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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1915-07-02 · Heft 27 (2.7.1915) · p. Seite 318

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
79 (1915)
Issue
Heft 27 (2.7.1915)
Date
1915-07-02
Page
Seite 318 (sequence 6)
Language
German
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------ 318 der im Schrappnell- und Kugelregen die Truppen anfeuert und dem katholischen Soldaten die letzten Augenblicke des schwindenden Lebens mit Worten des Trostes leichter macht, sind im Felde häufig vorkommende Erscheinungen. Seit Beginn des Krieges steht eine stattliche Anzahl von Feldrabbinern, die den Rang eines Hauptmannes haben, im Felde und versieht dort den Seelsorgedienst. Wiewohl die Dienstvorschriften für die Militärgeistlichkeit bloß die Bestellung von Rabbinern bei der Armee im Felde vorsieht, hat die k. u. k. Militärverwaltung auch im Hinterlande israelitische Militärseelsorgen mit dem gleichen Wirkungskreise wie die der anderen Konfessionen bei mehreren Militärkommandos eingerichtet. So wurde zur Leitung der k. u. k. israelitischen Militärseelsorge in Wien der Prediger des Döblinger Tempelvereines Professor Dr. Arnold Frankfurter berufen, dem mit Rücksicht auf das große Korpsbereich mit seinen zahlreichen Handlung sind; sie alle wissen, daß Kaiser Aranz Josef an dein Blutvergießen unschuldig ist, daß er, ein Fürst des Frieden-, den Krieg nicht gewollt hat und nur zum Schutze seines Landc? und seiner Völker das Schwert ziehen mußte. Und sie beten für sein Wohl und seine Gesundheit und finken Sieg der österreichischen Waffen, für den Sieg der Kulti r über die Barbarei, für den Sieg über Rußland, das sich ih c Liebe und Anhänglichkeit nicht zu erringen wußte. sfewpoltbriek eines Milchen Sberksntor;). An Walde, 6. März 1915. enn Du die Blutflecken am Papier erblickst, brauchst Zw nicht zu erschrecken. Es sind Ehrenslecken unserer Kriegir. die ich verbunden habe. Im Papier war Watte gehüllt, und ist es l?i der größten Vorsicht nicht möglich, solche Spuren zu verhütt i. Meine Hände sind Gott sei Taut rein. — Die Holigans verwenden u -- ■ - Ci' B V Feldrabbiner Dr. Frankfurter beim Gottesdienst der russischen Kriegsgefangenen in Lruck-Riralyhida. 1915. Sanitätsanstalten zwei Feldrabbiner, Dr. E. Deutsch, Rabbiner j in Karansebes, und Dr. R. Ferda, Rabbiner in Pohrlitz, zugeteilt sind. (In kleineren Garnisonen versehen die Ortsrabbiner im Aufträge des Militärkommandos aushilfsweise die Militärseelsorge.) Aber die k. u. k. Militärverwaltung sorgt nicht bloß für die religiösen Bedürfnisse der Angehörigen des eigenen Heeres, sondern auch für die der Kriegsgefangenen. Mindestens einmal im Monat hat der Feldrabbiner einen feierlichen Gottesdienst in den Gefangenenlagern abzuhalten. So zeigt oben-; stehendes Bild einen Gottesdienst russisch-jüdischer kriegsgeftrngener Soldaten im Gefangenenlager zu Bruck-Kiralyhida, den Feldrabbiner Dr. Frankfurter abhält. In Andacht versunken verrichten die Gefangenen ihr Gebet und lauschen den Worten der Schrifterklärung in der zu einem Gotteshause improvisierten Baracke. Ihre Gedanken mögen wohl heimwärts ziehen zu ihren Müttern, Frauen und Kindern, denen das russische „Vaterland" die Blut- und Todesopfer der jüdischen Soldaten mit bestialischen Pogroms lohnt . . . Die meisten von ihnen sprechen Deutsch und in bewegten Worten versichern sie dem Feldrabbiner, wie dankbar sie dem österreichischen Staate für ihre menschenwürdige und gute Beletzter Zeit sehr häufig Dumdumgeschosse, welche, wenn sie in > >> Körper gelangen, gräßliche Verletzungen Hervorrufen. Heute ist's lyn et>wa§ ruhiger, langsames Plänkelfeuer und ab und zu ein Kanons schuß. In den letzten Tagen wurde heftig gekämpft, doch war die Z li! unserer Toten und Verwundeten sehr gering. Don Bekannten ist Lehrer Ptacek gefallen. Er ging als Leutnant die Schützengrä ci> inspizieren und bekam einen Kopfschuß, wodurch er sofort seinen ehr uhaften Heldentod fand. Er wurde auch vorläufig hier unter im sant-er Feldmusik bestattet. Du fragst, wie ich Purim verbrachte. Ich will es Dir sagen, dr all heute, wie erwähnt, mehr Zeit habe. Genau zur Megillazeit begannen unsere Maschinengewehre knattern, wie wenn 50 Ratschen geschwungen würden. Die schwe r'« Haubitzen traten in Tätigkeit, und die anderen Kanonen und Schl ll' feuergeschosse übertönten ein Heer von Megillaklappern. Das Gewi :r: jener kannst Du Dir denken. Dies alles will Haman vertilgen. Meine Hütte (richtig Kuci) ist ähnlich einer Sukka gebaut, i d der Vorschrift nach nicht entsprechend, da sie zur Front llÄ M lang und zur Rückseite 1 Meter hoch ist. Die Wände aus Buck^ halten -mit Lehm gut gepolstert, ebenso das Dach. Die Türe ans fervenkistchen auf Leder aus älteren Schuhen eingehangen und dnr noch ein Lichtfenster oberhalb der Türe, noch dazu aus Glas. - 's Innere besteht aus -einer Ausgrabung 1 Meter tief in die Erde. ' Wände mit Ruten austapeziert, damit der Lehm nicht rutscht. Z*

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