um ihren neuen Vorsteher Justizrat Dr. H e i l b e r g. Die Provinz Schlesien war durch ihren ersten Beamten vertreten: durch Oberpräsident Dr. v. Guenther. Auch viele andere behördliche Persönlichkeiten nahmen teil an der Trauerseier und gaben dadurch ein rühmliches Zeugnis von der Bedeutung des im Sarge ruhenden Mannes und von der allseitigen Hochachtung und Verehrung, deren er sich zu erfreuen hatte. So sahen wir die Herren Oberpräsidiatrat Dr. S ch i m m e l p s e n n i g , Regierungspräsident v. T scha m nt er u n d Q u a r i tz, Polizeipräsident v. Oppen, Oberregierungsrat A n g e r e r, Tompropst Professor Dr. K o e n i g , Kircheninspektor Propst Decke, rec-tor magnificus Geh. Medizinalrat Prof. Dr. Kästner als Vertreter der Universität, deren Ehrendoktor der Verstorbene war, Seuatspräsident Monje und Landgerichtspräsident F e l s ui a ii ii, die Vorsteher und R e p r ä s e n - t a n t e n der Synagogengemeinde und viele andere bekannte Persönlichkeiten der Breslauer Judcnschaft. Nach einem erhebenden Harinouiumvorspiel sang ein Sängerchor ein frommes und tiefergreifendes Scheidelied. Dann hielt Rabbiner Dr. Rosenthal die Trauerrede. Er führte aus, daß es sich erübrige, an der Bahre eines so hervorragenden und allgemein verehrten Mannes rühmende Worte zu sagen. Jeder wisse, wer Geheimrat Dr. Freund war; alle hätten ihn gekannt als eine Zierde der Anwaltschaft, als den Vorsitzenden der Anwaltskammer, als einen Stadtvertreter, der 43 Jahre lang mit Klugheit und Hingabe die Interessen der Bürgerschaft im Stadthause wahrnahm und in den letzten 28 Jahren als Stadtverordiietenvorsteher zum Segen der Stadt wirkte. Hohe Auszeichnungen seien dem edlen Mann bei vielen Anlässen zuteil geworden, und hohe Ehrenämter habe er bekleidet. Nie sei sein Sinn auf solche Ehren und Aemter gerichtet gewesen; man habe ihn dafür zu gewinnen gesucht, weil er durch sein vornehmes Wesen die Aufmerksamkeit auf sich lenkte. Der Redner wandte aus ihn die Worte der Schrift an: „Er war hoch wie eine Zeder und stark wie eine Eiche", und er betonte, daß der Verewigte im Leben nicht nur durch seine äußere Erscheinung, sondern mehr noch durch seine geistigen und sittlichen Eigenschaften und durch seine ganze innere Persönlichkeit diesen Spruch gerechtfertigt habe. Schon in seiner Jugendzeit habe Wilhelm Salomon Freu n d geistig über die Niederungen des Lebens hinweg nach reineren Höhen' gestrebt und die