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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1915-07-30 · Heft 31 (30.7.1915) · p. Seite 2

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
79 (1915)
Issue
Heft 31 (30.7.1915)
Date
1915-07-30
Page
Seite 2 (sequence 14)
Language
German
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2 au das Institut für Jnfettiouskrankheiten über, an dem er das chemische Laboratorium leitete, zu dessen Abteilungsvorsteher er 1905 ernannt wurde. 1907 wurde er zum Direktor des Stadtischell Untersuchnngsamtes für gewerbliche und hygienische Zwecke ernannt, das unter seiner Leitung zu einem hervorragenden Institut sich entwickelte mld zur Assanierung Berlins wesentlich beigetragen hat, indem durch die Organisation der Diphtherieuntersuchungen die Bekämpfung dieser Krankheit erleichtert lvurde. Die Trauerseier für den Verstorbenen findet Mittwoch nachmittag 2 Uhr in der Leichenhalle des jüdischen Friedhofes in Weißensee statt. Rabbiner Tr. Warschauer wird die Gedächtnisrede halten. Berlin, 27. Juni. Das Eiserne Kreuz zweiter Klasse erhielten: Stabsarzt Tr. med. Alfred Mendelsohn, Augenarzt Stabsarzt Tr. Emanuel Frankel, Ballmeister Paul Silber, Assistenzarzt Ernst L e i bhol z, Sani tat @it n te roffizier Werner L a ch m a n n, Architekt Kurt G r a f f, Unteroffizier Regierungsbaunleister Siegfried Latte, Referendar Tr. Hans Masse, Referendar Kurt P ä ch t e r , Tr. Th. Z l o c i st i, stellvertretender Chefarzt der ersten anatolischen Roten-Kreuz-- Erpedltion, Bataillonsarzt Tr. Herma nn so hn, Kolonnenführer Gustav P i n k u s, Ofsizierstellvertreter Architekt Alfons A n k e r , Reviergartner Albert Bocken a u e r. — Mit dein Eisernen Kreuz wurden auch zahlreiche Mitglieder der jüdischen Turnerschaft, von denen manche in früheren Nummern bereits aufgeführt sind, allsgezeichnet: Das Eiserne Kreuz erster Klasse erhielten: Julius G e r st l - Wiener Turnverein, Fritz M e her- Stettin; das der zweiten Klasse erhielten: Offizierstellvertreter Dr. M. A n e r b a ch-Hamburg, Tr. Richard B l u m - Berlin, Unteroffizier Ludwig B a e r - Posen, Ullteroffizier Siegfr. B a e r - Posen, Gefreiter Selmar B ü t o w - Gera, Alfred Ba er-Posen, Vizefeldwebel Erich Burin- Berlin, Professor Dr. E i t r o n - Berlin, Joachim Easpari- Berlin, Bizefeldwebel E r i n e r - Berlin, Unteroffizier Hugo G o l ds ch m i d t - Hambllra, Vizewachtmeister Tr. S. Hirsch- Berlin, Stabsarzt Dr. Henry H i r sch - Hamburg, Tr. H. I ch e u h ä u se r- Köln, -Fähnrich Robert Heller-Hamburg, Bizefeldwebel L.Katzm a n n - Hamburg, Offizierstellvertreter Tr. E. K r e t s ch m e r - Berlin, Bizewachtmeister L. L e ß m a n n - Hamburg, Gefreiter Arthur L ö w e n st e i n - Berlin, Dr. S. L e w y - Hamburg, Kriegsfreiwilliger Hans L o e w y - Berlin, Osfizierstellvertreter Tr. A. Bk an affe, Ofsizierstellvertreter Karl Michel-Köln, Dr. G. O r k i n - Posen, Dr. S. Rose n b a tt nt - Königsberg, Felix R u s ch i n - Posen, Bizewachtmeister Emanuel R o e h r - Berlin, Unteroffizier Moritz Sachs-Posen, Dr. A. Sachs-Berlin, Fritz Salm-Köln, Simon Sch irr-Posen, Oberarzt Dr. Stiebel- Hamburg, Oberarzt Tr. Felix Theilhaber, Offizierstellvertreter Dr. W. We i ge r t - Hamburg. — Zum Leutnant befördert wurde Assessor Felix R o s e n b l ü t h - Berlin. — Das Eiserne Kreuz zweiter Klasse erhielten ferner: Unteroffizier Alfred Maier- Konstanz, Bizefeldwebel Otto W e i l - Emmendingen, Assistenzarzt Dr. I. E o h n - Bromberg, Unteroffizier Siegfried G o t t h i l f - Kattowitz, K riegsfreitvilliger Mar P o l l a ck - Steinbach a. S., Gefreiter Daniel So i s kh, Bataillonsarzt Dr. M. K ö n i g s f e l d - Kattotvitz, Unteroffizier Hermann M a n d e l b a u m, Unteroffizier Paul Stiebet, Offizierstellvertreter Dr. Alfred K i r sch bau m, Referendar L i e tm a n n - Frankfurt a. M., Kriegsfreiwilliger Alfred E a s s i r e r - München, Assistenzarzt Tr. Walter S ch w eitzer - Potsdam, Kaufmann Julius F r ö h l i ch - Düsseldorf, Leutnant Richard B e r g - Köln, Rudolf B ö n i s ch - Neustädtel, Unteroffizier Julius S i m s o h n - Vtemel, Grenadier Nathan S i t t e n f e l d - Beuthen O.-Schl., Infanterist Paul David-Bremen, Gefreiter Joseph Nt a n n e b e r g , Paul Pfeiffer, Leutnant Paul Stern- Breslau, Unteroffizier Sally Herz, Kanonier Max Götze- Elberfeld, Unteroffizier Malermeister Max F r ä n ke l-Hannover, Leutnant Richard K a u f m a n n - Nt.-Gladbach, Kriegsfreiwilliger Gefreiter Paul R o t h g i e ße r, Infanterist Hans S i m o n - Hamburg, Tierarzt Heinrich Rosenkranz- München. 8. I.. Hohensalza, 28. Juli. In tiefe Trauer ist die hiesige jüdische Gemeinde versetzt worden. Fern von der Heimat verstarb in Berlin nach längerem Leiden im 60. Lebensjahre der langjährige verdienstvolle stellvertretende Vorsitzende der Synagogengemeinde zu Hohensalza Herr Bankier Isidor Levy. Ter Verblichene hat viele Jahre hindurch in uneigennützigster Weise dem Gemeinwohl, namentlich aber der jüdischen Gemeinde seine Kräfte gewidmet. Als Leiter unserer Gemeinde seit Kriegsbeginn, August 1914, legte der Dahingeschiedene für unsere Wohlfahrtseinrichtungen das wärmste Interesse an beit Tag und vereinte mit den seltensten und vortrefflichsten Charaktereigenschaften ein hohes Maß von Edelsinn und Menschenfreundlichkeit. Die hiesige jüdische Gemeinde verliert in dem Verstorbenen ein allseitig hochverehrtes Mitglied, das stets Verständnis und Mitgefühl für anderer Leid und Freud bekundete, sowie einen hochherzigen Förderer, der mit größtem Eifer die Gemeindeinteressen vertreten und gewahrt hat. Auch als Tempelvorsteher hat der Verklärte viele Jahre hindilrch der Gemeinde sehr schätzenswerte Dienste geleistet. Persönlich ein überaus bescheidener Charakter, trat er in der Oeffentlichkeit nicht gern hervor, setzte dagegen in vielen Fällen seinen Einfluß und seine Mittel zur Hilfe für andere ein. Der stellvertreteilde Stadtverordnetenvorsteher Wottke widmete.dem Verklärten im hiesigen Lokalblatt einen äußerst tvarmen Nachruf. Unter überaus großer Beteiligung seitens der hiesigen Bürgerschaft fand von der Leichenhalle des neuen jüdischen Friedhofs Hierselbst die Beerdigungsseier statt, die mit allen militärischen Ehren stattfand. (Herr Levy war Vizeseldwebel der Reserve.) Es hatten sich die Spitzen der städtischen Behörden mit den Mitgliedern des Magistrats und der hiesigen Stadtverordnetenversammlung vollzählig eingefunden, während der hiesige Landwehrverein mit umflorter Fahne auf dem Friedhof vor der Leichenhalle mit der Militärkapelle vom Ersatzbataillon des hiesigen 140. Infanterieregiments Ausstellung nahm. In der Halle des neuen Friedhofs zeichnete Herr Gemeinderabbiner Tr. Kohn in einer tief empfundenen Trauerrede das Lebensbild des Verstorbenen. Er hob rühmend hervor seine großen Verdienste, seine Gewissenhaftigkeit und seine seltene Pflichttreue in der Ausübung der von ihm verwalteten Ehrenämter als Stadtverordneter, Synagogenvorsteher ltnb erster Vorsitzender des hiesigen jüdischen Armeuvereius. Nach dem üblichen Gebet wurde die irdische Hülle des vortrefflichen Mannes, der eine Zierde unserer Gemeinde und des Judentums war, zu Grabe getragen, wobei die Militärkapelle das bekannte Lied „Harre, meine Seele" spielte. — Samotschin, 28. Juli. In heimischer Erde, in dem Orte, welchem er 86 Jahre seines Lebens seine Kräfte geweiht und mit vielem Interesse als Stadtverordneter gewirkt hatte, lvurde mit 12. d. M. Herr Rentier Hermann Seligfohn zur letzten Ruhe bestattet. Tee Verstorbene hatte sich hier infolge seines leutseligen und gerecht denkenden Wesens allseitiger Beliebtheit erfreut, die auch trotz seiner vor zwölf Jahren erfolgten Uebersiedlung nach Bertiu-Wilmersdorf bis in die jüngste Zeit aufrechterhalten und vor einigen Jahren seitens der Stadt anläßlich seines 75. Geburtstages durch die Ueberseuduug eines Ehrendiploms zum Ausdruck gebracht wurde. Als gewiß schäites Zeichen seiner Wertschätzung kann es mit gelten, daß zu seiner Trauerfeier in Berlin sich Se. Exzellenz der Majoratsherr Graf v. Hutten- E z a P s k i auf Smogulee, Schtoßhauptinanu in Posen und Mitglied des Herrenhauses, eingefundeit hatte und sich bei der hier stattgefundeueu Beerdigung durch den gräflichen Oberförster Sell vertreten ließ. R. U. Breslau, 23. Juli. Schon seit Jahren hat der Vorstand der Industrieschule für israelitische Mädchen in Breslau danach gestrebt, für die Schülerinnen seiner Anstalt einen Schulgarten zu schaffen, wie sich solcher modernen Einrichtungen die Zöglinge der Breslauer Volksschulen seit langer Zeit erfreuen. Au den hohen Kosten scheiterte der Platt, bis der Krieg Wandel schuf. Der Aufforderung folgend, alle brachliegenden Flächen der Bebauung zugäuglich ztt machen, bot ein Freund der Anstalt dem Vorstände der Schule ein Batiland im Westen der Stadt zur Einrichtung eines Schulgartens an; ein anderer Gönner der Schule lieferte das Ho'lz zu einetu festen Zaun um das Grundstück, und Fräulein Gertrud Freu n d, eilte Lehrerin der Schule, die int Seminar für Gartenbau und Handfertigkeit in Peine sich die nötigen Kenntnisse erworben hat, erklärte sich bereit, die Anleitung der Schülerinnen int Ehrenamte zu übernehmen. So waren die Vorbedingungen gegeben; es blieben allerdings die hohen Kosten für die Herstellung des Gartens und für das Saatgut, das die Kinder nicht atis eigenen Mitteln anschaffen konnten. Dent half der Vorstand ab, indem er die erforderliche Summe aus der Kasse des Vereins zur Verfügung stellte. Zu Hilfe kam ihm dabei nur die S i m o n - S t i s t u n g> in Hannover, die 600 Mark bewilligte. Nun

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