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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1915-07-16 · Heft 29 (16.7.1915) · page 13

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
79 (1915)
Issue
Heft 29 (16.7.1915)
Date
1915-07-16
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Berlin, 16. Juli 1915 """" ” * Der Gemrindebore. Lrilsgr zur „Allgemeinen Leitung des Judentums". Sorrrkpondkn?m und Kachrichtm. SklltlchlsnL. — Berlin, 13. Juli. Die beiden größten deutschen Handlungshilfenorganisationen, der „Verein für Handlungsm m i s von 185 8" und der „D eutschnationale an d lu n gs geh ilfenv e rb an d", haben einen Vertrag abschlossen, dessen Zweck es ist, die Beziehungen'zwischen den Verluden auch nach dem Kriege so a-uszugestalten, daß der Boden der schlichen Auseinandersetzungen nicht verlassen wird. Es soll ein hrenrat gebildet werden, dem sich alle Mitglieder der Organisationen ater Ausschluß der ordentlichen Gerichte zu unterwerfen haben. Bei Zahlen zum Kaufmannsgericht und zu anderen Standesvertretungen .schränken sich die beiden Verbände auf die Empfehlung ihrer Listen, )itc Angriffe gegen den anderen Verband oder dessen Liste zu richten. Der „Deutschnationale Handlungsgehilfenverband" hat bisher uden die Aufnahme verweigert. Nachdem nun Christen und Juden chulter an Schulter für deutschnationales Wesen kämpfen und eben, wird vielleicht die Annäherung dieser beiden großen Körperhaften auch in dieser Richtung gute Folgen haben. Berlin, 13. Juli. Der ca. 43 000 Seelen umfassende Jüdische rau enund (Schriftleitung: Frau Henriette May, Wilmsdorf, Gieselerstraße 16) hielt im Juni in Berlin eine Vorstandszung ab, zu der trotz der Kriegszeit der Vorstand fast vollzählig erneuen war. Folgende Tätigkeitsgebiete wurden durchgearbeitet und gesähr folgende Beschlüsse gefaßt: 1. Besprechung neuer Erwerbsöglichkeiten für Frauen und Mädchen. Bei Frau Eugenie ertheim, Kassel, soll die Sammelstelle von Anregungen neuer .iverbs- und BerufsmöKichkeiten für Frauen sein. Es wird die trotz n ä h e r i n, die Ausbildung als G ef än g n i sbe a m t i n ad die Seidenzucht als vorliegende Ideen zur Bearbeitung überden. 2. Die Bahn Hofs Hilfe wird als wichtiger Teil der sozialen rbeit besprochen, und die angeschlossenen Vereine sollen angeregt wern, sich tunlichst den christlichen Bahnhofsmissionen anzugliedern. Nt an dauert, daß die Frankfurter Bahnhofshilfe, die nun endlich die organitorischen Schwierigkeiten überwunden hat, aus Mangeh an Mitteln aht dauernd gesichert ist. 3. Bericht über die beiden Häuser in Isenarg, die zurzeit 28 Pflegslinge beherbergen, darunter 6 Säuglinge, ie Kr iegs a rbeit besteht in der Aufnahme von Flüchtlingsfällen id in Uebernahme von Näh- und Strickarbeit für Kriegsfürsorge, cm Frankfurter Frauenseminar sind zwei Schülerinnen zur halbhrigen Ausbildung in den beiden Häusern übernommen worden, rau H e i m , Nürnberg, wünscht, daß auch jüdische P r i v a t s ch ü l e - ' it li e n zur Ausbildung angenommen werden. Der Vorstand bericht die vielfach vorkommende Notwendigkeit einer Heimstätte r Aufnahme von Personen, die erzieherisch wenig mehr zu boein- 'ssen sind, aber dennoch einer Dauerpflege bedürfen. Es wird hiestellt, daß solche Dauerfälle nicht zwischen die Erziehungsfälle geacht werden dürfen, doch null der Bundesvorstand dem Bedürfnis, renzfttlle schw achbef äh i gte r we iblicher Pe rso nen ' l e g e r i s ch gut unterzu bringen, entschiede n nähere t e n. Frl. Pappenheim spricht für die Heimkommission die leitwilligkeit aus, diesen Zweig der Fürsorgetätigkeit zu übernehmen, l'a'ld eine finanzielle Grundlage dafür da sei. Die Heimmunission habe schon oft Anträge und Gesuche um Aufnahme von auerfällen ablehnen müssen. Viele Familien und Gemeinden würden c Möglichkeit der einwandfreien Unterbringung solcher „Grenzfälle" N' begrüßen. 4. Besprechung der Bundesarbeit in der E r n ä h - -lngsfrage und der Aufklärungsarbeit. Das Flugblatt ächtet das Brot" ist in einer Auflage von 20 000 Exemplaren zur mteilung gekommen. Das Kochbuch der Frauenvereine der Frankster Logen fand ebenfalls große Verbreitung. 5. Eine ausgedehnte esprechung erfährt die Fortsetzung der Beratung des Antrages Werner uu Januar 1915: Kulturarbeit in Polen. Die maßgebenden Männerueine haben bisher die Mitarbeit der Frauen abgelehnt, doch steht och ein gangbarer Weg ftir dieselbe in Aussicht. 6. Die Angelegenheit -r Kasse 1915 ist noch zu wenig geklärt und soll noch zurückgestellt werden. 7. Frau O l le n d o r f stellt den Antrag auf Einrichtung einer „ Z e n t r a!l e zur U n t e r b r i n g u n g j ü d i s ch er Kinder ", die der Ortsgruppe Breslau zur Vorarbeit der Organisation übertragen wird. 8. Frau Wiener, Kattowitz, bittet um Zuweisung von brauchbaren Kleidern und Wüsche für die galizischen und ostpreußischen Flüchtlinge. 9. Anträge We r ne r und V o g e l st e in auf Anstellung jüdischer Lehrerinnen werden zur Weitergabe an die maßgebende Zwischenstelle beschlossen. $$$ Berlin, 13. Juli. Das Eiserne Kreuz zweiter Klasse erhielten: Abteilungsarzt Erwin Straus; Unteroffizier Siegfried H e i m (inn; Gefreiter Paul Friede; Oberjäger Martin W e i ß e n b -e r g; Gefreiter Alfred M a n n h e t m e r; Unterarzt Robert A b r a h a m; Ingenieur Adolf I a st r o w; Unterarzt Alfred Cohn: Dr. Theodor Li ep mann, Sohn dos Fabrikbesitzers Emil Liepmann: Vizewachtmeister Walter Me tz e n b e r g , Inhaber der Firma Richard Labisch u. Co.; Sanitätsunterosfizier Zahnarzt Franz Hoff; Stabsarzt Tr. Fritz T a r r a s ch; Ofsizierstellvertreter Ingenieur Siegfried L i e b e r - m a n n; Musketier Leo B u k o f z e r; Feldlazarettinspektor Hans Zweig; Privatdozent Ernst Courant, Sohn des Herrn S. Courant, früher in Lublinitz; Feldzahnarzt Dr. Ludwig Sänger; Osfizierstellvertreter Otto Mond; Unteroffizier Walter Stein und Pionier Ewald H i r sch vom Hause Hermann Tietz; Assistenzarzt Erich Kosterlitz, Sohn des Herrn Adolf Kosterlitz (ein zweiter Sohn dieses Herrn, Unteroffizier Martin Kosterlitz, erhielt die hessische Tapferkeitsmedaille); Unteroffizier Albert Cohn; der Berliner Kinderarzt, Leiter der städtischen Säuglingsfürsorgestelle I in Nein kölln Dr. Michael Cohn, Kriegsfreiwilliger Referendar Kurt Auerbach, Rechtsanwalt Jakob Groß, Pionier Erich Bock, Unteroffizier Kurt S a a l f e l d - Groß-Berlin. Die gleiche Auszeichnung erhielten: Feldarzt Dr. Joseph Reich; Bataillonsarzt Dr. Artur L e w i n - Breslau; Feldzahnarzt Weinberg- Norden; Stabsarzt Professor Dr. G. H erxh e i m e r- Frankfurt a. M.; Kriegsfreiwilliger Kaufmann H e y m a n n - Dortmund; Unteroffizier Assessor Dr. Moritz K o l s k i - Duisburg; Ersaßreservist Berthold H e r z b e r g; Gefreiter I. V e r st ü n d i g - Kölln a. Rh.; Infanterist Salo G e l l e r t-Allenstein; Gefreiter Bernhard Lehmann, Sohn des Stadtverordneten Herrn Leo Lehmann-Braunsberg; Unteroffizier Artur Moses-Wollin; Postassistent Friedrich 5 a u l - Schivelbein; Richard C o u r a n t - Göttingen; Assistenzarzt Dr. Hugo Mayer-Gießen; Albert Horn und Feldwebel Ernst 6 o h e n - Köln a. Rh.; Gefreiter Leo A b r a h a m - Biesenthal: Harry L o e w e n st e i n - Lissa i. P.; Max Engel- Könitz; Feldunterarzt Kurt Engel mann, Sohn des Kaufmanns Herrn Alwin Engelmanu-Neustadt a. Warthe; Einjährig-Kriegsfreiwilliger Erich Cohn (17 Jahre alt), Sohn des Vorstehers der jüdischen Gemeinde in Memel, Herrn Moritz Cohn; Bataillonsarzt Dr. Arthur Lewin; Unteroffizier Paul Roth - Breslau; Unteroffizier Siegfried G o t t - hilf-Lissa i. P.; Vizeseldwebel Bruno H e i de n he i m - Chemnitz: Unteroffizier Otto A r e n st ein- Dortmund; Vizefeldwebel Franz A u e r b a ch - Elberfeld; Unteroffizier Siegmund Weiß- Flamersheim; Unteroffizier Adolf K a n n-Friedberg (Hessen); Osfiziersteltoertreter Paul L i e p m a n n - Hannover; Feldwebelleutnnnt Julius N etter- Mannheim; Kriegsfreiwilliger Oskar E d i n g e r - Haun.- Münden; Vizewachtmeister Fritz B u s ch hoff- Worms; Kriegssreiivilliger Arthur R e i chm a n n - Oppeln. W. Danzig, 9. Juli. Nach kurzem Leiden starb hier der städtische Lehrer a. D. B e n j a m i n S ch r e i b e r , Inhaber des Hohenzollern-Hausordens, im 71. Lebensjahre. Der Tod dieses Kollegen erinnert an die vielen Lehrer, die anfangs der 1850er Jahre in Schrimm ihre erste Vorbildung genossen haben, und zwar durch den damaligen Oberlehrer Samuel Straßmann. Er selbst, Autodidakt, erhielt von der königlichen Negierung den Auftrag-, in den Seminaren der Provinz Posen zu hospitieren, um die Praxis zu erlangen, junge Leute fürs Lehramt vorzubereiten. Groß war die Zahl der Lehrer, die aus der Schrimmer Präparandie hervorgingen, die weit und breit, zum Teil auch in unserer Provinz, ins Lehramt getreten sind. Nur noch wenige dieser Lehrer sind am Leben. Edle

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